PickUp und Feminismus

Zu dem Blogstöckchen „Was anders wäre“ schrieb ich zur Frage: „Durch welches Klischee fühlst du dich persönlich beeinträchtigt?u.a.:

…dass einer sexuell konnotierten Annäherung an eine Frau kein guter Wille zugrunde liegen könnte, sondern dies in den Bereich „Belästigung“ oder gar „Gewalt“ fiele.

Eine ähnlich gelagerte Antwort kam von Christian – „Alles Evolution“ -, er schrieb:

Das Klischee des gefährlichen Mannes (…)

Dies wurde von der Feministin Onyx aufgegriffen, die dann erklärte, dass das Klischee des gefährlichen Mannes bei Christian gerechtfertigt sei, da er ja PickUp betreibt (hier Christians Antwort darauf, die nach Ansicht Onyx‘ eine Kapitulation darstellt).

Hier stellt sich die Frage danach, welches Problem Feministinnen eigentlich mit PickUp haben, oder genauer: Mit männlichen PickUp.

Denn es gibt auch weibliches PickUp, und zwar in zwei Varianten. In der einen, außergewöhnlichen Variante sprechen die „PickUp-Cats“ Männer aktiv an, übernehmen die Initiative, und nachdem, was man dort so lesen kann, sind sie nicht gerade zurückhaltend. Ich persönlich käme deswegen niemals auf die Idee, diese Frauen wegen Belästigung oder Übergriffigkeit anzuklagen. Die zweite – sehr viel alltäglichere – Variante des weiblichen PickUp besteht darin, dass Frauen ihre erotischen Reize durch einen bestimmten Kleidungsstil betonen um anschließend darauf zu setzen, dass der Mann die Initiative übernimmt und sie anspricht. Tatsächlich setzen alle Frauenzeitschriften, von „Cosmopolitan“ bis „Brigitte“ auf diese Strategie.

Frauen erwarten, dass der Mann die Initiative übernimmt, wie zum Beispiel eine Frau Pauer; und wehe sie tun es nicht, dann gibt es ganze Anklageschriften gegen den (neuen) Mann, der nicht mehr den weiblichen Erwartungen entspricht. Frau Pauer wollte und erwartete, aber er übernahm nicht die Initiative, also: Anklage und Kritik.

Frauen wollen erobert werden, Feministinnen hingegen wollen sexuelle Belästigung anklagen, sobald der Mann erobert. Und damit ist der Mann in der Zwickmühle, egal was er macht, es ist falsch.

Zurück zur interessanten Frage, warum Feministinnen überhaupt ein Problem mit männlichen PickUp haben – das bringt Mann und Frau schließlich zusammen, das ist doch was schönes? Ja schon, aber nur für gesunde Menschen. Feministinnen hingegen haben ein massives Problem mit selbstbewussten Männern, die nicht als Bittsteller auftreten, oder nach einer Forderung von Anne Wicorek nicht demütig zu Boden blicken, nur „Ja und Amen, Du hast ja so Recht!“ sagen und es ansonsten „verkacken“, sobald sie einen eigenen Gedanken äußern. Man stelle sich einfach mal vor, eine Feministin wie Wicorek oder Onyx trifft auf einen selbstbewussten Mann, der über feministische Klagen nur lacht und nicht bereit ist, sich diesen Schuh anzuziehen und alle Anklagen souverän zurückweist.

Ein Verführungskünstler lässt sich von seiner Freundin nicht schlecht behandeln, anders als andere bleibt er nicht bei einer Frau, weil er Angst hat, keine andere abzukriegen. Einmal machte mir eine Ex-Freundin eine Szene in aller Öffentlichkeit, sie wollte mich bewusst vor allen Anderen beschämen. Ich sagte ihr nur: „So nicht“, machte eine 180-Grad Wende und ging einfach weg. Mir war es in dem Augenblick scheißegal, ob sie dafür, dass ich sie einfach stehen ließ, mit mir schlussmachte. In anderen Zeiten hätte ich es über mich ergehen lassen und versucht sie zu beschwichtigen; in früheren Zeiten.

Männer, die der richtigen (also nicht manipulativen) Schule von PickUp folgen, sind souverän und selbstbewusst. Sie sind keine Bittsteller, sie sind nicht abhängig von Gnaden einer Frau. Und das ist das Problem der Feministin, denn entgegen dem feministischen Mythos, dass Männer mit starken Frauen nicht klar kämen, ist es eher so, dass Feministinnen nicht mit selbstbewussten Männern klarkommen, solche Männer, die eine Frau nicht als Bittsteller ansprechen  sondern als ein solcher, der einer Frau ein wertvolles Geschenk macht mit seiner Aufmerksamkeit.

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5 Gedanken zu „PickUp und Feminismus

  1. Christian

    „Ich sagte ihr nur: „So nicht“, machte eine 180-Grad Wende und ging einfach weg. Mir war es in dem Augenblick scheißegal, ob sie dafür, dass ich sie einfach stehen ließ, mit mir schlussmachte. In anderen Zeiten hätte ich es über mich ergehen lassen und versucht sie zu beschwichtigen; in früheren Zeiten.“

    Das habe ich auch mal gemacht, als eine Freundin pampig zu mir war, wegen etwas, auf das ich keinerlei Einfluss hatte. Ich meinte so was wie: „Das muss ich mir nicht bieten lassen, darauf habe ich keine Lust, melde dich, wenn du wieder normal bist“ und bin gegangen. Hat durchaus einen nachhaltigen Eindruck gemacht, sie hat es später noch einige Male erwähnt „Damals, als du einfach so gegangen bist“. Ich erwiderte meistens so etwas wie „Und das zu Recht, weil du ein Miststück warst. Würde ich wieder genau so machen, in einem ähnlichen Fall“.
    Musste ich aber nicht wieder.

    ich plane gerade einen Artikel zu „sich selbst Wert zumessen“ und „Grenzen setzen“, da würde ich das auch so ungefähr verorten.

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  2. Anonym

    Kann ich bestätigen, eine kleine Episode von mir von letztens:

    Meine Partnerin & ich sind in eine neue Wohnung umgezogen, und so ein Umzug ist natürlich mit gewissem Stress verbunden.

    Am Abend des Umzugs wollte ich einfach nur noch ein Bier. Meine Liebste hat anfangen rumzustressen weil im Bad noch keine Handtuchhalter hingen und daß ich die noch unbedingt montieren muss weil sonst Riesenkatastrophe und Weltuntergang. So richtig „typisch Frau“ nach allen Klischees. Als ich dann meinte, daß mir diese dummen Handtuchhalter gerade sowas von scheissegal sind und daß die auch noch bis morgen warten können ist sie hysterisch geworden.

    Ich habe mir das kurz angehört und eiskalt gemeint: „Wenn wir hier fertig sind brauche ich echt Urlaub. Ohne dich.“

    Sie war sofort mucksmäuschenstill, meinte noch entsetzt „Das meinst du jetzt nicht ernst ….?“, und ich habe mich wortlos meinem Bier zugewendet. Sie ist dann ins Bett verschwunden, wo ich eine Stunde später hinterhergekommen bin und ohne sie eines Wortes zu würdigen eingepennt bin. Ich hatte absolut keinen Bock an der Stelle.

    Den Tag drauf haben wir die Wohnung fertig eingeräumt, sie war dabei zahm wie ein Lämmchen, und am Abend hatten wir den besten Sex wie schon lange nicht mehr. Am Wochenende dann hatte sie sich beim Frühstück plötzlich ohne Vorwarnung bei mir tausendmal dafür entschuldigt daß sie beim Umzugstag so ein stacheliges Miststück war.

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  3. Anonym

    @uepsilonniks: Als Machtkampf habe ich es nicht empfunden. Von meiner Seite aus eher wirklich als „Grenzen setzen“, oder einfach „Stopp, es reicht“. Dazu muss ich noch erwähnen, daß meine Partnerin dazu neigt bei Chaos in der Wohnung wuschig zu werden. Das war eher eine Erinnerung von mir aus, daß Chaos beim Umzug ganz normal ist und daß nicht krampfhaft sofort alles fertigwerden muss.

    Das ist auch ein Aspekt, weshalb meine Partnerin mich über alles schätzt, und zwar als „Fels in der Brandung“. Sie meinte mal, daß sie sowas von froh darüber ist daß ich ruhig bleibe wenn ihr gerade die Nerven durchgehen.

    Und ja, an der Stelle hatte ich einfach absolut keinen Bock auf weibliches Drama. Anstelle dem Drama nachzugeben, „ja, Schatz ich mache das sofort“ und noch die Bohrmaschine auszupacken habe ich es einfach gelassen. Das hat meiner Partnerin vielleicht paradoxerweise unbewusst das Gefühl von Sicherheit vermittelt.

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  4. Christian

    @uepsilonniks

    So etwas kann man natürlich als eine Form des Machtkampfs sehen und das ist auch der Fall, wenn man kleinigkeiten mit „Freeze Outs“ bestraft und das immer wieder.
    In bestimmten Fällen finde ich es aber durchaus richtig zu sagen: So etwas lasse ich mir nicht gefallen, mach deinen Kram halt gerade mal selber oder höre auf mich für Probleme, die du hast zu bestrafen.
    Insbesondere dann, wenn sie im Prinzip selbst gerade Machtspiele macht, weil sie meint, dass sie Launen an einem auslassen kann.
    Ich finde es dann vollkommen richtig einfach mal zu sagen, dass ihre Interessen nicht die einzigen sind, die relevant sind und das sie gerade einfach ein kleines Miststück ist.
    Wie man das kommuniziert ist natürlich auch eine Frage der jeweiligen Beziehung und auch eine Frage, wie man untereinander sonst so spricht. Ich beispielsweise würde es wohl nicht gleich mit einem ganzen Urlaub machen, aber als Ankündigung kann es natürlich durchaus seinen Sinn haben, einfach weil es deutlich macht, dass man Verhalten nicht hinnimmt.

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