Zur männlichen Kollektiv-Haft in der "Rape-Culture"

Batman? Spiderman? Superman? Welcher Superheld verbirgt sich hinter dieser unscheinbaren Gestalt, und warum verhindert er nicht gleich noch Mord, Raub und Totschlag?

Christian von „Alles Evolution“ kündigte eine feministische Theoriewoche an, in der es u.A. um „Rape-Culture“ gehen soll.

„Rape-Culture“ ist ein recht weites Feld, da eben die gesamte Gesellschaft als eine „Vergewaltigungs-Gesellschaft“ begriffen wird, was bedeutet, dass sich jedes Phänomen in der Kultur in dieser Hinsicht auslegen lässt. Insofern lässt sich das Thema kaum in einem einzigen Blogpost abhandeln, es sei denn man macht es kurz und begeht ein argumentatives Foul – nämlich einen Godwin – und stellt klar, dass die „Rape-Culture“-Theorie in dieselbe Schublade gehört wie die Nazi-Theorie über die jüdische Weltverschwörung und -herrschaft. Eine der seltenen Ausnahmen, wo ein Godwin berechtigt ist.

Nehmen wir obige tragische Gestalt; tragisch sage ich deshalb, weil ich früher mal genauso tickte, und obigen Mann einfach bemitleide und für ihn hoffe, dass er eines glücklichen Tages seinem Geistesgefängnis entkommen kann.

Denn das, war er hier vorführt, ist typisch für den Feminismus. Er kann selbstverständlich nicht Vergewaltigung verhindern, es handelt sich um eine Selbstanklage: „Ich bin ein Vergewaltiger, aber gelobe (unter feministischer Führung) Besserung!!!“ Solches kennt man auch aus anderen Diktaturen. Im stalinistischem Regime klagten sich Angeklagte selbst an und akzeptierten ihre Todesstrafe; nach einer „Behandlung“, auch Gehirnwäsche genannt.

Diese Horror-Theorie postuliert, dass der ganz normale, der ganz durchschnittliche Mann ein Vergewaltiger ist: „Jeder Mann ist ein potentieller Vergewaltiger!“, wobei Du hier „potentiell“ streichen kannst. Die im Bild gezeigte Aussage ergibt nur Sinn, wenn man eine Kollektivschuld aller Männer annimmt. So wie der Mann ist, ist er ein Vergewaltiger; erst durch feministische Anleitung kann er sich von dieser Schuld reinwaschen. Die Erbsünde im neuen Gewand aber mit dem gleichen Effekt: Nur durch den Beitritt in meine Kirche kannst Du Erlösung erfahren.

Was der junge Mann da oben macht, ist weniger, dass er seine Handlungsmöglichkeiten beschreibt, als vielmehr eine Kollektivanklage gegen das männliche Geschlecht zu formulieren. Jeder, der sich dem nicht anschließt, steht unter Verdacht, ein Vergewaltiger zu sein. Diese Selbsbeschmutzung des eigenen Geschlechts ist es, was das „I like“ bei Feministinnen auslöst.

Äh, hat da einer lila Pudel gesagt?

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3 Gedanken zu „Zur männlichen Kollektiv-Haft in der "Rape-Culture"

  1. Anonym

    Ich war vor Jahrzehnten ebenfalls so eine tragische Gestalt. Völlig naiv an die Uni gekommen, und mich dort „politisch engagiert“. Der Feminismus ist erstmal verführerisch. Wer ist nicht gegen Unterdrückung, und wer will nicht für das Gute und Gerechte streiten? Und gerade für einen jungen Menschen können solche Gruppen Halt und Orientierung bieten.

    So fangen Sekten Leute…

    Am Anfang habe ich ebenso als Mann bei den erwarteten Selbstdemütigungen mitgemacht, und fand das auch noch gut. Es ging aber relativ schnell bis die ersten Zweifel aufkamen. Ein paar Episoden sind mir lebhaft in Erinnerung geblieben, daß dieser Feminismus nichts mit Kampf gegen Unterdrückung zu tun hat, sondern schierer irrationaler Hass auf alles, was irgendwie männlich ist:

    – Schon beim ersten Treffen ist man sofort gemaßregelt worden, wenn man das Wörtchen 'man' aus Versehen verwendet hat. In einem Tonfall, als hätte man gerade die Wiedereinführung der Sklaverei befürwortet.

    – Eine Veranstaltung „Gegen Männergewalt auf dem Campus“. Jeder hat eine Trillerpfeife in die Hand gedrückt bekommen. Vorne hat eine Feministin sich mehr und mehr in Rage geredet, und auf Kommando mussten wir alle trillern, zu Sätzen wie: „ich höre Schritte hinter mir … Männerschritte!!!“ „Buuuhhhh!!! *triller*“ (ja, Kollektivanklage gegen das männliche Geschlecht)

    – Irgendwo lag ein Stapel EMMA aus. Als ich ein Heft in die Hand genommen hatte, hat es keine Sekunde gedauert, und eine unserer Feministinnen hat mir in unendlich arrogantem, herablassendem Tonfall mitgeteilt „Ja, das tut DIR ganz gut, wenn du das liest!“ (also Aussage: Du bist Mann, und dir muss regelmäßig gesagt werden, wie schuldig du bist)

    – Direkt danach hat mir jene Feministin gleich noch ein Heftchen von Luise F. Pusch in die Hand gedrückt. Ich hatte ernsthaft erst zweimal in meinem Leben das Bedürfnis, ein Buch schon nach 5 Minuten an die Wand zu pfeffern. Das Heft von der Pusch war das eine. „Mein Kampf“ war das andere. (Sorry für noch einen Godwin, aber die Pusch ist eine widerliche Sexistin unterster Schublade, genauso wie Adolf ein widerlicher Rassist unterster Schublade war)

    – Und unvergessen die Episode, nach der ich endgültig mit diesem Wahnsinn gebrochen hatte: Im Zoo der Stadt waren ganz frisch Löwenbabies geboren worden, der Zoo hat das entsprechend gefeiert, und unseren Feministinnen fiel nichts besseres ein, als wutschnaubend reingestürmt zu kommen, und von uns zu verlangen daß wir bei einer Spontandemo vorm Zoo gegen diese „Glorifizierung patriarchalischer Unterdrückungsstrukturen“ mitmachen. Die Situation war derart absurd und anmaßend, daß hier sogar die ganzen lila Pudel gestreikt haben.

    Naja, und seitdem bin ich Antifeminist. Seit 10 Jahren glücklich verheiratet mit einer vernünftigen Frau, die mir als Mann Respekt entgegenbringt, so wie ich ihr als Frau Respekt entgegenbringe. Und endlich im Frieden mit meiner Männlichkeit, die eine gute und positive Sache ist.

    Also: Es gibt Hoffnung für diesen jungen Mann. Die Erfahrungen von vielen Antifeministen scheinen sich sehr zu ähneln, und mit meiner Geschichte stehe ich nicht alleine. Zuerst naiverweise den Feminismus unterstützt, dort mehr und mehr Einblicke bekommen was Feminismus wirklich ist, irgendwann damit gebrochen. Ähnlichkeiten zum Ausstieg aus einer Sekte sind vorhanden. Ich habe mal eine treffende Metapher gelesen von einem Zeugen Jehovas-Aussteiger, was genauso auf Feminismus-Aussteiger passt: „Es war, wie wenn die ganzen Jahre der Geist von einem straffen Gummiband eingezwängt worden war, das plötzlich gerissen ist“

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  2. Anonym

    das mit der analogie zur erbsünde ist mir damals auch in nem seminar aufgefallen, hab mich aber nicht getraut das öffentlich zu sagen.

    schuldig, weil du als mann geboren bist. doppelt schuldig als hetero, dreifach als weißer.

    ausweg ist nur die heilsbotschaft annehmen, die von einer modernen priesterkaste angeboten wird, den uni-berufs-linksradikal-critical whiteness-feministen.

    die tatsache das da auch männer mitmachen hat mich gelinde gesagt verblüfft, denn bis auf wenige ausnahmen ist gerade an deutschen unis doch allgemein eher „links von der mitte“ sein der politische standard, also frauenunterdrücker und rassisten finden sich ja eher selten.

    das ganze erscheint wie ein „billiger“ kampf, im sinne von: bevor wir uns dahin begeben wo wir mit unseren theorien auf echten widerstand stoßen, also bei den prolls in der großraumdisco, bei den moslems in den problemvierteln, nehmen wir uns die „probleme“ an der uni vor, ein mikrokosmos, der mit der echten welt fast nichts zu tun hat und wo die männer den thorie ohnehin offener gegenüber sind.

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