Über Filter-Bubbles und Männerrechts-Strategien

Was haben Antje Schrupp, die Mädchenmannschaft und die Tagesschau gemeinsam? Sie verfolgen im Großen und Ganzem eine feministische Politik. Und was haben Diktatoren und Feministinnen gemeinsam? Sie wünschen keine offen geführte Debatte, da ein Diskurs mit offenem Ende stets zu ihrem Nachteil, einer Beschränkung ihrer Macht und Medienhoheit führen würde.

Feministische Politik hat ein wesentliches Merkmal: Männliche Opfer und weibliche Täter werden unsichtbar gemacht. Zu dem Andrizid (Massenmord an Jungen und Männern) in Srebrenica schafften es sowohl Antje Schrupp als auch die Tagesschau in ihrer Berichterstattung, das Geschlecht der Opfer unsichtbar zu machen; „die Bevölkerung“ wurde abgeschlachtet, schreibt bspw. Frau Schrupp dazu.

Ein weiteres Beispiel ist die Terrormiliz „Boko Haram“. Zu dieser durfte ich heute anlässlich des neuen Berichts von Amnesty International in der Tagesschau folgenden Satz vernehmen:

…[Boko Haram] entführt Mädchen und tötet Zivilisten… (sinngemäß aus dem Gedächtnis)

Dass Boko Haram überwiegend Jungen und Männer ermordete, ja sogar Jungen bei lebendigen Leib verbrannte – keine Silbe davon. Erst als dieselbe Terrorgruppe Mädchen entführte, kam es zu einem internationalen Aufschrei – bis ins Weiße Hause.

© Götz Wiedenroth, http://www.wiedenroth-karikatur.de / klicken zum Vergrößern

 Das Unsichtbarmachen männlicher Opfer hat besonders Anja Langlois in „Die missverstandene Emanzipation“ herausgearbeitet. Dies ist ein immer wiederkehrendes Muster nicht nur bei Feministinnen, sondern auch in den Mainstreammedien: Werden Männer zu Opfern, werden gerne geschlechtsneutrale Formulierungen wie eben „Zivilisten“, „Menschen“ oder eben „Die Bevölkerung“ verwendet. Ganz anders sieht es aus, wenn Männer zu Tätern und Frauen zu Opfern werden, dann wird das Geschlecht betont.

Insofern hat es eine Frau Schrupp gut. Sie ist privilegiert als Frau und als Feministin. Das bedeutet, dass sie sich den Luxus leisten kann, sich in eine „Filter-Bubble“ einzuschließen, und ihren Lesern raten kann, diesem Beispiel zu folgen. Sie muss nicht befürchten, dass das Staatsfernsehen eine Sendereihe mit dem Titel „Lauter tolle Männer“ ins Programm aufnimmt, in welcher Gewalt und Mord an Frauen gefeiert werden, zum Beispiel mit so deutlichen Titeln wie: „Nur eine tote Frau ist eine gute Frau“; und dass man ihr bei Kritik daran mitteilt, dass solche Titel „Geistreiche Komödien“ darstellen würden, die man doch bitteschön mit einem „Augenzwinkern“ zur Kenntnis nehmen sollte. Sie muss auch nicht befürchten, dass ein männlicher Bundesverdienstkreuzträger zu einem brutalen Gewaltakt gegen eine Frau anmerkt, dass hierbei „Männerfreude“ aufkommen müsse, also Gewaltverherrlichung gegen Frauen betreibt. Auch lebt sie nicht in einer Welt, in welcher die Mainstreammedien männliche Täter und weibliche Opfer unsichtbar machen und in welcher Geschlechterpolitik stets eine Politik für Männer und gegen Frauen ist.

Sicher, für Frau Schrupp ist der Mainstream noch nicht feministisch genug, siehe: Wir brauche nämlich keine Frauenquoten, sondern Feministinnenquoten!  Ein weiteres Beispiel: Auf Freitag.de drohte eine Feministin im Interview Feminismuskritikern mit Berufsverbot.

Kommen wir jetzt zu der Männerrechtsbewegung. Kannst Du dir ernsthaft vorstellen, dass ein Männerrechtler ernsthaft eine „Maskulistenquote“ fordern könnte oder Feministinnen mit Berufsverbot drohen? Eher nicht, oder? Dieser würden sich schlicht lächerlich machen. Das liegt an den Machtverhältnissen und daran, dass sich Maskulisten bewusst sind, dass sie „unten“ sind; Feministinnen drücken vielleicht Frauenquoten durch, aber kein Männerrechtler kann ein Programm verabschieden, etwa um männliche Obdachlose aus der Gosse herauszuholen.

Genau das ist der Grund, warum es für Männerrechtler keine zielführende Strategie wäre, sich in eine Filterbubble einzuschließen; das funktioniert nur für Feministinnen – zwecks Erhaltung der Meinungshoheit. Maskulisten müssen raus, und versuchen im Mainstream ihre Thesen zu positionieren, um am öffentlichen Diskurs zu partizipieren – sich in eine Filter-Bubble einzuschließen, wäre die falsche Strategie. Das ist der Grund, warum der Antimaskulist Thomas Gesterkamp forderte, Männerrechtler und Feminismuskritiker systematisch von jedem Diskurs auszuschließen; eine Taktik, zu der man nur dann ernsthaft raten kann, wenn man den Diskurs sowieso schon dominiert. Das ist der Grund, warum Maskulisten versuchen ihre Meinung in feministischen Blogs zu veröffentlichen – und dann zensiert werden – während hingegen sich in maskulistischen Blogs kaum eine Feministin zu Wort meldet. Warum sollte sie auch? Wenn nicht im Mainstream, sondern nur in unbedeutenden Blogs die These geäußert wird, dass zum Beispiel häusliche Gewalt genauso oft von Frauen ausgeht wie von Männern, besteht für keine Feministin ein Anlass, dort hinzugehen und dagegen anzuschreiben. Solange im Mainstream die Sichtweise vorherrscht, dass das weibliche Geschlecht das unterdrückte sei, kann man es sich leisten, Seiten, auf denen eine gegenteilige Meinung geäußert wird, einfach zu ignorieren.

Nur Femnistinnen können es sich leisten, sich in eine Filterbubble einzuschließen, Männerrechtler können das nicht. Diese müssen ihren Bereich des Internets verlassen und mit Kommentaren und Petitionen eine Informationspolitik in ihrem Sinne verfolgen.

Feministisches Privileg: Nichts sehen, nichts hören, einfach pennen.

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Ein Gedanke zu „Über Filter-Bubbles und Männerrechts-Strategien

  1. Pingback: Antje Schrupp, wackere Streiterin für Demokratie | uepsilonniks

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