Feministische Argumentationsformen (3): "Gleichberechtigung" und "Gleichstellung"

Die Feministin, Gender-Kompetente und inzwischen Verfassungsrichterin Susanne Baer erklärte in einem Beitrag des Forums „Aktion Mensch“ (offline), dass es bei diesem Schneckentempo der Frauenemanzipation noch Jahrhunderte bräuchte bis zur „Gleichberechtigung“.

Natürlich meinte sie „Gleichstellung“ – allerdings nicht bei der Müllabfuhr sondern nur in den guten Jobs, Chefposten beispielsweise.

Das fällt bei der Lektüre feministischer Texte häufig auf: Der schludrige Umgang mit diesen Begriffen. Und nicht nur bei Vulgär-Feministinnen sondern auch in Publikationen, von denen behauptet wird, sie seien wissenschaftlich seriös, zum Beispiel von Gender-Professorinnen.

„Gleichstellung“ und „Gleichberechtigung“ werden wild durcheinander geschmissen oder synonym verwendet; man spricht vom einen, wobei man eigentlich das andere meint, oder setzt voraus, dass das eine automatisch zum anderen führt, woraus der Schluss gezogen wird, dass wenn das eine nicht vorliegt, es auch am anderen mangelt. Herrscht in der Chefetage keine „Gleichstellung“, dann – so die Behauptung – liegt auch keine „Gleichberechtigung“ vor; Frauen würden diskriminiert.

Gegen Gleichberechtigung kann kein vernünftiger Mensch was haben. Es bedeutet, dass jeder dieselben Rechte genießt, und unter den gleichen Optionen wie jeder andere wählen kann – unabhängig nicht nur vom Geschlecht sondern auch von anderen Eigenschaften, wie soziale Verhältnisse, Alter oder Hautfarbe. Eine Politik der Gleichstellung hingegen soll für Ergebnisgleichheit sorgen – zum Beispiel unter Müllmännern im Aufsichtsrat per Frauenquote. Es bedeutet, dass eine Gruppe bevorzugt und die andere benachteiligt wird, also die benachteiligte Gruppe nicht mehr gleich an Rechten ist, also keine Gleichberechtigung vorliegt. Das muss man sich mal klar machen: Diese Konzepte, die von Feministinnen ständig synonym verwendet werden, stellen in Wirklichkeit Gegensätze dar: Gleichstellung verletzt Gleichberechtigung und hebt diese auf!

Das bedeutet, dass Konzepte der Gleichstellung wie z.B. Frauenquoten im Konflikt mit dem Grundgesetz stehen, welches Gleichberechtigung vorschreibt und verbietet, dass jemand aufgrund u.a. seines Geschlechts benachteiligt wird:

Art 3 GG
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

 Es ist im höchsten Maße bedenklich, dass ausgerechnet eine Verfassungsrichterin nicht in der Lage ist, diese beiden Begriffe korrekt zu gebrauchen. Ob hier Inkompetenz oder Vorsatz vorliegt ist schwer zu beurteilen, laut Hadmut Danisch stellt diese Richterin in verschwurbelter Sprache ihre feministische Ideologie über das Grundgesetz; sie hat eine Mission, eine feministische, und keine Skrupel, dafür ihre Position zu missbrauchen. Mit anderen Worten: Die Frauenquote ist verfassungswidrig, wie jüngst auch ein Gutachten ergab, aber wenn man dagegen klagt, ist eine Feministin und Genderistin als Verfassungsrichterin dafür zuständig…

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