Archiv für den Monat Mai 2015

"Wettbewerb kotzt mich an" (Gastbeitrag)

[Begrüßung]

seit Jahren grübel ich darüber nach, was eigentlich DER wesentliche Unterschied zwischen Mann und Frau ist. Und ich denke, es ist der Hang zum Wettbewerb, die Neigung sich immer an anderen messen zu wollen – in allen Disziplinen.

Vermutlich bin ich ein verkapptes Mädchen, denn: Wettbewerb kotzt mich an. Das Problem ist, dass alle Männer auf Wettbewerb stehen. Jedesmal, egal um was es sich handelt, muss man der Beste sein. Sei es, dass man säuft, dass man Poker spielt oder auch nur Videogames – ständig ist man dem Druck ausgesetzt, Spitzenleistungen zu erbringen, andere zu schlagen und zu besiegen.

Nehmen wir die Videospiele: Die sollten eigentlich Spaß machen, oder nicht? Nur wenn man in einer Männerrunde spielt, dann geht es auf einmal darum, dass man auch gewinnen muss.

Wenn ich für mich allein ein Rollenspiel spiele, spiele ich es auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad. Ich liebe es, in einem epischen Abenteuer unterwegs zu sein, aus erster Hand eine Geschichte zu erleben, aber eben mit der geringst möglichen Anforderung.

Und damit komme ich zurück zur oben genannten Männerrunde: Auf einmal ist der Schwierigkeitsgrad hochgeschraubt, jetzt wird von mir erwartet, dass ich meine Mitspieler besiege, oder aber zumindest mein Bestes gebe. Es geht nicht mehr darum, dass man Spaß hat am Videospiel, zum Beispiel Fußball, sondern es geht darum, den anderen zu schlagen, selbst der Beste zu sein.

Um mich nicht misszuverstehen: Ich denke, dass Wettbewerb durchaus seinen Sinn hat, da es die Menschen, vor allem Männer zu Höchstleistungen anstachelt. Was mich stört, ist, dass ich diesem Druck immer jederzeit ausgesetzt bin, zum Beispiel in der Freizeit, wo ich einfach nur ausspannen will.

Eine harmlose Frage wie: „Wollen wir spielen?“ bedeutet in Wirklichkeit: „Bist Du bereit, Höchstleistungen zu erbringen?“. Und das nervt.

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Die Haterin, die Probleme mit Hatern hat

Das feministische Staatsfernsehen brachte vor ein paar Tagen eine Sendung über HateSpeech, die mich neugierig werden ließ. In der ersten Hälfte lief es noch vernünftig ab: Dort wurde HateSpeech noch allgemein behandelt. Dann aber kippte der Beitrag: Auf einmal war nur noch ausschließlich von „HateSpeech“ gegen Feministen die Rede. Dabei wurde das gute alte Schema bedient, welches oft Anwendung findet: Sowas wie eine berechtigte Kritik am Feminismus existiert natürlich nicht, es gibt nur Schwarz und Weiß, nur Zustimmung oder Ablehnung also „HateSpeech“.

Feminismus, das ist die Ideologie, die Gaskammerphantasien für Juden Männer hervorgebracht hat. Feminismus ist, alte Judenwitze auf Männer umzuschreiben: „Was ist ein Mann in Salzsäure?“. Feministinnen, das sind die, die Hass und Gewalt gegen Männer predigen und dafür mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt werden. Feminismus ist, mit abgeschnittenen Genitalien zu posieren und anzukündigen, dass das Blut der Männer fließen wird.

Bitte nicht missverstehen: Das ist KEIN Hate! HateSpeech ist lediglich, wenn man ein Problem mit solchen Bildern hat und das auch äußert.

Jetzt also ist ein Staatssender auf Hatespeech (Hassrede) im Internet aufmerksam geworden. Vor allem gegen Feministinnen. Und er unternahm ein interessantes Experiment: Eine Feministin wurde angeheuert, einen feministischen Artikel zu schreiben, um „Hater“ anzulocken – zwecks Dokumentation. Dort heißt es gleich im Anreißer:

Beleidigt und bedroht – das werden vielen Frauen, die im Netz über Feminismus schreiben. Sind die Hater verwirrte Einzelheinze oder ist das Netz bloß ein Ventil für alltäglichen Frauenhass? Ein Gastkommentar von Julia Schramm

Gleich im ersten Absatz findet sich also der übliche feministische Größenwahn: Nämlich „die Frauen“ zu vertreten. Die Feministin bildet sich im ihren Narzissmus ein, für „die Frau“ zu sprechen, und diagnostiziert also, dass der Hass Frauen und nicht etwa (auch männlichen) Feministen gelten würde – und selbstverständlich gibt es auch keinen Grund für solche Anfeindungen, man (besser: frau) hat selbst ja nie angefeindet.

Jetzt ist die arme Julia Schramm aber nicht der Unschuldsengel, als den sie sich hinstellt. So schrieb sie zu den Kindern, Frauen, Männern und Alten, die unter dem Bombenteppich in Dresden starben:

„Sauerkraut, Kartoffelbrei – Bomber Harris, Feuer Frei!“

„Kartoffel“ ist eine abwertende Bezeichnung für Deutsche. Mit anderen Worten: Die liebe Julia verhöhnt hier auch noch bei lebendigen Leibe verbrannte Kinder; man muss kein Nazi sein, um damit ein Problem zu haben. Aber wenn man solches kritisiert, ist man natürlich gleich ein… Nazi oder eben „Hater“.

Es gibt zwei Arten von Hass: Einen erlaubten und einen verbotenen. Feministischer Hass wird von den Institutionen gefördert, antifeministischer angeklagt. Genauer hat das man-tau ausgearbeitet.

Deutschland Schlusslicht im Kinderkriegen – Wie kann das sein?

Deutschland hat Japan überholt:

Danach wurden in den vergangenen fünf Jahren im Durchschnitt 8,2 Kinder je 1000 Einwohner geboren. Das liegt unter dem Niveau des bisherigen Schlusslichts Japan von 8,4 Kindern je 1000 Einwohner.

Was das für unseren Wirtschaftsstandort bedeutet, haben bereits andere ausgearbeitet, vermutlich kann uns nur noch Einwanderung retten, was besonders die Rechten freuen wird.

Mich interessiert etwas anderes: Nach Jahrzehnten des (Staats-)Feminismus, nach einem massiven Ausbau der Fremdbetreuungseinrichtungen kriegen die Frauen (oder Männer?) also weniger und weniger Kinder. Es heißt doch, das große Problem der Frauen und Mütter in spe sei es, dass sie Beruf und Kinder nicht vereinbaren könnten, genau deswegen pflastern wir doch das Land mit Krippen und KiTas. Wie kann es da sein, dass die Gebärfreude so zurückgeht, wo wir doch den (angeblichen) Wünschen der Frau so entgegenkommen? Oder liegt es doch an einem Zeugungsstreik?

Kindermund…

„Kindermund tut Wahrheit kund“ lautet ein deutsches Sprichwort.

Ein besonders schönes:

„Frauen tun immer nur so, als wenn sie nichts zu sagen haben, dabei bestimmen sie Aalleess!!

Der insgesamt lesenswerte Bericht eines Trennungsvaters findet sich hier (auch mal die „versteckten“, also unzumutbaren Kommentare aufklappen).

Blogstöckchen: "Was anders wäre"

Cristian hat mir ein Blogstöckchen zugeworfen, welches ursprünglich von einer feministischen Seite stammt. Ich antworte kurz und knapp:

1. Was wäre anders in deinem Leben, in deinem Alltag, wenn du eine Frau wärst?

Mein Leben wäre wohl anders. Schon bei der Studienwahl hätte ich weniger auf’s Geld geachtet und einen Kurs belegt, der meinen Interessen entgegenkommt – irgendwas mit Literatur. Auf dem elitären Partnermarkt „Uni“ hätte ich mir eine „gute Partie“ geangelt. Ich hätte jetzt zwei oder drei Kinder und würde in Teilzeit arbeiten. Dieses Konzept würde ich auch jetzt schon gerne leben.

2. Was tust du nur deshalb, weil du ein Mann bist?

Im Stehen pinkeln 😉

3.Was tust du nicht / welche Dinge lässt du lieber, weil du ein Mann bist?

Ich liebe Kinder (aber nicht alle). Vor Jahren spielte ich deshalb mit dem Gedanken, eine Ausbildung zum Erzieher zu machen. Nachdem ich deswegen schief angeschaut wurde, und wirklich häßliche Fragen wie „Was willst Du denn von Kindern?“ gestellt wurden, habe ich es mir anders überlegt. Die Nähe zu Kindern ist eines der weiblichen Privilegien.

4. Durch welches Klischee fühlst du dich persönlich beeinträchtigt?

Dass Männer aggressiver als Frauen seien zum Beispiel. Vor allem aber, dass einer sexuell konnotierten Annäherung an eine Frau kein guter Wille zugrunde liegen könnte, sondern dies in den Bereich „Belästigung“ oder gar „Gewalt“ fiele.

5. Erzähle von einer Situation, in der du bemerkt hast, dass es von Vorteil ist, zur Gruppe der Frauen/Männer zu gehören.

Also da fällt mir nix Ernsthaftes ein, nur das hier: Wenn ich auf einer Veranstaltung die Toilette aufsuche und die lange Schlange vor dem Frauen-WC sehe, während ich mich sofort ohne Warten erleichtern kann.

6. Gibt es Situationen, in denen das Geschlecht keine Rolle spielt?

Ja, im Tod.

Ich werfe das Blogstöckchen Miria zu (natürlich mit getauschten Geschlechtern).

Filmkritik: "Waterworld"

„Waterworld“ feiert bald seinen zwanzigsten Geburstag, was nicht der einzige Grund ist, sich diesen Film mal näher anzusehen: Denn er war ein Flop. Nur warum?

(c) IMDB.com

Dieser Film bringt alles mit, was einen erfolgreichen Blockbuster ausmacht. Der Plot handelt in einer apokalyptischen Endzeitwelt, in welcher nach dem Schmelzen der Polkappen die gesamte Erde mit Wasser bedeckt ist. Weiterhin kommt der Film nicht nur mit dem Topdarsteller Kevin Costner daher, sondern erfüllt auch alle anderen Kriterien eines Spitzenfilms, wie eine überzeugende Tricktechnik, Action-Szenen und natürlich der alte Kampf Gut gegen Böse.

Trotz dessen war der Film nicht nur an den Kinokassen ein Flop, sondern wird bspw. auch bei der Filmdatenbank „IMDB“ mit gerade mal 6.1 abgestraft.

Woran liegt das? Die Antwort ist einfach: Die Hauptfigur, gespielt von Kevin Costner, befolgt nicht den Helden-, und auch nicht den Gentleman-Code. Er ist ein Einzelgänger, der allein um sein eigenes Überleben kämpft, aber nicht um das anderer. Dies hätte man ihm noch verzeihen können, wenn er diese harte Regel allein auf andere Männer anwenden würde, und nicht auch noch auf Frauen und Kinder – ja sogar Mädchen! Denn genau das tut er: So verlangt er am Beginn des Films einer Adoptivmutter ab, dass sie ihre Adoptivtochter dem sicheren Tod ausliefern soll. Später dann wird er zum Beispiel zum Beinahe-Zuhälter, bevor sich sein Sinn wandelt und er doch noch zum Frauenretter wird.

Anstatt also, dass er die klassische Heldenrolle erfüllt, und bereit ist, sein Leben für Frau und Kinder zu opfern, stellt er sein eigenes Überleben über das Anderer – einschließlich Frauen und Kinder. Und das verzeiht der Zuschauer dem „Helden“ nicht. Weder kann sich der männliche Zuschauer mit dem Helden identifizieren, noch kann der weibliche Zuschauer sein Handeln gutheißen – und das war’s dann: Der Film flopt.

Während Feministinnen das alte Konzept des „Prinz-rettet-Prinzessin“-Schemas ablehnen, lehnen die Zuschauer Filme ab, in welcher der „Held“ zumindest zu Beginn wenig daran denkt, die Rolle der Retters einzunehmen und dabei auch das eigene Leben zu riskieren.

Dass der männliche Held die für Männer alltägliche Härte auch Frauen und Kindern zumutete, das ist es, was der Zuschauer dem Film nicht verzeihen konnte.