Archiv für den Monat März 2015

"Das kann ich selbst!" – über feministisch-soziale Inkompetenz und Geschlechterrituale

Erzaehlmirnix greift in einem Beitrag das Thema „Nice Guy“ auf, woraufhin dort eine breite Debatte entbrannte. Oliver Flesch macht daraus einen Blogeintrag, in dem es um das Aussterben der Gentlemen alter Schule geht und darum, dass manche Emanzen dieses Aussterben vorantreiben.

Das ist eine Binsenweisheit: Es ist eine schlechte Idee, einer Feministin die Tür aufzuhalten oder in den Mantel helfen zu wollen. Denn dafür kann man sich ein biestiges:

Das kann ich selbst, hältst Du mich für unfähig?!

einhandeln.

Und damit ist – wieder mal – die totale soziale Inkompetenz von Feministinnen unter Beweis gestellt. Sie wittert hier etwas, was mit den althergebrachten Rollenmodellen zu tun hat – und da, aber nur bist dorthin, hat sie sogar Recht. Nur ihre Interpretation solcher Verhaltensweisen zwischen den Geschlechtern geht vollkommen daneben. Kein Mann, der seinem Date in den Mantel helfen will, denkt sich, dass sie es nicht allein schaffen würde.

Wenn ein Mann einer Frau die Tür aufhält, ihr aus und in den Mantel hilft, wenn er ihr einen Koffer abnimmt oder den Stühl anrückt, wenn er aufsteht, wenn sich eine Frau zu seinem Tisch kommt, wenn er erst die Frau vorstellt, und dann erst den Mann… was bedeutet das?

Dies sind Rituale zwischen den Geschlechtern. Und was drücken sie aus? Sie drücken einen symbolischen Dienst aus.

Solcherlei Rituale sind symbolische Dienstleistungen, nur dass daraus ganz schnell ganz handfeste Dienste werden, spätestens wenn er die Rechnung für das gemeinsame Date zahlt – denn das Geld hierfür kommt ja nicht aus dem Nichts, fällt nicht vom Himmel, sondern er arbeitet dafür.

Der Anmachspruch:

Darf ich dich auf einen Drink einladen?

ist nicht umsonst einer der erfolgreichsten, denn er gibt die ganze Richtung vor, wie sich – vielleicht – die ganze Beziehung entwickelt: Er zahlt und übernimmt die Rechnung, er arbeitet für sie, er dient ihr.

Feministinnen beklagen ständig, dass Frauen die ganze unbezahlte Arbeit in einer Ehe leisten würden. Damit liegen sie falsch, denn eine Frau erhält das Gehalt ihres Mannes – nach der Scheidung heißt das dann „Unterhalt“, womit er ihr ihr Leben eben unterhält; und Männer, die sich dieser „Pflicht“ – „Unterhaltspflicht“ – entziehen wollen, werden mit Gefängnis bedroht – also die Vernichtung ihrer sozialen Existenz.

Nicht nur deswegen verbietet sich oben genannter Anmachspruch von selbst, denn ein PUA, der an einem Wochenendabend loszieht und jede Frau damit anspricht, ist locker mal 100.-€ los.

Tatsächlich erwarten immer noch viele Frauen, dass der Mann die Rechnung für einen gemeinsamen Abend übernimmt – womit die Geschlechterrollen vorgegeben sind, die später ein Anklagepunkt gegen Männer werden. So erwarten rund 30% der Befragten der Kontaktbörse „Parship„, dass der Mann beim ersten Date zahlen sollte. Und der Titel von „Eine Prinzessin zahlt nie selbst“ erklärt sich von selbst – eines der wenigen Bücher, welches ich ins Altpapier gab (ja, ich weiß…). Und auch Flesch berichtet im obig verlinkten Beitrag, dass sie sich zwar einladen ließ (echte Dienstleistung), sich dann aber nicht in den Mantel helfen ließ (symbolische Dienstleistung). Was eine Heuchelei…

Hierzu eine Anekdote: Ich war mal mit einem Date unterwegs, und wir steuerten eine Eisdiele an und kauften uns jeweils eine Tüte. Und dann regte ich mich tierisch über die sündhaft teuren Preise auf, bis mich mein Date darüber aufklärte, dass mich der Kellner ihr Eis mitzahlen ließ, ohne auch nur zu fragen. Immerhin: Sie bot mir an, mir ihr Eis zu zahlen. Ich lehnte ab, was zeigt, dass selbst Radikalmaskulisten von traditionellen Geschlechterrollen nicht verschont bleiben…

Zurück zur Emanze: Wenn sie ihm unterstellt, er halte sie für unfähig, allein in den Mantel zu kommen, ist das ein Beweis für die soziale Inkompetenz von Feministinnen. Denn wenn sie sozial kompetent wären, würde sie zwar erkennen, dass solche Rituale für ein traditionelles – und damit abgelehntes – Geschlechterverhältnis stehen, allerdings müsste sie zugleich auch einsehen, dass dieses kaum zum Nachteil der Frau gereicht.

Feministisches Victim-Blaming

Die Leichenfledderei, die Luise F. Pusch in der EMMA mit den Toten der zerschellten Germanwings betreibt, zwecks Instrumentalisierung für die feministische Ideologie, wurde ja schon entsprechend… äh, „gewürdigt“. Selbst die lila Leidmedien wie „Spiegel Online“ haben nur wenig Verständnis – einen guten Überblick bietet Genderama.

Was mir an diesem Fall auffällt, ist das typisch feministische Victim-Blaming. Dies bedeutet, dass Opfer zu Tätern gemacht werden; Feministinnen kennen es üblicherweise besonders bei Vergewaltigungsopfern, denen man eine Mitverantwortung für ihre Opfererfahrung unterstellt.

Suizid ist für Feministinnen in aller Regel kein Thema, da hier mehrheitlich nur Menschen der zweiten Klasse betroffen sind – Jungen und Männer eben. Hier ist der Umstand, dass Männer öfter als Frauen keinen anderen Ausweg sehen, plötzlich Thema für Frau Pusch. Nur dass das gegen Männer gerichtet wird, Motto: „Alles kann und wird gegen Sie verwendet werden!“ Üblicherweise wird an männliche Suizidale der Vorwurf gerichtet, sie könnten einfach nicht um Hilfe fragen wegen des männlichen Rollenbildes: Selbst schuld also. Zu dieser Interpretation hat sich bereits Gerhard Amendt geäußert: Es kommt nämlich auch darauf an, wie das Umfeld mit den Nöten und Sorgen von Männern umgeht, eben verständnisvoll oder kalt, Stichwort: „Male Tears“ – das geht genau in diese Richtung, wenn es auch eine Spitze darstellt. Und jetzt stellen wir uns mal vor, es wären Mädchen und Frauen, die sich häufiger umbringen würden (und eigentlich müsste es auch so sein, in einer Gesellschaft, die angeblich Männer bevorzugt). Eine Feministin könnte gar nicht soviel fressen wie sie kotzen wollte; und sämtliche gesellschaftlichen Analysen würden darauf hinauslaufen, dass man die ganze Brutalität des „Patriarchats“ gerade daran ablesen könnte, wie es Frauen systematisch in den Selbstmord treiben würde.

Ein weiteres Beispiel für Victim-Blaming liefert Katrin Rönicke auf Freitag, sie schreibt:

Wenn Eltern sich aber trennen und sich weiterhin gegen eine gleich verteilte Verantwortung entscheiden, trifft den sorgenden Teil (ein Kind) ein Armutsrisiko von fast 25 Prozent. Bei denen mit zwei Kindern steigt es auf 26,5 Prozent. Am höchsten ist mit 42,0 Prozent die Armutsgefährdung der Alleinerziehenden-Haushalte mit drei oder mehr Kindern.

Das ist an Hohn kaum zu überbieten. Diese Formulierung suggeriert, dass es auch in der Verantwortung der Väter liege, dass die meisten Alleinerziehenden die Mütter sind – tatsächlich aber werden die Väter von einer allmächtigen Mutter ausgegrenzt; er ist nicht an der Entscheidung beteiligt, welche ihn aus dem Leben seiner Kinder streicht. Weiterhin wird dabei ausgeblendet, dass die meisten Trennungen von den Müttern ausgehen, was ihnen leicht fällt, da sie alle Vorteile auf ihrer Seite haben: Nicht sie sind es, die die Kinder verlieren und zu Unterhalt verpflichtet werden. Kann es tatsächlich sein, dass diese saubere Feministin noch nichts von der Väterbewegung gehört hat? Das ist mal wieder eine der Aussagen, wo ich mich mal wieder frage, ob Feministinnen eigentlich bewusst lügen. Hier wird Vätern die Verantwortung zugeschoben, wo sie schlicht machtlos sind, also: Victim-Blaming. Kein Wunder, dass Freitag.de massiv zensieren und Accounts löschen muss. Dass Alleinerziehende oft von Armut gefährdet sind, liegt daran, dass sie die Kuh schlachten, die sie eigentlich melken wollen: Sie muten dem Mann, auf dessen Kosten sie ein parasitäres Leben führen wollen, soviel zu – einschließlich Kindsentzug – dass er als Unterhaltssklave ausfällt.

Auch bei männlichen Soldaten wird Victim-Blaming betrieben. Egal ob sie eingezogen oder durch eine Kriegs-Ideologie irregeführt wurden: Aus Opfer werden Täter gemacht; über diejenigen, die ins Verderben geführt werden, heißt es, dass sie „Krieg führen“ würden, und Täter und Mörder seien.

Oder auch die Lebenserwartung: In der feministisch dominierten Wikipedia heißt es dazu – genau wie bei Suizid – dass Männer selbst schuld seien, da sie unter anderem einen ungesünderen Lebensstil pflegen würden. Nur dass bei Armen und Farbigen, deren Lebenserwartung ebenfalls geringer ist, derselbe Vorwurf nicht gemacht wird – und zwar weil das ein Affront wäre.

Und Last but not Least: Das Zurückbleiben der Jungen in der Schule. Hier besteht das Victim-Blaming darin, dass den Jungen der Vorwurf gemacht wird, dass sie überholten, chauvinistischen Männlichkeitsbildern anhängen würden. Nur ist das eine reine Bankrotterklärung der Pädagogik, deren eigentliche Aufgabe darin besteht, die Schüler dort abzuholen, wo sie stehen. Und gerade in einer feindseligen Umgebung ist nicht zu erwarten, dass die Angefeindeten auch mal Schwäche zeigen, um Hilfe fragen, sondern sich einen Panzer aus „coolem“ Verhalten zulegen. Besser als ich es könnte und sehr ausführlich geht darauf Schoppe ein.

Dies alles ist Victim-Blaming: Ein Diskurs, der Notlagen unter Männern in deren Verantwortung sucht, vulgärfeministisch: „Selbst schuld“. Damit wird zugleich verhindert, solche Nachteile zu erforschen, um auf Grundlage dieser Forschung wirksame Präventionsmaßnahmen zu erarbeiten. Eine solche Forschung ist nicht erwünscht, denn sie könnte das ganze feministische Weltbild erschüttern, wonach in unserem „Patriarchat“ immer und überall Männer bevorzugt seien.

[Nachtrag] Frauen begehen häufiger Selbstmord-versuche. Nach verpuschter Logik müsste man also Frauen erst recht vom Cockpit fernhalten, weil sie sonst mit ihren Versuchen erfolgreicher sind. Es bleibt aus, dass Puscher fordern, ein Arbeitsverbot für Frauen in solchen sensiblen Bereichen zu verbieten. Solche Bösartigkeit gibst nur gegen Männer.

Feministische Argumentationsformen: Männer sind Opfer von Männern

Während im häuslichen Bereich Männer und Frauen ähnlich häufig zu Tätern und Opfern werden, dominiert im öffentlichen Bereich die Gewalt gegen Männer. Sobald man aber darauf zu sprechen kommt, wird so sicher wie das Amen in der Kirche angemerkt, dass hier die Täter ja auch Männer wären, dass Männer Opfer von Männern würden. In besonders geschmacklosen Fällen wird vielleicht noch gesagt, dass Männer ihr Rollenbild reflektieren und überdenken sollten – womit dem Opfer ja geholfen ist.

Dieses Beharren darauf, Männer in die Täterecke zu schieben, nennt sich „Victim Blaming“. Es lässt sich gut dadurch auflösen, indem man die Analogie zum Rassismus bildet. Auf der Plattform hatr.org wurde mal ein Beitrag veröffentlicht, der offenkundig rassistisch war: Der Autor sprach von „Negern“, die sich gegenseitig Gewalt antun. Der Punkt ist: Er verwies auf Tatsachen. Wenn in den USA Schwarze Opfer von (tödlicher) Gewalt werden, sind die Täter in aller Regel auch schwarz. Aus linker – und auch feministischer – Sicht ist es natürlich vollkommen inakzeptabel, achselzuckend darauf zu verweisen, dass Opfer und Täter derselben Bevölkerungsgruppe angehören oder gar, dass Schwarze von Natur aus zu Gewalt neigen – wie es bei Männern Gang und Gäbe ist, die ständig als das aggressivere Geschlecht gesehen werden, sei es angeboren oder anerzogen.

Ähnlich sieht es bei Gefängnisinsassen aus. Schwarze und Latinos sind in den US-Haftanstalten im Vergleich zur deren Bevölkerungsanteilen massiv überrepräsentiert. Jedem Linken ist klar, dass dies darauf zurückzuführen ist, dass bei diesen Gruppen das Risiko höher ist, in ein problematisches soziales Milieu hineingeboren zu werden; im Knast finden sich mehr Arme als Reiche, weil bei ihnen die Gefahr größer ist, mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten – nur bei Männern wird diese Logik nicht angewendet. Hierzu sagte bereits Warren Farrell, dass, wenn man wissen will, wer in einer Gesellschaft benachteiligt ist, man sich einfach nur ansehen muss, wer im Gefängnis sitzt. Dies ist ebenso ein Indikator für strukturelle Benachteiligung wie auch die Lebenserwartung.

Wenn in einem sozialen Milieu – z.B. unter Armen – vermehrt Gewalt auftritt, ist dies kein Zeichen einer (angeborenen) Neigung, sondern Ausweis struktureller Benachteiligung dieser Gruppe. Wenn also Feministinnen bei diesem Thema so eifrig darauf verweisen, dass Täter und Opfer demselben Geschlecht angehören und eine Schuldzuweisung vornehmen, machen sie etwas, was sich bei anderen Bevölkerungsgruppen – Arme, Farbige – von selbst verbietet und dort auch als Zeichen gesellschaftlicher Diskriminierung gesehen wird.

Amazonen sind keine Mörderinnen

Ich persönlich glaube nicht an den Amazonen-Mythos. Es handelt sich um eine Legende, um eine Mythologie, genauso wie um Herkules, der bekanntlich unter anderem gegen Amazonen kämpfte, was ihm zu Ehren gereichte, denn wie schon Homer klar machte: Die Amazonen waren den männlichen Kriegern absolut gleichwertig, somit war es auch keine Schande mehr, eine Frau zu erschlagen. Was weiterhin auffällig ist: Umso weiter sich der griechische Horizont in der Antike ausdehnte, umso weiter auch rückten die Amazonen in die Ferne, da man sie dort, wo man sie vermutete, nicht antraf. Allerdings gibt es auch andere Kulturen als die Griechen, die sich Geschichten über die kämpferischen Frauen erzählten, einen ausführlichen Artikel dazu gibt es bei Der k_eine Unterschied, welcher auch Anlass für diesen Blogpost ist.

Denn ob nun Waffen, die in Frauengräbern gefunden wurden, die „Beweise“ dafür sind, dass die Amazonen tatsächlich existierten, ist mir im Grunde egal. Was mir hieran aufstößt, ist die Doppelmoral in diesem Punkt. Amazonen sind keine Mörderinnen, sondern Heldinnen für Feministinnen. Auf einmal ist „Krieg führen“ kein Anlass für Kritik mehr sondern gereicht den Kämpferinnen zu Ehren und sind feministisches Vorbild. Es werden enorme Anstrengungen unternommen und zu jedem Strohhalm gegriffen, um zu belegen, dass die Amazonen tatsächlich existierten – und auch in der Steinzeit jagten Frauen bereits an der Seite von Männern und beschränkten sich nicht bloß auf’s Sammeln.

Dies betrifft nicht nur die Historie, sondern auch Frauen der Moderne. Das allerbeste Beispiel hierfür ist mal wieder Alice Schwarzer: Einerseits ist Krieg für sie ein Wahn – wo ich ihr noch zustimme als Pazifist – aber genauer ein: Männerwahn, gegen welchen Frauen mutig Widerstand leisten würden – Mitscherlichs friedfertige Frau lässt grüßen. Auf der anderen Seite ist Frau Schwarzgeld ganz scharf auf Soldatinnen und engagierte sich dafür, dass Frauen auch Dienst an der Waffe leisten dürfen, denn: können Frauen etwa nicht kämpfen?! Der Grund für dieses Engagement: Schwarzer erhofft sich von Frauen in der Armee, dass dies identitätsstiftende Wirkung hätte. Mal abgesehen davon, dass diese Identität darauf hinausläuft, sich im direkten Vergleich zu Männern als ungenügend zu begreifen, stellt sich die Frage, was für eine Identität das sein soll. Doch nur eine Kriegswahn-Identität… nein Halt, es handelte sich ja um einen Männerwahn! Vermutlich geht Frau Schwarzer davon aus, dass Frauen sozial kompetenter kämpfen und töten, und keine Kriegsverbrechen begehen. Kurz und prägnant: Männliche Soldaten = Mörder, weibliche = Amazonen = Heldinnen.

Hierzu ein weiteres Beispiel: Doris Lessing berichtet über ein Erlebnis an einer Schule: Die Lehrerin erklärte ihren Schülern, dass an allen schlimmen Verbrechen wie Kriege stets Männer die Schuld tragen würden. Lessing kommentiert:

„Da saßen die kleinen Mädchen fett, selbstgefällig und eingebildet, während die kleinen Jungs zusammengesunken waren, sich für ihre Existenz entschuldigten und dachten, dass das so ihr ganzes Leben lang weitergehen würde. Das passiert überall in den Schulen und niemand sagt ein Wort.“

Ich finde dieses Beispiel deswegen bemerkenswert, weil sich die Doppelmoral und Verlogenheit des Feminismus kaum besser demonstrieren lässt: Denn was diese saubere Lehrerin dort macht, ist genau das, was sie dem männlichen Geschlecht vorwirft. Sie betreibt Feindbildpropaganda – im Geschlechterkrieg. Denn zur Feindbild- und Kriegspropaganda gehörte es schon immer, dem Anderen vorzuwerfen und anzudichten, er wäre auf Krieg aus. Und sie merken es nicht…

Studium mit Zukunft: Genderismus

Christian macht sich bei „Alles Evolution“ Gedanken darüber, welche beruflichen Aussichten die Absolventen eines Gender-Studienganges haben und äußert sich eher skeptisch.

Dieses Skepsis ist unangebracht und ein Optimismus durchaus berechtigt, wie sie hier aus zweiter Hand geäußert wird.

Denn wenn man mal bei Birgit Kelle nachschaut, dann weiß man, dass die Berufsaussichten für Genderisten hervorragend sind. Sie beschreibt unter anderem eine kleine Auswahl:

Verwaltungen sollen auf gendergerechte Sprache umstellen, Diversity-Beauftragte eingestellt, Broschüren überarbeitet, Schulbücher neu gestaltet, Kindergartenmaterial zu Schwul-lesbisch-intersexuell-transgender-transsexuell-queer-Geschlechtlichkeit erstellt werden. Lehrer, Polizisten, Kindergarten-Erzieherinnen, Pflegekräfte, Elternbeiräte, Schüler-Vertreter, Ärzte, Vereine, Verwaltung – alle sollen mit geeigneten Maßnahmen oder bereits in der Aus- und Weiterbildung ihr geschlechtssensibles Denken schulen, um es an ihre Schützlinge, Mitarbeiter und Patienten weiterzureichen.

Oh ja, die Umsetzung der Gender-Mainstreaming-Strategie benötigt viele, viele Politkommissare Gender-Experten, die in jedem Winkel der Gesellschaft den Gender-Aspekt einbringen. Die Zukunft wird spannend…

Feministischer Mainstream: Die "Tagesschau" über einen Andrizid

Vor einiger Zeit stellte ich die Frage, was eine Feministin und die „Tagesschau“ gemeinsam haben. Die Antwort ist: Beide verfolgen dieselbe Informationspolitik, was bedeutet, dass männliche Opfer und weibliche Täter unsichtbar gemacht werden und männliche Täterschaft und weibliches Opfertum betont wird.

Heute berichtet die „Tagesschau“ über die Festnahme von Kriegsverbrechern, denen eine Beteiligung am Andrizid (geschlechtsspezifischer Massenmord an Jungen und Männern) in Srebrenica vorgeworfen wird. Dem Nachrichtenkanal „Tagessschau24“ ist dieses Thema, welches den größten Massenmord in Europa seit Ende des zweiten Weltkriegs betrifft, nur ein paar Sekunden wert – eine kleine Meldung mittendrin. Weiterhin wird das Geschlecht der Opfer unsichtbar gemacht, es wird geschlechtsneutral von ermordeten „Muslimen“ gesprochen. Während 8.000 ermordete Jungen und Männer nur ein paar Sekunden wert sind, folgt gleich im Anschluss ein ausführlicher Beitrag über feministische Kunst, welche die arme Hausfrau beklagte, Frauen also, die sich ihr Leben durch die Arbeit eines Mannes unterhalten lassen; sowie ein ebenfalls minutenlanger Beitrag über die frauenfeindliche Kultur in der Türkei.

Sendezeit ist kostbar, wie die „Tagesschau“ einmal dem Verein MANNdat mitteilte, der anfragte, warum in einer Meldung über das schlechte Abschneiden Deutschlands in der PISA-Studie nicht erwähnt wurde, dass besonders Jungen zurückbleiben.

Immerhin: Neugierig surfte ich die Internet-Präsenz der „Tagesschau“ an – nebenbei: Das Lesezeichen für diese Seite liegt in meinen Lesezeichenordner „Feminismus“ – und schaute nach, wie dort das Thema behandelt wird. Und: In einem einzigen Satz wird gesagt, dass es sich bei den Opfern um Jungen und Männer handelte.

Und jetzt stelle man sich vor, was wäre, wenn dort Mädchen und Frauen ermordet worden wären. Die Beschäftigung mit diesem Femizid (geschlechtsspezifischer Massenmord an Mädchen und Frauen) wären nicht nur der „Tagesschau“ Minuten wert, es gäbe längst ausführliche Dokumentation über diesen Massenmord, welche auf verschiedenen Filmfestivals geehrt werden würden, und der Bundestag würde eine Schweigeminute abhalten, so wie zu den 3.000 Ermordeten von 9/11. Zudem dürften wir uns anhören, dass dieser Massenmord in direkter Verbindung zu einer „patriarchalen“ Kultur stände, eine Verschwörungstheorie, die sämtliche Männer in Sippenhaft nimmt.

Aber hier sind die Ermordeten eben nur die Menschen zweiter Klasse, also…

Selbstbewusstsein vs. Aggression oder warum starke Frauen dem Feminismus schaden

Ich bin in der Öffentlichkeit unterwegs. Ich guck hierhin und dahin und habe dann für ein paar Sekundenbruchteile Augenkontakt mit einem jungen Mann, der prompt aggressiv reagiert: „Was glotzt Du so!?“.

Ich denke nicht, dass irgendjemand annehmen wird, dass es sich bei diesem jungen Mann um eine starke, selbstbewusste Persönlichkeit handelt. Jeder Hobbypsychologe kann die Ferndiagnose stellen, dass hier mit übertrieben aggressiven Verhalten eine Schwäche, eine Unsicherheit kompensiert wird. Wer wirklich selbstbewusst ist, hat ein aggressives Auftreten nicht nötig, mit welchem ein verletzlicher Kern, eine solche Persönlichkeit geschützt werden muss, ganz nach dem berühmten Motto: „Angriff ist die beste Verteidigung!“; wobei aber zugleich eingeräumt wird, dass sowas wie eine „präventive Verteidigung“ anscheinend nötig ist.

Das ist ein ganz wesentlicher Punkt, den viele Feministinnen, genauer: Verbiesterte Emanzen nicht kapiert haben: Aggression ist ein Symptom, welches im totalen Gegensatz zu einer starken Persönlichkeit steht. Unzählig die Kommentare von solchen Frauen, die meist triumphierend anmerken, dass Männer angeblich Angst vor „starken Frauen“ hätten.

Hierzu drei Anmerkungen:

1.) Der Umstand, und die ewige Doppelmoral, die man im Feminismus überall antrifft, nämlich dass ein Verhalten, welches bei Männern verurteilt wird – als „machohaft“, als „chauvinistisch“ oder (verbal) gewalttätig und dominant – bei Frauen gelobt wird, zum Beispiel als emanzipatorische Stärke. Ein gutes Beispiel hierfür ist die sogenannte „Butch“. Eine Butch ist eine Lesbe, die betont maskulin auftritt; keine Feministin käme auf die Idee, diese Lesbe dafür zu verurteilen, was bei Männern stets Grund für eine Anklage ist. Ein- und dasselbe ist schlecht, wenn es bei Männern auftritt, und gut, wenn es bei Frauen auftritt: Hier Gewalt, dort Stärke.

2.) Der zweite Punkt ist, dass solche Emanzen solcherlei Aussagen oft mit diebischer Freude und Triumphgefühl äußern. Ich persönlich wäre geschockt darüber, wenn ich mitbekäme, dass Frauen vor mir Angst hätten; ich würde intensiv darüber nachdenken, was ich an meiner Erscheinung und Auftreten ändern müsste, um das abzustellen. Hier zeigt sich desweiteren der Sexismus im Feminismus: Denn überleg dir einfach mal, wie eine Feministin es kommentieren würde, wenn irgendein Kerl voller Stolz verkünden würde, dass Frauen Angst vor ihm hätten…

3.) Der nächste Punkt ist, dass hier, wie oben dargelegt, diese Emanzen Stärke mit Aggression oder Verbiesterung verwechseln. Wenn also ein Mann Reißaus vor ihr nimmt, dann nicht unbedingt, weil er Angst vor ihr hat, sondern schlicht, weil sie ihm einfach unangenehm ist. Denn: Echte Stärke und Selbstbewusstsein benötigt keine Aggression, keinen Angriff – es besteht kein Grund, vor wirklich selbstbewussten Menschen Angst zu haben, weil von ihnen nichts zu erwarten ist, wovor man Angst haben müsste. Insofern ist der häufig gehörte Ausspruch, dass Männer Angst vor „starken Frauen“ hätten, schlicht eine Karikatur seiner selbst.

Im Folgenden stelle ich zwei Beispiele gegenüber. Das erste stammt aus dem feministischen Klassiker „Der Tod des Märchenprinzen„. Hier beschreibt die Autorin unter anderem, wie ihr mal hinterhergepfiffen wurde, und sie darauf den „Belästiger“ so richtig – pardon – zur Sau machte. Dieses Werk hat inzwischen Jahrzehnte auf dem Buckel, und Feministinnen haben den Männern inzwischen erfolgreich solches Verhalten aberzogen – was nicht gerade dafür spricht, dass Frauen (oder Feminismus) machtlos seien. Denn – um hier eine Anekdote zum Besten zu geben – einmal beschwerte sich eine nicht unattraktive Bekannte bei mir, warum ihr noch nie jemand hinterhergepfiffen hätte und fügte gleich noch vorwurfsvoll hinzu: „Was ist bloß los mit euch Männern?!“ Tatsächlich wurde ich selbst auch noch nie Zeuge eines solch ungebührlichen Verhaltens.

Das zweite Beispiel stammt vom Verführungskünstler Maximilian Pütz. Er berichtet, wie er einmal eine Frau angesprochen hat, mit einem der so ziemlich direktesten Anmachsprüche, nämlich:

„Entschuldige bitte, ich finde dich sehr attraktiv und würde gerne mit dir schlafen.“

(Nachmachen auf eigenes Risiko, das geht in aller Regel nach hinten los, so in ca. 99% der Fälle). Pütz merkt selbst an, dass in diesem Fall die Angesprochene außergewöhnlich reagierte, nämlich so:

„Das ist aber originell. Nur schade, ich bin verlobt; aber lass uns doch auf einen Kaffee gehen, ich muss wissen, was für ein Typ Du bist.“

Preisfrage: Welche dieser beiden Frauen ist selbstbewusst, stark? Diejenige, die auf einen Hinterherpfeiffer losgeht und zusammenstaucht, oder diejenige, die die direkte Anfrage auf den Beischlaf eben als das auffasst, was es ist: Eine Frage, auf der sie jede Möglichkeit hat so zu antworten, wie sie will. Die damit entspannt umgehen kann, und zu guter Letzt sogar mit Neugier reagiert? Die sich nicht bedroht fühlt oder sexuell belästigt, die als sexuell reife Frau mit der Sexualität des Mannes erwachsen umgehen kann und keinen neuerlichen #Aufschrei produziert?

In derselben Liga spielt Frau Thomalla, die ebenfalls zu Protokoll, gab, dass sie selbst damit umgehen kann, wenn ihr ein Kerl dumm kommt: „Da reicht ein Blick, und das war’s dann!“ Die also keine feministische Unterstützung nötig hat.

Und genau das ist der Punkt, warum das, was sich Feministinnen wünschen, nämlich starke Frauen, der Todesstoß für den Feminismus sind. Denn starke Frauen benötigen keine feministischen Anwältinnen, die einen #Aufschrei inszenieren oder Frauenquoten durchsetzen – weil selbstbewusste Frauen solche Situationen selbst regeln können, und selbst in Führungspositionen aufsteigen können, wenn sie es denn wollen.