Archiv für den Monat Februar 2015

Feministische Argumentationsformen (2): Das unsichtbare Privileg

Über das ganze Gedöns, von wegen Männer wären privilegiert, werde ich noch einmal ausführlich dozieren; heute aber widme ich meinen Artikel einer einzigen feministischen These, nämlich:

„Du kannst deine Privilegien gar nicht wahrnehmen.“

Die Logik dahinter ist, dass männliche Privilegien so selbstverständlich sind, dass ein Mann sie gar nicht mehr wahrnehmen kann. Das verhält sich ähnlich wie zu Luft, die man zwar ständig atmet, die man aber nicht weiter wahrnimmt, genauso wenig, wie man die ganze Zeit denkt: „Ich atme Luft, um am Leben zu bleiben.“ In diesem Sinne sind auch die männlichen Privilegien einzustufen; sie sind allgegenwärtig, sobald man in eine Interaktion mit einem Mann, äh nein, mit einer Frau tritt.

Der Kritikpunkt hieran ist, dass die konkrete Frage danach, welche Privilegien ein Mann genießt, die allein vom Geschlecht und nicht vom sozialen Status abhängig sind, niemals beantwortet wird. Mach doch spaßeshalber selbst das Experiment: Geh in ein feministisches Forum, und frage nach, welche Privilegien Du als Angehöriger des männlichen Geschlechts genießt. Du wirst feststellen, dass die Antworten äußerst unbefriedigend ausfallen werden (sofern man dir überhaupt die freie Rede gestattet), und nichts beinhalten, woraus Du auch nur einen Cent Profit schlagen könntest.

Das ist der Punkt: Luft mag zwar unsichtbar sein, aber sie ist nachweislich vorhanden, sobald man sich ihrer bewusst wird. Zum Beispiel, indem man den Atem anhaltet. Zum Beispiel, indem man schnell seine Hand bewegt, und dort dann einen Luftzug spürt. Zum Beispiel, indem ich sie auf -200 Grad abkühle, und dann eine Flüssigkeit oder Trockeneis vorfinde.

All das ist bei den angeblichen männlichen Privilegien nicht der Fall. Während Luft problemlos nachweisbar ist, und sich jeder ihrer Anwesenheit bewusst ist, sobald man darauf zu sprechen kommt, gilt dasselbe nicht für die männliche Privilegien. Das haben auch Feministen erkannt, so schreibt einer, offenbar überfordert damit, ein konkretes Privileg auch zu benennen:

Du bist privilegiert, glaub es einfach!

Feministische Argumentationsformen (1): "Sexobjekt"

In einer Folge der „Simpsons“ verliert Homer seine geliebte Marge an einen feministisch inspirierten Professor. Homer vergeht vor Liebeskummer und schreibt seiner Marge einen Brief, in dem es heißt:

„I miss you.“

Der Feminist und neue Freund erklärt daraufhin der jungen Frau, dass das ganz und gar nicht schmeichelhaft ist, da sie in diesem Satz zum Objekt degradiert würde:

„In diesem Text bist Du das Objekt, er macht dich zu seinem Objekt!“

Damit hat er Recht, zeigt aber gleichzeitig auf, dass Objekt-Sein nichts schlimmes ist. Wir alle sind Objekte, mal in dieser, mal in jener Hinsicht.

Wenn ich jemanden liebe, ist diese Person das Objekt meiner Liebe. Wenn jetzt aber jemand behaupten würde, ich würde meine Liebe zum „Objekt“ degradieren, zum „Liebesobjekt“, wäre klar, dass er nicht viel von Liebe hält, sie nicht wertschätzt. Damit aber stände er allein auf weiter Flur. Die Liebe ist unserer Kultur nämlich hochgeschätzt, nicht nur in unzähligen Pop-Songs immer wieder besungen, sondern auch das Leitmotiv in genauso vielen Romanen, Stücken und Überlieferungen. Die Liebe wird wertgeschätzt.

Anders der Sex. Feministinnen klagen häufig darüber, dass Frauen zum „Sex-Objekt“ abgewertet würden. Das erste, was dabei auffällt, ist, dass diese Anklage häufig von Frauen kommt, die selbst nicht das Geringste zum Sexobjekt mitbringen. Und weiter: Wenn Du in verschiedenen feministischen Blogs recherchierst, wirst Du schnell feststellen, dass „Sex“ stets im negativen Kontext gehandelt wird. Es wird nicht darüber geschrieben, wie lustvoll es sein kann, Sex mit einem Mann zu haben, sondern in der Regel über die Unfälle in Sachen Sexualität: Sexuelle Belästigung und Gewalt, also Vergewaltigung. Feministinnen denken beim Stichwort „Sex“ nicht an das Kamasutra, sondern an Vergewaltigung.

Davon abgesehen ließe sich also einwenden: Warum abgewertet? Ist es nicht schön und begehrenswert, wenn man schön und begehrenswert ist? Fühlt sich eine Frau nicht vielmehr auf- als abgewertet, wenn man ihr ein Kompliment über ihre Schönheit macht?

Ein solches Kompliment kommt in der Regel vom Mann. Und das könnte ein Problem für Männerfeinde sein: Eine Frau, der es nicht egal ist, wie sie auf Männer wirkt, die gerne schön ist auch für Männer.

Und damit kommen wir zum nächsten Punkt: Nämlich die Eigenschaft des weiblichen Geschlechts, sich selbst zum „Sexobjekt“ zu machen. Sorry, aber die Eigenarten der männlichen Sexualität sind allgemein bekannt: Jede Frau, die mit tiefausgeschnittenem Dekolleté unterwegs ist, weiß ganz genau, was sie macht. Dazu behaupten FeministInnen, dass sich „frau“ eher für sich selbst und nicht für Männer rausputzen würde. Hier ist wohl der Wunsch Vater des Gedanken, Frau Birgit Kelle merkte dazu spöttisch an, dass es ja auch so oft vorkomme, dass sich frau stundenlang vor dem Spiegel zurecht machen würde, um anschließend allein einen Videoabend zu verbringen. Aber sicher doch!

Frauen sind auch Sexobjekte, und somit ist ihre Darstellung als solche auch unproblematisch. Über die Darstellung von Männern auch als Sexobjekte empört sich ja auch niemand. Feindselige Propaganda arbeitet ganz anders, als das die Angefeindeten als schön und begehrenswert dargestellt werden: Sie werden als hässlich dargestellt. Femischisten beschäftigt was ganz anderes: Ihre vor Männerhass triefenden Ideologie zufolge, sollen sich Frauen von Männern abwenden: „Eine Frau ohne Mann ist wie ein Fisch ohne Fahrrad“. Frauen sollen sich einen Dreck dafür interessieren, ob sie von Männern für schön oder hässlich gehalten werden, sie sollen den „Feind“ gänzlich aus ihrem Leben raushalten. Das Problem liegt also nicht bei der Frau, die sich gerne als sexy abbilden lässt, oder bei Männern, die sie schön finden, sondern in der überspannten Interpretation der Männerfeindin, die ein Problem damit hat, dass es Frauen gibt, die gerne schön und begehrenswert sind.

Von Frauen für Menschen

Frauen, die sich für Männer stark machen:

– Christine Bauer-Jelinek: Der falsche Feind, Schuld sind nicht die Männer (Leseprobe)

– Esther Vilar: Der dressierte Mann (Interview)

– Dr. Karin Jäckel: Der gebrauchte Mann (Website)

Seltener Fall einer Kuckucksmutter

Gegen Kuckucksväter wird gerne die ganze große Moralkeule geschwungen: Die Biologie sei doch unwichtig, es käme auf die soziale Vaterschaft an; beispielhaft hierzu:

Es scheint ganz so, als spielen Gene und Geld eine größere Rolle als Liebe und Verantwortung für das Kind, das selber ja vollkommen unschuldig ist. Für die Kinder ist das in jedem Fall fatal. Sie verlieren von einem Tag zum anderen ihren Vater. Und der leibliche ist ja sowieso nicht da.

Jetzt gibt es bekanntlich nichts, was es nicht gibt, und so berichtet die „Huffington Post“ über im Krankenhaus vertauschte Kinder, was zur Folge hatte, dass die Mutter nicht die biologische ist. Über diesen seelischen Schmerz verklagt man jetzt die Klinik:

Sie verlangen über zwölf Millionen Euro Schadensersatz.

Hier findet man den vollständigen Artikel.

Kemper: "Die Maskulisten"

Derzeit lese ich:

„Die Maskulisten“ von einem Feministen, Andreas Kemper (Hg.)

Im Klappentext zu diesem Buch – in welchem seriöse und unseriöse Feminismuskritiker in eine Schublade gesteckt werden – heißt es, dass hier „aktuelle Forschungsergebnisse zum Maskulismus“ vereint werden würden. „Forschungsergebnisse“ also – das suggeriert wissenschaftliche Seriösität. Und wenn man dann ins Inhaltsverzeichnis guckt, dann hat man sie (fast) alle beisammen: Thomas Gesterkamp, Isolde Aigner, Hinrich Rosenbrock und Robert Claus – mit anderen Worten: Von wissenschaftlicher Seriosität kann hier mit keiner Silbe die Rede sein.

Gleich zu Beginn schreibt Kemper in diesem Buch, er sei durch den Artikel „Maskulismus“ in der Wikipedia irritiert worden. Er fantasiert eine Dominanz von Feminismus-Kritikern in dieser Online-Enzyklopädie. Als aber der Artikel „Maskulismus“ noch existierte – inzwischen wurde er von Feministinnen, die dort die Macht innehaben, gelöscht – wurde dort nur gesagt, dass nach Ansicht von Maskulisten Männer, die Notlagen ausgesetzt seien, diese – genau wie Frauen – ein Recht auf Unterstützung hätten und nannte anschließend ein paar Beispiele für solche Notlagen. Das alles war in den Augen Kempers: „Propaganda“, gegen die er – sehr erfolgreich! – vorging.

Im gesamten Buch vermeidet es man sorgfältig, auf die wichtigsten Fürsprecher von Männern einzugehen. Jene Männerrechtler, die mit ihrem guten Namen für ihre Sache einstehen, werden geschnitten; viel lieber zitiert man ausführlich anonyme Pöbler, bevorzugt aus dem rechten Rand des Maskulismus, um dann die ganze Männerbewegung als „rechts“ zu präsentieren. Linke Kommentatoren hingegen wie „Crumar“, „djadmoros“ oder „Leszek“ werden unsichtbar gemacht. Dazu passend muss auch die Frage gestellt werden, warum die größte deutsche Männerrechtsplattform „Alles Evolution“ nicht erwähnt wird. Die Antwort lautet: Weil sich hier Männerrechtler nicht als „rechts“ verleumden lassen denn eine links-liberale Strömung hat hier klar die Oberhand.

Ein gutes Beispiel für den demagogischen und manipulativen Umgang mit Männernrechtlern liefert Jörg Rupp über Arne Hoffmann: Auf Seite 25-26 schreibt Rupp über den Männerrechtler, an dem keiner vorbei kann, der über die deutsche Männerbewegung dozieren will:

Seine schärfste Knrikerin, Maya Bruss, zu widerlegen, gelang ihm nie. Das Trauma sitzt so tief, dass er sie bis heute als »Internetfeministin« erwähnen muss…

Es fehlt jede Quellenangabe, und das muss verwundern. Wenn hier eine solch kompetente Kritik vorgetragen wurde, warum führt man diese nicht an oder nennt zumindest eine Quelle? Machen Sie doch mal den Test, und suchen spaßeshalber nach „Maya Bruss & Arne Hoffmann“. Nix und Null.

Weiter heißt es:

Dabei belegt  er die von ihm zitierten Studien praktisch nie,…

Dieser Satz ist an Sinnlosigkeit kaum zu überbieten; „zitierte Studien“ sind die Belege und nicht zu belegen – inwiefern soll man eine Studie, die man als Beleg anführt, noch mal selbst belegen?

Weiterhin heißt es dann schließlich mit einem Pseudozitat:

[Arne Hoffmann]… zieht dabei andere, ihm missliebige Studien ins Lächerliche: »Auch mir einer
Bemerkung wie >Deine Frisur sitze aber heute nicht sonderlich gut< könnten
Männer Frauen zielsicher am Boden zerstören.«
Der Spott, den er auch bei
Debatten um Frauenbibliotheken, die es ihm besonders angetan hatten, fort-
setzte, waren und sind für ihn [Arne Hoffmann] wichtiges Mittel der Auseinandersetzung.

Auch hier fehlt jede Quellenangabe. Allerdings liegt mir das Buch „Sind Frauen bessere Menschen?“ als E-Book vor. Also gebe ich einfach mal „Frisur“ in die Suchmaske ein, und: Treffer!

Der vollständige Absatz, aus welchem das Zitat aus dem Kontext herausgerissen wurde, lautet:

Eine auch in anderen Bereichen (nämlich Belästigung und Vergewaltigung)
beliebte Technik, um höhere Zahlen weiblicher Opfer zu erhalten, ist, leichte
und schwere Fälle in ziemlich dreister Weise zusammenzuschmeißen. In
einer Telefonumfrage etwa gaben 34 Prozent aller Frauen an, dass ihr Partner
sie im Verlauf der letzten Monate beschimpft hatte oder dass er eine Auseinandersetzung
beendet hatte, indem er wütend aus dem Raum gestürmt
wäre. Zwei Prozent der Befragten wurden körperlich angegriffen. Es gab auch
Frauen, die regelrecht zusammengeschlagen, gewürgt oder mit einer Waffe
bedroht wurden, aber diese Zahl bewegte sich im Promillebereich. Mit einer
eleganten Formulierung kann man solche Auskünfte leicht zu einem nationalen
Skandal hochpuschen, etwa indem man zusammenfasst: Ȇber 34 Prozent
aller Frauen wurden Opfer häuslicher Gewalt. Zum Beispiel werden sie
gewürgt, zusammengeschlagen oder mit einer Waffe bedroht…« Rein formal
ist diese Darstellung richtig, von der Aussagewirkung her aber die reinste
Gräuelpropaganda. Auch Constanze Elsner führt in einer Checkliste, anhand derer Leserinnen ihre eigene Situation einschätzen sollen, folgende
Punkte als Zeichen häuslicher Gewalt an: »Er kritisierte Sie«; »Er warf
Ihnen böse, wütende Blicke zu«; »Er beendete eine Diskussion mit Ihnen, indem
er einfach eine Entscheidung fällte.« Auch mit einer Bemerkung wie
»Deine Frisur sitzt aber heute nicht sonderlich gut« könnten Männer Frauen
zielsicher am Boden zerstören. Diese Ausweitung des Gewaltbegriffes
ist mehr als der ideologische Amoklauf einer einzelnen Autorin, sie
ist offizielle Politik unserer Bundesregierung. »Gewalt gegen Frauen ist das,
was Frauen als Gewalt empfinden«, verkündet Ministerin Bergmanns Broschüre
»Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter«

Das ist also die Qualität der Argumente von Antimaskulisten. Die Frage ist, ob diese Demagogie aufgeht. Bei manchen sicherlich, bei anderen nicht. So schreibt eine Rezensentin bei Amazon, die etwas über diese „Maskulisten“ erfahren wollte, sichtlich enttäuscht, wenn nicht erbost:

Man hat sich weniger um eine objektive Auseinandersetzung mit diesen Leuten bemüht (also eine umfassenden Analyse deren Positionen – und zwar sowohl pro als auch contra), als vielmehr gezielt nach Dingen gesucht, die die offensichtlich bereits vorhandene, grundlegende Ablehnung dieser Ansichten untermauern.