Feministische Argumentationsformen (1): "Sexobjekt"

In einer Folge der „Simpsons“ verliert Homer seine geliebte Marge an einen feministisch inspirierten Professor. Homer vergeht vor Liebeskummer und schreibt seiner Marge einen Brief, in dem es heißt:

„I miss you.“

Der Feminist und neue Freund erklärt daraufhin der jungen Frau, dass das ganz und gar nicht schmeichelhaft ist, da sie in diesem Satz zum Objekt degradiert würde:

„In diesem Text bist Du das Objekt, er macht dich zu seinem Objekt!“

Damit hat er Recht, zeigt aber gleichzeitig auf, dass Objekt-Sein nichts schlimmes ist. Wir alle sind Objekte, mal in dieser, mal in jener Hinsicht.

Wenn ich jemanden liebe, ist diese Person das Objekt meiner Liebe. Wenn jetzt aber jemand behaupten würde, ich würde meine Liebe zum „Objekt“ degradieren, zum „Liebesobjekt“, wäre klar, dass er nicht viel von Liebe hält, sie nicht wertschätzt. Damit aber stände er allein auf weiter Flur. Die Liebe ist unserer Kultur nämlich hochgeschätzt, nicht nur in unzähligen Pop-Songs immer wieder besungen, sondern auch das Leitmotiv in genauso vielen Romanen, Stücken und Überlieferungen. Die Liebe wird wertgeschätzt.

Anders der Sex. Feministinnen klagen häufig darüber, dass Frauen zum „Sex-Objekt“ abgewertet würden. Das erste, was dabei auffällt, ist, dass diese Anklage häufig von Frauen kommt, die selbst nicht das Geringste zum Sexobjekt mitbringen. Und weiter: Wenn Du in verschiedenen feministischen Blogs recherchierst, wirst Du schnell feststellen, dass „Sex“ stets im negativen Kontext gehandelt wird. Es wird nicht darüber geschrieben, wie lustvoll es sein kann, Sex mit einem Mann zu haben, sondern in der Regel über die Unfälle in Sachen Sexualität: Sexuelle Belästigung und Gewalt, also Vergewaltigung. Feministinnen denken beim Stichwort „Sex“ nicht an das Kamasutra, sondern an Vergewaltigung.

Davon abgesehen ließe sich also einwenden: Warum abgewertet? Ist es nicht schön und begehrenswert, wenn man schön und begehrenswert ist? Fühlt sich eine Frau nicht vielmehr auf- als abgewertet, wenn man ihr ein Kompliment über ihre Schönheit macht?

Ein solches Kompliment kommt in der Regel vom Mann. Und das könnte ein Problem für Männerfeinde sein: Eine Frau, der es nicht egal ist, wie sie auf Männer wirkt, die gerne schön ist auch für Männer.

Und damit kommen wir zum nächsten Punkt: Nämlich die Eigenschaft des weiblichen Geschlechts, sich selbst zum „Sexobjekt“ zu machen. Sorry, aber die Eigenarten der männlichen Sexualität sind allgemein bekannt: Jede Frau, die mit tiefausgeschnittenem Dekolleté unterwegs ist, weiß ganz genau, was sie macht. Dazu behaupten FeministInnen, dass sich „frau“ eher für sich selbst und nicht für Männer rausputzen würde. Hier ist wohl der Wunsch Vater des Gedanken, Frau Birgit Kelle merkte dazu spöttisch an, dass es ja auch so oft vorkomme, dass sich frau stundenlang vor dem Spiegel zurecht machen würde, um anschließend allein einen Videoabend zu verbringen. Aber sicher doch!

Frauen sind auch Sexobjekte, und somit ist ihre Darstellung als solche auch unproblematisch. Über die Darstellung von Männern auch als Sexobjekte empört sich ja auch niemand. Feindselige Propaganda arbeitet ganz anders, als das die Angefeindeten als schön und begehrenswert dargestellt werden: Sie werden als hässlich dargestellt. Femischisten beschäftigt was ganz anderes: Ihre vor Männerhass triefenden Ideologie zufolge, sollen sich Frauen von Männern abwenden: „Eine Frau ohne Mann ist wie ein Fisch ohne Fahrrad“. Frauen sollen sich einen Dreck dafür interessieren, ob sie von Männern für schön oder hässlich gehalten werden, sie sollen den „Feind“ gänzlich aus ihrem Leben raushalten. Das Problem liegt also nicht bei der Frau, die sich gerne als sexy abbilden lässt, oder bei Männern, die sie schön finden, sondern in der überspannten Interpretation der Männerfeindin, die ein Problem damit hat, dass es Frauen gibt, die gerne schön und begehrenswert sind… für Männer.

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10 Gedanken zu „Feministische Argumentationsformen (1): "Sexobjekt"

  1. Anonym

    Als Frau kann ich sagen, dass frau sich nicht heiß anzieht, um danach NICHT von einem Mann begehrt werden zu wollen. Ich tue vieles für mich selber, wahrscheinlich sogar das meiste. Ich tue auch vieles um anderen Frauen zu gefallen. Aber wenn ich einem Mann gefallen will, dann sind die Signale eindeutig und dann möchte ich es genießen eine Frau zu sein, und ihn genießen lassen ein Mann zu sein.
    Feminismus ist unsexy, sag ich jetzt mal frei heraus, wie ich es denke, auch wenn diese Aussage unqualifiziert und unsachlich ist.

    Antwort
  2. Wolle Pelz

    FeministInnen – das ist ganz fies gegendert.

    Feministen müsste es an den meisten Stellen heißen. Da kann man mal sehen, wie sehr sich der Feminismus schon eingefressen hat.

    Feminismus möchte keine Geschlechter aufheben. Durch solche sprachlichen Konstrukte werden die Geschlechterunterschiede schon in die Sprache gebracht, wo sie nicht nötig sind.

    Antwort
  3. uepsilonniks

    Deine Kritik ist zutreffend, korrekterweise müsste es bei mir „Feministen“ und nicht „FeministInnen“ heißen.

    Ich bin ein Anhänger der geschlechtsneutralen Form, in diesem Fall aber mache ich eine Ausnahme.

    Antwort
  4. Miria

    Schade, dass du nur einmal erwähnst, dass es einen großen Unterschied zwischen Sexnegativen und Sexpositiven Feministinnen gibt!
    Es gibt viele Feministinnen, die lieben Sex und haben gerne Sex und das sogar mit Männern!

    Antwort
  5. uepsilonniks

    Nun ja, es fällt mir schwer, eine sexpositive „Feministin“ auch tatsächlich als „Feministin“ anzuerkennen. Solche Frauen laufen für mich eher unter „Humanistin“.
    Nehmen wir zum Beispiel Wendy McElroy: Die sagte mal, dass angesichts der ganzen Hetze gegen Männer „Entschuldigungen“ fällig seien; und Sorry, aber eine solche Frau mit solchen Aussagen kann ich schlicht nicht in die Schublade „Feministin“ stecken; auch dann nicht, wenn sie sich selbst so bezeichnet.

    Antwort
  6. Anonym

    Nachdem ein Freund von mir ein recht obzöses Gif einer Frau (beziehungsweise einer Frau, die in einem Panda-Anzug steckte – den sie später dann nicht mehr anhatte) als Avatar eingesetzt hatte, bemerkte ich eine gewisse Wut in mir. Ich habe es daraufhin als „sexistisch“ abgestempelt, und gesagt, dass die Frau als Sexobjekt missbraucht wird. Natürlich fanden sie, dass ich unrecht hatte.
    Danach habe ich mich mit dem Thema beschäftigt und bin auf deinen Eintrag gestoßen.
    Im Prinzip sagst du ja, dass jeder Mensch irgendwann irgendwie zu einem Objekt gemacht wird – ob zum Sexobjekt, zum Liebesobjekt,zum Arbeitsobjekt,… die Liste ist lang.
    Ich denke, dass ich dir da zustimmen muss. Dass Menschen in gewissen Kontexten zum Objekt gemacht werden, ist wohl normal und unvermeidlich. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob es wirklich nötig ist, einen Menschen ausschließlich zum Sexobjekt zu machen. Wenn ich an den Begriff Sexobjekt denke, denke ich, dass eine Person rein und ausschließlich zum Objekte seiner eigenen egoistischen Lust und Begierde wird – man sieht sich eine nackte Frau an, um sich eine herunterzuholen. In diesem Fall wird eine Frau NUR als Sexobjekt gesehen. Anders ist es, wenn man mit einer Frau zusammen ist und sie als „Liebesobjekt“ betrachtet wird, als „Zuhörer“, „Freundin“, „Kummerkasten“ – wie auch immer. Und als „Sexobjekt“ wenn man mit dieser Person Sex hat. Aber diese Situation ist anders – zumindest für mich. In diesem Fall ist der Begriff „Objekt“ weit gefächert und vielfältig – Der Mann sieht die Frau als vielerlei an und nicht NUR als Sexobjekt. Ich weiß nicht, vielleicht ärgert es mich, dass mein Freund NUR ihren Körper, ihren Sex-Appeal gesehen hat und nichts sonst (klar, wie auch). Man kann eine Frau als Sexobjekt sehen, schließlich machen wir das auch bei Männer. Aber man sollte dabei immer im Blick haben, dass mehr dahinter steckt und es… nicht übertreiben. Schließlich hänge ich auch keine Poster von nackten Männern an die Wand oder stelle Penis-Bilder als Hintergrundbild ein.
    Zum Thema schminken-um-anderen-zugefallen-oder-nicht: hm, ich finde, dass das von Person zu Person unterschiedlich ist. Aber es ist wohl eine Mischung aus beidem – bei denen, die sich schminken. Ich schätze, man schminkt sich, um sich selbst zu gefallen und man gefällt einen besser, wenn die anderen einen hübsch finden.
    Und zum Schluss: Es ist Quatsch zu sagen, dass alle Männer kaltherzig, triebgesteuert und sexbesessen sind. Das sind Vorurteile und Generalisierungen und ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

    Antwort
  7. Andi

    Das ist zwar schon ein älterer Eintrag, ich möchte aber trotzdem gerne kommentieren. Hoffentlich liest den Kommentar noch Jemand. :)
    Zur Frage, ob Feministinnen automatisch hässlich sein „müssen“ und dem Gegenargument, dass es heute auch attraktive Feministinnen gibt, habe ich mir auch schon eigene Gedanken gemacht.
    Die heutigen, attraktiven Feministinnen, sind ja bereits in der zweiten, eher dritten Generation Feministinnen.
    Das heißt, die werden schon seit Kleinkindesalter eine entsprechende feministische Gehirnwäsche durchlaufen haben. Wahrscheinlich auch viel durch die Medien.
    Die haben das dadurch so verinnerlicht, dass ein Handeln aus „Frust“ über die eigene Unattraktivität bei denen, meiner Meinung nach, ausgeschlossen werden kann.
    Deshalb muss man, finde ich, zur Beantwortung dieser Frage an die Anfänge des Feminismus gehen.
    Als es noch keine konditionierten Feministinnen gab.
    Wer hat das ganze initiiert? Gibt es dort attraktive Frauen? Man muss sich nur Alice Schwarzer anschauen, auch damals. Ohne Kommentar. Und dann aber Ihre größte Gegnerin, Esther Villar, eine bildhübsche Frau. Noch Fragen?
    Ist zwar jetzt auch vereinfacht, trifft aber doch des Pudels Kern.
    Aus diesen Zeiten kommt ja auch ein Spruch: Der Feminismus ist die Integration der hässlichen Frau in die Gesellschaft.
    Leider haben viele Menschen die unselige Eigenschaft, anderen Menschen die Freude an etwas vermiesen zu wollen, was sie selber nicht haben können.
    Also Frauen, die selber nie Sexobjekt sein werden, wollen den attraktiven Frauen vor lauter Neid die Freude daran vermiesen.
    Was auch wieder ein kleiner Hinweis darauf ist, dass der Feminismus den Frauen, zumindest den „Normalen“ mindestens so viel schadet, wie uns Männern.
    Wahrscheinlich eher mehr. Es sollten also wieder viel mehr Frauen so agieren, wie damals Esther Villar, finde ich. Dann wäre schon viel gewonnen.

    Antwort

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