Kein #Aufschrei und über paranoide Deutung

Sexuelle Belästigung ist angeblich etwas, was allein Männer gegen Frauen verüben. Ich war selbst schon Zeuge sexueller Belästigung, und zwar in beide geschlechtliche Richtungen. Witzig hierbei ist, dass in einem Fall die in meinen Augen Belästigte die ganze Geschichte recht locker nahm. So hatte ihr ein Ausbildungskollege gesagt, dass ihre Brüste persönliches Eigentum ihres Freundes sei – in meinen Augen eine Grenzüberschreitung; sie selbst aber lachte dazu nur (in Augen von Feministinnen typisches Verhalten eines Opfers des Stockholm-Syndroms).

Ich selbst habe mal einen Fall erlebt, der alle Kriterien eines #Aufschreis erfüllte. Ich saß in einer Bar an den Tresen, und eine Frau setzte sich neben mich und verwickelte mich in ein Gespräch. Dabei wurde sie aufdringlich, so berührte sie mich immer wieder an meiner Hand, was sich für mich nicht gut anfühlte. Ich zog daraufhin meine Hand zurück, was nur dazu führte, dass sie mich woanders berührte, zum Beispiel an meinem Arm. Daraufhin sagte ich ihr, dass sie mich bitte schön nicht anfassen solle – mehrmals. Am Ende wurde ich laut, so dass alle Umstehenden mithören konnten, wie ich ihr sagte, dass ich mich von ihr belästigt fühlte und dass ich sie mehrmals gebeten hatte, mich nicht anzufassen. Die Bedienung hinter der Bar, die offenbar alles mitverfolgt hatte, bekräftigte mich durch ein: „Das stimmt!“. Und selbst dadurch ließ sie nicht von mir ab. Also gab ich entnervt auf, stand auf und suchte mir in der Bar einen neuen Platz. Und selbst das reichte nicht. Sie folgte mir und giftete mich an, dass ich ein Schlappschwanz sei, der lediglich keinen hochkriegen würde.

Was wäre jetzt davon zu halten, wenn ich eine solche Erfahrung zum Anlass nehmen würde, eine Anklage zu formulieren, nämlich gegen „die Frauen“? Dass ich der weiblichen Seite vorwerfen würde, sie könnten keine Grenzen respektieren? Nun, erst mal würde ich mich natürlich lächerlich machen. Kollektivanklagen funktionieren nur von Frauenseite gegen die Männer.

Der Punkt an dieser Geschichte ist, dass sie nichts, aber auch gar nichts über „das“ weibliche Geschlecht aussagt. Frauen sind unterschiedlich (wie Männer), manche sind angenehm, andere nicht – dasselbe gilt für die Charaktereigenschaft „übergriffig“. Wenn ich mich jetzt hinstellen würde, und behaupten, diese meine Erfahrung wäre repräsentativ für die Eigenarten von Frauen und der Gesamtgesellschaft, dann wäre das eine „paranoide Deutung“.

„Paranoide Deutung“ stammt aus dem Umfeld der psychisch Erkrankten, bzw. deren Ärzte. Eine „paranoide Deutung“ führt dazu, dass man ein Missgeschick, ein Unglück verschwörungstheoretisch auslegt: „Das ist mir nur passiert, weil eine dunkle Macht, wie zum Beispiel ein Geheimdienst es zu verantworten hat!“. Eine solche „dunkle Macht“ kann aber nicht nur ein Geheimdienst sein, sondern zum Beispiel auch eine Gesellschaftsordnung, wie zum Beispiel das „Patriarchat“.

Ein einzelnes, kleines Unglück, ein Missgeschick, ein unangenehmer Zufall, eine respektlose Person, all das wird in einem größeren Kontext eingeordnet, in eine „typische“ Ordnung eingereiht – und dadurch wird es besonders schlimm, weil es eben dunkle Übermächtige auf einen abgesehen haben. Es fällt auf, dass gerade Feministinnen nichts anders machen, als alles ständig paranoid zu deuten. Zuwenig Cheffinnen? Frauen verdienen weniger? Sexuelle Belästigung, oder gar Gewalt? Alles in der Schuld des „Patriarchats“!

Wenn in meiner obigen Erfahrungen die Geschlechter getauscht wären, wäre dies für jede Feministin ein „typisches“ Beispiel dafür, wie es sich zwischen den Geschlechtern verhält, im „Patriarchat“. Wenn hingegen ein Mann das Opfer ist, greift die paranoide Deutung nicht, dann ist das nur die Ausnahme. Was ich erlebt habe, ist ohne jeden Zweifel Sch***e, wie jede Feministin zugestehen würde, nur sagt es halt nichts über die Gesellschaft aus (tatsächlich gibt es Studien, denen zufolge sexuelle Belästigung von Frauen gegen Männer genauso oft auftritt wie umgekehrt).

Feministinnen sind unfähig zu differenzieren zwischen Männern, die belästigen, und solchen die es nicht tun. Wenn eine solche Frau eine schlechte Erfahrung sammelt, dann ist dies für sie gleich Ausweis über ganze Gesellschaftsverhältnisse. Sie denkt nicht: „Okay, das war ein Arschloch, wie es halt Arschlöcher gibt“, sie denkt stattdessen: „Das ist die alltägliche Gewalt, wie sie Frauen im Patriarchat erfahren!“ – eine paranoide Deutung eben.

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4 Gedanken zu „Kein #Aufschrei und über paranoide Deutung

  1. Daniel

    Interessant wäre es zu wissen, inwieweit Feministinnen das glauben, was sie behaupten und inwieweit es Ihnen völlig klar ist, dass das Blödsinn ist. Zum Beispiel wenn Wizorek behauptet, dass Frauen wegen dem Patriarchat zu Zicken werden.

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  2. uepsilonniks

    Ob Feministinnen bewusst lügen, darüber habe ich mir hier schon Gedanken gemacht:
    http://der-juengling.blogspot.de/2015/03/lugen-feministinnen-eigentlich-bewusst.html

    Ich tippe (in vielen Fällen) auf „Nein“. Hier spielt auch massiv selektive Wahrnehmung und Gewichtung mit rein; Erfahrungen, die das bestehende Weltbild stützen („Wir leben in einer frauenunterdrückenden Kultur) werden eher wahrgenommen, schwerer gewichtet und dienen somit der Bestätigung und Verstärkung der eigenen bereits vorhandenen Sichtweise.

    Erschwerend kommt hinzu, dass sich Feministinnen a) in eine Filterbubble einschließen, und b) wir unter einen medialen Käseglocke leben, in der die Botschaft, wir lebten in einem „Patriarchat“ tagtäglich reproduziert wird.

    Zu a):
    http://der-juengling.blogspot.de/2015/02/uber-filter-bubbles-und-mannerrechts.html

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  3. Anonym

    Mir ist dieses Verhalten aber auch von so einigen „Männerrechtlern“ bekannt, die hinter jedem Angriff (oft sogar bei Kritik) den Staatsfeminismus vermuten 😀

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  4. uepsilonniks

    Wenn feministische Arbeiten an Unis oder Stiftungen erstellt werden, oder auch antimaskulistische Studien vom Steuerzahler gezahlt werden, ist es nun mal berechtigt, von einem Staatsfeminismus auszugehen. Und es ließe sich weiteres anführen, zum Beispiel die Gleichstellungsbeauftragten, oder das gesetzlich allein Männer benachteiligt werden, sowie der Förderung von Nur-Für-Frauen-Projekten bei gleichzeitiger Ignoranz gegenüber den Notlagen auf der Männerseite, die einfach sich selbst überlassen bleiben.

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