Männlichkeit als Wertschöpfendes oder Frauenselbstverachtung

Man kennt ja die Leier: Männer sind ein Übel. Sie sind ein Übel für die ganze Welt, Männer führen Kriege, vergewaltigen unschuldige Frauen und verschmutzen die Umwelt. Wobei gilt: Wenn Frauen das machen, was Männer machen, dann ist es auf einmal in Ordnung, ja gewollt – Nur männliche Soldaten sind Mörder, weibliche sind Amazonen und damit Heldinnen. Tatsächlich zeigt sich ein bemerkenswerter feministischer Trend, es als Mädchen und Frauen dem Tätergeschlecht gleichzutun – oder es zumindest zu wollen. Männer sind zwangsverpflichtet, also setzen sich Feministinnen dafür ein, dass Frauen den Dienst an der Waffe leisten dürfen. Männer machen Karriere und steigen auf, sind Chefs und üben Macht aus, also fordert die Feministin selbiges per Frauenquote für ihr Geschlecht. Männer studieren Naturwissenschaften und erforschen diese, also tun Feministinnen alles, um die kleinen Mädchen für die MINT-Fächer zu begeistern (und selber ein Laberfach wie Gender-Studies belegen):

Mit anderen Worten: Während eine unablässige Anklage auf Männer einprasselt, wollen Feministinnen insgeheim und ganz offen (ja, ich weiß…), dass es Frauen den Männern nachmachen; das machen, was Männer so machen. Ein Zeichen für Bewunderung, Respekt und Anerkennung – und Neid. Letzteres verhindert, dass Feministinnen ihre Anerkennung offen äußern können, sondern stattdessen in steter Anschuldigung verharren.

Und wie sieht es auf Frauenseite aus? Auch hier kennt man die Leier: Frauen sind ja sowas von sozialkompetent und damit ein Segen für die ganze Menschheit. Allerdings zum Nachteil eben jener sozialkompetenten Mädchen und Frauen, weshalb Feministinnen Frauen regelmäßig zu asozialen Verhalten auffordern (ein Mann, der sich wie ein Asozialer aufführt ist schlicht ein Arschloch und Despot, eine Frau, die dasselbe tut, ist emanzipiert).

Obwohl aber Weiblichkeit im Kontrast zu Männlichkeit eine Genesung für die Welt darstelle, wollen Feministinnen mit typisch Weiblichen nichts zu tun haben, es überwinden – kurz und knackig: Pink Stinks.

Allerdings nur solange, wie es Mädchen sind, die mit dieser Farbe attributiert werden. Während Rosa als Signalfarbe für Mädchen abgelehnt wird, erfreut sie sich feministischer Beliebtheit, wenn damit Jungen ausgestattet werden:

Sowas gefällt Feministinnen, aber meinen sie es auch gut mit dem Jungen?

Auf Mädchenmannschaft schreibt derzeit eine ihren Sohn missionierende Feministin:

Im Sommer habe ich ihm ein rosa Kleidchen gekauft, ganz schlicht. Seine Augen leuchteten erst. Dann schlug er wild um sich, als ich ihm helfen wollte, es anzuziehen.

Welche Interessen leiten diese Frau und Mutter? Die Interessen ihres Sohnes, oder doch ihre Femopolitinteressen? Denn wenn die Farbe Rosa und rosa Kleidchen für Mädchen etwas schlechtes sind, weil sie damit auf eine „beschränkende Geschlechterrolle“ festgelegt werden, warum sollte das dann gut für Jungen sein?

Bei all den Anklagen und der Hetze ist es wohl so, dass Feministinnen zumindest unbewusst all den Leistungen, mit denen Männer die ganze Welt prägen, Anerkennung zollen und sich in Selbstverachtung verlieren, wenn sie betrachten, was Frauen so dazu beitragen – geschweige denn Feministinnen. Die Reaktion darauf: Der Mann muss kastriert werden, also zieht man ihm ein rosa Kleidchen an – die Frau hingegen muss empowert werden, weshalb sie ein MINT-Fach belegen muss… nur leider will sie das häufig nicht.

Mit anderen Worten: Als Mann kann man durchaus stolz sein auf sein Geschlecht*, es sind Feministinnen selbst, die ihm Anerkennung zollen, auch wenn diese hinter Neid und Hass verborgen ist – der Mann ist nicht etwa zu schlecht, sondern zu gut!

Was weiterhin anzumerken wäre, ist, dass Feministinnen etwas grundlegend missverstanden haben. Denn es ist nicht so, dass Mädchen und junge Frauen seltener MINT-Fächer belegen, weil es rosa Kleidchen für sie gibt, sondern weil ein MINT-Fach eine anstrengende Leistung erfordert. Viel bequemer hingegen ist es, eine unkomplizierte Laberdisziplin zu belegen und dann unter den fleißigen Männchen an der Uni den besten herauszusuchen, der einer dann das Leben unterhält. Insofern hat Bascha Mika unrecht: Frauen sind nicht feige sondern tatsächlich nur bequem. Sie wählen den einfachsten Weg – was ihnen nur schwerlich vorzuwerfen ist: Hätten Männer diese Wahl, sich versorgen zu lassen, würden sie es genauso tun.

Sollten Feministinnen tatsächlich die Welt verändern wollen, müssten sie eine grundlegend andere Strategie verfolgen: Anstatt Rosa für Mädchen zu verbieten (und Ähnliches), müssten sie Mädchen und Frauen das Privileg entziehen, sich versorgen zu lassen – sie also zu einer Karriere nötigen. Man müsste Frauen abverlangen, Männer zu ehelichen, die sozial unter ihnen stehen, also im Zweifelsfall die Ernährerrolle zu übernehmen. Allein das würde zu einem grundlegenden Wandel im Geschlechterverhältnis führen, wie es von Feministinnen gewollt ist.

*(ein solcher Stolz ist dumm. Genauso wie Nationalstolz)

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6 Gedanken zu „Männlichkeit als Wertschöpfendes oder Frauenselbstverachtung

  1. Helge Thiessen

    „Denn es ist nicht so, dass Mädchen und junge Frauen seltener MINT-Fächer belegen, weil es rosa Kleidchen für sie gibt, sondern weil ein MINT-Fach eine anstrengende Leistung erfordert.“

    Nein. Der Grund sind einfach unterschiedliche Interessenlagen. Mit einer Leistungsverweigerung hat das gar nichts zu tun. Die unterschiedlichen Interessenslagen wiederum basieren einerseits auf statistisch über die Geschlechter keineswegs gleich verteilten Begabungen andererseits aber auch auf Sozialisation.

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  2. uepsilonniks

    Darüber lässt sich nachdenken.

    Allerdings ist es zum Beispiel im Iran so, dass dort Frauen prozentual öfter ein MINT/STEM-Fach belegen als bei uns – denn dort ist eine solche Fachrichtung ein Weg zu Unabhängigkeit. In diesem Land für Frauen öfters eine Notwendigkeit als bei uns.

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  3. Helge Thiessen

    Ja, das hängt damit zusammen, dass die Frauen dort nicht immer das studieren, wofür sie sich interessieren, sondern das, was ihnen später einen guten Verdienst in Aussicht stellt. Dort, wo diese ökonomischen Zwänge nicht existieren oder deutlich abgemildert sind, ist der Unterschied, was die Wahl der Studienfächer angeht, wieder größer. In „The Gender Equality Paradox“ hat Harald Eia es ganz gut herausgearbeitet. Hier eine Version mit deutschen Untertiteln: https://www.youtube.com/watch?v=3OfoZR8aZt4

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  4. uepsilonniks

    Hallo!

    Habe mir das Video von Eia noch nicht angesehen, steht auf meiner ToDo-Liste.

    Dennoch ist es so, dass typisch weibliche Fächer einfacher sind als typisch männliche. Und das letztere auch mehr Aussicht auf ein gutes Einkommen haben als erstere. Frauen können es sich leisten, eine sogenannte brotlose Kunst zu studieren, da sie keine Sekunde lang davon ausgehen, mal eine Familie ernähren zu müssen, sondern zu Recht davon ausgehen, dass ihr Zukünftiger der Haupternährer sein wird.

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  5. Wolf-Dieter Busch

    Stolz auf sein Geschlecht (hetero) ist bei Damen und Herren gleich verteilt. Der Herr prunkt mit Muckis, die Dame prunkt mit Arschbacken. Ist bei Säugern auch so.

    Generell, Stolz ist nicht durch und durch dumm. Ich habe z. B. einen gewissen Nationalstolz auf die deutsche Leberwurst, ohne sie selbst herstellen zu können. Davon können sich z. B. die Briten eine Scheibe abschneiden.

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  6. breakpoint

    „Dennoch ist es so, dass typisch weibliche Fächer einfacher sind als typisch männliche“
    Dazu müsste man erst einmal definieren, was „einfacher“ ist.
    Mit dem sturen Auswendiglernen irgendwelcher Daten, wie das bei Geistes- und Sozialwissenschaftlichen üblich ist, wäre ich ziemlich bald gescheitert.
    Bei MINT-Fächern dagegen geht es um das Verständnis von Zusammenhängen, dies anzuwenden, und darauf aufbauend weiterzufolgern.
    Dieses strukturierte logisch-analytische Denken ist straightforward, und deshalb „einfacher“, als konkrete Fakten aus einem Wust unüberschaubarer, ungeordneter, und oftmals inkonsistenter Daten herauszusuchen.

    Die Söhne (und später Schwiegertöchter, if any) von Feministinnen sind zu bedauern.

    OT: Danke für die Verlinkung meiner Blogs in der Sidebar. Das breakpoint-Blog auf blog.de wird aber nicht mehr weitergepflegt, und wird bald nicht mehr abrufbar sein. Der aktuelle Link lautet https://breakpt.wordpress.com

    Schönes Wochenende und lg
    Anne

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