Antifeminismus in zwei Dimensionen

Breivik war nicht nur islamophob sondern auch Antifeminist – was von Feministinnen sofort als Munition gegen Feminismuskritiker, Antifeministen oder Maskulisten verwendet wird: Wer sich gegen Feminismus positioniert, der ist mit solchen Massenmördern in eine Schublade zu stecken.

Jetzt ist es nur so, dass Breivik auch dafür war, eine Art katholischen Gottesstaat zu gründen, ohne dass irgendjemand auf die Idee käme, dem Papst oder Katholiken pauschal eine Mitverantwortung an Breiviks Mordtaten zu unterstellen.

Feministinnen verwerten die Ermordeten hingegen gerne, um sie gegen ihre politischen Gegner zu verwenden, wobei gerne ignoriert wird, dass sich Breivik und Feministinnen näher stehen, als es beide Parteien wollen.

Was hierbei zum Tragen kommt, ist, dass Antifeminismus grundsätzlich nur in eine Richtung verstanden wird: nämlich als eine rückwärtsgewandte, eine reaktionäre. Und auf einen Militaristen wie Breivik trifft das ja auch zu. Nur dass eine solche Auffassung zu 100% einem progressiven Maskulismus entgegensteht, der den „Mann“ nicht als Krieger versteht. Progressive, linksliberale Männerrechtler können einen Mann durchaus auch als schwach und schutzbedürftig verstehen, zum Beispiel als Gewaltopfer seiner Partnerin – was von Feministinnen ja geleugnet wird. Solche Männerrechtler verwahren sich gegen ein Konzept von Männlichkeit, welche besonders mit Kampfkraft assoziiert wird, im Nationalsozialismus eben als „hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder und flink wie Windhunde“. Eine solche Sichtweise wird ja gerade von Feministinnen reproduziert, wo sie überfordert sind mit einer anderen Vorstellung von Männlichkeit als an der Macht, als stark, als Handelnde und Wirkende, die nicht passiv einer Situation ausgeliefert sein können.

Das heißt, Antifeminismus kann in zwei, vollständig konträre Richtungen wirken. Einerseits aus einer rechten Perspektive, wo man wieder den Mann als Kämpfer will; andererseits aus einer linken Perspektive. Das verkompliziert die Debatte, da stets davon ausgegangen wird, dass sich Antifeminismus rechts positioniert, wie ja auch von Antimaskulisten wie Gesterkamp oder Kemper unterstellt wird. Dass gerade sie es sind, die hier reaktionär agieren, da sie konsequent eine Politik betreiben, in welcher es unmöglich ist, auch Männer mal als schwach und hilfsbedürftig zu begreifen, geht dabei unter.

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