Archiv für den Monat März 2015

"Das kann ich selbst!" – über feministisch-soziale Inkompetenz und Geschlechterrituale

Erzaehlmirnix greift in einem Beitrag das Thema „Nice Guy“ auf, woraufhin dort eine breite Debatte entbrannte. Oliver Flesch macht daraus einen Blogeintrag, in dem es um das Aussterben der Gentlemen alter Schule geht und darum, dass manche Emanzen dieses Aussterben vorantreiben.

Das ist eine Binsenweisheit: Es ist eine schlechte Idee, einer Feministin die Tür aufzuhalten oder in den Mantel helfen zu wollen. Denn dafür kann man sich ein biestiges:

Das kann ich selbst, hältst Du mich für unfähig?!

einhandeln.

Und damit ist – wieder mal – die totale soziale Inkompetenz von Feministinnen unter Beweis gestellt. Sie wittert hier etwas, was mit den althergebrachten Rollenmodellen zu tun hat – und da, aber nur bist dorthin, hat sie sogar Recht. Nur ihre Interpretation solcher Verhaltensweisen zwischen den Geschlechtern geht vollkommen daneben. Kein Mann, der seinem Date in den Mantel helfen will, denkt sich, dass sie es nicht allein schaffen würde.

Wenn ein Mann einer Frau die Tür aufhält, ihr aus und in den Mantel hilft, wenn er ihr einen Koffer abnimmt oder den Stühl anrückt, wenn er aufsteht, wenn sich eine Frau zu seinem Tisch kommt, wenn er erst die Frau vorstellt, und dann erst den Mann… was bedeutet das?

Dies sind Rituale zwischen den Geschlechtern. Und was drücken sie aus? Sie drücken einen symbolischen Dienst aus.

Solcherlei Rituale sind symbolische Dienstleistungen, nur dass daraus ganz schnell ganz handfeste Dienste werden, spätestens wenn er die Rechnung für das gemeinsame Date zahlt – denn das Geld hierfür kommt ja nicht aus dem Nichts, fällt nicht vom Himmel, sondern er arbeitet dafür.

Der Anmachspruch:

Darf ich dich auf einen Drink einladen?

ist nicht umsonst einer der erfolgreichsten, denn er gibt die ganze Richtung vor, wie sich – vielleicht – die ganze Beziehung entwickelt: Er zahlt und übernimmt die Rechnung, er arbeitet für sie, er dient ihr.

Feministinnen beklagen ständig, dass Frauen die ganze unbezahlte Arbeit in einer Ehe leisten würden. Damit liegen sie falsch, denn eine Frau erhält das Gehalt ihres Mannes – nach der Scheidung heißt das dann „Unterhalt“, womit er ihr ihr Leben eben unterhält; und Männer, die sich dieser „Pflicht“ – „Unterhaltspflicht“ – entziehen wollen, werden mit Gefängnis bedroht – also die Vernichtung ihrer sozialen Existenz.

Nicht nur deswegen verbietet sich oben genannter Anmachspruch von selbst, denn ein PUA, der an einem Wochenendabend loszieht und jede Frau damit anspricht, ist locker mal 100.-€ los.

Tatsächlich erwarten immer noch viele Frauen, dass der Mann die Rechnung für einen gemeinsamen Abend übernimmt – womit die Geschlechterrollen vorgegeben sind, die später ein Anklagepunkt gegen Männer werden. So erwarten rund 30% der Befragten der Kontaktbörse „Parship„, dass der Mann beim ersten Date zahlen sollte. Und der Titel von „Eine Prinzessin zahlt nie selbst“ erklärt sich von selbst – eines der wenigen Bücher, welches ich ins Altpapier gab (ja, ich weiß…). Und auch Flesch berichtet im obig verlinkten Beitrag, dass sie sich zwar einladen ließ (echte Dienstleistung), sich dann aber nicht in den Mantel helfen ließ (symbolische Dienstleistung). Was eine Heuchelei…

Hierzu eine Anekdote: Ich war mal mit einem Date unterwegs, und wir steuerten eine Eisdiele an und kauften uns jeweils eine Tüte. Und dann regte ich mich tierisch über die sündhaft teuren Preise auf, bis mich mein Date darüber aufklärte, dass mich der Kellner ihr Eis mitzahlen ließ, ohne auch nur zu fragen. Immerhin: Sie bot mir an, mir ihr Eis zu zahlen. Ich lehnte ab, was zeigt, dass selbst Radikalmaskulisten von traditionellen Geschlechterrollen nicht verschont bleiben…

Zurück zur Emanze: Wenn sie ihm unterstellt, er halte sie für unfähig, allein in den Mantel zu kommen, ist das ein Beweis für die soziale Inkompetenz von Feministinnen. Denn wenn sie sozial kompetent wären, würde sie zwar erkennen, dass solche Rituale für ein traditionelles – und damit abgelehntes – Geschlechterverhältnis stehen, allerdings müsste ihre Reaktion anders ausfallen, nämlich:

Willst Du etwa mein Sklave sein?

Feministisches Victim-Blaming

Die Leichenfledderei, die Luise F. Pusch in der EMMA mit den Toten der zerschellten Germanwings betreibt, zwecks Instrumentalisierung für die feministische Ideologie, wurde ja schon entsprechend… äh, „gewürdigt“. Selbst die lila Leidmedien wie „Spiegel Online“ haben nur wenig Verständnis – einen guten Überblick bietet Genderama.

Was mir an diesem Fall auffällt, ist das typisch feministische Victim-Blaming. Dies bedeutet, dass Opfer zu Tätern gemacht werden; Feministinnen kennen es üblicherweise besonders bei Vergewaltigungsopfern, denen man eine Mitverantwortung für ihre Opfererfahrung unterstellt.

Suizid ist für Feministinnen in aller Regel kein Thema, da hier mehrheitlich nur Menschen der zweiten Klasse betroffen sind – Jungen und Männer eben. Hier ist der Umstand, dass Männer öfter als Frauen keinen anderen Ausweg sehen, plötzlich Thema für Frau Pusch. Nur dass das gegen Männer gerichtet wird, Motto: „Alles kann und wird gegen Sie verwendet werden!“ Üblicherweise wird an männliche Suizidale der Vorwurf gerichtet, sie könnten einfach nicht um Hilfe fragen wegen des männlichen Rollenbildes: Selbst schuld also. Zu dieser Interpretation hat sich bereits Gerhard Amendt geäußert: Es kommt nämlich auch darauf an, wie das Umfeld mit den Nöten und Sorgen von Männern umgeht, eben verständnisvoll oder kalt, Stichwort: „Male Tears“ – das geht genau in diese Richtung, wenn es auch eine Spitze darstellt. Und jetzt stellen wir uns mal vor, es wären Mädchen und Frauen, die sich häufiger umbringen würden (und eigentlich müsste es auch so sein, in einer Gesellschaft, die angeblich Männer bevorzugt). Eine Feministin könnte gar nicht soviel fressen wie sie kotzen wollte; und sämtliche gesellschaftlichen Analysen würden darauf hinauslaufen, dass man die ganze Brutalität des „Patriarchats“ gerade daran ablesen könnte, wie es Frauen systematisch in den Selbstmord treiben würde.

Ein weiteres Beispiel für Victim-Blaming liefert Katrin Rönicke auf Freitag, sie schreibt:

Wenn Eltern sich aber trennen und sich weiterhin gegen eine gleich verteilte Verantwortung entscheiden, trifft den sorgenden Teil (ein Kind) ein Armutsrisiko von fast 25 Prozent. Bei denen mit zwei Kindern steigt es auf 26,5 Prozent. Am höchsten ist mit 42,0 Prozent die Armutsgefährdung der Alleinerziehenden-Haushalte mit drei oder mehr Kindern.

Das ist an Hohn kaum zu überbieten. Diese Formulierung suggeriert, dass es auch in der Verantwortung der Väter liege, dass die meisten Alleinerziehenden die Mütter sind – tatsächlich aber werden die Väter von einer allmächtigen Mutter ausgegrenzt; er ist nicht an der Entscheidung beteiligt, welche ihn aus dem Leben seiner Kinder streicht. Weiterhin wird dabei ausgeblendet, dass die meisten Trennungen von den Müttern ausgehen, was ihnen leicht fällt, da sie alle Vorteile auf ihrer Seite haben: Nicht sie sind es, die die Kinder verlieren und zu Unterhalt verpflichtet werden. Kann es tatsächlich sein, dass diese saubere Feministin noch nichts von der Väterbewegung gehört hat? Das ist mal wieder eine der Aussagen, wo ich mich mal wieder frage, ob Feministinnen eigentlich bewusst lügen. Hier wird Vätern die Verantwortung zugeschoben, wo sie schlicht machtlos sind, also: Victim-Blaming. Kein Wunder, dass Freitag.de massiv zensieren und Accounts löschen muss. Dass Alleinerziehende oft von Armut gefährdet sind, liegt daran, dass sie die Kuh schlachten, die sie eigentlich melken wollen: Sie muten dem Mann, auf dessen Kosten sie ein parasitäres Leben führen wollen, soviel zu – einschließlich Kindsentzug – dass er als Unterhaltssklave ausfällt.

Auch bei männlichen Soldaten wird Victim-Blaming betrieben. Egal ob sie eingezogen oder durch eine Kriegs-Ideologie irregeführt wurden: Aus Opfer werden Täter gemacht; über diejenigen, die ins Verderben geführt werden, heißt es, dass sie „Krieg führen“ würden, und Täter und Mörder seien.

Oder auch die Lebenserwartung: In der feministisch dominierten Wikipedia heißt es dazu – genau wie bei Suizid – dass Männer selbst schuld seien, da sie unter anderem einen ungesünderen Lebensstil pflegen würden. Nur dass bei Armen und Farbigen, deren Lebenserwartung ebenfalls geringer ist, derselbe Vorwurf nicht gemacht wird – und zwar weil das ein Affront wäre.

Und Last but not Least: Das Zurückbleiben der Jungen in der Schule. Hier besteht das Victim-Blaming darin, dass den Jungen der Vorwurf gemacht wird, dass sie überholten, chauvinistischen Männlichkeitsbildern anhängen würden. Nur ist das eine reine Bankrotterklärung der Pädagogik, deren eigentliche Aufgabe darin besteht, die Schüler dort abzuholen, wo sie stehen. Und gerade in einer feindseligen Umgebung ist nicht zu erwarten, dass die Angefeindeten auch mal Schwäche zeigen, um Hilfe fragen, sondern sich einen Panzer aus „coolem“ Verhalten zulegen. Besser als ich es könnte und sehr ausführlich geht darauf Schoppe ein.

Dies alles ist Victim-Blaming: Ein Diskurs, der Notlagen unter Männern in deren Verantwortung sucht, vulgärfeministisch: „Selbst schuld“. Damit wird zugleich verhindert, solche Nachteile zu erforschen, um auf Grundlage dieser Forschung wirksame Präventionsmaßnahmen zu erarbeiten. Eine solche Forschung ist nicht erwünscht, denn sie könnte das ganze feministische Weltbild erschüttern, wonach in unserem „Patriarchat“ immer und überall Männer bevorzugt seien.

Feministische Argumentationsformen: Männer sind Opfer von Männern

Während im häuslichen Bereich Männer und Frauen ähnlich häufig zu Tätern und Opfern werden, dominiert im öffentlichen Bereich die Gewalt gegen Männer. Sobald man aber darauf zu sprechen kommt, wird so sicher wie das Amen in der Kirche angemerkt, dass hier die Täter ja auch Männer wären, dass Männer Opfer von Männern würden. In besonders geschmacklosen Fällen wird vielleicht noch gesagt, dass Männer ihr Rollenbild reflektieren und überdenken sollten – womit dem Opfer ja geholfen ist.

Dieses Beharren darauf, Männer in die Täterecke zu schieben, nennt sich „Victim Blaming“. Es lässt sich gut dadurch auflösen, indem man die Analogie zum Rassismus bildet. Auf der Plattform hatr.org wurde mal ein Beitrag veröffentlicht, der offenkundig rassistisch war: Der Autor sprach von „Negern“, die sich gegenseitig Gewalt antun. Der Punkt ist: Er verwies auf Tatsachen. Wenn in den USA Schwarze Opfer von (tödlicher) Gewalt werden, sind die Täter in aller Regel auch schwarz. Aus linker – und auch feministischer – Sicht ist es natürlich vollkommen inakzeptabel, achselzuckend darauf zu verweisen, dass Opfer und Täter derselben Bevölkerungsgruppe angehören oder gar, dass Schwarze von Natur aus zu Gewalt neigen – wie es bei Männern Gang und Gäbe ist, die ständig als das aggressivere Geschlecht gesehen werden, sei es angeboren oder anerzogen.

Ähnlich sieht es bei Gefängnisinsassen aus. Schwarze und Latinos sind in den US-Haftanstalten im Vergleich zur deren Bevölkerungsanteilen massiv überrepräsentiert. Jedem Linken ist klar, dass dies darauf zurückzuführen ist, dass bei diesen Gruppen das Risiko höher ist, in ein problematisches soziales Milieu hineingeboren zu werden; im Knast finden sich mehr Arme als Reiche, weil bei ihnen die Gefahr größer ist, mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten – nur bei Männern wird diese Logik nicht angewendet. Hierzu sagte bereits Warren Farrell, dass, wenn man wissen will, wer in einer Gesellschaft benachteiligt ist, man sich einfach nur ansehen muss, wer im Gefängnis sitzt. Dies ist ebenso ein Indikator für strukturelle Benachteiligung wie auch die Lebenserwartung.

Wenn in einem sozialen Milieu – z.B. unter Armen – vermehrt Gewalt auftritt, ist dies kein Zeichen einer (angeborenen) Neigung, sondern Ausweis struktureller Benachteiligung dieser Gruppe. Wenn also Feministinnen bei diesem Thema so eifrig darauf verweisen, dass Täter und Opfer demselben Geschlecht angehören und eine Schuldzuweisung vornehmen, machen sie etwas, was sich bei anderen Bevölkerungsgruppen – Arme, Farbige – von selbst verbietet und dort auch als Zeichen gesellschaftlicher Diskriminierung gesehen wird.

Beruf, Belastung und Beendigung des eigenen Lebens

Man entschuldige mir das saloppe Wortspiel, denn tatsächlich handelt es sich um ein hochbrisantes Thema. Wie die „Huffington Post“ berichtet, sind laut einer neueren Studie verschiedene Berufe mit einem erhöhten Risiko zum Suizid verbunden, und zwar:

  1. Leitende Positionen in Schutzdienste wie Polizei und Feuerwehr
  2. Arbeiter in der Land- und Forstwirtschaft
  3. Wartungsarbeiter, Techniker, Installateure
  4. Lkw-Fahrer und Hilfsarbeiter
  5. Manager und Banker
  6. Putzkräfte, Landschaftsgärtner und Hausmeister

Es fällt auf, dass es sich mit einer Ausnahme – Putzkräfte – um typische Männerjobs handelt. Wobei mit „Putzkräfte“ vielleicht (Achtung: Spekulation) nicht toilettenreinigende Putzfrauen gemeint sind, sondern solche, die etwa großindustrielle Fleischereien sauber machen – hier nämlich dominieren wiederum Männer.

Interessant auch, dass „Manager“ zu der Risikogruppe gehören. Heißt es nicht immer, dass diese eigentlich privilegiert seien; einen Job mit Status, Macht und hohem Einkommen ausüben würden? Und will man nicht genau deswegen – Macht! – Frauen per Quote in diese Posten heben?

Wieder mal zeigt sich, dass ein weiterer feministischer Mythos nicht zu halten ist – nämlich dass sich Männer die besten Jobs gesichert haben, und dass zudem solche Positionen, von denen man eigentlich annimmt, dass sie mit besonderen Privilegien verbunden seien – Manager und Banker – in Wirklichkeit eine hohe Belastung bedeuten.

Zu jenen Männerjobs, die mit einem erhöhten Risiko einer schweren Berufserkrankung und der Gefahr eines tödlichen Unfalls einhergehen, kommen jetzt also noch solche hinzu, die eine massive psychische Belastung darstellen, und ebenfalls zu den typischen Männerberufen zählen.

Amazonen sind keine Mörderinnen

Ich persönlich glaube nicht an den Amazonen-Mythos. Es handelt sich um eine Legende, um eine Mythologie, genauso wie um Herkules, der bekanntlich unter anderem gegen Amazonen kämpfte, was ihm zu Ehren gereichte, denn wie schon Homer klar machte: Die Amazonen waren den männlichen Kriegern absolut gleichwertig, somit war es auch keine Schande mehr, eine Frau zu erschlagen. Was weiterhin auffällig ist: Umso weiter sich der griechische Horizont in der Antike ausdehnte, umso weiter auch rückten die Amazonen in die Ferne, da man sie dort, wo man sie vermutete, nicht antraf. Allerdings gibt es auch andere Kulturen als die Griechen, die sich Geschichten über die kämpferischen Frauen erzählten, einen ausführlichen Artikel dazu gibt es bei Der k_eine Unterschied, welcher auch Anlass für diesen Blogpost ist.

Amazone mit Helm, Schild und Schwert. Abbildung einer Mythologie oder der Realität? (c) Wikimedia

 Denn ob nun Waffen, die in Frauengräbern gefunden wurden, die „Beweise“ dafür sind, dass die Amazonen tatsächlich existierten, ist mir im Grunde egal. Was mir hieran aufstößt, ist die Doppelmoral in diesem Punkt. Amazonen sind keine Mörderinnen, sondern Heldinnen für Feministinnen. Auf einmal ist „Krieg führen“ kein Anlass für Kritik mehr sondern gereicht den Kämpferinnen zu Ehren und sind feministisches Vorbild. Es werden enorme Anstrengungen unternommen und zu jedem Strohhalm gegriffen, um zu belegen, dass die Amazonen tatsächlich existierten – und auch in der Steinzeit jagten Frauen bereits an der Seite von Männern und beschränkten sich nicht bloß auf’s Sammeln.

Dies betrifft nicht nur die Historie, sondern auch Frauen der Moderne. Das allerbeste Beispiel hierfür ist mal wieder Alice Schwarzer: Einerseits ist Krieg für sie ein Wahn – wo ich ihr noch zustimme als Pazifist – aber genauer ein: Männerwahn, gegen welchen Frauen mutig Widerstand leisten würden – Mitscherlichs friedfertige Frau lässt grüßen. Auf der anderen Seite ist Frau Schwarzgeld ganz scharf auf Soldatinnen und engagierte sich dafür, dass Frauen auch Dienst an der Waffe leisten dürfen, denn: können Frauen etwa nicht kämpfen?! Der Grund für dieses Engagement: Schwarzer erhofft sich von Frauen in der Armee, dass dies identitätsstiftende Wirkung hätte. Mal abgesehen davon, dass diese Identität darauf hinausläuft, sich im direkten Vergleich zu Männern als ungenügend zu begreifen, stellt sich die Frage, was für eine Identität das sein soll. Doch nur eine Kriegswahn-Identität… nein Halt, es handelte sich ja um einen Männerwahn! Vermutlich geht Frau Schwarzer davon aus, dass Frauen sozial kompetenter kämpfen und töten, und keine Kriegsverbrechen begehen. Kurz und prägnant: Männliche Soldaten = Mörder, weibliche = Amazonen = Heldinnen.

Hierzu ein weiteres Beispiel: Doris Lessing berichtet über ein Erlebnis an einer Schule: Die Lehrerin erklärte ihren Schülern, dass an allen schlimmen Verbrechen wie Kriege stets Männer die Schuld tragen würden. Lessing kommentiert:

„Da saßen die kleinen Mädchen fett, selbstgefällig und eingebildet, während die kleinen Jungs zusammengesunken waren, sich für ihre Existenz entschuldigten und dachten, dass das so ihr ganzes Leben lang weitergehen würde. Das passiert überall in den Schulen und niemand sagt ein Wort.“

Ich finde dieses Beispiel deswegen bemerkenswert, weil sich die Doppelmoral und Verlogenheit des Feminismus kaum besser demonstrieren lässt: Denn was diese saubere Lehrerin dort macht, ist genau das, was sie dem männlichen Geschlecht vorwirft. Sie betreibt Feindbildpropaganda – im Geschlechterkrieg. Denn zur Feindbild- und Kriegspropaganda gehörte es schon immer, dem Anderen vorzuwerfen und anzudichten, er wäre auf Krieg aus. Und sie merken es nicht…

Erwiesenermaßen ausbildungsfähig (Gastbeitrag)

Dies ist ein Gastbeitrag von Markus (Name geändert)

Ich bin schwerbehindert und war nach der Schule arbeitslos da ich keinen Ausbildungsplatz fand. Damit war ich erstmal ein Fall für das Jobcenter. Da war man für mich zuständig – das Amt war eine reine Frauenveranstaltung, wo man sich denkt, dass die Frauenquote wirklich Wirkung zeigt. Dann war die für mich zuständige Sachbearbeiterin krank, und die männliche Vertretung fragte mich, warum ich noch keinen Antrag auf „Teilhabe am Arbeitsleben“ gestellt habe. Äh, was bitte?

Das Programm „Teilhabe am Arbeitsleben“ richtet sich an behinderte Menschen. Im Rahmen dieser Maßnahme kann man beispielsweise eine Ausbildung machen. Also stellte ich den Antrag. Daraufhin ließ mich das Jobcenter durch ihren Dienstarzt untersuchen, und der bescheinigte mir, dass ich nicht ausbildungsfähig sei. Das ließ ich mir nicht gefallen und zog vor Gericht – und gewann!

Also musste mir das Jobcenter eine Ausbildung finanzieren. In einem der Hauptfächer erreichte ich „sehr gut“. Das Zeugnis habe ich kopiert und dem Arzt geschickt, der mir damals bescheinigte, unfähig für eine Ausbildung zu sein. STRIKE!

Wenn Du auch einen Gastbeitrag einreichen willst, kontaktiere mich über das Formular in der Seitenleiste rechts.

Ist Gott ein Mann, ein Vater?

Ich selbst bin kein Christ, finde aber die Idee eines allerhöchsten und allmächtigen und allwissenden Wesens höchst faszinierend.

Manche feministische Argumente sind höchst vertrackt, zum Beispiel weil sie (zu Teilen) Recht haben. Ein gutes Beispiel hierfür ist die These, dass Männer Frauen zu Sexobjekten machen, womit man (zum Teil) Recht hat – ich beschäftige mich hier damit und denke, ich habe das Problem ganz gut gelöst.

Kommen wir also zum christlichen Glauben. Hier scheint es so zu sein, dass die höchste Instanz ein Mann, ein Vater zu sein scheint, wie eben deutlich durch das „Vater unser“ belegt wird, ein Gebet… nein DAS Gebet. Allerdings wurde dem bereits abgeholfen, in der Übersetzung der Bibel in „gerechter Sprache“ heißt es:

Du, Gott, bist uns Vater und Mutter im Himmel,

Und damit haben sie Recht – das sage ich nicht als Sprachwissenschaftler sondern als jemand, der dem höchsten Wesen kein Geschlecht zuordnet. Das höchste Wesen als Mann oder Vater zu begreifen, ist sexistisch. Fakt. Dem soll die Bibel in „gerechter“ Sprache abhelfen.

Allerdings ist die Bibel in „gerechter“ Sprache recht ungerecht gegenüber Männern. So wurde alles verweiblicht, so zum Beispiel die JüngerInnen Jesu, nur der Teufel ist männlich geblieben. Gerecht?

Themenwechsel: Dem höchsten Wesen ein Geschlecht zuordnen zu wollen ist aus meiner Sicht: Schwachsinn. Denn es gibt einen gravierenden Unterschied zwischen Gott und dem Menschen. Gott kann schöpfen. Das können Menschen auch, aber nicht allein. Während Gott allein schöpfen kann, ist die Schöpfungsmacht beim Menschen geteilt: Wenn ein Mensch ein neues Leben schaffen will, also schöpfen, dann ist er auf einen anderen Menschen angewiesen. Gott kann allein schöpfen, Menschen nicht. Und das bedeutet, dass der Vater genauso viel wert ist wie die Mutter – was gerade Christen begreifen sollten, es aber nicht tun.

Das Christentum mit seinem „Vater Unser“ ist ohne Zweifel patriarchal – nur ist das schlecht? Ist es schlecht, einen Vater zu beschwören, der sich sorgt und kümmert? Was wäre die Alternative? Männer, die einfach ihren Samen verspritzen und sich anschließend vom Acker machen? Das wäre die Rückkehr zum Matriarchat, in welchem Männer nur Erzeuger sind, keine Beziehungen zu ihren Kindern unterhalten; eine Gesellschaft, in der es keine Väter mehr gibt, die sich sorgen, kümmern, die lieben.

Mutterschaft ist durch die Biologie immer sicher – Vaterschaft nicht. Insofern könnte man eine patriarchale Religion als eine Kompensation hierzu betrachten. Eine Kultur, die den bloßen „Erzeuger“ eben zum Vater macht. Mutterschaft ist so gegeben, Vaterschaft muss durch Kultur hergestellt werden, wie zum Beispiel durch eine patriarchale Religion.