Zwischen Wut, Hass und Diplomatie

maddes8cht schreibt:

Ein bisschen hat mich deshalb der Anfang der Diskussion gestört, in dem Uepsilonniks sehr konfrontativ aufgetreten ist, denn sie haben sich tatsächlich um eine sachliche Diskussion bemüht.

Hierbei hat sich maddes8cht vermutlich auch mir gegenüber diplomatisch ausgedrückt. Vermutlich hätte er mir lieber gesagt, dass ich einfach mal meine Klappe halten sollte, in einer Situation, wo man vielleicht Verbündete gewinnen könne.

Bevor ich mich auf den Aspekt der Diplomatie konzentriere, möchte ich meine Wut ansprechen.

Wobei „Wut“ untertrieben ist, ehrlich gesagt: Es geht um Hass.

Den Hass kennengelernt habe ich, als sich Feministinnen mal wieder eine neue Boshaftigkeit ausdachten und über die „Male Tears“, die „Männertränen“ höhnten:

Geplante Bildunterschrift: „Ich will in ihrem Blut baden“, aber davon nehme ich Abstand.

Ich hatte mich zu dem Zeitpunkt schon mit männlichen Notlagen beschäftigt, und als ich mit dieser neuen feministischen Welle konfrontiert sah, brannten mir sämtliche Sicherungen durch – da lernte ich, was Hass ist.

Mit anderen Worten: Wenn sich Feministinnen darüber beschweren, mit Hass konfrontiert zu sein: Woran liegt das? Alice Schwarzer sprach von einem „begründeten Hass“. Steht mir nicht dasselbe Recht zu? Kann es vielleicht sein, dass der Hass, der Feministinnen entgegenschlägt, seine Ursachen bei ihnen selbst hat? Was erwarten Feministinnen, die sich am männlichen Leid erfreuen? Dass man ihnen daraufhin mit Liebe und Verständnis begegnet? Im Ernst? Tatsächlich scheinen sie genau das anzunehmen.

Der Blogger Hadmut Danisch hält ebenfalls wenig von Diplomatie. Er schreibt (wenn auch in einem anderen Kontext):

Dabei sind sie an dem Shitstorm selbst schuld: Inhaltliche Kritik kapieren die ja nicht, prallt ja an denen völlig ab. […] Beleidigung ist das einzige, was durch deren Wahrnehmungsfilter noch durchdringt, was noch in deren erbärmlich niedriger Auffassungsgabe ankommt. Aus der Bandbreite der Kritik von 0 bis 100 verstehen sie mangels Intelligenz nur den Bereich 0 bis 5 und beschweren sich dann über Shitstorm. Das ist, wie wenn der Blinde sich beschwert, dass ihm die Ampel zu einfarbig ist

Sprich: Nur mit groben Worten kann man noch am Diskurs teilnehmen.

Nur: Damit – und dort gebe ich maddes8cht vollkommen Recht – verschreckt man alle möglichen Verbündeten – besonders Frauen. Auf der anderen Seite: Kann man einer Frau überhaupt eine unangenehme Wahrheit, oder sagen wir: „Meinung“, wie zum Beispiel, dass das eigentlich privilegierte Geschlecht die Frau ist, schonend beibringen?

Welche Chance hat der Unterdrückte gegenüber dem Unterdrückenden, wenn er sich allein auf die Diplomatie verlässt? Frau Schwarzer kennt die Antwort, sollten wir uns an ihr ein Beispiel nehmen?

Nein.

Es gibt viele Frauen, die um Fairness gegenüber Männern bemüht sind. Astrid von Friesen. Karin Jäckel. Wendy McElroy und viele weitere, die die reale Boshaftigkeit gegen Männer anprangern.

Und wenn ich in einem Disput auf eine Frau wie z.B. Andrea treffe, halte ich inne und frage mich, was ich da eigentlich tue. Ich wäre traurig, wenn ich ihr vor den Kopf stoße. Auf der anderen Seite aber müssen ein paar Wahrheiten, die den Frauen nicht allzu gut zu Gesicht stehen, einfach mal ausgesprochen werden.

Diplomatie? Ja!

Konfrontation? Ebenfalls: Ja!

Advertisements

11 Gedanken zu „Zwischen Wut, Hass und Diplomatie

  1. jungsundmaedchen

    „Sprich: Nur mit groben Worten kann man noch am Diskurs teilnehmen. Nur: Damit – und dort gebe ich maddes8cht vollkommen Recht – verschreckt man alle möglichen Verbündeten – besonders Frauen. Auf der anderen Seite: Kann man einer Frau überhaupt eine unangenehme Wahrheit, oder sagen wir: „Meinung“, wie zum Beispiel, dass das eigentlich privilegierte Geschlecht die Frau ist, schonend beibringen?“

    Das ist in interessanter Punkt, der in der maskulistischen blogosphäre immer wieder diskutiert wird. Das Problem scheint zu sein, daß man bei Diskussionen in der Öffentlichkeit des Internets immer damit rechnen muß, daß mögliche Sympathisanten, die sich noch gar nicht auskennen, durch einen rüden Ton abgeschreckt werden. Insofern hat es erst mal den Anschein, als gäbe es keine Alternative zur strikten Mäßigung zu jedem Zeitpunk.

    Diesem Standpunkt gebe ich insofern Recht, als sich niemand, der ernsthaftes Interesse an der mskulistischen Sache hat, durchs Netz klickt, um sich die persönlichen Wutausbrüche oder den Frust von Männern anzuhören. Solche – verständlichen – Ausbrüche kann man auch in privater Atmosphäre rauslassen.

    Was jedoch ziemlich ungünstig an dieser Mahnung zur Mäßigung auswirkt, ist die Tatsache, daß Mäßigung auch so verstanden werden kann, daß sie rethorische Mittel verbietet, die Dramatik bestimmter Sachverhalte oder Ereignisse zu schildern. Zweitens kann sie so verstanden werden, daß sie es verbietet, sich gegen feministische Tiefschläge zu wehren. Ich denke, beides ist falsch.

    Darüberhinaus habe ich die Erfahrung gemacht, daß man Frauen sehr wohl harte Worte, Bitterkeit, Ironie oder verletzenden Spott zumuten kann, wenn man sie entsprechend vorbereitet und eine längere Diskussion bietet dazu manhmal schon Gelegenheit. Das ist das auch für still mitlesende newbies verständlich und man braucht sich eines Emotionsausbrauchs nicht zu schämen, wenn man gezeigt hat, wie berechtigt er ist.

    Leider stößt mein Standpunkt bei einigen bloggern immer wieder auf völlige Begriffsstutzigkeit.

    Gefällt mir

    Antwort
  2. mitm

    Der Begriff „grobe Worte“ ist zu unscharf.
    Meistens werden darunter explizite Beleidigungen und ähnlich nicht sachbezogene verbale Ausfälle verstanden („Mimimi“, „Sie haben keine Ahnung“ und ähnliche Provokationen). Ich bezeichne das als Unhöflichkeit. Ich habe mich schon länger zum Thema Höflichkeit klar positioniert: Höflichkeit ist unverzichtbar. Diplomatie ist etwas mehr, der Nutzen von Diplomatie ist für mich nur ein sekundärer Effekt, wenn auch erwünscht.

    Keine Unhöflichkeit sind sachlich begründete Aussagen wie „Die Frauenquote, die Sie hier fordern, ist mMn eindeutig verfassungswidrig bzw. -feindlich“. Das kann man auch als „grobe Worte“ ansehen, weil man den Diskussionsgegner einer schweren Straftat bezichtigt, und es ist mit Sicherheit undiplomatisch. Oft wird genauso darauf reagiert wie auf eine persönliche Beleidigung, dann sollte man am ehesten die Diskussion abbrechen. Manchmal kommt es nach so einem Schuß vor den Bug aber zu einer ernsthaften Sachdiskussion, aber nur, wenn man ohne Gesichtsverlust und erhobenen Hauptes aus der Diskussion herausgehen kann. Wenn man vorher mit Unhöflichkeiten die Stimmung vermiest hat, geht das nicht mehr.

    In vieler Hinsicht scheint mir dies auch der Standpunkt von Elmar Diederichs zu sein. Wir unterscheiden uns vermutlich darin, daß ich auf Provokationen mit Abbruch der Debatte reagiere, während Elmar eher mit gleicher Münze zurückgeben würde, soweit ich ihn verstehe.

    In einer Debatte zuzugeben, daß man irgendetwas nicht wußte oder falsch eingeschätzt hat, ist übrigens kein Gesichtsverlust, sondern man stellt sich als lernfähig dar (und sollte es tatsächlich sein).

    Gefällt mir

    Antwort
  3. jungsundmaedchen

    mitm

    „In vieler Hinsicht scheint mir dies auch der Standpunkt von Elmar Diederichs zu sein. Wir unterscheiden uns vermutlich darin, daß ich auf Provokationen mit Abbruch der Debatte reagiere, während Elmar eher mit gleicher Münze zurückgeben würde, soweit ich ihn verstehe.“

    Das trifft den Punkt meiner Ansicht nach schon ziemlich gut – wobei ich allerdings versuchen würde, zu differenzieren: Je stärker die Öffentlichkeitswirksamkeit eines Medium ist, desto eiserner würde ich an Höflichkeit festhalten – wobei man natürlich auch in höflicher Form schneidend scharf sein kann. Und je detaillierter und entwickelter eine Diskussion ist, desto „familiärer“ kann man sich ausdrücken – als grobe Abschätzung.

    Denn neben dem Aspekt der medialen Präsenz gibt es natürlich auch die Tatsache, daß einige Feministen kein Problem damit haben, zu lügen, zu diffamieren oder beleidigen. Dagegen darf man sich wehren und zwar auch in der Öffentlichkeit. Ob eine Retourkutsche die passende Reaktion ist, wage ich aber zu bezweifeln. Doch es gibt natürlich auch andere rhetorische Mittel, die man Feministen durchaus zumuten kann.

    Rhetorisch geschickte Beleidigungen hat Gysi drauf … ok, inzwischen wird er altersmilde, aber früher war der super – und genau aus diesem Grund in allen talkshows dabei. Man muß nicht öde, langweilg und weichgespült werden, selbst wenn man die Etikette einhält.

    Doch leider wird das in der maskulistischen blogossphäre oft gleichgesetzt.

    Gefällt mir

    Antwort
  4. uepsilonniks

    Also bei mir ist es so, dass ich mich nicht bewusst dazu entscheide, jetzt provozierend oder beleidigend aufzutreten. Es ist vielmehr so, dass mich in diesem Augenblick meine Emotionen im Griff haben. Dass ich ganz bewusst, also aus einer rationalen Überlegung heraus ausfallend wurde, ist mir noch nie passiert – jedesmal Affekt.
    Das letzte Mal, als mir eine Feministin ein „male-tears“-Bild zusandte und ich sie daraufhin mit einer Nazi verglich.

    Gefällt mir

    Antwort
  5. uepsilonniks

    Ich versteh schon, aber vielleicht ist das die vorteilhaftere Strategie?

    Wem gegenüber? Doch nur bei solchen, die man sowieso schon auf seiner Seite hat. Bei allen anderen hingegen bestätigt man nur das Vorurteil des „Maskutrolls“.

    Gefällt mir

    Antwort
  6. jungsundmaedchen

    uepsilonniks

    Meiner Meinung nach besteht der wesentlichste Vorteil darin, Leute, die von Maskulismus bisher nur gehört haben, daß sie Nazis sind und Frauenfeinde, vom Gegenteil zu überzeugen – von der großen Anzahl völlig Ahnungsloser ganz zu schweigen.

    Der Unterschied zum Feminismus ist gerade der: Feministen müssen nicht mehr jeden Einzelnen mit Argumenten individuell überzeugen, denn sie können auf den Einzelnen deshalb scheissen, weil sie ihre Forderungen ohne Begründung auch so durchsetzen können. Was natürlich nur dadurch möglich ist, daß sie bereits die politischen und gesellschaftlichen Machtpositionen besetzt haben.

    Für Maskulisten gilt das nicht – im Gegenteil. Wir gelten als Spinner und dieses Vorurteil abzubauen, sollte unser erstes Ziel sein.

    Maskutroll-Krakeler mögen davon vordergründig profitieren. Doch das scheint mir das kleinere Übel zu sein.

    Gefällt mir

    Antwort
  7. mitm

    Gysi ist wirklich ein glänzender Rhetoriker (meistens, wenn ich ihn sah). Kann man sich als Beispiel nehmen.

    „… einige Feministen kein Problem damit haben, zu lügen, zu diffamieren oder beleidigen“

    In gewisser Hinsicht das beste, was einem passieren kann, denn so jemand demontiert sich nur selbst (im Internet sozusagen vor laufender Kamera) und liefert einem gratis Schwachpunkte. Allerdings habe ist mir i.d.R. die Zeit zu schade, mich mit so jemandem herumzuschlagen.

    Es gibt aber auch andere Feministinnen, mit denen Diskussionen Sinn haben bzw. interessant sein können, weil man nicht den Eindruck hat, vor eine Wand zu reden und der Debattengegner irgendwie lernfähig und -bereit ist (muß man umgekehrt natürlich auch sein).
    Um es an einem positiven Beispiel zu veranschaulichen: in der Diskussion im opinion-club, die Auslöser dieses Blogposts war, hat mich die „Zaunkoenigin“ sehr positiv beeindruckt – durchweg sehr höflich (!), obwohl sie tw. provoziert wurde, inhaltlich nicht immer meine Sichtweise, aber auch kein grober Unsinn. Daß man verschiedene Sichtweisen hat, ist aber Grundvoraussetzung von Debatten – andernfalls bräuchte man keine. Am konstruktivsten finde ich noch Debatten, in denen herausgearbeitet wird, wo sich die Realitätswahrnehmung oder Theorien unterscheiden und wie valide diese Wahrnehmungen / Theorien sind. Da kann jeder herausgehen und darüber nachdenken, wie er die Schwächen seines Standpunkts behebt, also letztlich daraus lernen.

    Gefällt mir

    Antwort
  8. Wolle Pelz

    Auch unsere Lieblingsfeministin Jasna Strick hat etwas von „Male Tears“ geschwafelt. Deutsche Feministen – männlich und weiblich – klauen aber gerne bei ihren Vorbildern, den amerikanischen Feministen.

    „Männertränen sind mein Gummibärensaft.“
    https://twitter.com/Tugendfurie/status/387517411332591618

    Ich kenne die Gummibären-Zeichentrickserie noch. Da war der Gummibärensaft etwas, das besondere Kräfte verliehen hat. Den Rest kann man sich zusammen reimen.

    NICHT-Feminist hat Dich in die Blogübersicht aufgenommen.
    Wir haben etwas geschlafen. 😉

    http://nicht-feminist.de/maennliche-blogs/

    Gefällt mir

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s