Problem: Die Töchter wollen nicht so, wie es sich die Altfeministinnen wünschen. Was jetzt?

Solche jungen Frauen machen Sorgen

Frau Knauff ist besorgt: Sie nimmt eine neue, nachwachsende Generation von Frauen wahr, die wenig daran denkt, den alten Kampf der Feministinnen weiterzuführen, noch genauer: sich sogar gegen Feminismus positionieren:

Mit Feminismus wollen sie nicht in Verbindung gebracht werden. Kund tun sie ihren Unmut im Netz unter dem Hashtag #womenagainstfeminism auf Tumblr und Facebook.

Und dann folgt etwas, was in meine Lieblingsrubrik …und sie merken es nicht fällt. Frau Knauff führt an, warum sich junge Frauen gegen Feminismus wenden, und einer der Hauptpunkte, der gleich mehrmals genannt wird, ist, dass Männer nicht als Feind oder „bösartig“ wahrgenommen werden – und dass man genau dieses dem Feminismus vorwirft. Nachdem dies von Frau Knauff selbst festgestellt wurde, führt sie in grandioser Weise ihre Merkbefreitheit vor, und macht den jungen Frauen mit jeder Menge Küchenpsychologie den Vorwurf, dass sie einen idealisierten Blick von den Männern pflegen würden:

In ihrem Wunsch nach Autonomie tragen die jungen Frauen eine rosarote Brille, wenn es um das männliche Geschlecht geht. Ein Problem für den Feminismus. Mitten im Abnabelungsprozess ist es den „Töchtern“ unmöglich, sich mit den „Müttern“ zu solidarisieren. Sie verbünden sich mit den Männern.
Das geht so weit, dass Männer idealisiert und deren wirtschaftliche und politische Vormachtstellung ausgeblendet oder als unproblematisch verstanden wird. Die positiven Erfahrungen mit dem eigenen Partner werden generalisiert und auf das Gesellschaftliche übertragen.

Diesem Statement lässt sich nicht nur entnehmen, dass Frau Knauff wieder zurück zu den alten, kaum überwundenen Feindbildern will, sondern auch, dass sie hier etwas bestätigt, dass ansonsten von Feministinnen in der Regel scharf zurückgewiesen wird: Nämlich dass das konstituierende Element des Feminismus eben Misandrie also Männerfeindlichkeit ist. Der Mann hat gefälligst Vergewaltiger, Gewalttäter und Despot an der Macht zu sein. Für Altfeministinnen, die nicht nur selbst dieses Feindbild pflegen, sondern es auch an die nachrückende Generation von Frauen – Töchtern – vererben wollen, ist es natürlich ein Problem, wenn der eigene Mann oder Bruder nicht als Feind begriffen wird – wo kommen wir da nur hin!?

Im Folgendem spricht Frau Knauff von „Müttern“ und „Töchtern“, ohne dabei auf die Idee zu kommen, dass es auch Väter und Söhne gibt, die – feministischer GAU – geliebt werden und nicht als frauenunterdrückende Sexisten gesehen werden. Dann aber der absolute Brüller: Zur Lösung solcher Generationenprobleme empfiehlt sie – die absolut unfähig ist, ihr Männerfeindbild zu reflektieren, selbst wenn man sie mit der Nase drauf stößt – „Reflexion“, die jungen Frauen sollen wohl reflektieren, dass ihr Männerbild viel zu gut ist, und es ablegen. Desweiteren lernen wir: Wenn eine junge Frau sich nicht feindselig zu Männern positioniert, dann ist sie schwach, denn nur wenn man – oder „frau“ – dem Beispiel der Altfeministinnen folgt, kann man stark sein.

Was, wenn diese Frauen erst erwachsen?

Frau Knauff führt exakt vor, was #womenagainstfeminism Grund zur Ablehnung des Feminismus ist, ohne dies reflektieren zu können. Stattdessen reagiert sie mit der Problemlösungsstrategie „Mehr desselben“, mit mehr Feminismus alter, männerfeindlicher Schule will sie die Kritik, Feminismus sei u.a. männerfeindlich, überwinden…

Wie ein Mutter-Tochter-Konflikt den Feminismus lahmlegt

Advertisements

4 Gedanken zu „Problem: Die Töchter wollen nicht so, wie es sich die Altfeministinnen wünschen. Was jetzt?

  1. Anonym

    „Sie [Die Töchter, Anm.] generalisieren ihre positiven Erfahrungen mit ihren Partner und übertragen das aufs Gesellschaftliche“.

    Selbstverständlich darf die Tochter das nicht! Grundsätzlich ist jeder Mann schlecht und böse, der gute ist die Ausnahme von der Regel.

    Und der Preis für den männerfeindlichsten Satz im Monat April: Herzlichen Glückwunsch Frau Knauff!

    Gefällt mir

    Antwort
  2. Matze

    „Die positiven Erfahrungen mit dem eigenen Partner werden generalisiert und auf das Gesellschaftliche übertragen.“

    Ja, wie kann man nur? Der Kodex sagt doch das man nur die negativen Erfahrungen mit dem eigenen Partner generalisieren und auf das Gesellschaftliche übertragen soll. Tztztz… die Jugend!

    Gefällt mir

    Antwort
  3. Daniel

    Eine Ideologie wie massiven inneren Widersprüchen wie Kommunismus, Nationalsozialismus oder (Radikal-)Feminismus fliegt einem früher oder später um die Ohren; das kann allerdings ein Weilchen dauern, wie die Geschichte zeigt.

    Gefällt mir

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s