Warum Grenzüberschreitungen notwendig sind

Die feministische Anklage gegen PickUp lautet häufig, dass diese Schule lehren würde, „Grenzen zu überschreiten“, also „übergriffig“ wäre.

Ein gutes Beispiel hierfür liefert die Feministin Onyx, die Bezug nimmt auf einen Artikel, welcher die Unsicherheit der Männer thematisiert. Auch hier ist die Rede davon, dass „Grenzen überschritten“ werden:

«Der Mann muss die Frau nehmen und in sie eindringen wollen. Das ist mit sexueller Selbstsicherheit verbunden. Es gibt aber Männer, die das aus lauter Nettigkeit nicht können. Sie befürchten, der Frau weh zu tun und Grenzen zu überschreiten.» (Hervorhebung von mir)

Dies wird von Onyx so kommentiert:

Schrecklich! Wie unmännlich, der Partnerin nicht weh tun zu wollen und ihre Grenzen zu respektieren! (Hervorhebung von mir)

Mit anderen Worten: Männer zeigen ihren Respekt dadurch, dass sie keine Grenzen überschreiten. Leuchtet erst mal sofort ein, hat aber bis zum Ende gedacht die Folge, dass Frauen und Männer überhaupt nicht mehr zusammenkommen. Denn es ist so:

Jede Annäherung bedeutet Grenzüberschreitung

Wenn ich auf eine Frau zugehe, überschreite ich automatisch Grenzen: Die 5-Meter-Grenze, die 3-Meter-Grenze und schließlich die Grenze, die auf der einen Seite „Nicht-Sprechen“ und auf der anderen Seite „Sprechen“ bedeutet. Auch der Zustand „Nicht-Angucken“ zu „Angucken“ stellt eine Grenzüberschreitung dar: das eine ist ferner, das andere näher, also eine Grenzüberschreitung. Der beste Beweis hierfür ist die hysterische Debatte über „sexuelle Belästigung“, in der einige feministische Sensibelchen selbst beklagten, dass Männer gucken würden – zum Beispiel auf den Hintern.

Das heißt: wenn man PickUp betreibt muss man automatisch Grenzen überschreiten. Hier spielen zwei weitere Aspekte mit hinein: Ersten die Art, wie die Grenze überschritten wird, also zum Beispiel respektvoll oder respektlos; und zweitens die Art, wie die Grenzüberschreitung interpretiert wird.

Eine Grenzüberschreitung – also Annäherung – kann willkommen oder unwillkommen sein – was von den unterschiedlichsten Faktoren abhängt. In früheren Zeiten konnte eine Frau auf eine Annäherung mit Zustimmung oder Ablehnung reagieren. Heute kann sie ihn zusätzlich wegen sexueller Belästigung verklagen und #Aufschreien.

Als Pick-Up-Artist muss man sich halt in Empathie üben, dass heißt die Fähigkeit schulen, mit der man erkennen kann, wann eine weitere Annäherung willkommen ist, und wann nicht. Da Männer aber keine Telepathen sind, muss man das Risiko eingehen, eine Annäherung zu früh zu unternehmen.

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5 Gedanken zu „Warum Grenzüberschreitungen notwendig sind

  1. quellwerk

    „Der Mann muss die Frau nehmen und in sie eindringen wollen.
    Sie befürchten, der Frau weh zu tun und Grenzen zu überschreiten“

    Darauf könnte eine lesbische Feministin antworten:

    a. Nein, der Mann muss die Frau nicht nehmen (das kann Frau selbst).
    b. Nein, er muss nicht wollen, in sie einzudringen (dafür gibt es Dildos).

    Wenn sie aber als nicht-lesbisch rüberkommen möchte, formuliert sie es anders:

    „Schrecklich! Wie unmännlich, der Partnerin nicht weh tun zu wollen und ihre Grenzen zu respektieren!“

    Hier schlüpft sie in die Rolle der Gouvernante mit dem moralischen Zeigefinger: „Männer sollen Frauen wie Damen behandeln“ und bricht sie satirisch: „Schrecklich, so etwas von Männern zu erwarten!“. Sie geht nicht auf die Ambivalenz der Grenzüberschreitung ein, sieht ihn nicht als zu meisternden Drahtseilakt. Im Gegenteil: als Lesbin ist ihr diese Erfahrung fremd. Männer sollen sich ganz zurückhalten: dann klappt es auch mit dem Respekt vor der Grenze. Lesbenlogik.

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  2. Christian

    Ja, Flirten hat letztendlich das Ziel gewisse Grenzen zu überwinden. Im Feminismus wird man da vielleicht sagen, dass man sie eben nicht überwinden, sondern einvernehmlich erweitern muss.
    Das habe ich auch lange gedacht, aber dann die Erfahrung gemacht, dass die allermeisten Frauen da durchaus andere Vorstellungen haben: Sie wollen, dass der Mann den Schritt macht, natürlich nicht in überzogener Weise, zB gleich an die Brüste, aber sie mögen charmant freche Männer und Männer, die sich in der Hinsicht etwas trauen sehr viel lieber als Männer, die passiv warten, ob die Frau deutlich macht, dass sie mehr will.
    Ich habe hier mal was dazu geschrieben:
    https://allesevolution.wordpress.com/2010/11/24/nein-heist-nein-der-groste-gegner-sind-frauen/

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  3. emannzer

    Habe deinen Beitrag mal hier verlinkt, da er gut zum Thema passte:

    https://emannzer.wordpress.com/2015/02/17/die-frau-an-sich/

    Falls mir mein Blog gefallen sollte (deswegen habe ich aber nicht verlinkt), dann freue ich mich auf eine Aufnahme in deine Blog-Roll.

    Einen guten Start dir – und viel Durchhaltevermögen, so als Tipp, denn es ist nicht einfach, kontinuierlich Beiträge zu schreiben und im Zyklus dieser zu bleiben.

    Alles Gute vom Emannzer

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