Archiv für den Monat Juni 2015

Feministinnen unzufrieden mit Staatsfeminismus

Die Widersprüche des Feminismus, also dass man es Feministinnen nicht recht machen kann, hat sehr lesenswert Felix Stern herausgearbeitet. Jetzt wurde diesem Aspekt ein weiteres Detail mit „Kritik des Staatsfeminismus“ hinzugefügt:

Nein, anders als man vermuten könnte, stellt dieses Buch keine maskulistische Kritik am Feminat dar.

Wenn jemand den Begriff „Staatsfeminismus“ in den Mund nimmt, dann möchte man doch meinen, dass es sich bei diesem jemand um einen fiesen Maskutroll handelt. Weit gefehlt: Hier sind es Feministinnen, die mit dem Feminat unzufrieden sind.

Aber von Anfang an: Feministinnen wollten vieles. Zum Beispiel Frauenquoten. An den Unis also in der Wissenschaft, im öffentlichen Dienst, in den politischen Parteien und natürlich in der Privatwirtschaft. Und sie bekamen das. Feministinnen wollten, dass Mütter unbelastet von den „Blagen“ arbeiten gehen können, und der Staat reagierte darauf, indem er flächendeckend Kinderverwahranstalten baute. Feministinnen ist die „patriarchale“ Sprache ein Gräul, ja eine Vergewaltigung, weswegen sich eine Sprachverhunzung immer mehr ausbreitet. Das feministische Monsterprogramm „Gender-Mainstreaming“ ist von der Regierung verpflichtend vorgeschrieben. Man kann nun wirklich nicht behaupten, dass das System den feministischen Anliegen gegenüber ignorant wäre.

Allerdings: Es gibt ein Sprichwort, wonach man vorsichtig damit sein sollte, was man sich wünscht, denn es könnte einem gewährt werden. Und genau das ist jetzt auch Feministinnen aufgefallen,die Störenfriedas etwa erkennen:

…vielmehr werden feministische Parolen dazu benutzt, Frauen als Bürger besser nutzbar für staatliche und wirtschaftliche Interessen zu machen.

und Antje Schrupp haut in dieselbe Kerbe:

Solche als Feminismus ausgegebenen Maßnahmen dienen letztlich dazu, die Ausbeutung der Arbeitskraft – und neuerdings eben auch die von Frauen – im Interesse „des Kapitalismus“ besser zu organisieren. Feministisch sei da dran gar nichts.

Bemerkenswert dabei ist, dass hier Männer als Opfer von Ausbeutung gesehen werden – eine für Feministinnen erstaunliche Erkenntnis. Dies aber nur als Randnotiz.

Zu einem anderen Aspekt: Neoliberale Ausbeutung der Frau habe mit Feminismus nichts zu tun. Ach, tatsächlich? War es nicht immer so, dass gerade Feministinnen die vollzeitarbeitende Frau forderten, ganz nach dem Motto, man wolle „Die Hälfte des Himmels“, wobei mit „Himmel“ eben die Berufstätigkeit gemeint war? Waren es nicht Feministinnen, die postulierten, die Frau zu Hause sei unterdrückt und ausgebeutet, Emanzipation bestehe in Vollzeitarbeit?

Eine – nein – die  Feministin Simone de Beauvoir forderte, dass man Frauen nicht die Wahlfreiheit lassen sollte, zu Hause zu bleiben um die Kinder großzuziehen. Und auf der internationalen, feministischen Frauenkonferenz in Peking 1995 wurde eine Agenda zum Gender-Mainstreaming verabschiedet, zu der unter anderem dieser Punkt gehörte:

4. Die Welt braucht eine 50/50 Männer/Frauen Quotenregelung für alle Arbeits- und Lebensbereiche. Alle Frauen müssen zu möglichst allen Zeiten einer Erwerbsarbeit nachgehen.

Dass Feministinnen jetzt so tun, als hätten sie mit der neuen Ausbeutung von Frauen nichts zu tun, ist also so verlogen, dass sich die Balken biegen. Tatsächlich ist das „Patriarchat“ dem feministischen Willen entgegengekommen und hat diesen umgesetzt. Die Ergebnisse also, die jetzt beklagt werden, sind nichts anderes als die Folge feministischen Willens. Aber nicht nur – darin muss man Feministinnen Recht geben: Feministische Politik, die auf Ausbeutung der Frau zielt, kommt sowohl kapitalistischen als auch neoliberalen Interessen entgegen. Ein wesentlicher, profitmaximierender Faktor hierbei ist, dass durch das Mehr an Arbeitskräften die Löhne sanken:

https://wwwut.wordpress.com/

Hierzu kursiert in antifeministischen Kreisen eine Verschwörungstheorie, die ich bislang nicht verifizieren konnte, mir aber einleuchtend erscheint. So soll der Superreiche und Großkapitalist Nicholas Rockefeller gesagt haben:

Der Feminismus ist unsere Erfindung aus zwei Gründen. Vorher zahlte nur die Hälfte der Bevölkerung Steuern, jetzt fast alle weil die Frauen arbeiten gehen. Ausserdem wurde damit die Familie zerstört und wir haben dadurch die Macht über die Kinder erhalten. Sie sind unter unserer Kontrolle mit unseren Medien und bekommen unserer Botschaft eingetrichtert, stehen nicht mehr unter dem Einfluss der intakten Familie. In dem wir die Frauen gegen die Männer aufhetzen und die Partnerschaft und die Gemeinschaft der Familie zerstören, haben wir eine kaputte Gesellschaft aus Egoisten geschaffen, die arbeiten (für die angebliche Karriere), konsumieren (Mode, Schönheit, Marken), dadurch unsere Sklaven sind und es dann auch noch gut finden.

Um zur Ausgangsfrage zurückzukehren: Was will der Feminismus? Bleibt die Frau zu Hause, ist sie Opfer des Patriarchats. Geht sie arbeiten – macht also das, was Männer immer schon mussten – und muss ihre Kinder in Fremdbetreuung geben, ist sie Opfer des kapitalistischen Neoliberalismus. Selbstverständlich trifft letzteres zu, denn sowas wie ein „Patriarchat“ existierte nie, bzw. es existierte nie in der Form, wie es von Feministinnen fantasiert wird. Vielleicht sind Feministinnen also lernfähig und erkennen, dass sie eine Politik betreiben, die den wahren Machthabern nur entgegenkommt, um dann Männern die Hand zu reichen und gegen die tatsächlichen Ausbeuter vorzugehen. Feminismus ist ein Truggespinst, welches von den wahren Problemen und den wahren Machtstrukturen ablenkt.

Bedeutet der Finanzcrash das Ende des Feminismus?

Die Krise, in der wir stecken, wird sich vermutlich zum großen Crash mausern. Sicherster Hinweis darauf ist, dass die Politik sich darauf vorbereitet und Maßnahmen unternimmt, um die Reichen und Mächtigen möglichst gut darüber hinweg zu bekommen. Vor wenigen Jahren wurden mit zig Milliarden die Banken gerettet und die Politik versprach, die Finanzmärkte an die Leine zu nehmen – „versprach“ im Sinne von „Ich habe mich versprochen.„, wie man heute weiß. Denn eine Regulierung erfolgte nicht, die Raffgier durfte fröhlich weiterregieren.

Die Maßnahmen der Eliten zielen darauf, dass der Kollaps die Reichen nicht allzu sehr beutelt. Dazu gehören: Der Bevölkerung wird die aktuelle Finanzpolitik als „alternativlos“ verkauft; die Löhne und Renten werden gesenkt; die Rettung von Banken mit öffentlichen Mitteln wird vorangetrieben, also die alte Strategie der Privatisierung von Gewinnen und Sozialisierung von Verlusten; Kleinanleger und Sparer haften mit ihrem Guthaben für die Bankenrettung. Zum letzten Punkt ist es notwendig, dass man das Bargeld abschafft, um dem vorzubeugen, was gerade in Griechenland geschieht: Nämlich, dass der Bürger sein Guthaben abhebt und in Sicherheit bringt (was ihm wenig nützt, wenn es zu einer Hyperinflation kommt).

Kommen wir auf das zentrale Thema dieses Blogs zurück: Das Geschlechterverhältnis. Dieses Thema führt zu der Frage, ob eine Finanzcrash das Ende des Feminismus bedeutet.

Ich halte Feminismus für ein Dekadenzproblem. Es fällt auf, dass die Frauenbewegung erst dann richtig in Fahrt kam, als es mehr und mehr gute Jobs gab – was hätte eine Frau im Mittelalter auch schon zu gewinnen gehabt? Den Job ihres Mannes, seines Zeichens Bergarbeiter? Nein, danke. Weiterhin fällt der geringe Widerstand auf, auf den die Feministinnen stießen. Während etwa die Überwindung der Monarchie bzw. des Feudalismus Tausende von Toten forderte, sind kaum Frauen im Kampf um die Überwindung des „Patriarchats“ gefallen. Dies ist auch schon Harald Martenstein aufgefallen, Keine „Tyrannei“ fiel so einfach wie die „Männerherrschaft“, mit sowenig Kampf, mit sowenig Blutvergießen: Ich muss uns mal loben. In der Geschichte hat kaum je eine soziale Gruppe einen Teil ihrer Macht freiwillig abgegeben. Die Frauenquoten aber werden fast überall gegen relativ geringen männlichen Widerstand eingeführt.

Wenn jetzt also Feminismus ein Dekadenzphänomen ist, und ein Wirtschafts- und Finanzkollaps das Ende der Dekadenz einläutet, dann bedeutet das also auch das Ende des Feminismus? Tatsächlich gibt es einige, die so hoffen.

Feminismus, oder Staatsfeminismus, wie etwa Gender-Mainstreaming, ist ein recht teueres Projekt, wie bereits Bettina Röhl vor Jahren vorrechnete. Es mag zwar sein, dass die irrwitzigsten Formen des Feminismus dann keine Finanzierung mehr finden, grundsätzlich ändern wird das aber nichts. Gender-Professorinnen etwa sind unkündbar und sie werden ihre Ideologie bestimmt nicht überdenken, sondern vielmehr den Mann für die Krise verantwortlich machen, also noch mehr „Gender“! Gleichstellungsbeauftragte werden auch weiterhin tätig sein. Die Frauenquote wird nicht abgeschafft werden.

Zu befürchten ist weiterhin, dass sich mit einer Krise die traditionelle Rollenverteilung – kaum überwunden – wieder reetabliert, sprich: Männchen entfernt sich von der Familie um für diese zu sorgen – genau das also, was progressive Männerrechtler überwinden wollen, denn die traditionelle Rollenverteilung ist gerade in Zeiten des Mangels die effizienteste. Soviel zur Minus-Seite.

Auf der Plusseite ließe sich vielleicht verbuchen, dass Männlein und Weiblein wieder näher zusammenrücken, da in harten Zeiten Zusammenhalt geboten ist. Wenn es an allen Ecken und Enden mangelt, wird es sich eine Mutter zweimal überlegen, ob sie eine Karriere als Alleinerziehende anstrebt.

Der große Crash wird also Gender-Mainstreaming, Staatsfeminismus allenfalls beschneiden, nicht aber abschaffen. Dennoch aber könnte es zu einem Zusammenrücken von Mann und Frau kommen, wieder mehr Liebe zwischen den Geschlechtern herrschen anstatt permanenter gegenseitiger Anklage, da man zusammen besser unterwegs ist als allein oder gar gegeneinander.

Was man sagen darf und was nicht

Die Politikerin und damalige stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP, Cornelia Pieper, hatte sich mal Gedanken über Männlein und Weiblein gemacht, und kam zu diesem Ergebnis:

Doch während die Frau sich ständig weiterentwickelt, […] blieb der Mann auf seiner Entwicklungsstufe stehen. Als halbes Wesen. […] Er ist weiterhin nur männlich und verschließt sich den weiblichen Eigenschaften wie Toleranz, Sensibilität und Emotionalität. Das heißt, er ist – strenggenommen – unfertig und wurde von der Evolution und dem weiblichen Geschlecht überholt.

Tausche hier einfach mal Männer und Frauen mit Schwarzen und Weißen und der blütenreine Rassismus bzw. Faschismus ist sofort ersichtlich und würde auch nicht toleriert werden.

Wer mit einem solchen Geschlechterrassismus sicherlich kein Problem hat, ist die Femofaschistin Alice Schwarzer, welche auch Gewaltverherrlichung gegen Männer betreibt und in diebische Schadenfreude darüber ausbricht, wenn eine Frau ihrem schlafenden Mann den Penis abschneidet und hoffnungsvoll frohlockt, dass andere Frauen diesem Beispiel folgen könnten:

Eine hat es getan, jetzt könnte es jede tun.

Allerdings muss man keine feministische Hasspredigerin sein um bei so ziemlich dem schlimmsten, was man einem Mann antun kann, in Gelächter und sogar Jubelrufe auszubrechen:

Ein weiteres Beispiel: „Nur ein toter Mann ist ein guter Mann“ schreibt Gaby Hauptmann als „geistreiche Komödie“, und die Vertreterinnen des empathischen, sozial kompetenten Geschlechts reißen dieses Werk aus den Regalen, machen es so zu einem Bestseller, welcher unter anderem die Propaganda verbreitet, dass Väter für Kinder überflüssig seien, es im Grunde besser für sie sei, ohne einen Vater in der Familie aufzuwachsen. Die ARD fand das auch ganz toll und verfilmte das gleich mal.

Das waren jetzt nur vier Beispiele, und keines davon hatte irgendwelche ernsthaften Konsequenzen für die Akteure, niemand musste zurücktreten oder so. Es handelt sich hierbei um eine diskursive Gewalt gegen Männer, die man sich mit keiner anderen Gruppe von Menschen erlauben darf, wie schon Daphne Patai feststellte:

Es fällt einem schwer, sich heute eine andere Gruppe von Menschen vorzustellen, die dermaßen krass in der Öffentlichkeit niedergemacht werden kann, ohne augenblicklich Protest zu erheben.

Dass Feministinnen komplett unfähig sind, dies zu erkennen, und sich selbstherrlich einbilden, mit Männerhass einen mutigen Kampf zu kämpfen, wo sie nur das tun, was heutzutage ganz im Zeitgeist und absolut erlaubt ist, war vielleicht einer der Gründe, warum Ronja von Rönne anmerkte, dass sie Feminismus ekelhaft fände. Von ihr wird man aber in naher Zukunft nichts mehr zu lesen bekommen. Denn so läuft das in unserer Gesellschaft: Das verhöhnen männlicher Gewaltopfer ist problemlos möglich, wenn man dann aber seine Abneigung gegenüber einer solchen Geisteshaltung äußert, wird man mit einem Shitstorm inklusive Morddrohungen überzogen, so dass man sich gezwungen sieht, alles hinzuschmeißen, aufzugeben, zurückzutreten. So auch aktuell über dem Teich: Ein Nobelpreisträger, der mit seiner medizinischen Forschung mehr zum Wohl der Menschheit beigetragen hat als alle Gleichstellungsbeauftragten und Quotenfrauen zusammen, muss ebenfalls seine Professur niederlegen, weil er Vergewaltigungsopfer verhöhnte scherzhaft anmerkte, Frauen würden bei Kritik anfangen zu weinen. Das erinnert auch an einen anderen Fall: Rund ein Jahrzehnt zuvor fragte sich der Präsident der Elite-Universität Harvard, Mister Summers, ob es vielleicht angeborene Unterschiedene zwischen Männern und Frauen gäbe, etwa was Begabungen in naturwissenschaftlichen Bereichen anginge, und dass man das erforschen sollte. Auch dies führte zu einem Aufschrei, obwohl er betonte, dass es sich nicht um seine Meinung handelte. Dies rettete ihn aber nicht, er musste gehen.

Auch das sind nur Beispiele, es ließen sich weitere nennen: Esther Vilar, Erin Pizzey, Eva Herman oder Monika Ebeling. Alles Frauen, die sich gegen den Mainstreamfeminismus wendeten und dafür sozial und beruflich vernichtet wurden, ja teilweise sogar aus ihren Ländern fliehen mussten.

Feministinnen sehen das anders, so zum Beispiel Julia Schramm. Das ist die, die die deutschen, zivilen Bombentoten als „Kartoffelbrei“ verhöhnte (Kartoffel ist ein Schimpfwort für Deutsche). Sie fantasiert, dass Frauen im Netz verfolgt würden. Wohlgemerkt: Frauen, nicht etwa nur menschenverachtende Geschlechterrassistinnen, die nur die Antwort bekommen, die sie sich auch redlich verdient haben. Denn ich gehe nicht davon aus, dass Frauen, jene also, die Frau Schramm für sich vereinnahmen zu versucht und in deren Namen sie spricht, unbedingt NPD-Mitglieder sein müssen, um sich von der Verhöhnung Bombentoter zu distanzieren. Letzteres nämlich ist nach feministischer Logik absolut in Ordnung, dazu hat man sich bereits eine entsprechende Theorie zurechtgeschustert. Der Trick liegt darin, dass man Sexismus und Rassismus so definiert, dass sie mit Macht verknüpft sein müssen, um verurteilenswert zu sein. Und jeder weiß ja: Männer sind an der Macht, weshalb man sie gar nicht diskriminieren kann. Deswegen darf man sich auch an „Maletears“ erfreuen, also Männer in Not verhöhnen. „Wer hat die Macht?“ ist ein ganz großes Fass, welches ich jetzt nicht aufmachen werde. Nur, wenn Feminismuskritiker aus ihren Ländern fliehen müssen, sozial vernichtet werden, wohingegen sich Feministinnen selbst Faschismus gegen das angefeindete Geschlecht leisten dürfen, und es damit sogar zu Millionärinnen bringen, könnte man auf den Gedanken kommen, dass in Wirklichkeit die Feministinnen an der Macht sind, und dann stellt sich die Frage, welcher Umgang mit ihnen – streng nach feministischer Theorie – eigentlich erlaubt ist.

Als Fazit aber lässt sich festhalten: Solange es gegen Männer geht, darf man alles sagen. Geht es über Frauen oder Feminismus, heißt es, sich die verbalen Samthandschuhe anzuziehen.

Nachgedanke:

Im obigen verlinkten Artikel von Frau Schramm schreibt diese:

Und so wird aus einem bissigen Tweet einer ARD-Redakteurin, die sarkastisch darauf hinwies, dass ein Text der für den Bachmann-Preis nominierten Autorin Ronja von Rönne von der Frauenorganisation der NPD, dem »Ring Nationaler Frauen«, geliket wurde, zur »Hetzjagd einer Netzfeministin«

 Und das wiederum führt mich einmal mehr zu der Frage, ob man eigentlich bewusst lügt und manipuliert. Denn u.a. der Blogger Don Alphonso – auf den sich Julia Schramm im Vorfeld bezieht –  hat erklärt, warum dieses Liken durch Rechtsgesinnte schlicht irrelevant ist. Und wiedermal fällt auf, dass man unfähig zu einer inhaltlichen Kritik ist, sondern stattdessen die Rechts- und Nazikeule schwingen muss.

PickUp und Feminismus

Zu dem Blogstöckchen „Was anders wäre“ schrieb ich zur Frage: „Durch welches Klischee fühlst du dich persönlich beeinträchtigt?u.a.:

…dass einer sexuell konnotierten Annäherung an eine Frau kein guter Wille zugrunde liegen könnte, sondern dies in den Bereich „Belästigung“ oder gar „Gewalt“ fiele.

Eine ähnlich gelagerte Antwort kam von Christian – „Alles Evolution“ -, er schrieb:

Das Klischee des gefährlichen Mannes (…)

Dies wurde von der Feministin Onyx aufgegriffen, die dann erklärte, dass das Klischee des gefährlichen Mannes bei Christian gerechtfertigt sei, da er ja PickUp betreibt (hier Christians Antwort darauf, die nach Ansicht Onyx‘ eine Kapitulation darstellt).

Hier stellt sich die Frage danach, welches Problem Feministinnen eigentlich mit PickUp haben, oder genauer: Mit männlichen PickUp.

Denn es gibt auch weibliches PickUp, und zwar in zwei Varianten. In der einen, außergewöhnlichen Variante sprechen die „PickUp-Cats“ Männer aktiv an, übernehmen die Initiative, und nachdem, was man dort so lesen kann, sind sie nicht gerade zurückhaltend. Ich persönlich käme deswegen niemals auf die Idee, diese Frauen wegen Belästigung oder Übergriffigkeit anzuklagen. Die zweite – sehr viel alltäglichere – Variante des weiblichen PickUp besteht darin, dass Frauen ihre erotischen Reize durch einen bestimmten Kleidungsstil betonen um anschließend darauf zu setzen, dass der Mann die Initiative übernimmt und sie anspricht. Tatsächlich setzen alle Frauenzeitschriften, von „Cosmopolitan“ bis „Brigitte“ auf diese Strategie.

Frauen erwarten, dass der Mann die Initiative übernimmt, wie zum Beispiel eine Frau Pauer; und wehe sie tun es nicht, dann gibt es ganze Anklageschriften gegen den (neuen) Mann, der nicht mehr den weiblichen Erwartungen entspricht. Frau Pauer wollte und erwartete, aber er übernahm nicht die Initiative, also: Anklage und Kritik.

Frauen wollen erobert werden, Feministinnen hingegen wollen sexuelle Belästigung anklagen, sobald der Mann erobert. Und damit ist der Mann in der Zwickmühle, egal was er macht, es ist falsch.

Zurück zur interessanten Frage, warum Feministinnen überhaupt ein Problem mit männlichen PickUp haben – das bringt Mann und Frau schließlich zusammen, das ist doch was schönes? Ja schon, aber nur für gesunde Menschen. Feministinnen hingegen haben ein massives Problem mit selbstbewussten Männern, die nicht als Bittsteller auftreten, oder nach einer Forderung von Anne Wicorek nicht demütig zu Boden blicken, nur „Ja und Amen, Du hast ja so Recht!“ sagen und es ansonsten „verkacken“, sobald sie einen eigenen Gedanken äußern. Man stelle sich einfach mal vor, eine Feministin wie Wicorek oder Onyx trifft auf einen selbstbewussten Mann, der über feministische Klagen nur lacht und nicht bereit ist, sich diesen Schuh anzuziehen und alle Anklagen souverän zurückweist.

Ein Verführungskünstler lässt sich von seiner Freundin nicht schlecht behandeln, anders als andere bleibt er nicht bei einer Frau, weil er Angst hat, keine andere abzukriegen. Einmal machte mir eine Ex-Freundin eine Szene in aller Öffentlichkeit, sie wollte mich bewusst vor allen Anderen beschämen. Ich sagte ihr nur: „So nicht“, machte eine 180-Grad Wende und ging einfach weg. Mir war es in dem Augenblick scheißegal, ob sie dafür, dass ich sie einfach stehen ließ, mit mir schlussmachte. In anderen Zeiten hätte ich es über mich ergehen lassen und versucht sie zu beschwichtigen; in früheren Zeiten.

Männer, die der richtigen (also nicht manipulativen) Schule von PickUp folgen, sind souverän und selbstbewusst. Sie sind keine Bittsteller, sie sind nicht abhängig von Gnaden einer Frau. Und das ist das Problem der Feministin, denn entgegen dem feministischen Mythos, dass Männer mit starken Frauen nicht klar kämen, ist es eher so, dass Feministinnen nicht mit selbstbewussten Männern klarkommen, solche Männer, die eine Frau nicht als Bittsteller ansprechen  sondern als ein solcher, der einer Frau ein wertvolles Geschenk macht mit seiner Aufmerksamkeit.

Ehe abschaffen?

Derzeit kocht die Diskussion hoch, ob man die Ehe auch für Homosexuelle öffnen sollte. Manche sind dagegen und befürchten etwas Ähnliches wie eine Apokalypse, was aber nicht ohne Antwort von schwuler Seite bleibt.

Mitten in dieses Gefecht platzt die Meldung rein, dass die schweizerischen Jusos eine Abschaffung der Ehe planen – um die Frau zu „befreien“. Ich finde die Idee nicht schlecht.

Die Jusos wollen darauf hinaus, dass eine Frau nicht mehr das Privileg genießen soll, sich per Eheschließung der außerhäuslichen Maloche zu entziehen. Das kennt man schon: Frauen zur Knechtschaft unter die Erwerbstätigkeit zu zwingen, läuft heute unter „Befreiung der Frau“, denn Arbeit macht frei – fragen Sie ihre Wahrheitsministerin, die stößt ihnen Bescheid.

Denn die Ehe bringt Probleme mit sich. Aber die meisten Probleme entstehen dort, wo die Ehe beendet wird. Entgegen der Rechnung, dass man auch nach der Scheidung ein gutes Leben aufgrund der Lebensarbeitszeit des Ex-Mannes hätte, landet so manche „Alleinerziehende“ in der Armutsfalle. Die ganzen Jugendamtsmitarbeiterinnen, die Anwältinnen oder das Frauenbüro, die einen so frohgemut zur Scheidung geraten haben, sind jetzt aber nicht mehr da, bzw. können einem nicht helfen außer den Ex zu verdammen, der sich weigert, egoistische und parasitäre Lebensentwürfe zu unterhalten.

Dann ist sie arm, nicht nur sofort, sondern auch im Alter, was besonders schlimm ist. Altersarmut ist eines der Sachen, vor denen Feministinnen vor der Eheschließung warnen. Nur: Würde man sich an dem Eid halten, und erst durch den Tod geschieden, was ja bei einer Eheschließung geschworen wird, dann gäbe es auch kein Problem mit der Altersarmut.

Aber die Ehe ist gescheitert, das sagen die Scheidungsstatistiken. Insofern wäre es vielleicht sinnvoll, die Ehe abzuschaffen, und stattdessen eine Art „Kinderaufzieh-Vertrag“ einzuführen, der nach zwanzig Jahren automatisch endet – mit Option auf Verlängerung. Ein solcher Vertrag müsste bis ins Detail ausgearbeitet sein, und auch solche Fragen behandeln, die entstehen, wenn ein Vertragspartner vorzeitig aussteigen will, und ob dem betreuenden Elternteil (nicht unbedingt die Mutter) Rentenpunkte zugesprochen werden – und nicht zuletzt natürlich die Frage nach dem Unterhalt nach der Trennung. Sollte zum Beispiel derjenige, der die Trennung einreicht, erstens unterhaltspflichtig sein und zweitens die Kinder zurücklassen müssen – sie nur alle zwei Wochenenden sehen dürfen?

Nur so ein paar Gedanken. Witzig aber ist, dass manche, die bislang außen vor bleiben, die Ehe auch für sich wollen, während andere sie gleich ganz abschaffen zu gedenken.