Feministinnen unzufrieden mit Staatsfeminismus

Die Widersprüche des Feminismus, also dass man es Feministinnen nicht recht machen kann, hat sehr lesenswert Felix Stern herausgearbeitet. Jetzt wurde diesem Aspekt ein weiteres Detail mit „Kritik des Staatsfeminismus“ hinzugefügt:

Nein, anders als man vermuten könnte, stellt dieses Buch keine maskulistische Kritik am Feminat dar.

Wenn jemand den Begriff „Staatsfeminismus“ in den Mund nimmt, dann möchte man doch meinen, dass es sich bei diesem jemand um einen fiesen Maskutroll handelt. Weit gefehlt: Hier sind es Feministinnen, die mit dem Feminat unzufrieden sind.

Aber von Anfang an: Feministinnen wollten vieles. Zum Beispiel Frauenquoten. An den Unis also in der Wissenschaft, im öffentlichen Dienst, in den politischen Parteien und natürlich in der Privatwirtschaft. Und sie bekamen das. Feministinnen wollten, dass Mütter unbelastet von den „Blagen“ arbeiten gehen können, und der Staat reagierte darauf, indem er flächendeckend Kinderverwahranstalten baute. Feministinnen ist die „patriarchale“ Sprache ein Gräul, ja eine Vergewaltigung, weswegen sich eine Sprachverhunzung immer mehr ausbreitet. Das feministische Monsterprogramm „Gender-Mainstreaming“ ist von der Regierung verpflichtend vorgeschrieben. Man kann nun wirklich nicht behaupten, dass das System den feministischen Anliegen gegenüber ignorant wäre.

Allerdings: Es gibt ein Sprichwort, wonach man vorsichtig damit sein sollte, was man sich wünscht, denn es könnte einem gewährt werden. Und genau das ist jetzt auch Feministinnen aufgefallen,die Störenfriedas etwa erkennen:

…vielmehr werden feministische Parolen dazu benutzt, Frauen als Bürger besser nutzbar für staatliche und wirtschaftliche Interessen zu machen.

und Antje Schrupp haut in dieselbe Kerbe:

Solche als Feminismus ausgegebenen Maßnahmen dienen letztlich dazu, die Ausbeutung der Arbeitskraft – und neuerdings eben auch die von Frauen – im Interesse „des Kapitalismus“ besser zu organisieren. Feministisch sei da dran gar nichts.

Bemerkenswert dabei ist, dass hier Männer als Opfer von Ausbeutung gesehen werden – eine für Feministinnen erstaunliche Erkenntnis. Dies aber nur als Randnotiz.

Zu einem anderen Aspekt: Neoliberale Ausbeutung der Frau habe mit Feminismus nichts zu tun. Ach, tatsächlich? War es nicht immer so, dass gerade Feministinnen die vollzeitarbeitende Frau forderten, ganz nach dem Motto, man wolle „Die Hälfte des Himmels“, wobei mit „Himmel“ eben die Berufstätigkeit gemeint war? Waren es nicht Feministinnen, die postulierten, die Frau zu Hause sei unterdrückt und ausgebeutet, Emanzipation bestehe in Vollzeitarbeit?

Eine – nein – die  Feministin Simone de Beauvoir forderte, dass man Frauen nicht die Wahlfreiheit lassen sollte, zu Hause zu bleiben um die Kinder großzuziehen. Und auf der internationalen, feministischen Frauenkonferenz in Peking 1995 wurde eine Agenda zum Gender-Mainstreaming verabschiedet, zu der unter anderem dieser Punkt gehörte:

4. Die Welt braucht eine 50/50 Männer/Frauen Quotenregelung für alle Arbeits- und Lebensbereiche. Alle Frauen müssen zu möglichst allen Zeiten einer Erwerbsarbeit nachgehen.

Dass Feministinnen jetzt so tun, als hätten sie mit der neuen Ausbeutung von Frauen nichts zu tun, ist also so verlogen, dass sich die Balken biegen. Tatsächlich ist das „Patriarchat“ dem feministischen Willen entgegengekommen und hat diesen umgesetzt. Die Ergebnisse also, die jetzt beklagt werden, sind nichts anderes als die Folge feministischen Willens. Aber nicht nur – darin muss man Feministinnen Recht geben: Feministische Politik, die auf Ausbeutung der Frau zielt, kommt sowohl kapitalistischen als auch neoliberalen Interessen entgegen. Ein wesentlicher, profitmaximierender Faktor hierbei ist, dass durch das Mehr an Arbeitskräften die Löhne sanken:

https://wwwut.wordpress.com/

Hierzu kursiert in antifeministischen Kreisen eine Verschwörungstheorie, die ich bislang nicht verifizieren konnte, mir aber einleuchtend erscheint. So soll der Superreiche und Großkapitalist Nicholas Rockefeller gesagt haben:

Der Feminismus ist unsere Erfindung aus zwei Gründen. Vorher zahlte nur die Hälfte der Bevölkerung Steuern, jetzt fast alle weil die Frauen arbeiten gehen. Ausserdem wurde damit die Familie zerstört und wir haben dadurch die Macht über die Kinder erhalten. Sie sind unter unserer Kontrolle mit unseren Medien und bekommen unserer Botschaft eingetrichtert, stehen nicht mehr unter dem Einfluss der intakten Familie. In dem wir die Frauen gegen die Männer aufhetzen und die Partnerschaft und die Gemeinschaft der Familie zerstören, haben wir eine kaputte Gesellschaft aus Egoisten geschaffen, die arbeiten (für die angebliche Karriere), konsumieren (Mode, Schönheit, Marken), dadurch unsere Sklaven sind und es dann auch noch gut finden.

Um zur Ausgangsfrage zurückzukehren: Was will der Feminismus? Bleibt die Frau zu Hause, ist sie Opfer des Patriarchats. Geht sie arbeiten – macht also das, was Männer immer schon mussten – und muss ihre Kinder in Fremdbetreuung geben, ist sie Opfer des kapitalistischen Neoliberalismus. Selbstverständlich trifft letzteres zu, denn sowas wie ein „Patriarchat“ existierte nie, bzw. es existierte nie in der Form, wie es von Feministinnen fantasiert wird. Vielleicht sind Feministinnen also lernfähig und erkennen, dass sie eine Politik betreiben, die den wahren Machthabern nur entgegenkommt, um dann Männern die Hand zu reichen und gegen die tatsächlichen Ausbeuter vorzugehen. Feminismus ist ein Truggespinst, welches von den wahren Problemen und den wahren Machtstrukturen ablenkt.

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7 Gedanken zu „Feministinnen unzufrieden mit Staatsfeminismus

  1. Anonym

    Die beabsichtigte und bisher gut verborgene gesellschaftszerstörende Wirkung von Gender Mainstreaming wird sicher nicht gleich von allen bemerkt werden. Aber bald deutlich werden sollte, dass Gender Mainstreaming auch ein wenig ungesund für Frauen, Mütter und Kinder ist.
    Nicht verschwiegen werden sollte, dass Gender Mainstreaming auch ein wenig ungesund für Frauen, Mütter und Kinder ist. Zum Beispiel das Negieren bedeutsamer und dem Mann überlegener weiblicher Eigenschaften mit der Folge, dass häufig der Body nur noch wichtig und die an sich höhere weibliche Depressionsneigung noch gesteigert werden. Vergessen der für Sprach- und Kognitiventwicklung wichtigen frühkindlichen Mutterbindung (infolge
    des frühen flüssigkeitsgekoppelten Hörens des Foeten im Mutterleib) mit der
    Folge von Sprach-, Lese- und Rechtschreibstörungen durch Fremdbetreuung.
    Probleme durch Cortisolausschüttung (gefährliches Stresshormon) und
    Schlafmangel mit entsprechendem Wachstumshormonmangel von Krippenkindern mit Hippocampusminderung (Lernmaschine des Gehirns).
    Erschreckende Zunahme von Depressionen auch bei Kindern und Jugendlichen.
    [siehe „Kinder – Die Gefährdung ihrer normalen (Gehirn-) Entwicklung durch Gender Mainstreaming“ in: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 5. Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2015: ISBN 978-3-9814303-9-4 (http://www.amazon.de/Vergewaltigung-menschlichen-Identität-Irrtümer-Gender-Ideologie/dp/3) und „Es trifft Frauen und Kinder zuerst – Wie der Genderismus krank machen kann“, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2015: ISBN 978-3-945818-01-5 (http://www.amazon.de/trifft-Frauen-Kinder-zuerst-Genderismus/dp/394581801X)

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  2. Unknown

    Das Rockefeller-Zitat hab ich auch schon mal gelesen.
    Dazu fällt mir spontan ein anderes Zitat ein:

    [quote]Es ist unglaublich, was für Zitate mir alltäglich in den Mund gelegt werden, die ich nie geäußert habe[/quote]
    Albert Einstein

    Das Rockefeller-Zitat ist einfach zu schön, um echt zu sein.
    Es ist dennoch natürlich in vieler Hinsicht realistisch, was die beschriebenen Effekte und die Familienzerstörung betrifft.

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  3. Unknown

    Letztendlich ist es das alte feministische Konzept:
    Egal, was sie gefordert haben, egal was sie bekommen:
    Es ist nie genug, nie das richtige, sie sind am Ende immer noch die unterdrückten und benachteiligten.

    Wie, Arbeit ist Anstrengend?
    So haben wir uns das nicht vorgestellt, als wir Arbeit gefordert haben. Wir wollten das Geld haben, aber eigentlich haben wir uns das mit der Arbeit entspannter vorgestellt. Entspannter jedenfalls als die Hausarbeit zu Hause…
    Wir fühlen uns betrogen.
    War das denn zu ahnen, dass die Männer nicht lügen, wenn sie behauptet haben, dass Arbeit anstrengend sei?
    [Sarkasmus off…]

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  4. Anonym

    Du weißt aber auch nicht, was du willst, Jüngling. Staatsfeminismus ist scheiße – wenn du das feststellst ist es super, wenn Feministinnen es festellen, ist es Mist.

    Was denn nun?

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  5. uepsilonniks

    Mein Artikel behandelt feministische, nicht linke Politik. Frauenquoten gibt es auch bei Konservativen, z.B. der CDU und nicht wenige Linke distanzieren sich vom Feminismus, zum Beispiel:
    http://ad-sinistram.blogspot.de/2011/06/mannhafter-feminismus.html

    Die Hauptrichtlinien politischen Handels orientieren sich auch nicht an linken, sondern neoliberalen Vorgaben, also den Interessen der Reichen und Ausbeuter. Dazu gehört der Ausbau des Niedriglohnsektors, HartzIV im Rahmen der Agenda 2010, Privatisierungen etc. Die Folge ist, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht, (Alters-)Armut zunimmt. Aber die bösen sind die Linken, schon klar.

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