Regierung will Lohnlüge widerlegen

Nachdem im letzten Jahr eine Frauenquote für die Aufsichtsräte beschlossen wurde, kommt nun der nächste Clou: Das „Entgeltgleichheitsgesetz“, welches ab 2016 gelten soll.

Bild: rp-online

So berichtet rp-online „exklusiv“:

Unternehmen ab 500 Mitarbeitern sollen nach dem Willen der Regierungskoalition von 2016 an offenlegen, wie groß das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen in den jeweiligen Gehaltsklassen des Unternehmens ist.

Was es mit dem Lohngefälle auf sich hat, lässt sich erstaunlicher Weise gleich bei rp-online nachlesen. So heißt es:

Wissenschaftler haben in vielen Studien nachgewiesen, dass Frauen in Deutschland nach wie vor durchschnittlich 22 Prozent weniger verdienen als Männer.

was durchaus korrekt ist. Woran das liegt, kann man überraschenderweise im selben Artikel nachlesen:

15 Prozentpunkte, also zwei Drittel, der Lohnlücke werden in den Studien allerdings nicht auf echte Diskriminierung der Frauen, sondern auf andere Faktoren zurückgeführt. Dazu gehören die Länge des Arbeitstags, die Bereitschaft, Führungsjobs zu übernehmen, und die Berufswahl. Frauen arbeiten nämlich häufiger Teilzeit, wählen häufiger schlechter bezahlte Berufe und lehnen Führungsaufgaben häufiger ab.
Es bleibt jedoch eine mit diesen Faktoren nicht zu erklärende Gehaltsdifferenz von etwa sieben Prozent. Entscheidend für die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern im weiteren Leben ist den Studien zufolge die Länge von Babypausen: Setzt eine Frau nach der Geburt eines Kindes mehr als ein Jahr aus und arbeitet dann mehrere Jahre Teilzeit, kann sie die Lohndifferenz zu Männern mit gleicher Qualifikation nie mehr aufholen.

… als ob ein Mann, der mehrere Jahre aussetzt und anschließend Teilzeit arbeitet, dasselbe Gehalt wie ein Kollege – und Kollegin! – erreichen würde, der ohne Unterbrechung Vollzeit arbeitet. Die Lohnlücke ist also nicht darauf zurückzuführen, dass Frauen diskriminiert werden; Männer, die dieselben Entscheidungen treffen, erleiden auch dieselben Gehaltseinbußen. Dass das nicht so oft passiert, ist darauf zurückzuführen, dass Männer nicht das Privileg genießen, vom Beruf auszusetzen und sich ihr Leben durch die Maloche einer vollzeitarbeitenden Frau unterhalten zu lassen.

Insofern ist es spannend, welche Auswirkungen dieses Gesetz, welches erstmal eine weitere Bürokratiehürde für Unternehmen darstellt, haben wird. Werden etwa unbezahlte Überstunden und Dauer der Betriebszugehörigkeit ebenfalls erfasst?

Darauf zu hoffen ist nicht, denn der Umstand, dass Frauen dafür, dass sie weniger, und weniger hart arbeiten, weniger verdienen, wird als Ungerechtigkeit aufgefasst. So die SPD-Fraktionsvize Carola Reimann:

„Das ist doch der eigentliche Skandal in Deutschland: Dass Frauen hierzulande immer noch 22 Prozent weniger verdienen als Männer, dass sich das seit Jahren nicht ändert und dass wir damit in Europa einen der hintersten Plätze einnehmen“

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