Die verlogene Doppelmoral des Feminismus am Beispiel Prostitution

(c) EMMA.de

Wenn es um Prostitution geht, ist Gut und Böse klar verteilt: Der Käufer, also der Mann, ist der Böse, und die Anbieterin einer sexuellen Dienstleistung ist das arme, unschuldige und vor allem ausgenutzte Opfer. Deswegen lautet die feministische Forderung, dass man Sexkauf verbieten solle, allerdings nur so, dass der Käufer (der Freier) bestraft wird, aber nicht die Anbieterin. Dass allein der Drogenkonsument aber nicht der Drogenanbieter strafrechtlich verfolgt wird, ist der sogenannte „Schwedische Weg„, der von Feministinnen favorisiert wird.

„Prostitution: Verstoß gegen Menschenwürde“ (Emma)

Der Wille, den Freier und nicht die Prostituierte zu bestrafen, entspringt dem Weltbild, wonach stets der Mann und nicht die Frau der Täter ist. Tatsächlich aber sind Sexarbeiterinnen dagegen, dass ihre Kunden kriminalisiert werden, was auch leicht einsichtig ist: Wenn ein Teil ihrer Kunden wegbleibt, weil sie einen Konflikt mit den Gesetzen fürchten, wie ist ihnen dann geholfen? Sie verdient weniger Geld und muss zudem ihren Job im Zwielicht ausüben. Toll! Tatsächlich kam eine Untersuchung des Bundesfrauenministeriums über den schwedischen Weg zu dem Ergebnis, dass die Kriminalisierung der Kunden zu einer Verschlechterung der Situation der Prostituierten führte:

Hinweise darauf, dass sich das Sicherheitsgefühl von Frauen in der Prostitution verschlechtert hat, sowie auf die Verschlechterung der Situation von Migrantinnen werden in Schweden zugunsten eines höheren gesellschaftlichen Ziels ausgeblendet.

Das „höhere gesellschaftliche Ziel“ ist die Bestrafung der männlichen Sexualität, dafür trampelt man auch über Nutten-Leichen, auch solchen, die sich klar gegen eine Verfolgung ihrer Kunden stellen. So erklärte Alice Schwarzer mal, dass eine Prostituierte, die sich so positionierte, geisteskrank sei und die Geschlossene gehöre.

Was aber, wenn die Geschlechter getauscht sind? Vor einiger Zeit stellte ich Spekulationen darüber an, was wäre, wenn die Mehrheit der Sexarbeiter Männer wären, ich dazu:

Da Männer immer die Bösen sind, stellt sich die interessante Frage, was eigentlich wäre, wenn in einer fiktiven Gesellschaft die Mehrheit der Sexanbieter Männer, und die Käufer Frauen wären.
In dem Fall wäre das Verhältnis von Gut und Böse getauscht. Es gäbe keine Bestrebungen, die Freierinnen zu kriminalisieren, zu bestrafen, sondern eben die männlichen Sexarbeiter.

 Und wie gerufen kommt die EMMA um meine Theorie zu bestätigen.

Diese Freierin hat das richtige Geschlecht, weshalb kein Strafe erfolgen soll, Bild: EMMA

Jetzt auf einmal, über einen Film mit Frauen als Sexkäuferinnen, schlägt die EMMA einen gänzlich anderen Ton an. Diese Frauen sind keine Säue, keine Täterinnen, die in den Knast gehören, nein, sie sind auf der Suche nach Liebe:

Ein Film ganz dicht an den Menschen, an ihren Ängsten und Hoffnungen

Männliche Freier sind Schweine, weibliche suchen Nähe und Zuneigung, ganz so, wie ich es beschrieb.

Und wie ergeht es den Männern in Afrika, die von westlichen, weißen Frauen gekauft werden?

So:

„Wenn sie einen unschuldigen, jungfräulichen Krieger haben wollen, ist hier der beste Platz. Sie können Krieger im Alter von 17 oder 16 haben“, erklärt der Bankangestellte weiter. Sex mit Minderjährigen wird in Kenia mit bis zu 14 Jahren Haft bestraft. Doch auch wenn das eigentliche Geschäft geheim bleiben muss – über die Bedürfnisse der Touristinnen und den Markt in Maralal redet Laila erstaunlich offen: „Die meisten weißen Frauen sind älter als 60 Jahre und sie bekommen keinen Sex mehr in Europa. Die Krieger sind arm, und die Frauen bezahlen sie einfach für den Sex. Aber stellen Sie sich vor, Sie sind ein 20-jähriger Mann und haben eine 70-Jährige vor sich. Macht diese Frau Sie irgendwie an? Die Krieger nehmen deshalb Drogen aus dem Busch und trinken, damit sie vergessen, wen sie da vor sich liegen haben.“

Es ist also so, dass Sexkauf nicht generell abgelehnt wird – der Beweis, dass es an Sexarbeit auch aus feministischer Sicht nichts auszusetzen gibt. Denn wenn Sexkauf generell abgelehnt werden würde, dann würde das natürlich auch dann gelten, wenn Männer die Anbieter und Frauen die Käufer wären. Dies zum einen, zum anderen stinkt diese Doppelmoral àla Feminismus zum Himmel, und keiner riecht es, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis Alice Schwarzer in einer Talkshow wieder mal über männliche Freier-Schweine herziehen kann und deren Verfolgung fordert.

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14 Gedanken zu „Die verlogene Doppelmoral des Feminismus am Beispiel Prostitution

  1. Miria

    Du machst denn Fehler, dass du den Feminismus der Emma bzw. von Alice Schwarzer auf alle Feministinnen überträgst.

    Ich und viele andere Feministinnen haben kein Problem mit Sexarbeit du lange niemand gezwungen wird!

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  2. uepsilonniks

    Liebe Miria,

    ich weiß, dass es viele Strömungen im Feminismus gibt, und Du ihn deshalb verteidigen willst, deinen Feminismus, mit dem ich im übrigen auch kein Problem habe.

    Allerdings gibt es auch eine dominierende Strömung, und das ist nun mal nicht dein Feminismus, sondern der Quoten-Femninismus oder eben der Feminismus einer Alice Schwarzer. Nicht Du, sondern sie tingelt durch alle Talkshows, erhält das Bundesverdienstkreuz und dominiert eben die Geschlechterdebatte.

    Wenn Feministinnen wie Du die ganze Debatte als auch die Geschlechter-Politik dominieren würden, wäre ich zwar nicht restlos glücklich aber wesentlich freundlicher gegenüber dieser Ideologie oder Weltanschauung.

    Herzlicher Gruß
    Uepsilonniks.

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  3. Miria

    Lieber Uepsiloniks,

    du und ich wissen, dass es verschiedene Strömungen im Feminismus gibt, aber vielleicht nicht alle Leser deines Artikels.

    Außerdem ist es tatsächlich so, dasss sehr viele Feministinnen, mit deren Meinungen ich in anderen Dingen nicht konform gehe, dich nicht gegen die Prostitution positionieren.

    Liebe Grüße,
    Miria

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  4. Wolf-Dieter Busch

    Hi Miria,

    verschiedene Strömungen: habe ich verstanden.

    Was mich mehr interessiert, was eint die verschiedenen Strömungen unter dem übergreifenden Begriff Feminismus? Vereinfacht, wofür und wogegen steht die Feministin (einschließlich dir) gerade?

    Am Rand, danke für Diskussionsbereitschaft. Ich zolle dafür Respekt (also keinen Flausch).

    Gruß Wolf-Dieter

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  5. uepsilonniks

    Hallo Wolf-Dieter,

    Miria hat's vielleicht nicht mitbekommen, dass Du ihr eine Frage gestellt hast. Hier ihr Blog:
    http://nur-miria.blogspot.it/

    wenn Du an der Sache dranbleiben willst.

    Interessante Frage übrigens, ich denke, eine Feministin kann sie nicht beantworten, denn wenn die Interessen von Männern genauso schwer bewertet werden wie die von Frauen, kann man schwerlich von „Feminismus“ sprechen sondern stattdessen eher von „Humanismus“. Ich habe Miria mal interviewt, und eine der ersten Fragen war, warum sie sich nicht als Humanistin sieht:
    http://der-juengling.blogspot.de/2015/04/miria-quoten-oder-irgendso-einen-quatsch.html

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  6. uepsilonniks

    Ich bin sicher, dass sich Miria nicht belästigt fühlt – ich klopf mal bei ihr an.

    Vielen Dank für deinen Artikel, allerdings fällt es mir schwer, daraus eine grundlegende Kritik an der Männerrechtsbewegung zu lesen.

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  7. Wolf-Dieter Busch

    Es ist keine Kritik an den Forderungen, sondern eine der Namensgebung. Schwerpunkt auf Männer. Der Name schließt eine Hälfte der Menschheit aus (die hübschen rundlichen, von hinten tropfenförmigen.)

    Falls du antwortest, in Wirklichkeit sind wir nicht so, antworte ich: im Namen steckt Impetus. Nachdem der Name fest steht, hat der Speer die Hand verlassen. Sinnbildlich.

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  8. Wolf-Dieter Busch

    Umtaufe ist kein Ansatz. Der Name ist in der Welt, erzeugt seine eigene Dynamik und du bist aus dem Spiel. Ein Spezialfall von „Die Sprache ist stärker als wir“.

    Es gibt bereits den „Gleichmaß e.V.“ – hier ist die Falle erkannt und umgangen geworden. Der Name ist in meinen Augen perfekt.

    Lieber YX, lass den Kopf nicht hängen, es gibt immer Turbulenzen im Spiel. Wach bleiben und reagieren.

    (Meine Fresse bin ich weise.)

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  9. Miria

    @Wolf-Dieter:
    „Was mich mehr interessiert, was eint die verschiedenen Strömungen unter dem übergreifenden Begriff Feminismus? Vereinfacht, wofür und wogegen steht die Feministin (einschließlich dir) gerade?“

    Der Grundpfeiler ist der Wunsch nach Gleichberechtigung der Geschlechter.
    Das Problem ist dabei, dass unterschiedliche Menschen bzw. Feministinnen unterschiedliche Auffassungn davon haben, wie diese zu erreichen ist.

    Weiteres zum Thema findest du auch in dem von Uepsiloniks geposteten Interview mit mir. 🙂

    Und natürlich kannst du dich auch gerne bei mir auf dem Blog blicken lassen und dort kommentieren. Dafür ist sie ja schließlich da, die Kommentarspalte 😉

    Viele Grüße,
    Miria

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    Antwort
  10. Pingback: Kurznachrichten vom 08.02.2016 – Geschlechterallerlei

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