Archiv für den Monat August 2015

Der Tag an dem die Demokratie starb

Diese Jahrhundert-Krise ist zu gut, um sie ungenutzt verstreichen zu lassen. Ganz am Anfang sagte mir Dr. Schäuble, wir könnten uns den Sozialstaat nicht mehr leisten. Insofern nutzen sie die humanitäre Katastrophe schamlos aus.

(…)

 Deutschland muss noch viel lernen. Deutschland ist der Hegemon in Europa, leider ist es aber vor allem ein autoritärer Zuchtmeister. Ein weiser Hegemon weiß aber, dass er andere, um selber gut zu leben, leben lassen muss. Er muss also ein gütiger Hegemon sein. Die USA waren nach dem Krieg weltweit so ein Hegemon wie Deutschland jetzt in Europa. Ein mächtiges Überschuss-Land. Aber Amerika, anders als Deutschland, wusste immer, dass es, um seine Gewinne zu sichern, Defizitregionen unterstützen muss. So gesehen handelt Deutschland zurzeit gegen seine eigenen Interessen. Wer zu lange auf anderen herumtrampelt, verliert seine Vormachtstellung.

Zum gesamten – lesenswerten – Interview:
Stern

Über Hasspropaganda

In meiner Schulzeit wurde mir und meinen Klassenkameraden ein Nazifilm aus dem dritten Reich vorgeführt. Unseren Lehrern war es wichtig, dass wir – die zukünftigen Gesellschaftslenker – erkennen, wie Hasspropaganda arbeitet. Wir sollten geimpft werden gegen totalitäre Ideologien, damit ein solcher GAU, wie er die Naziherrschaft darstellte, niemals wieder möglich sein könnte: „Nie wieder“, wie es auf einem Mahnmal in mehreren Sprachen heißt.

Der Film „I spit on your grave“ erfreut sich unter Jugendlichen besonderer Beliebtheit. Auch und gerade unter solchen, die weit unter 18 sind. Sie können nicht erkennen, dass es sich hier um Hasspropaganda handelt, sie sind vielmehr begeistert über die bestialischen Szenen, in welchen Männer abgeschlachtet werden, wobei der Sadismus seine Grenzen nur in einem beschränkten Einfallsreichtum findet, wie man jemanden hinrichten kann, ansonsten: Splatter! Splatter! Splatter!

Dieser Film, der nur beispielhaft für eine ganzes Genre – dem Frauenkrimi – steht, gliedert sich in zwei Teile. Im ersten wird eine junge Frau auf das brutalste Opfer einer Gruppenvergewaltigung. Im zweiten Teil nimmt sie dann grausame Rache an ihren Peinigern.

Um zu erkennen, dass es sich hier tatsächlich um Feindbildpropaganda handelt, lohnt es sich, die rassistische Analogie zu bilden. Man stelle sich einen Film vor, in welchem ein weißer Deutscher das Opfer eine Türkengang wird, also auf das brutalste von Monstertürken misshandelt wird, woraufhin das Opfer einen Tätertürken nach dem anderen abgeschlachtet, möglichst kreativ und grausam in den Tötungen – und ganz zurecht natürlich, denn schließlich erhalten hier die „Bösen“ nur ihre gerechte Strafe. Ein solcher Streifen wäre nur auf Nazi-Parties der Bringer, jeder andere würde den Rassismus sofort erkennen. Wenn es hingegen gegen Männer geht, dann ist es auf einmal in Ordnung, ja begründet ein ganzes Genre, wofür abgeschwächt „Nur ein toter Mann ist ein guter Mann“ stellvertretend steht.

Krieg ist angeblich eine reine Männerangelegenheit, wie man besonders bei der Schwarzer nachlesen kann. Frauen sei sowas fremd – aber nicht Feministinnen. Denn den Gegner – hier den Mann – zum Täter, Vergewaltiger und Monster zu stilisieren ist das Grundprogramm von Kriegsproganda. Der andere ist der Feind, das Monster und überhaupt hat er auch zuerst angegriffen, man wehre sich nur: Es wird nur (!) zurückgeschossen, wie bereits und nicht nur die Nazipropaganda verkündete. Jeder wehrt sich nur, keiner ist von sich aus der Aggressor.

Das Interessante hierbei ist, dass Feministinnen stets behaupten, dass a) die Gesellschaft von Männern dominiert sei, und b) Männer Frauen hassen würden. Das Bemerkenswerte hieran ist, dass es hier keine Ressourcen gibt, um Hasspropaganda gegen Frauen zu verfilmen. Es gibt keine Filme, in welchen Frauen und Mütter als Monster gezeichnet werden, um sie daraufhin in aller Rechtschaffenheit abzuschlachten. Das ist kein Zufall, auch die Hasspredigerin Alice Schwarzer hat es offenkundig zur Millionärin geschafft, während die Männerfreundin Esther Vilar aus Deutschland fliehen musste. Es gibt nur ein Genre „Frauenkrimi“, in welchen Männer hingeschlachtet werden, aber kein Gegenstück dazu mit getauschten Geschlechtern.

Da sitzt sie also, die Feministin, schaut sich einen teuer produzierten Film an und stellt sich keine Sekunde lang die Frage, wie sowas eigentlich möglich sein kann, in einer Gesellschaft, die so ist, wie sie von Feministinnen gezeichnet und interpretiert wird – denn hätten Feministinnen Recht, wäre sowas nunmal nicht möglich.