"Das kann ich selbst!" – über feministisch-soziale Inkompetenz und Geschlechterrituale

Erzaehlmirnix greift in einem Beitrag das Thema „Nice Guy“ auf, woraufhin dort eine breite Debatte entbrannte. Oliver Flesch macht daraus einen Blogeintrag, in dem es um das Aussterben der Gentlemen alter Schule geht und darum, dass manche Emanzen dieses Aussterben vorantreiben.

Das ist eine Binsenweisheit: Es ist eine schlechte Idee, einer Feministin die Tür aufzuhalten oder in den Mantel helfen zu wollen. Denn dafür kann man sich ein biestiges:

Das kann ich selbst, hältst Du mich für unfähig?!

einhandeln.

Und damit ist – wieder mal – die totale soziale Inkompetenz von Feministinnen unter Beweis gestellt. Sie wittert hier etwas, was mit den althergebrachten Rollenmodellen zu tun hat – und da, aber nur bist dorthin, hat sie sogar Recht. Nur ihre Interpretation solcher Verhaltensweisen zwischen den Geschlechtern geht vollkommen daneben. Kein Mann, der seinem Date in den Mantel helfen will, denkt sich, dass sie es nicht allein schaffen würde.

Wenn ein Mann einer Frau die Tür aufhält, ihr aus und in den Mantel hilft, wenn er ihr einen Koffer abnimmt oder den Stühl anrückt, wenn er aufsteht, wenn sich eine Frau zu seinem Tisch kommt, wenn er erst die Frau vorstellt, und dann erst den Mann… was bedeutet das?

Dies sind Rituale zwischen den Geschlechtern. Und was drücken sie aus? Sie drücken einen symbolischen Dienst aus.

Solcherlei Rituale sind symbolische Dienstleistungen, nur dass daraus ganz schnell ganz handfeste Dienste werden, spätestens wenn er die Rechnung für das gemeinsame Date zahlt – denn das Geld hierfür kommt ja nicht aus dem Nichts, fällt nicht vom Himmel, sondern er arbeitet dafür.

Der Anmachspruch:

Darf ich dich auf einen Drink einladen?

ist nicht umsonst einer der erfolgreichsten, denn er gibt die ganze Richtung vor, wie sich – vielleicht – die ganze Beziehung entwickelt: Er zahlt und übernimmt die Rechnung, er arbeitet für sie, er dient ihr.

Feministinnen beklagen ständig, dass Frauen die ganze unbezahlte Arbeit in einer Ehe leisten würden. Damit liegen sie falsch, denn eine Frau erhält das Gehalt ihres Mannes – nach der Scheidung heißt das dann „Unterhalt“, womit er ihr ihr Leben eben unterhält; und Männer, die sich dieser „Pflicht“ – „Unterhaltspflicht“ – entziehen wollen, werden mit Gefängnis bedroht – also die Vernichtung ihrer sozialen Existenz.

Nicht nur deswegen verbietet sich oben genannter Anmachspruch von selbst, denn ein PUA, der an einem Wochenendabend loszieht und jede Frau damit anspricht, ist locker mal 100.-€ los.

Tatsächlich erwarten immer noch viele Frauen, dass der Mann die Rechnung für einen gemeinsamen Abend übernimmt – womit die Geschlechterrollen vorgegeben sind, die später ein Anklagepunkt gegen Männer werden. So erwarten rund 30% der Befragten der Kontaktbörse „Parship„, dass der Mann beim ersten Date zahlen sollte. Und der Titel von „Eine Prinzessin zahlt nie selbst“ erklärt sich von selbst – eines der wenigen Bücher, welches ich ins Altpapier gab (ja, ich weiß…). Und auch Flesch berichtet im obig verlinkten Beitrag, dass sie sich zwar einladen ließ (echte Dienstleistung), sich dann aber nicht in den Mantel helfen ließ (symbolische Dienstleistung). Was eine Heuchelei…

Hierzu eine Anekdote: Ich war mal mit einem Date unterwegs, und wir steuerten eine Eisdiele an und kauften uns jeweils eine Tüte. Und dann regte ich mich tierisch über die sündhaft teuren Preise auf, bis mich mein Date darüber aufklärte, dass mich der Kellner ihr Eis mitzahlen ließ, ohne auch nur zu fragen. Immerhin: Sie bot mir an, mir ihr Eis zu zahlen. Ich lehnte ab, was zeigt, dass selbst Radikalmaskulisten von traditionellen Geschlechterrollen nicht verschont bleiben…

Zurück zur Emanze: Wenn sie ihm unterstellt, er halte sie für unfähig, allein in den Mantel zu kommen, ist das ein Beweis für die soziale Inkompetenz von Feministinnen. Denn wenn sie sozial kompetent wären, würde sie zwar erkennen, dass solche Rituale für ein traditionelles – und damit abgelehntes – Geschlechterverhältnis stehen, allerdings müsste ihre Reaktion anders ausfallen, nämlich:

Willst Du etwa mein Sklave sein?

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Ein Gedanke zu „"Das kann ich selbst!" – über feministisch-soziale Inkompetenz und Geschlechterrituale

  1. Matze

    Ich bin immer sehr beeindruckt wenn eine Frau sich selber die Jacke anziehen kann oder Türen alleine aufkriegt – sozusagen sprachlos macht mich das ^^

    Mal ehrlich, man muss schon unbedingt etwas schlechtes in jedem Verhalten von Männern gegenüber Frauen sehen wollen umd auf so einen Bullshit zu kommen.

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