Gender: Mehr als zwei Geschlechter?

Vor Urzeiten las ich mal von einer hochinteressanten These (der gebildete Leser darf gerne einen Quellverweis posten), in der gesagt wurde, dass diejenige Gruppe von Menschen, die am meisten leidet, sich am Ende durchsetzen würde, weil sie mit dem größten Leid auch über die größte Motivation zu gesellschaftlichen Veränderungen verfüge. Ich bin kein Anhänger dieser These, da mir nach einigem Nachdenken einige Gegenbeispiele einfielen, wie zum Beispiel dass in unserer Gesellschaft die Reichen an der Macht sind, und nicht die Armen, die aber fraglos mehr leiden. Ein anderes Beispiel wäre die Dominanz des Feminismus, obwohl Frauen das glücklichere Geschlecht sind, wie erst jüngst eine OECD-Studie feststellte.

Es gibt Menschen, die sind anders als die Anderen – zum Beispiel, was ihr Geschlecht und ihre sexuelle Orientierung oder ihr Auftreten betrifft. Diese Menschen sind tagtäglich mit ihrem Anderssein konfrontiert, ganz einfach weil die Normalen eben normal sind. Das wäre kein weiteres Problem, wenn die Normalos tolerant oder sogar akzeptant wären, doch sie sind es nicht. In meinen Beitrag zum ewigen Outing riet ich den Andersseienden zu Nachsicht mit den intoleranten Normalos, sie können halt nicht anders.

Hierzu ein Einschub:

Etwas, das fremd ist, ist erst mal: Neu. Ungewohnt.

Das kann verschiedene, emotionale Reaktionen zur Folge haben. Eine positive wäre zum Beispiel: Neugier. Eine negative wäre Feindseligkeit. Beides sind berechtigte Reaktionen, denn etwas Neues, Unbekanntes kann sowohl etwas gewinnbringendes bedeuten, wenn man es erschließt, als auch etwas gefährliches. Ablehnung oder Feindseligkeit gegenüber jemanden, der anders ist, ist im instinktiven Programm verwurzelt, und das wird immer so sein.

Nehmen wir zum Beispiel Spinnen: Die meisten bei uns ekeln sich vor diesen Viechern, haben gar eine Phobie – obwohl sie völlig unberechtigt ist, denn keine Spinne in unseren Breitengraden ist für Menschen gefährlich. Wir haben diese instinktive Ablehnung von unseren urtümlichen Vorfahren geerbt, und bei denen machte und macht das ja auch Sinn. Nur: Würdest Du einen Spinnenphobiker moralisch veruteilen, so wie Du es mit einem Homophobiker tust? Xenphobie, also die Ablehnung von allem, was man nicht kennt, kann durchaus Sinn machen und ist evolutionär entstanden.

Einschub Ende.

Genderisten behaupten jetzt, es gäbe viele Geschlechter. Wobei man, je nachdem, wen man fragt, auf unterschiedliche Zahlen kommt. Mal sind es 60, mal 4.000 oder auch sieben Milliarden – „tendenz steigend“. Allein das schon zeigt die Unseriösität des Genderismus, jeder labert gerade so vor sich hin, wie es ihm gerade passt. Wenn Du Mathematiker nach der Zahl pi fragst, wirst Du von jedem dieselbe Antwort erhalten.

Homo-, Trans- und Intersexuelle (und alle, die ich hier nicht nenne) fordern ein, dass sie als eigenes, ja gleichwertiges Geschlecht anerkannt werden. Das ist: Humbug. Denn Sie sind es nicht.

Wenn man sich das näher anschaut, stellt man fest, dass die Definition all der anderen Geschlechter stets über die beiden (also zwei) Grundgeschlechter läuft. Der Homosexuelle ist ein Mensch mit dem Körper eines der beiden Geschlechter ausgestattet, und sexuell auf dasselbe ausgerichtet. Der Transsexuelle ist ein Mensch mit dem Körper eines der beiden Geschlechter, allerdings mit dem entgegengesetzten sozialen Geschlecht. Der Intersexuelle wiederum ist zwischen einen von zwei Geschlechtern angesiedelt. Jede Definition der „alternativen“ Geschlechter gründet auf die beiden Grundgeschlechter, die eigentlichen Geschlechter also.

Es gibt neben männlich und weiblich kein drittes Geschlecht wie „zylonisch“, welches sich unabhängig von den anderen beiden Geschlechtern definiert. Ich habe mal einen Science-Fiction-Roman gelesen, in welchem es um eine Alien-Spezies ging, die drei Geschlechter aufwies. Nur hier war es auch so, das für den Zeugungsakt tatsächlich alle drei Geschlechter gebraucht wurden. Das ist bei uns nicht der Fall. Für die Zeugung bedarf es genau zweier Geschlechter, alle anderen sind überflüssig und damit auch keine eigenen Geschlechter. Und weiter: Da kann sich der Transsexuelle auf den Kopf stellen, er wie alle anderen stammen von zwei Menschen ab, nicht 60, nicht 4.000 sondern: Zwei.

Jetzt wollen aber die Nicht-Cis-Menschen als eigenständige Geschlechter akzeptiert werden. Manche Forderungen dabei sind harmlos. Das tut keinem weh, wenn bspw. ein Intersexueller im Personalausweis einen anderen Eintrag als „männlich“ oder „weiblich“ machen kann. Wenn aber im Behördensprech nicht mehr von Mutter und Vater, sondern von „Elter 1“ oder „Elter 2“ die Rede ist, dann tut das weh. Nun, Nicht-Cis-Menschen mögen unter einem enormen Leidensdruck stehen, weshalb es dazu führt, dass sie jetzt kuriose Maßnahmen durchsetzen können. Dennoch werden sie nichts daran ändern können, dass sie immer eine Minderheit bleiben werden, die immer wieder auf’s neue Befremden auslöst, und einen dadurch schmerzhaft spürbar macht, dass man anders ist, wohlmöglich nicht dazugehört.

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12 Gedanken zu „Gender: Mehr als zwei Geschlechter?

  1. Poser-Jay

    „Jede Definition der „alternativen“ Geschlechter gründet auf die beiden Grundgeschlechter, die eigentlichen Geschlechter also.“ Das sehe ich genauso. Warum sollte die Evolution, welche bei allen anderen Lebewesen – bis auf die asexuellen – 2 Geschlechter hervorgebracht hat, bei uns Menschen eine (derart drastische) Ausnahme machen und 60 oder gar mehr Geschlechter entstehen lassen, wo die Selektionsbedingungen von unseren Vorfahren bis hin zum homo sapiens (sapiens) doch (weitestgehend) die gleichen geblieben sind und sich Zweigeschlechtlichkeit durchgehend als das vorteilhafteste Modell bewährt hat?

    Es ist schon lächerlich, wie uneinig sich die Genderspinner in eigener Sache sind. Die einen brabbeln, das Geschlecht sei allein sozial konstruiert; Mann und Frau seien grundsätzlich genau gleich, womit es keine Unterschiede zw. den Beiden gäbe und die anderen faseln was von 4.000 versch. Geschlechtern. Erstere These ist schon absurd genug, weil es keinen Sinn ergibt, dass die Evolution (die ja grundsätzlich Diversität vorantreibt) zweimal das exakt gleiche Modell hervorbringen sollte, obwohl deren Rollenanforderung hinischtlich der optimalen – wie auch durchgehend bei allen sexuell reproduzierenden Lebewesen auftretenden – Methode bei der Fortpflanzung (Gene möglichst weit verbreiten vs. sorgfältige Partnerwahl) grundverschieden sind und deren genetische Einprogrammierung sich als Selektionsvorteil durchgesetzt hat. Aber nun auch noch die sexuelle Ausrichtung als eigenständiges Geschlecht etablieren zu wollen grenzt nun wirklich an absoluten Realitätsverlust.

    Nicht nur, dass etliche renommierten Wissenschaften (Biologie, Neurowissenschaften, Psychologie (bzw. ieS Evolutionspsychologie und Sozialpsychologie), ja selbst die Soziologie, welche die Realität ja sozialkonstruktivistisch untersucht) und deren wissenschaftlich wie empirisch gesicherten Erkenntnisse exakt das Gegenteil belegen (nämlich, dass es nun mal Unterschiede zw. den Geschlechtern gibt), sondern auch dass daraus nicht mal annähernd ein Mehrwert gewonnen wird. Inwiefern soll der Schwachsinn denn bitte Toleranz fördern? Was nutzt es denn bitte versch. sexuelle Ausrichtungen mit „neuen“ Labels zu versehen? Wo soll der Unterschied sein, wenn ein cisgender hetero einen transgender homo diskriminiert, oder ein „Hetero-Mann“ einen „Homo-Mann“? Oder ein Mann einen anderen Mann? Es bleibt in seiner Essenz genau die gleiche Scheiße…

    Vielmehr kotzt mich daran an, dass viele Schwule ja genau das Problem haben, dass sie von heterosexuellen Männer als „Tussi“ abgewertet und eben nicht als Mann wahrgenommen werden. Ihnen jetzt ein eigenständiges Label aufzudrücken verwährt ihnen erneut genau das; nämlich (endlich) als das anerkannt zu werden, was sie eig. sind: Nämlich Männer! Diese hohlen Vollidoten merken gar nicht mehr, wie sehr sie mit ihrem sturen „Toleranz-Dogma“ insgeheim nur weiter einen Keil zw. die Geschlechter (und Sexualitäten) treiben!

    Ich finde es mehr als beängstigend und gefährlich(!), dass wir mittlerweile in einer Gesellschaft leben, in der Ideologie(n) mehr Anerkennung und Aufmerksamkeit erfahren, als wissenschaftliche Erkenntnisse. Statt Aufklärung wird Propaganda betrieben, wodurch nur noch mehr Verdummung und Unmündigkeit des Individuums zur (selbstständigen) kritisch reflektierten (Weiter-)Bildung des eigenen Geistes gefördert wird…

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  2. Anonym

    „Wenn aber im Behördensprech nicht mehr von Mutter und Vater, sondern von „Elter 1“ oder „Elter 2″ die Rede ist, dann tut das weh“

    Öh? Würde mir nicht wehtun. Das würde ausdrücken, dass ich als Vater nicht weniger Wert bin als eine Mutter. Dass ich als Elter selbstverständlich jedwede Fähigkeit habe, die mein gegengeschlechtlicher Mitelter auch hat. Selbstverständlich ohne die Fähigkeit zur Austragung und zum Stillen, denn das ist biologisch unmöglich.

    Was meine Persönlichkeit als Vater und Erzeuger nicht tangiert.

    Gerhard

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  3. uepsilonniks

    @Gerhard: Ich glaube, da sitzt Du einer Illusion auf. Dieses Orwell-Neusprech dient der Neutralisation der Geschlechter und nicht eine Verbesserung der Situation der Väter. Im Zweifel wird man ganz genau wissen, wer Mutter und wer Vater ist. Ähnlich wie in Gender: Laut offizieller Lehrmeinung existiert sowas wie „Frau“ gar nicht, wenn aber ein Geschlecht per Quote gefördert wird, weiß auch der überzeugteste Genderist, wer in den Genuss der Förderung kommt: Frauen – ganz ohne Gendersternchen*

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  4. petpanther

    „Ich finde es mehr als beängstigend und gefährlich(!), dass wir mittlerweile in einer Gesellschaft leben, in der Ideologie(n) mehr Anerkennung und Aufmerksamkeit erfahren, als wissenschaftliche Erkenntnisse. Statt Aufklärung wird Propaganda betrieben, wodurch nur noch mehr Verdummung und Unmündigkeit des Individuums zur (selbstständigen) kritisch reflektierten (Weiter-)Bildung des eigenen Geistes gefördert wird…“

    Da ist m.E. noch mehr dahinter.

    Genderismus ist vor allem auch ein willkürliches Herrschaftsinstrument.

    Funktioniert über Sexualisierung von allem und jedem. Dann Kategorisierung in zu Begünstigende und zu Benachteiligende.

    Geplant installiert (bedenkt man das gewisse Kreise davon schon sehr früh wussten, siehe frühe UN Women Konferenzen, UN->EU->BRD) über GG-widrigen *aktiven* also den Staat ermächtigenden willkürlich auslegbaren GG Art 3 Abs 2, abgeschottet durch eingeschleuste genderfeministische Verfassungsrichter im passenden Ressort, wiederum verfassungswidrig entgegen dem Säkularisierungsgebot in der Anmassung einer Leitkultur bürokratisch, also am Souverän vorbei, eingeführt.

    Mittlerweile ist dies ein gut beobachtbares symptomatisches Muster.

    Damit wird jetzt die Mehrheit in Schach gehalten und gesellschaftliche Extorsion betrieben. Unter gegenteiligem Narrativ. Das ist ein lupenreines totalitäres und sogar Rassismus-artiges Instrument, dass auch in geradezu klassischer Weise auch wieder eugenische Züge hat.

    Wer sich da im Hintergrund abspricht und Fäden zieht, ist nicht einfach zu erkennen, in rudimentären Zügen aber schon. Was jedoch erkennbar ist, ist das es sich um mittlerweile darauf fußende weitverzweigte und umfassende Korruption handelt, in allen gesellschaftlichen Gewalten und Institutionen.

    Es wird auch zunehmend schwierig hier irgendwelche Aluhüte zu unterstellen. Dafür wird ist es mittlerweile dann doch allzu deutlich geworden.

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  5. Adrian

    „Homo-, Trans- und Intersexuelle (und alle, die ich hier nicht nenne) fordern ein, dass sie als eigenes, ja gleichwertiges Geschlecht anerkannt werden.“

    Wo hast Du das denn her?

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  6. uepsilonniks

    Mit dem Hinweis auf „einx Profx“ meinte ich, dass vielleicht nicht Du aber andere darauf bestehen, dass Nicht-Cis-Menschen eingenständige und gleichwertige Geschlechter seien. Dass das falsch ist, habe ich oben dargelegt.

    Ich habe jetzt gerade nicht die Zeit, alles hier reinzutippen, was ich sagen will, nur soviel: Dass sich bspw. Intersexuelle weder Mann noch Frau zuordnen wollen und/oder können, damit habe ich auch kein Problem; nur – nenn mich intolerant – erkenne ich sie nicht als gleichwertiges Geschlecht an, wie es manche einfordern.

    Guck später noch mal rein, dann schreib ich mehr dazu; ach ja: Wenn Du auf einer Gender-Veranstaltung die These aufstellst, dass es nur zwei Geschlechter gibt, dann handelst Du dir einen Shitstorm ein, der sich gewaschen hat.

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  7. OscarWilde Fan

    „Inwiefern soll der Schwachsinn denn bitte Toleranz fördern? Was nutzt es denn bitte versch. sexuelle Ausrichtungen mit „neuen“ Labels zu versehen?“

    NmA ist die 'Sache mit den Labels' genau das Problem des aktuellen Zeitgeistes. Diskriminierung und Vorurteile finden nie auf der individuellen Ebene statt, sondern immer auf der Ebene sozialer Gruppen. Das war ja der grundsätzliche (in einem liberalen Gesellschaftsbild begründete) Ansatz der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung: den Schwarzen eben nicht primär als 'Angehörigen der Schwarzen', sondern als Person wahrzunehmen.

    Eine Person, ein Individuum kann ich nach ihren Taten und nach ihrem Charakter beurteilen, genau das, was die Bürgerrechtler wollten.

    Heute erfinden die SJWs aber jeden Tag neue politische Gruppen, die sie als Unterdrücker oder (meistens) Unterdrückte wahrnehmen und bewerten ihre Mitglieder ausschließlich nach der Gruppe zugeschriebenen Eigenschaften.

    Damit tut man das genaue Gegenteil dessen, was mit 'jeder Mensch ist vor dem Gesetz gleich' eigentlich gemeint war.

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