Feministische Argumentationsformen (4): Sexy gleich sexistisch

Eine regelmäßige Anklage aus der feministischen Sphäre ist, dass Frauen zu „Sexobjekten reduziert“ würden. Was es mit dem „Sexobjekt“ auf sich hat, habe ich hier bereits aufgeschrieben.

Dies kann man immer wieder auch in nicht-feministischen Medien nachlesen: Nämlich, dass Frauen als Sexobjekte dargestellt werden.

Hier kann man unterscheiden:

1.) Die Darstellung einer Frau als sexuell attraktiv
2.) Anspielung auf sexuelle Praktiken oder generell Sexualität in Verbindung mit einer Frau

Zu Punkt Eins lässt sich anmerken, dass die allgemeine, feministische Interpretation falsch ist. Wenn man eine Frau als sexuell attraktiv darstellt, ist dieses das exakte Gegenteil einer feindseliger Propaganda. Wirklich feindselige Propaganda arbeitet mit dem exaktem Gegenteil: Die Angefeindeten werden nicht als besonders schön dargestellt, sondern im Gegenteil als besonders häßlich und abstoßend. Nehmen wir beispielsweise die Propaganda der Nazis gegen die Russen. Diese wurden mitnichten als besonders schöne Menschen dargestellt, sondern vielmehr als Kreaturen mit entstellten Gesichtszügen und zähnefletschend. Genau das ist der Punkt: Wenn allüberall Frauen als (sexuell) attraktive Wesen dargestellt werden, ist dies das exakte Gegenteil dessen, was Feministinnen behaupten: Nämlich frauenfeindlich. Eine wirklich frauenfeindliche Propaganda würde Frauen als abstoßend häßliche Wesen darstellen, die Schmarotzer am Mann wären. Es wäre alles andere als eine Darstellung von Menschen, die man als schön empfindet, zu denen man gerne eine Beziehung unterhalten würde.

Was den zweiten Punkt angeht, lässt sich anmerken, dass dies nur dann als frauenfeindlich begriffen werden kann, wenn man generell sex-feindlich ist. Denn Cunnilingus (vornehm für „Lecken“) und deren symbolische Darstellung würde wohl kaum eine Feministin dazu verleiten, „männerfeindlich“ zu brüllen.

Eine attraktive Frau und symbolische Darstellung von Fellatio… beides geht gar nicht!

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass Feministinnen alles als sexistisch einstufen, was irgendwie sexy ist.

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8 Gedanken zu „Feministische Argumentationsformen (4): Sexy gleich sexistisch

  1. onyx

    „Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass Feministinnen alles als sexistisch einstufen, was irgendwie sexy ist.“

    Falsches Fazit. Das hälst du nur fest, weil du in deiner Betrachtung einen entscheidenden Punkt außen vor gelassen hast (den ich aber in meinem Artikel zu sexistischer Werbung – ich gehe davon aus, dass du das Bild daher genommen hast – dargelegt habe)

    Der Punkt, den du ignorierst, ist die sexualisierte Darstellung von Personen, die nichts mit dem zu beworbenen Produkt zu tun hat. Ich habe nichts gegen halbnackte sexy Frauen oder Männer, die für Urlaub, Bademoden, Kondome, Unterwäsche, Fitness oder sonstwas werben, was man im engeren oder weiteren Sinne mit Erotik, Nacktheit oder sonstiger Körperlichkeit verbinden kann. Das kann man durchaus sexy darstellen, ohne sexistisch zu wirken.
    Warum man aber Autos, Bier, Deutsche Bahn, Baumärkte, Radiosender oder what the fuck auch immer mit nackten Frauen dekorieren muß, entzieht sich meinem Verständnis.

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  2. Miria

    Das Problem ist doch offensichtlich: Das sexuelle Bild der Frau wird zweckentfremdet, es dient nicht dazu, jemandem eeine Freude zu machen, sondern jemanden zu manipulieren. Im Grunde ist diese Art der Werbung auch zutiefst männerfeindlich, weil sie damit spielt, dass bei Männern das Gehirn ausschaltet, wenn sie eine sexy Frau bzw. eine an Sex erinnernde Handlung sehen.

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  3. uepsilonniks

    Warum eigentlich schreiben hier gerade mehr Feministinnen als Maskulisten mit? Ist das hier ein feministisches Blog, oder was?!

    Naja, okay:

    @Miria:

    Du schreibst:

    Das Problem ist doch offensichtlich: Das sexuelle Bild der Frau wird zweckentfremdet, es dient nicht dazu, jemandem eeine Freude zu machen, sondern jemanden zu manipulieren.

    In der Werbung wird alles zweckentfremdet. Kauf jenes Produkt, und Du erlebst Familienidylle –> zweckentfremdung.

    Kauf dieses Produkt, und Du hast Erfolg beim anderen Geschlecht –> Zweckentfremdung.

    Die grundsätzliche Frage, um die es mir geht ist einfach, ob es sexistisch oder frauenfeindlich sei, wenn man Frauen als sexuell attraktive Wesen darstellt. Und darauf lautet meine entschiedene Antwort: NEIN. Einen Menschen als schön und begehrenswert darzustellen, ist das exakte Gegenteil von feindseliger Propaganda.

    Über deinen Hinweis, dass sexualisierte Werbung (auch) männerfeindlich sei, muss ich noch mal nachdenken.

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  4. petpanther

    „Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass Feministinnen alles als sexistisch einstufen, was irgendwie sexy ist.“

    Sie stufen es *vorübergehend* nur dann nicht so ein, wenn sie davon unmittelbar profitieren.

    Dann wieder zurück zum alten Verantwortungsabstreifungs- und Anklagemodus.

    Das ist ein Scamming, dass zur Verdeckung von sexueller Ausbeutung durch Frauen dient.

    Ist eigentlich uralt. Alles wird so bemäntelt. Frauen haben nie Verantwortung. Auch nicht dann, wenn es grotesk offensichtlich ist.

    Tradcon Rollenvereteilung wie es im Buche steht. Und Feminismus ist nichts anderes. Nur mit zusätzlicher Herabwürdigung des Mannes. Bisher geschichtlicher High-Score an Scheinheiligkeit und Verlogenheit.

    Entsprechend die Charaktäre der Feminismus Anhängerinnen und Anhänger?

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  5. uepsilonniks

    @Onyx:

    Um das zu präzisieren, warum sollte die „sexualisierte Darstellung“, also die Darstellung von Menschen (ich nehme an, Du schließt Männer ein) als sexuell attraktiv, mal „sexistisch“ sein, wenn das beworbene Produkt dazu keinerlei Anlass gibt, dann aber völlig okay, wenn es das Produkt hergibt? Kannst Du mir das erklären und nicht einfach erwarten, dass ich diese… äh, „logische“ Kette einfach so akzeptiere?

    Ich meine: Gibt es „gute Gründe“, die zum Beispiel Rassismus rechtfertigen würde? Entweder sind Darstellungen leichtbekleideter Frauen (und Männer) grundsätzlich sexistisch, oder sie sind es nicht. Und wenn sie es sind, gibt es auch keine „guten Gründe“, warum sie es aufeinmal nicht mehr sind.

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  6. Anonym

    >>“Warum man aber Autos, Bier, Deutsche Bahn, Baumärkte, Radiosender oder what the fuck auch immer mit nackten Frauen dekorieren muß, entzieht sich meinem Verständnis.“

    Natürlich entzieht sich dir das deinem Verständnis. Weil sich der Konsument dieser Produkte/Marke beim Kauf und Nutzung sexyier und anziehender empfindet, denn schau mal an sogar so heiße Menschen finden dieses Produkt gut, also kann ich dadurch bei denen punkten. Außerdem lässt uns der Anblick schöner Menschen einfach gut fühlen, gilt für beide Geschlechter.

    Man könnte sexualisierte Werbung ganz einfach abschaffen, indem den Urwunsch jedes Menschen für den anderen begehrenswert zu sein abschafft….

    Hier mal noch ein bisschen Lesestoff:

    http://www.mtp-mehrwert.de/nr-17/

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