Über Prinzessinnen

Die Bloggerin Erhzählmirnix ist derzeit einem Shitstorm ausgesetzt, der der starken Frau wohl doch zusetzt – so berichtet sie, dass sie eine Symptomatik entwickelt, die in Richtung Panikattacken geht.

Sie ist also einer Gewalt ausgesetzt, gegen die es eigentlich einen Schutzraum bräuchte. Schutzräume gibt es aber nur für die, die auf der richtigen Seite stehen, also nur für Feministinnen. Feministinnen hingegen können aus ihren Schutzräumen heraus nach belieben mobben und hetzen; man erinnere sich bspw. an Matt Taylor, der unter dem feministischen Bombardement schließlich in Tränen ausbrach und von da ab ewige, feministische Treue schwor – man stelle sich vor, eine Frau würde öffentlich zu Kreuze kriechen, weil sie etwas gesagt oder getan hätte, was maskulistischen Horden nicht gefiel. Sowas gibt es aber nicht, denn entgegen der beliebten, feministischen Theorie sind nicht Patriarchen sondern Frauenförderer(innen) an der Macht.

Eine beliebtes feministisches Statement ist, dass man eine Gesellschaft wolle, in der man sich nicht mehr wehren müsste – oft wird dabei an sexuelle Belästigung gedacht. Ein Statement, wie es vermutlich die ganzen Shitstormer, die gegen EZM losgehen, unterschreiben würden. Und hier zeigt sich wieder die Doppelmoral: Man selbst will von Angriffen verschont bleiben, zugleich aber angreifen dürfen, was den Angegriffenen dazu zwingt, sich wehren zu müssen.

So, und wer ist es jetzt eigentlich, der sich in einem Schutzraum befindet, in welchem es ihm erspart bleibt, sich wehren zu müssen, also keinerlei Angriffen, ja noch nicht mal Kritik ausgesetzt ist, zugleich aber selbst auf das Massivste austeilen kann?

Es ist die Prinzessin.

„Prinzessin“ ist ein Reizwort für Feministinnen, aber nicht etwa, weil diese Wohlstandsgören eben Wohlstandsgören sind, sondern weil damit die adlig Geborenen zur Unterordnung erzogen würden. Nehmen wir bspw. Anne Wizorek: Ihr zufolge würden Mädchen dazu erzogen, „lieb und nett“ zu sein. Gut, jeder Trennungsvater, der erlebt, wie sein Kind einer psychologischen Folter und Gehirnwäsche unterzogen wird; wie er selbst zum Unterhaltssklaven gemacht wird, also nur noch schuften und zahlen darf, dafür aber keine Gegenleistung erhält, kann darüber natürlich nur höhnisch lachen – sofern ihm das Lachen nicht vergangen ist, was wahrscheinlich ist. Prinzessinnen sind nicht „lieb und nett“, es sind Monster qua Geburt. Sie halten sich in einem Palast – also Schutzraum – auf, in welchem sie von den Härten dieser Welt verschont bleiben, aber aus dem sie zugleich Macht ausüben: Über Knechte und Dienstboten, die ihnen zu Gehorsam verpflichtet sind, und deren Leben sie aus einer Laune heraus auch mal vernichten können.

Man sieht also, die typische Feministin ist eine Prinzessin, also eine Kreatur, die sie eigentlich ablehnt. Sie bildet sich ein, dass sie – und nur sie – ein Recht darauf hätte, in einem Wolkenschloss zu leben, in welchen sie von den Niederungen und Konflikten dieser Welt verschont bleibt, aber zugleich von oben herab ihr Befehle erteilen darf und auch mal eine Existenz vernichtet.

Die Bloggerin Erzählmirnix hat sich schlicht der Majestätsbeleidigung schuldig gemacht, und das ist einer Tyrannei ein unverzeihliches Verbrechen.

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2 Gedanken zu „Über Prinzessinnen

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