Bedeutet der Finanzcrash das Ende des Feminismus?

Die Krise, in der wir stecken, wird sich vermutlich zum großen Crash mausern. Sicherster Hinweis darauf ist, dass die Politik sich darauf vorbereitet und Maßnahmen unternimmt, um die Reichen und Mächtigen möglichst gut darüber hinweg zu bekommen. Vor wenigen Jahren wurden mit zig Milliarden die Banken gerettet und die Politik versprach, die Finanzmärkte an die Leine zu nehmen – „versprach“ im Sinne von „Ich habe mich versprochen.„, wie man heute weiß. Denn eine Regulierung erfolgte nicht, die Raffgier durfte fröhlich weiterregieren.

Die Maßnahmen der Eliten zielen darauf, dass der Kollaps die Reichen nicht allzu sehr beutelt. Dazu gehören: Der Bevölkerung wird die aktuelle Finanzpolitik als „alternativlos“ verkauft; die Löhne und Renten werden gesenkt; die Rettung von Banken mit öffentlichen Mitteln wird vorangetrieben, also die alte Strategie der Privatisierung von Gewinnen und Sozialisierung von Verlusten; Kleinanleger und Sparer haften mit ihrem Guthaben für die Bankenrettung. Zum letzten Punkt ist es notwendig, dass man das Bargeld abschafft, um dem vorzubeugen, was gerade in Griechenland geschieht: Nämlich, dass der Bürger sein Guthaben abhebt und in Sicherheit bringt (was ihm wenig nützt, wenn es zu einer Hyperinflation kommt).

Kommen wir auf das zentrale Thema dieses Blogs zurück: Das Geschlechterverhältnis. Dieses Thema führt zu der Frage, ob eine Finanzcrash das Ende des Feminismus bedeutet.

Ich halte Feminismus für ein Dekadenzproblem. Es fällt auf, dass die Frauenbewegung erst dann richtig in Fahrt kam, als es mehr und mehr gute Jobs gab – was hätte eine Frau im Mittelalter auch schon zu gewinnen gehabt? Den Job ihres Mannes, seines Zeichens Bergarbeiter? Nein, danke. Weiterhin fällt der geringe Widerstand auf, auf den die Feministinnen stießen. Während etwa die Überwindung der Monarchie bzw. des Feudalismus Tausende von Toten forderte, sind kaum Frauen im Kampf um die Überwindung des „Patriarchats“ gefallen. Dies ist auch schon Harald Martenstein aufgefallen, Keine „Tyrannei“ fiel so einfach wie die „Männerherrschaft“, mit sowenig Kampf, mit sowenig Blutvergießen: Ich muss uns mal loben. In der Geschichte hat kaum je eine soziale Gruppe einen Teil ihrer Macht freiwillig abgegeben. Die Frauenquoten aber werden fast überall gegen relativ geringen männlichen Widerstand eingeführt.

Wenn jetzt also Feminismus ein Dekadenzphänomen ist, und ein Wirtschafts- und Finanzkollaps das Ende der Dekadenz einläutet, dann bedeutet das also auch das Ende des Feminismus? Tatsächlich gibt es einige, die so hoffen.

Feminismus, oder Staatsfeminismus, wie etwa Gender-Mainstreaming, ist ein recht teueres Projekt, wie bereits Bettina Röhl vor Jahren vorrechnete. Es mag zwar sein, dass die irrwitzigsten Formen des Feminismus dann keine Finanzierung mehr finden, grundsätzlich ändern wird das aber nichts. Gender-Professorinnen etwa sind unkündbar und sie werden ihre Ideologie bestimmt nicht überdenken, sondern vielmehr den Mann für die Krise verantwortlich machen, also noch mehr „Gender“! Gleichstellungsbeauftragte werden auch weiterhin tätig sein. Die Frauenquote wird nicht abgeschafft werden.

Zu befürchten ist weiterhin, dass sich mit einer Krise die traditionelle Rollenverteilung – kaum überwunden – wieder reetabliert, sprich: Männchen entfernt sich von der Familie um für diese zu sorgen – genau das also, was progressive Männerrechtler überwinden wollen, denn die traditionelle Rollenverteilung ist gerade in Zeiten des Mangels die effizienteste. Soviel zur Minus-Seite.

Auf der Plusseite ließe sich vielleicht verbuchen, dass Männlein und Weiblein wieder näher zusammenrücken, da in harten Zeiten Zusammenhalt geboten ist. Wenn es an allen Ecken und Enden mangelt, wird es sich eine Mutter zweimal überlegen, ob sie eine Karriere als Alleinerziehende anstrebt.

Der große Crash wird also Gender-Mainstreaming, Staatsfeminismus allenfalls beschneiden, nicht aber abschaffen. Dennoch aber könnte es zu einem Zusammenrücken von Mann und Frau kommen, wieder mehr Liebe zwischen den Geschlechtern herrschen anstatt permanenter gegenseitiger Anklage, da man zusammen besser unterwegs ist als allein oder gar gegeneinander.

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Ein Gedanke zu „Bedeutet der Finanzcrash das Ende des Feminismus?

  1. Unknown

    Hm

    Vor dem Hintergrund der permanenten Dämonisierung alles Männlichen und der pauschalen Schuldzuweisung an Männer für alles, was irgendwo schief läuft, kann ich dieen Optimismus nicht teilen.

    Das vom Feminismus geschaffene klima eignet sich hervorragend, um von der Verantwortlichkeit der überreichen abzulenken und in Verteilungskämpfen Männer als raffgierige Egoisten darzustellen, die sich auf Kosten von Frauen bereichern wollen.

    Mner zur „erwieterten Erwerbsobliegenheit“ heranzuziehen, wenn eine Frau sein Geld braucht, is ja bereits realität.

    Straftatsbestände, die die Geschlechter weiter aufeinander hetzen, Zahlungsunwillige oder zahlungsunfähige Männer zu Arbeitssklaven degradieren und zu beliebiger Erniedrigung zwingen können halte ich im Gegenwärtigen Bild für erheblich einleuchtender und wahrscheinlicher.

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