Der Mann ist dem Mann ein Wolf

Männerrechtler werden oft einer Strategie der Beschämung ausgesetzt, sofern sie nicht gleich ignoriert werden. Die beliebteste Variante ist hierbei, dem Ankläger in Sachen Männerrechte zu unterstellen, er „jammere“, er sei ein „Jammerlappen“.

Zum Beispiel meine eigene Erfahrung: So teilte mir z.B. die Feministin Onyx mit:

Stell mal deinen Jammerton […] langsam ab.

Der Männerrechtler Eugen Maus wurde gleich zweimal als „Jammerlappen“ beschimpft, einmal von Bascha Mika, ein anderes Mal von Thea Dorn. Beide Male im Staatsrundfunk. Gegenüber Mika sprach er die Problematik mit dem Zwangsdienst nur für Männer an, gegenüber Thea Dorn das Zurückbleiben der Jungen in den Schulen. Besonders letzter Punkt ist wesentlich, denn eine Benachteiligung in der Schule kann einen Nachteil für das ganze Leben bedeuten, Thea Dorns Kommentar dazu: „Ich weine gleich.“

Hinter dem Beschimpfen von Männerengagierten als „Jammerlappen“ stehen zwei Punkte. Zum einen die Wirksamkeit: Männer werden beschämt, und deswegen halten sie den Mund und verweigern Solidarität mit den „Jammerlappen“ – diese Strategie ist wirksam. Zum Anderen die Logik: Das Leid und die Nachteile der Männer sind im Vergleich zu den Nachteilen der Frauen zweitrangig; deshalb ist das Hinweisen auf männliche Benachteiligung eben „Jammerei“. Einer der wichtigsten Vertreter hierfür ist Hinrich Rosenbrock, der erklärte, Männerrechtler würden eine „Opferideologie“ betreiben, was heißen soll, dass ein toter Mann zwar tot aber nicht benachteiligt ist, wenn er in eine Situation geriet, in welcher er keinen anderen Ausweg als Suizid sah.

Ein weiterer unter vielen Männern ist der tolle Hecht Oliver Flesch: Für ihn ist der Weltmännertag, ein „Jammertag“. Und dabei wird er ausfallend, zu Tristan Rosenkranz schreibt er:

„so Deppen wie Dich….Du Lappen…Stricher…Du solltest Dich schämen….Du bist eine Schande für die Männerwelt, ach was, für die gesamte Menschheit“

Rosenkranz ist ein Opfer in einem Trennungskrieg, wie er typisch ist für Deutschland, sprich, er wurde als Vater entsorgt. Für Flesch ist das kein Grund sich mit ihm solidarisch zu zeigen sondern ihn anzugreifen, und da stellt sich die Frage: Warum? Warum greifen Männer Männer an, die einer geschlechtsspezifischen Diskriminierung ausgesetzt sind, was große Not bedeuten kann, vergleiche häusliche Gewalt gegen Männer, Selbstmord und Obdachlosigkeit?

Ein Punkt hierzu ist, dass so feindselig Agierende sich nicht vorstellen können, selbst mal betroffen zu sein, das nennt sich Walster-Effekt. Oliver Flesch zum Beispiel ist Raucher, wie er stolz betont, er kann sich also nicht vorstellen, dass er einmal einen qualvollen Krebstod sterben wird, sowas passiert nur anderen. Genauso wenig kann er sich vorstellen, Opfer einer Falschbeschuldigung oder als Vater entsorgt zu werden. Sowas passiert nur anderen, und die sind dann selbst schuld – insofern ist die Klage gegen solche Zustände eben „Jammerei“. Der Satz: „Ein Indianer kennt keine Schmerz“ und „Jungen weinen nicht“ ist für Vertreter des männlichen Geschlechts reserviert. Eine Frau die klagt, klagt halt an, das muss wichtig genommen werden, eine Mann hingegen jammert, den darf man verhöhnen und beschimpfen.

Im Allgemeinen ist es so, dass der durchschnittliche Mann seine Aufmerksamkeit lieber einer leidenden Frau als einem solchen Mann widmet. Aber von „Hör auf zu Weinen!“ zu „Ein Mann soll hart wie Kruppstahl sein und zäh wie Leder“ ist es nur ein kleiner Sprung. Würde man zur Erkenntnis gelangen, dass Männer genauso schutzbedürftig sind wie Frauen, so mancher Krieg und damit großes Leid hätte sich verhindern lassen – auch für Frauen.

Die Grausamkeit des Mannes gegenüber seinen Geschlechtsgenossen ist Ursache für die größten Übel der Menschheit.

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12 Gedanken zu „Der Mann ist dem Mann ein Wolf

  1. quell werk

    Mein Kommentar bezog sich auf Oliver Flesch. Oliver Flesch schreibt über die Liebe und Erotik zwischen Männern und Frauen. Er beurteilt sich und andere Männer aus der Perspektive einer sexuell aktiven Hetero-Frau. Dies führt u.a. zu seinem Urteil, dass ein sich beklagender Mann lächerlich sei, weil er sich als kompetenter Sexpartner disqualifiziere. Mein Kommentar war schlecht insofern, als ich ihm indirekt „Unmännlichkeit“ vorwarf, weil er aus der Perspektive einer Frau urteilt. Meine unausgesprochene Aussage war, dass Männer nur aus einer genuin männliche Perspektive zu bewerten sind (unter Ausschluss intrasexueller Konkurrenz), was nicht zu halten ist. Selbstverständlich kann Oliver Flesch als eine Frau Männer beurteilen. So wie es Onyx als Frau auch macht. Wenn ich Oliver Flesch Unmännlichkeit vorwerfe, bewege ich mich in der Kategorie, die ich bei ihm kritisiere, was ein Widerspruch ist und mich zur Löschung meines Kommentars veranlasst hat

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  2. uepsilonniks

    Ich denke, das ist ein zentrales Problem: Mann will nicht als schwach erscheinen, erst Recht nicht vor Frauen. Männer passen sich hier den (unbewussten) Erwartungen von Frauen an, die trotz aller Emanzipation noch den starken Mann, den Beschützer suchen. Sich für Männer einzusetzen kommt einfach unsexy rüber, obwohl es tatsächlich mehr Kraft, Mut und Ausdauer verlangt, als wenn man dem Standard folgt und sich für Frauen stark macht: Die Männerfreundin Esther Vilar musste aus Deutschland fliehen, Alice Schwarzer hat es mit ihren Männerhass zur Millionärin geschafft.

    Indem man sich von schwachen Männern distanziert, diese verhöhnt, steht man im Kontrast dazu als „stark“, also als ein potentieller Partner da – eine ganz armselige Nummer, aber wirksam.

    Ich persönlich bin bei der Thematik eher wütend als „jammernd“ dabei, zumindest hoffe ich, dass es so wirkt denn häufig habe ich auch eine enorme Wut, manchmal sogar Hass im Bauch.

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  3. quell werk

    Tristan Rosenkranz hat sich aus der Männerarbeit zurückgezogen, weil er die Solidarität unter Männern vermisst hat. Solidarität unter Männern gibt es: Gewerkschaften, Vereine, Sport und sogar in Wirtschaftseinheiten (Identifikation mit der Firma). Oliver Flesch fühlt sich zum Beispiel solidarisch mit sexuell erfolgreichen coolen jungen Männern. Solidarität, die ohne äußeren Druck verursacht wird, scheint bei Männern über Identifikation mit dem erfolgreichen Alpha-Mann und Einordnung in eine Hierarchie, die als Gegenleistung Anerkennung liefert, verbunden zu sein. Eine Solidarität, die von außen induziert wie, zum Beispiel durch erfahrenes Unrecht, funktioniert bei Männern, wenn der Gegenstand der Kampf gegen ein unterdrückerisches System ist. Ist der Gegenstand der Mann, der in der intersexuellen Konkurrenz verliert, scheint ein biologischer Mechanismus die Solidarität zu verhindern. Das hat Jan Deichmohle gut herausgearbeitet. Soweit es mich betrifft, sehe ich die konzeptionelle Zukunft der Männerbewegung in der Umdeutung des intersexuellen Verlierers: er ist als ein Symptom einer schlechten Organisation der intersexuellen und intrasexuellen Konkurrenz aufzufassen. Insofern ist er eine Art Prophet und Querdenker und markiert einen Neuanfang. Es geht also nicht so sehr darum, den einzelnen Verlierer zu betrauern, sondern darum, sich Gedanken zu machen, wie die Anzahl der Verlierer zu verringern ist. Oliver Fleschs Sklavenhaltung hinsichtlich der Vagina muss dabei konzeptionell genauso positiv integriert werden (zum Beispiel als Hingabe an das andere Geschlecht), wie die geistige Haltung eines MGTOWS als Versuch spezifisch Männliches auszudrücken.

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  4. Wolf-Dieter Busch

    In irgend einem früheren Blog glänzte eine Diskutantin mit regelmäßigem pauschalen Vorwurf der „Jammerei“ über dies oder jenes an die Männer.

    Ich habe irgendwann mal freundlich dies gefragt: „Könntest du dir vorstellen, das bleiben zu lassen? Wäre nett. Ist ein argument ad hominem. Tut man nicht.“

    Wenn mich nicht alles täuscht, hat sie es eingestellt. – War auch allgemein ein selten dämliches Stück (pardon). Wegen des Werturteils verkneife ich mir eine Quellenangabe in der Öffentlichkeit.

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  5. Wolf-Dieter Busch

    Der Mann ist nicht grausam gegen seinesgleichen, sondern macho. Hat er sich nicht ausgesucht, sondern ist von Naturell her dazu prädestiniert. Sorry.

    Mein Sohn hat aus der Schule dies Schimpfwort mitgebracht: „Du Opfer!“ Gleiches Prinzip.

    Die wirklich einzige Art, aus der Falle rauszukommen, ist betont nüchterner, mit Verve versehener, aber gefühlsfeier Tonfall. Verve aber reichlich!

    Beim oben genannten Oliver habe ich mich übrigens im Kommentarbereich verewigt in Erwartung seiner menschlichen Reaktion. Stattdessen kam eine elektrische solche: der Server meldet „500 Internal Server Error“. Ich betone ausdrücklich: dafür kann ich nicht!

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  6. Jan Deichmohle

    Das Klagemonopol von Frauen, die Verspottung von Feminismuskritikern und schiefe Wahrnehmung sind teilweise angeboren, teilweise seit Jahrhunderten in westlicher Zivilisation verankert, teils Ergebnis feministischer Indoktrination. Dies weisen meine Bücher nach:
    http://www.amazon.de/s/field-keywords=Deichmohle+Geschlechter

    Seit 30 Jahren werden bessere Argumente gegen Feminismus ignoriert, verspottet, mit krassen persönlichen Tiefschläge abgetan. Das habe ich 30 Jahre lang dokumentiert, analysiert, um die Methode bewußt und damit unwirksam zu machen, sobald die Beweise einmal der Öffentlichkeit bekannt geworden sind.

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  7. mannfraukram

    Mann könnte ja mal ein anderen, gern verwendeten Stereotyp in so einer Situation für sich einzetzen: den des Gewalttäters.

    Man stelle sich vor, Eugen Maus hätte Theo Dorn, entspannt zurückgelehnt, die Hände gefaltet, in ruhigem Ton wie folgt geantwortet:

    EM: Ich haue Ihnen gleich eins in die Fresse.

    TD: (empörtes Luftschappen)

    EM: Das habe ich jetzt natürlich genauso wenig ernst gemeint wie Sie. Und Sie müssen zugeben, dass sie keine Angst davor haben, dass ich das mache. Sonst hätten Sie nicht versucht mich als Jammerlappen hinzustellen.
    Aber – wäre Ihnen das lieber? Würden Sie mich lieber als Gewaltmenschen darstellen denn als Jammerlappen?
    Oder wollen Sie einfach nur das ich meine Fresse halte?
    Das wird nicht passieren. Und vielleicht sollten sie lieber mir zuhören und mich ernst nehmen.
    Wenn die Botschaft an die Männer da draussen, denen es wirklich dreckig geht, immer weiter die ist:
    „Es ist mir scheissegal wie es Dir geht, halt die Fresse!“,
    Dann werden die sich vielleicht irgendwann nicht mehr damit aufhalten zu „jammern“.

    Ob das klappen würde?

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  8. mannfraukram

    Du hast wahrscheinlich recht.
    Aber ich denke es lohnt sich darüber nachzudenken, ob diesen Vorurteile ausschliesslich mit ruhiger, vernünftiger, sachlicher Rhetorik begegnet werden kann, ob man sich damit zum Beispiel nicht selbst in seinen Möglichkeiten beschneidet.
    Es sollte zumindest möglich sein nachzufragen, ob die Gegenüber mit ihrer Jammerlappen Rhethorik darauf aus ist, genau solche gewalttätige Rhetorik zu provozieren.

    Beispiel aus dem privaten Bereich: Ich habe einmal auf die Frage, ob ich ein richtiger Mann wäre aus bedrohlicher körperlicher Nähe, und lauter, tiefer Stimme geantwortet:
    „Das willst Du nicht wissen!“
    und dann gelacht.
    Damit war das Thema gegessen 😉

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  9. uepsilonniks

    Na, Du bist ja auch ganz schön aggro unterwegs. Bitte nicht missverstehen, ich bin ja nicht besser, hier zum Beispiel:

    http://der-juengling.blogspot.de/2015/11/feindselig-gegen-feminismus-aus-gutem.html

    bin ich für meinem Geschmack eine Spur zu aggressiv.

    Mit anderen Worten: Auch wenn ich mal dazu neige, aggressiv aufzutreten, ist das allein eine emotionale, kein rationale Reaktion. Grundsätzlich halte ich Diplomatie für die bessere Alternative, auch wenn ich mal über die Stränge schlage.

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  10. Pingback: Warum ich mich über diesen Erfolg so freue – Geschlechterallerlei

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