Toleranz und Akzeptanz

Menschen, Aufklärer sind gestorben, wurden verbrannt, weil sie für „Toleranz“ warben. Insofern müsste man annehmen, dass es als hohes Gut geschätzt wird, in einer modernen Gesellschaft. Dem ist nicht so, Toleranz ist manchen Minderheiten nicht genug, gefordert wird „Akzeptanz“.

Zur Erläuterung: Was vielen nicht klar ist, ist, dass Toleranz mit etwas Negativem verbunden ist. Toleranz übt man gegenüber etwas, was man nicht akzeptiert, was man ablehnt. Keiner übt Toleranz gegenüber seinem besten Freund, seinen Verwandten, weil dies nicht nötig ist. Toleranz kann man nur gegenüber jemanden üben, den man eigentlich ablehnt. Zum Beispiel der Religiöse gegenüber dem Ungläubigen, was in anderen Ländern und zu früheren Zeiten bei uns eine echte Herausforderung ist und war.

Jetzt gibt es sexuelle Minderheiten, die mit Toleranz nicht zufrieden sind, sondern Akzeptanz fordern. „Akzeptanz“ bedeutet anscheinend, dass man etwas als „gut“ erkennt – was vollständig von meinem eigenem Sprachempfinden abweicht: Ich akzeptiere, dass ich eine tödliche Krankheit habe und versuche nicht mehr einen Arzt zu finden, der mich doch noch retten kann. oder: Ich akzeptiere das Urteil, und geh nicht in Revision sondern in den Knast.

Tatsächlich kann man nur Toleranz einfordern, nicht aber Akzeptanz. Nehmen wir einen Rassisten, den wir auffordern, Akzeptanz gegenüber Migranten zu üben. Wenn er diese Forderung erfüllt, hört er auf, ein Rassist zu sein, und das ist in aller Regel: Unmöglich.

Genauso unmöglich ist es, eine Gesellschaft schaffen zu wollen, die frei ist von Homophobie. Beziehungsweise: Das wäre nur in einer totalitären Gesellschaft möglich; genauso wie es nur in einer totalitären Gesellschaft möglich wäre, Kriminalität und Rassismus endgültig auszurotten, oder wie Kelle nicht nur zum Bildungsplan schreibt:

Damit ist dieser Aktionsplan in seiner Gesamtheit ein Machwerk, das sowohl George Orwell als auch Aldous Huxley hätte erblassen lassen, angesichts der Kreativität des grün-roten Staatsapparates, der gerade zu Höchstform im totalitären Denken aufläuft.

Eine Gesellschaft ohne Fremdenfeindlichkeit, ohne Homophobie oder Kriminalität erfordert nichts weniger als ein totalitäres System.

Insofern fordere ich die Akzeptanzforderer dazu auf, selbst Akzeptanz zu üben. Nämlich Akzeptanz gegenüber der Tatsache, dass man einer Minderheit angehört, dass dies immer so sein wird, und dass es immer Arschlöcher geben wird, die sich einem gegenüber feindselig verhalten. Man kann über sexuelle Minderheiten in der Schule aufklären und um Toleranz werben. Was aber  nach hinten losgeht, ist, dass im Rahmen eines übergriffigen und schamverletzenden Unterrichts „Akzetpanz“ unterrichtet wird. Dies baut nur zusätzliche Feindseligkeit auf – bestätigt nur Vorurteile gegen die „Homo-Perversen“, die auf die Kinder anderer Menschen zugreifen.

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Ein Gedanke zu „Toleranz und Akzeptanz

  1. Anonym

    Es ist für mich immer wieder ein Rätsel, wie gerade Menschen, die sich liberal dünken, diese totaliäre Signatur nicht erkennen können, ja glauben, diese sogar noch unterstützen zu müssen. Kognitive Dissonanz? Im Übrigen glaube ich, dass mit dem Akzeptanz-Begriff noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Das Endziel ist Respekt …(wird dieser doch teilweise schon mit dem Akzeptanz-Begriff vermischt). Das sich dadurch aber erst Idiosynkrasien entwickeln könnten, wird naiverweise völlig außer Acht gelassen.

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