Ein Plädoyer für Mord und Totschlag

„Warum sollen immer nur die Opfer sterben? Es ist Zeit, dass auch mal die TäterInnen sterben,“

so die EMMA zum Thema häusliche Gewalt und Selbstjustiz. Wobei ich an dieser Stelle etwas geschummelt habe, denn selbstverständlich würde ein humanistisches Magazin wie die EMMA tödliche Selbstjustiz eines misshandelten Mannes gegen seine Frau auf das schärfste ablehnen, denn wir alle wissen ja: Sowas wie Frauengewalt gegen Männer gibt es nicht, und wenn doch, dann hat die Frau allen Grund dazu, zuzuschlagen und der Mann ist eh ein Weichei und selber schuld.

Um das Selbstverständnis der EMMA näher zu bestimmen, ist es hilfreich, sich den Kommentar von Alice Schwarzer zu einer Verstümmlung anzuschauen:

„Sie hat ihren Mann entwaffnet. (…) Eine hat es getan. Jetzt könnte es jede tun. Der Damm ist gebrochen, Gewalt ist für Frauen kein Tabu mehr. Es kann zurückgeschlagen werden. Oder gestochen. Amerikanische Hausfrauen denken beim Anblick eines Küchenmessers nicht mehr nur ans Petersilie-Hacken. (…) Es bleibt den Opfern gar nichts anderes übrig, als selbst zu handeln. Und da muss ja Frauenfreude aufkommen, wenn eine zurückschlägt. Endlich!“

„Frauenfreude“ kommt hier bei der Vergewaltigung Penisamputation durch Lorena Bobbit auf, die bei der Verhaftung noch angab, sexuelle Frustration sei ihr Tatmotiv, sie habe nie einen Orgasmus gehabt, weshalb sie ihrem Mann im Schlaf den Penis abgetrennt hätte. Etwas später kam sie zur durchaus schlauen Strategie, zu behaupten, sie habe sich lediglich gegen ihren gewalttätigen Mann wehren wollen. Dies führte zu Unterstützung der feministischen Bewegung weltweit, nicht nur durch Alice Schwarzer. Keine Unterstützung hingegen gab es, als dieselbe Frau ein weiteres Mal festgenommen wurde, nämlich wegen Gewalt gegen ihre eigene Mutter, und wir alle fragen uns: Warum wurde sie nicht auch dieses Mal bejubelt, als sie sich gegen ihre Despotin auflehnte? Fragen über Fragen.

Obiges Notwehropfer, welches aktuell von der EMMA bejubelt wird, pumpte ganze sechs Kugeln in ihr Opfer ihren Peiniger. Dabei hätte sicherlich eine oder maximal zwei Kugeln ausgereicht, um sich zum einen zu wehren, und zum anderen nicht wegen Mordes angeklagt zu werden.

Aber gut, jetzt stellt sich die Frage: Darf allein frau in Mann Kugeln reinpumpen, oder einfach doch Opfer in Täter? Denn, wie gerade etwa „Psychologie Heute“ berichtet: Häusliche Gewalt gibt es genauso von Frauen gegen Männer wie umgekehrt. Der Unterschied besteht allein darin, dass ein Mann nicht ins Männerhaus flüchten kann – erst Recht nicht mit seinen Kindern, diese müsste er einer Gewalttäterin überlassen, so auch im Falle einer Trennung.

Ob wohl eine Feministin Verständnis für einen Frauenmörder hätte? So zum Beispiel in diesem Fall:

Gerade dieser Tage (Anfang Oktober 2007) lief der Prozeß jenes Irakers, der seine geschiedene Gattin auf so drastisch bestialische Art exekutierte, daß man zu allem Grauen das Erstaunen nicht unterlassen kann: Kopfstiche mit anschließendem Benzinübergießen und Anzünden bei noch lebendigem Leib! Und dies vor den Augen des fünfjährigen Sohnes! (…)

Seine Frau habe im Jahr 2005 eine Vergewaltigung erfunden und ihn von der Polizei auf die Straße setzen lassen. Den gemeinsamen Sohn habe er nicht mehr sehen dürfen. ‚Weder mein Stamm noch der Stamm meiner Frau lässt so etwas zu‘, sagte er … Er habe eine Familie gründen wollen, aber sie habe ihn verraten: ‚Das verbietet meine Kultur und meine Religion‘ … Sie habe ihm nach der Scheidung noch den Stinkefinger gezeigt…“

Nun, ich denke, ich sitze hier mit der EMMA und Frau Schwarzer im selben Boot, wenn ich das auf das Schärfste verurteile. Wo kämen wir hin, wenn jeder entsorgte Vater auf diese Weise handeln würde? Herrjeh…

Oder was wäre davon zu halten, wenn ein Sohnemann seine Mutter exekutieren würde, einfach deshalb, weil sie ihre mütterliche Allmacht dazu genutzt hätte, ihn systematisch zum psychischen Wrack zu verkrüppeln erziehen, und das auch noch bejubelt von der EMMA und anderen Feministinnen?! Würde eine Schwarzer bei sowas applaudieren? Ganz sicher ist: Bei getauschten Geschlechterverhältnis würde sie es nicht.

Aber gut, ich bin alles andere als geeignet, über solche schweren Themen zu referieren, ich übergebe deshalb an Herrn Amendt, der über das gewollte Tötungsrecht für Frauen spricht: Klick.

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Ein Gedanke zu „Ein Plädoyer für Mord und Totschlag

  1. Pingback: Kurznachrichten vom 01.02.2016 – Geschlechterallerlei

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