Feministische Argumentationsformen: Männer sind Opfer von Männern

Während im häuslichen Bereich Männer und Frauen ähnlich häufig zu Tätern und Opfern werden, dominiert im öffentlichen Bereich die Gewalt gegen Männer. Sobald man aber darauf zu sprechen kommt, wird so sicher wie das Amen in der Kirche angemerkt, dass hier die Täter ja auch Männer wären, dass Männer Opfer von Männern würden. In besonders geschmacklosen Fällen wird vielleicht noch gesagt, dass Männer ihr Rollenbild reflektieren und überdenken sollten – womit dem Opfer ja geholfen ist.

Dieses Beharren darauf, Männer in die Täterecke zu schieben, nennt sich „Victim Blaming“. Es lässt sich gut dadurch auflösen, indem man die Analogie zum Rassismus bildet. Auf der Plattform hatr.org wurde mal ein Beitrag veröffentlicht, der offenkundig rassistisch war: Der Autor sprach von „Negern“, die sich gegenseitig Gewalt antun. Der Punkt ist: Er verwies auf Tatsachen. Wenn in den USA Schwarze Opfer von (tödlicher) Gewalt werden, sind die Täter in aller Regel auch schwarz. Aus linker – und auch feministischer – Sicht ist es natürlich vollkommen inakzeptabel, achselzuckend darauf zu verweisen, dass Opfer und Täter derselben Bevölkerungsgruppe angehören oder gar, dass Schwarze von Natur aus zu Gewalt neigen – wie es bei Männern Gang und Gäbe ist, die ständig als das aggressivere Geschlecht gesehen werden, sei es angeboren oder anerzogen.

Ähnlich sieht es bei Gefängnisinsassen aus. Schwarze und Latinos sind in den US-Haftanstalten im Vergleich zur deren Bevölkerungsanteilen massiv überrepräsentiert. Jedem Linken ist klar, dass dies darauf zurückzuführen ist, dass bei diesen Gruppen das Risiko höher ist, in ein problematisches soziales Milieu hineingeboren zu werden; im Knast finden sich mehr Arme als Reiche, weil bei ihnen die Gefahr größer ist, mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten – nur bei Männern wird diese Logik nicht angewendet. Hierzu sagte bereits Warren Farrell, dass, wenn man wissen will, wer in einer Gesellschaft benachteiligt ist, man sich einfach nur ansehen muss, wer im Gefängnis sitzt. Dies ist ebenso ein Indikator für strukturelle Benachteiligung wie auch die Lebenserwartung.

Wenn in einem sozialen Milieu – z.B. unter Armen – vermehrt Gewalt auftritt, ist dies kein Zeichen einer (angeborenen) Neigung, sondern Ausweis struktureller Benachteiligung dieser Gruppe. Wenn also Feministinnen bei diesem Thema so eifrig darauf verweisen, dass Täter und Opfer demselben Geschlecht angehören und eine Schuldzuweisung vornehmen, machen sie etwas, was sich bei anderen Bevölkerungsgruppen – Arme, Farbige – von selbst verbietet und dort auch als Zeichen gesellschaftlicher Diskriminierung gesehen wird.

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Ein Gedanke zu „Feministische Argumentationsformen: Männer sind Opfer von Männern

  1. petpanther

    Arme, Obdachlose, Gefängnisinsassen, …

    Vor allem letztere sind vorwiegend Farbige und Latinos. Und zu einer hohen Prozentzahl Männer.

    Sie sind auch diejenigen, die vorwiegend von der Polizei mit Bias behandelt werden. Kürzlich hab ich aufgeschnappt, dass in diesen Gruppen Frsuen und Kinder angehalten werden die Männer zu denunzieren.

    Kann es sein, dass das vermeintliche Rassismusproblem eigentlich mehr ein Problem der Misandrie ist?

    Nur so ein Gedanke.

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