"Ihr Männer seid Unmenschen, aber wir hassen euch nicht!"

Bei Onyx läuft gerade eine sehr lange, aber auch sehr lesenswerte Diskussion. Unter anderem geht es dabei auch um die Frage, ob und inwieweit Anne Wicorek männerfeindlich ist (ja, ist sie), was den Feministinnen dort aber nicht einsichtig ist, obwohl sich Leszek die größte Mühe gibt.

Was ich hierbei bemerkenswert finde, dass etwas offenkundiges – zumindest in meinen Augen – nicht erkannt wird. Ich habe mir schon mal Gedanken darüber gemacht, ob Feministinnen eigentlich bewusst lügen, und ich denke, dass die Antwort hierbei in vielen Fällen auf „Nein“ lautet.Wie die Faust auf’s Auge passt hierzu ein aktueller Beitrag des radikalfeministischen Blogs „Die Störenfriedas“. Dort stört man sich daran, dass man Andrea Dworkin (das ist die, die sich einen zur blutigen Masse zusammengeschlagenen Mann wünschte) als Hasspredigerin sieht. Dass man Feminismus und Hass auf Männer inzwischen gleichsetzt, ist ja schon Emma Watson aufgefallen, was dann aber als Verteidigung von Andrea Dworkin angeführt wird, ist als Studienobjekt zu kostbar, um es einfach zu ignorieren: Die gute Andrea war keine Männerhasserin, und als Beleg dafür wird dieses Zitat angeführt:

Ich glaube nicht, dass Vergewaltigung unvermeidbar oder natürlich ist. Wenn ich das täte, dann hätte ich keinen Grund hier zu sein… Habt ihr euch jemals gefragt warum wir [Frauen] uns nicht im bewaffneten Kampf gegen euch befinden? Nicht weil es einen Mangel an Küchenmessern in diesem Land gibt, sondern weil wir an eure Menschlichkeit glauben, entgegen aller Beweise.

 Gleich darunter werden Männer in einem Ausdruck als „gaffende Vergewaltiger“ beschrieben, zugleich aber der Vorwurf, man hasse Männer, zurückgewiesen, denn schließlich hält man Männer nicht angeborenerweise für Monster, sondern – ganz Gender-Theorie – sozusagen nur als solch erzogene Kreaturen – und wo man elegant die Frage umschifft, wer eigentlich wen erzieht. Grandios: Wer in solchen Äußerungen Männerhass sieht, ist selbst ein Frauenhasser – so das Fazit.

Wenn man dies auf den Rassismus überträgt, dann könnte ein Fremdenhasser nach einem seitenlangen Traktat über gewaltbereite Ausländer, die die guten Deutschen systematisch zusammen- und totschlagen, sich von dem Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit reinwaschen, indem er einfach angibt, dass Ausländer ja nicht von Natur aus Monster seien, sondern lediglich aufgrund einer missglückten Erziehung. Ich glaube aber nicht, dass er damit durchkommen würde, auch nicht bei den „Stoerenfriedas“.

Obiges Zitat ist Hasspropaganda pur, der Mann ist ein Unhold, wofür alle „Beweise“ sprechen, aber grundsätzlich – und deswegen sei es keine Hasspropaganda – ist er zu „Menschlichkeit“ fähig, was bedeutet, dass er so, wie er ist, eben kein Mensch sondern ein Unmensch ist. Das würde auch Alice Schwarzer unterschreiben, die mal meinte, dass ihr Großvater, von dem sie Liebe und Fürsorge empfing, der Beweis sei, dass „auch“ Männer Menschen sein können.

Was dort vorgeführt wird, ist, dass Männerhass als Beleg dafür angeführt wird, man hasse Männer nicht. Ein typischer Fall von und sie merken es nicht.

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4 Gedanken zu „"Ihr Männer seid Unmenschen, aber wir hassen euch nicht!"

  1. Matze

    Hi, bei einem anderen Onyx-Artikel über Rape Culture hast du etwas sehr treffend festgestellt:

    „Aber bevor wir einer Frau zutrauen, dass sie lügt, verdächtigen wir eher einen Mann, dass er vergewaltigt.“

    Sehr gut.

    Ich glaube nicht das man Onyx von irgend was überzeugen kann, was sie nicht glauben will. Ich sehe da einfach nirgendwo in irgendeiner Diskussion die ich bisher gelesen hab einen Fortschritt.

    Naja, ich bin mal gespannt was hier draus wird:

    https://onyxgedankensalat.wordpress.com/2015/03/14/du-akzeptierst-keine-manner-weil-weil-weil-halt-weil-du-uber-rape-culture-redestdrolf-logik-von-antifeministen/#comment-13146

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  2. Daniel

    Der Mann und der Junge sind in (radikal)feministischer Sichtweise nunmal defekte Menschen und können (wenn überhaupt) nur mit einer gewaltigen Dosis Feminismus repariert werden.

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  3. nachdenklichermann

    Mir fällt da eine Parallele zum Antisemitismus auf.

    Man unterscheidet zwei Arten von Antisemitismus. Die erste, viel ältere Art, wie sie zum Beispiel von Martin Luther vertreten wurde, besagt, dass Juden zwar minderwertig seien und entsprechend behandelt werden müssten, geht aber davon aus, dass sie durch Missionierung auf den richtigen Pfad zu bringen, bzw. zu heilen seien.

    Die zweite Art ist dann die moderne Art des Antisemitismus, wie er von den Nationalsozialisten betrieben wurde, der rassistisch argumentiert und Juden als Untermenschen qua Geburt ansieht, bei denen es auch keine Hoffnung zur Heilung gebe.

    Was die Störenfriedas also praktizieren, ist ein klassischer Antisemitismus, der mit dem Verweis darauf, dass es einen noch schlimmeren modernen Antisemitismus gibt, als religiöse Toleranz verkauft werden soll. Widerlich.

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  4. Anonym

    „Die Frauen gehen auf mich und meine männlichen Freunde nicht mit Messern los und massakrieren mich, weil sie an meine Menschlichkeit glauben?“

    Also: Hey, ich kill dich nicht, weil ich glaube, dass aus dir doch noch ein Mensch werden könnte.

    Diese Obszönität (und nebenbei typisch logikbefreit) erinnert mich an Schoppes Besprechung von der „friedfertigen Frau“. Natürlich beteiligten sich Frauen am Holocaust, aber sie taten das, um Konflikte mit den Männern zu vermeiden. Die Frau war in der Unterstützung und Durchführung des Mordens anderer Menschen in ihrem Kern doch mit einer guten/reinen Motivation gesegnet, Motto: Sie meinte es doch nur gut…

    Wenn eine Frau mich also abstechen würde, dann würde sie letztlich nur etwas Gutes tun, habe ich mich doch als nicht zur Menschlichkeit fähig erwiesen. Männerhassender Amok-Feminismus at its Best…

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