Feministischer Mainstream: Die "Tagesschau" über einen Andrizid

Vor einiger Zeit stellte ich die Frage, was eine Feministin und die „Tagesschau“ gemeinsam haben. Die Antwort ist: Beide verfolgen dieselbe Informationspolitik, was bedeutet, dass männliche Opfer und weibliche Täter unsichtbar gemacht werden und männliche Täterschaft und weibliches Opfertum betont wird.

(c) tagesschau.de

Heute berichtet die „Tagesschau“ über die Festnahme von Kriegsverbrechern, denen eine Beteiligung am Andrizid (geschlechtsspezifischer Massenmord an Jungen und Männern) in Srebrenica vorgeworfen wird. Dem Nachrichtenkanal „Tagessschau24“ ist dieses Thema, welches den größten Massenmord in Europa seit Ende des zweiten Weltkriegs betrifft, nur ein paar Sekunden wert – eine kleine Meldung mittendrin. Weiterhin wird das Geschlecht der Opfer unsichtbar gemacht, es wird geschlechtsneutral von ermordeten „Muslimen“ gesprochen. Während 8.000 ermordete Jungen und Männer nur ein paar Sekunden wert sind, folgt gleich im Anschluss ein ausführlicher Beitrag über feministische Kunst, welche die arme Hausfrau beklagte, Frauen also, die sich ihr Leben durch die Arbeit eines Mannes unterhalten lassen; sowie ein ebenfalls minutenlanger Beitrag über die frauenfeindliche Kultur in der Türkei.

Sendezeit ist kostbar, wie die „Tagesschau“ einmal dem Verein MANNdat mitteilte, der anfragte, warum in einer Meldung über das schlechte Abschneiden Deutschlands in der PISA-Studie nicht erwähnt wurde, dass besonders Jungen zurückbleiben.

Immerhin: Neugierig surfte ich die Internet-Präsenz der „Tagesschau“ an – nebenbei: Das Lesezeichen für diese Seite liegt in meinen Lesezeichenordner „Feminismus“ – und schaute nach, wie dort das Thema behandelt wird. Und: In einem einzigen Satz wird gesagt, dass es sich bei den Opfern um Jungen und Männer handelte.

Und jetzt stelle man sich vor, was wäre, wenn dort Mädchen und Frauen ermordet worden wären. Die Beschäftigung mit diesem Femizid (geschlechtsspezifischer Massenmord an Mädchen und Frauen) wären nicht nur der „Tagesschau“ Minuten wert, es gäbe längst ausführliche Dokumentation über diesen Massenmord, welche auf verschiedenen Filmfestivals geehrt werden würden, und der Bundestag würde eine Schweigeminute abhalten, so wie zu den 3.000 Ermordeten von 9/11. Zudem dürften wir uns anhören, dass dieser Massenmord in direkter Verbindung zu einer „patriarchalen“ Kultur stände, eine Verschwörungstheorie, die sämtliche Männer in Sippenhaft nimmt.

Aber hier sind die Ermordeten eben nur die Menschen zweiter Klasse, also…

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3 Gedanken zu „Feministischer Mainstream: Die "Tagesschau" über einen Andrizid

  1. petpanther

    „Dem Nachrichtenkanal „Tagessschau24“ ist dieses Thema, welches den größten Massenmord in Europa seit Ende des zweiten Weltkriegs betrifft, nur ein paar Sekunden wert – eine kleine Meldung mittendrin. Weiterhin wird das Geschlecht der Opfer unsichtbar gemacht, es wird geschlechtsneutral von ermordeten „Muslimen“ gesprochen. Während 8.000 ermordete Jungen und Männer nur ein paar Sekunden wert sind, folgt gleich im Anschluss ein ausführlicher Beitrag über feministische Kunst, welche die arme Hausfrau beklagte, Frauen also, die sich ihr Leben durch die Arbeit eines Mannes unterhalten lassen; sowie ein ebenfalls minutenlanger Beitrag über die frauenfeindliche Kultur in der Türkei.“

    Das verdichtet und illustriert eigentlich gut unsere menschlich dekandent gewordene „Unkultur“.

    (Danke für diesen Artikel.)

    “When women go wrong men go right after them.”
    — Mae West

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