Definitionsmacht im Bereich "Sexuelle Belästigung"

„Definitionsmacht“ ist im Feminismus ein (übles) Thema für sich, ich werde darauf noch mal eingehen. Hier soll es allein um die Definitionsmacht im Bereich „Sexuelle Belästigung“ gehen, wie sie im folgenden feministischen Slogan festgeschrieben wird:

„Sexuelle Belästigung ist, was das Opfer als sexuelle Belästigung empfindet“

Das heißt, nicht die Handlung sondern eben das Empfinden des „Opfers“, also der Frau bestimmt darüber, ob die Handlung strafwürdig ist oder nicht. Das bedeutet, ein- und dieselbe Handlung ist mal strafwürdig, mal nicht. Ein- und derselbe Anmachspruch ist, je nach Absender und Adressatin mal sexuelle Belästigung, mal nicht. Wenn ein George Clooney was sagt, ist das anders zu werten als wenn es ein Niemand äußert. Hat sie gerade gute Laune, oder ist sexuell aufgeschlossen, geht eine Anmache in Ordnung; verhält es sich anders, kann sie den „Rüpel“ wegen sexueller Belästigung verklagen. Damit hält Willkür in die Gesellschaft Einzug – für einen Rechtsstaat untragbar, aber ein Rechtsstaat ist nach der Meinung prominenter Feministinnen sowieso nur der „Rotz weißer Männer“ – zumindest dann, wenn er auch mal Männern nützt.

Da Feministinnen sehr mächtig sind, hat das Folgen. In den USA etwa konnten mehrere blöde Kühe Millionenbeträge wegen sexueller Belästigung erklagen. Da lohnt es sich doch, Feministin zu sein.

Warren Farrell: „Mythos Männermacht“

Wer jetzt glaubt, dass diese blöden Kühe einen großartigen Sieg für Frauen errungen haben, der irrt. Es ist so, dass ein erheblicher Anteil – um ein Drittel – der Eheschließungen auf Kennenlernen am Arbeitsplatz zurückzuführen ist. In den USA ist es aber inzwischen so, dass bei vielen Konzernen die Beziehungen von Angestellten untereinander verboten sind. Auf diese Weise wollen sich die Unternehmen vor Millionenklagen schützen – ich persönlich bezweifle, dass Frauen damit glücklich sind, und ist desweiteren ein gutes Beispiel dafür, wie Feministinnen die Geschlechterbeziehung vergiften.

Diese Definitionsmacht bringt aber auch ein Problem für Feministinnen mit sich: Nämlich wenn eine andere Frau anderer Meinung ist, also anders definiert. Diese Klage ist oft zu hören: Dass viele Frauen nicht solidarisch mit den „Opfern“ sind und Sätze äußern wie: „Jetzt stell dich nicht so an, war doch harmlos!“. Eine Frau Birgit Kelle sieht ein – zugegebenermaßen mangelhaftes – Dirndl-Kompliment mit anderen Augen als eine Journalistin, die daraus eine nationale Skandalstory macht, und schreibt gleich ein ganzes Buch gegen den feministischen Wahn: „Dann mach doch die Bluse zu“. Gut, das kann man vernächlässigen, da es eben nicht um Sicht anderer Frauen geht, die die ganze Sache lockerer betrachten, sondern allein um die Sicht des eingebildeten Opfers.

Ein weiteres Beispiel:

Hier werden akzeptable Handlungen mit inakzeptablen Handlungen in einen Topf geworfen – letztlich ist man(n) immer potentiell angeklagt, egal wie man steht, guckt oder redet: Das „Opfer“ bestimmt, wann eine Handlung einen Übergriff darstellt, und wann nicht. Nur dass bestimmte, genannte Handlungen durchaus willkommen sein können, denn ein – erster Punkt der Liste – „Kommentare über das Aussehen“ ist häufig ein Kompliment und wird dann auch von vielen Frauen erfreut und geschmeichelt entgegengenommen.

Gut, bevor jetzt die naheliegende Frage kommt: Bestimmte Anmachsprüche sind zwar im Club oder der Bar akzeptabel, nicht aber am Arbeitsplatz zum Beispiel. Ich traue meinen Lesern aber zu, dass sie selbst in der Lage sind, diese Unterscheidung zu treffen.

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