"Wettbewerb kotzt mich an" (Gastbeitrag)

[Begrüßung]

seit Jahren grübel ich darüber nach, was eigentlich DER wesentliche Unterschied zwischen Mann und Frau ist. Und ich denke, es ist der Hang zum Wettbewerb, die Neigung sich immer an anderen messen zu wollen – in allen Disziplinen.

Vermutlich bin ich ein verkapptes Mädchen, denn: Wettbewerb kotzt mich an. Das Problem ist, dass alle Männer auf Wettbewerb stehen. Jedesmal, egal um was es sich handelt, muss man der Beste sein. Sei es, dass man säuft, dass man Poker spielt oder auch nur Videogames – ständig ist man dem Druck ausgesetzt, Spitzenleistungen zu erbringen, andere zu schlagen und zu besiegen.

Nehmen wir die Videospiele: Die sollten eigentlich Spaß machen, oder nicht? Nur wenn man in einer Männerrunde spielt, dann geht es auf einmal darum, dass man auch gewinnen muss.

Wenn ich für mich allein ein Rollenspiel spiele, spiele ich es auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad. Ich liebe es, in einem epischen Abenteuer unterwegs zu sein, aus erster Hand eine Geschichte zu erleben, aber eben mit der geringst möglichen Anforderung.

Und damit komme ich zurück zur oben genannten Männerrunde: Auf einmal ist der Schwierigkeitsgrad hochgeschraubt, jetzt wird von mir erwartet, dass ich meine Mitspieler besiege, oder aber zumindest mein Bestes gebe. Es geht nicht mehr darum, dass man Spaß hat am Videospiel, zum Beispiel Fußball, sondern es geht darum, den anderen zu schlagen, selbst der Beste zu sein.

Um mich nicht misszuverstehen: Ich denke, dass Wettbewerb durchaus seinen Sinn hat, da es die Menschen, vor allem Männer zu Höchstleistungen anstachelt. Was mich stört, ist, dass ich diesem Druck immer jederzeit ausgesetzt bin, zum Beispiel in der Freizeit, wo ich einfach nur ausspannen will.

Eine harmlose Frage wie: „Wollen wir spielen?“ bedeutet in Wirklichkeit: „Bist Du bereit, Höchstleistungen zu erbringen?“. Und das nervt.

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10 Gedanken zu „"Wettbewerb kotzt mich an" (Gastbeitrag)

  1. Zockerkönig

    Sorry, Fußball und Poker machen nur Sinn, wenn jemand gewinnt.

    Mädchenpädagogik ist so, dass man nur aus Spaß spielt. Was folgt: Die Leistung geht extrem in den Keller.

    Ohne Wettbewerb kein Fortschritt. Es soll auch tatsächlich Leute geben, denen es Spaß macht, ihre Grenzen im Spiel auszuloten und immer weiter nach oben zu verschieben.

    Wem die leichteste Stufe reicht, sollte aber doch bitte die Menschen in Ruhe lassen, denen Wettbewerb Spaß bereitet. Wenn aber schon Minigolf mit anderen Menschen zum Problem werden kann…. 😀

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  2. Anonym

    Eine Frage an den Verfasser des Gastposts: Schon mal einen professionellen IQ-Test gemacht? Eine Konstellation, wo speziell ein Mann die Lust auf Wettbewerb schon sehr früh verliert ist nämlich unerkannte Hochbegabung.

    Würde ich wirklich mal machen lassen, und gleichzeitig zurückreflektieren wie es in der Kindheit war. Mathearbeiten einfach so runtergeschrieben während der Rest der Klasse daran verzweifelte? Kein Wunder, daß bei solchen Leuten die Motivation zu Wettbewerb einschläft.

    Das schöne an erkannter Hochbegabung ist, egal wie spät es erkannt wurde: Wenn man es mal weiss, dann kann einem der Konkurrenzdruck bei Fußball oder Poker immer noch scheissegal sein, und man darf Computerrollenspiele zur Entspannung auch weiterhin auf Level Easy spielen. Dann kann man sich lächelnd zurückziehen während die anderen stolz darauf sind daß sie die Pokerrunde gewonnen haben. Denn dann kann man sich auf den Wettbewerb in den Gebieten konzentrieren wo es wirklich zählt. Und da was zu leisten ist dann wirklich zutiefst befriedigend.

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  3. Unknown

    Dazu fällt mir auf, dass ich mich Wettbewerbssituationen auch lieber entziehe.
    Mannschaftssportarten kann ich nicht leiden.

    Es wirkt sich auch so aus, dass ich mich gerne mit Dingen befasse, in denen ich genug „Experte“ bin, dass mir noch kaum jemand das Wasser reichen kann. Mit den verbleibenden „Konkurrenten“ komme ich dann Partnerschaftlich gut genug klar, denn da ist man durch Spezialisierung jeder so individuell, dass eine echte Konkurrenz gar nicht mehr gegeben ist.

    Allerdings in Dingen wie Gesellschaftsspilen – da schlägt es auch bei mir durch. Da will ich dann wirklich auch gewinnen.
    🙂

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  4. Anonym

    jaja, die antwort der unangepassten auf alle ihre probleme: aspergers und hochbegabung.

    das anderssein muss schliesslich irgendwas überlegenes mit sich bringen.

    schon mal darüber nachgedacht, dass der begriff hochbegabung recht inflationär für jeden mit einem überdurchschnittlichen IQ gebraucht wird?

    Der Gastautor scheint eher komplexe mit etwaigem versagen zu haben und münzt dies in seiner (un-)logik auf den „bödsinnigen“ wettbewerb unter männern, auf den er keinen bock hat.

    es gibt durchaus situationen und spiele wo zuviel wettbewerbsgeist schädigend wirkt, keiner kann den typen leiden der mit 25 noch immer nicht verlieren gelernt hat und entweder rumschmollt oder mogelt um beim spieleabend zu gewinnen.

    und um geld spielen scheint mir auch dämlich, aber wems gefällt, bitte schön.

    aber videospiele auf dem niedrigsten schwerigkeitsgrad spielen? das wird doch dann durch die einfachheit frustrierend.

    tatsächlich kommt „spielen“ in der natur erst bei säugetieren vor, das herumbalgen von tierkindern dient dazu die eigenen fähigkeiten kennenzulernen und auszuloten. das der mensch, als gipfel der säugetierevolution, spiele in mannigfaltigster art entwickelt hat, ändert nichts daran das die prämisse gleichbleibt: jedes spiel ist ein test für verschiedene fähigkeiten. ob logik/ körperliche fähigkeiten/ reaktionsfähigkeiten oder kommunikation , es gibt für alles seit menschengedenken „tests“ in spielform. gewöhnlich bevorzugt jeder mensch das, worin er gut ist, weil gewinnen eben mehr spass macht als verlieren. allerdings haben die meisten spiele auch eben diese nicht kalkulierbare komponente namens „glück“.

    ganz wie das richtige leben 🙂

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  5. Anonym

    Hallo ein anderer Anonym,

    nimms mir nicht übel, aber der Stil deiner Antwort ist genau der Grund, warum wir Hochbegabten uns gegenseitig raten, unseren IQ und unsere Situation lieber zu verschweigen und nur mit Leuten zu diskutieren denen wir wirklich vertrauen.

    Sorry, aber Normalos haben nunmal keine Ahnung wie wir ticken. Wir haben unsere ganz eigenen speziellen Probleme, und keine Lust darauf, daß ihr Normalos euch auch noch lustig über uns macht und uns verspottet. Das macht die Situation für uns nicht im geringsten besser.

    Deshalb nochmal der Rat an den Autor des Beitrages: Ich kann natürlich schwer eine Ferndiagnose aufgrund der wenigen Zeilen stellen, aber lass dich einfach mal testen. Falls nicht, ok. Falls Hochbegabung festgestellt wurde: Du bist nicht alleine.

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  6. Anonym

    Sorry, aber ich halte das heutige Konzept von „Hochbegabung“ für daneben.

    Die Mitschüler/innen die ich kannte, die in solchen Maßnahmen steckten, waren allesamt Söhne/Töchter aus dem gehobenen Bildungsbürgertum, wo es einfach sehr viel häuslichen Druck wegen der schulischen Performance gab. Und auf einem deutschen Gymnasium viele Einsen zu haben ist IMO kein Indikator für „Hochbegabung“ sondern bloß der Attest im Schulsystem gut zurechtzukommen und eben für überdurchschnittliche Intelligenz. Der hohe häusliche Druck ging dann auch fast immer einher mit sehr restriktiven Maßnahmen seitens der Freizeitgestaltung a la „spiel nicht mit den Schmuddelkindern“. Das dabei dann Menschen am Ende rauskommen, die im „wirklichen“ Leben unangepasst sind, weil sie nach der Schule nicht raus durften, sondern zum Geigenunterricht etc. ist doch kein Wunder.

    Echte Hochbegabte sind doch Leute wie Mozart, die bereits im Kindesalter Können auf einem Gebiet vorweisen, wo Erwachsene jahrelanges Training brauchen um ähnliches zu schaffen.

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  7. Der Tiefgabte

    Ich kenne selbst jemanden, der angeblich hochbegabt ist. Das einzige was an ihm hochbegabt ist, ist seine ständige Besserwisserei ohne es besser zu wissen. Da er aber eine Hochbegabung attestiert bekommen hat, muss er ja recht haben.

    Ständig schickt er mir links von dubiosen Blogs mit absurden Botschaften, die anscheinend nur er zu durchschauen vermag. Letztendlich aber schießt er ständig am Ziel vorbei.

    Der Autor des Gastbeitrages soll hochbegabt sein? Ist doch lächerlich. Weder seine Sprache, noch der Inhalt seine Beitrages lassen auf eine Hochbegabung schließen.

    Hochbegabung wird tatsächlich inflationär ins Feld geführt. Könnte auch an den steigenden Zahlen der ADHS-Betroffenen liegen. Einige Symptome sollen ja ähnlich sein.

    Darf ich auch feststellen, dass das sprachliche Geschick des angeblich Hochbegabten hier ein wenig zu wünschen übrig lässt?

    „Deshalb nochmal der Rat an den Autor des Beitrages: Ich kann natürlich schwer eine Ferndiagnose aufgrund der wenigen Zeilen stellen, aber lass dich einfach mal testen. Falls nicht, ok. Falls Hochbegabung festgestellt wurde: Du bist nicht alleine.“

    Jetzt einmal ganz trocken: Es hat Dich auch niemand darum gebeten. Es wirkt eher so, als würdest Du auf Deine angebliche Hochbegabung hinweisen wollen. Kommt mir wunderlich bekannt vor.

    Anhand des Artikels kann man nämlich nicht auf eine Hochbegabung schließen. Der Artikel ist eher schlicht und lässt auf Probleme anderer Natur schließen.

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  8. Anonym

    @ der Tiefbegabte:

    word. allein schon die wortwahl des „hochbegabten“ anonym hier: mehrfach der hinweis auf die eigene hochbegabung, dann der begriff „normalos“ für den geistigen pöbel 🙂

    und natürlich die tatsache das hinter der begabtenförderung auch eine „industrie“ steht. beginnt alles mit überforderten gehobene mittelschichtseltern, die solange mit ihrem sohn/tochter zu psychologen etc gehen, bis einer mal sagt „hochbegabt“. dann werden an den entsprechenden instituten die „tests“ gemacht, die langeweile im klassenzimmer als „unterforderung“ umgedeutet, die eltern können doppelt glücklich sein, beim nächsten kaffeekränzchen mit den nachbarn die medal of honor des bildungsbürgertums vorzuweisen, ein hochbegabtens kind.

    diese eltern generieren die nachfrage, sie wollen nicht überfordert sein, sondern lieber durch zufall und in überzeugung an die überlegenheit der eigenen gene, ein wunderkind haben. die institute schaffen das angebot, seht her, ein stück papier(!!!) auf dem es steht: ihre gene sind so gut, sie haben einen übermenschen geschaffen!

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  9. Anonym

    Hallo!

    Also erstmal bin ich sicherlich nicht hochbegabt.

    Und Zweitens habe ich kein Problem mit Wettbewerb im Berufsleben, nur wenn ich am Wochenende mit ein paar Kumpels einen Abend ausspannen will, nervt es halt, wenn man an der Spielkonsole wieder Spitzenleistungen im Wettbewerb zu liefern hat – und das fällt mir besonders in Männergruppen auf. Wenn ich ein Spiel spiele, will ich Spaß am Spiel haben und nicht unter Leistungsdruck stehen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Jan

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