Erica Jong – ein Sexistin im Interview

Dieser Unmensch (nicht der Hund) bildet sich ein, es wäre gerecht, wenn es über Leben und Sterben von Männern entscheiden könnte.

Der Profil (nur hinter einer Paywall) hatte Erica Jong im Interview, und kam nicht auf die Idee, mal kritisch nachzuhaken, wenn sie geschlechterrassistischen Müll absonderte. Stattdessen wurde gleich der ganze Artikel mit einer Äußerung der Rassistin überschrieben, als ob sie der Weisheit letzter Schluss in der Geschlechterdebatte wäre:

„Männer bleiben Sklaven ihres Penis“

Hierzu zwei Punkte als Anmerkung zu dem Schamlumpen, der sich offenbar für etwas besseres hält:

Würde sie davon schreiben, dass Schwarze allein ihren Instinkten unterliegen würden, dass sie deren Sklaven seien, woraus sich ihre Primitivität erklären würde, dann hätte sie reichlich Ärger an der Backe. Wieder mal zeigt sich, was bereits Daphne Patai bemerkte: Männer sind die letzte Gruppe von Menschen, die man in einer Weise in aller Öffentlichkeit niedermachen kann, ohne dafür auf massiven Einspruch zu stoßen. Das Erbärmliche daran ist, dass sich solche Frauen für mutige Kritiker ihrer Zeit halten, aber im Grunde nur das tun, was erlaubt ist. Es wäre mutig, ein Buch mit dem Titel „Nur eine tote Frau ist eine gute Frau“ zu veröffentlichen, aber nicht, wenn man selbiges mit Männern tut. Ersteres wäre ein Fall für den Staatsanwalt, letzteres wird vom Staatsfernsehen verfilmt.

Zum zweiten Punkt: Sind Männer tatsächlich schwanzgesteuert? Warum schreibe ich diesen Artikel, wenn es mir nur ums Kopulieren geht? Sei versichert, keine Frau steigt nur deswegen mit mir ins Bett, weil ich diese Zeilen schreibe, gucken wir mal, was Michail dazu zu sagen hat:

Denn im Grunde haben Männer auf der kreativen Ebene (räumliches Verstehen, theoretisch-abstrakte Vision, Konstruktion, außerwirkliches oder transzendentes Sinnieren, Erdenken und Erfinden) überragend mehr Möglichkeiten den kreatürlichen Bereich (Trieb, Empfindung, Affekt) zu kompensieren als Frauen. Gäbe es Untersuchungen darüber, wie viele Millionen Männer zu jeder Zeit weit entfernt von Frauen auf hoher See (man denke auch an See-, Entdeckungsreisen und die langjährigen Züge der Vergangenheit), auf zivilisationsfernen Expeditionen, auf wissenschaftlichen, militärischen, humanistischen oder sportlichen Exkursionen und Unternehmungen jeglicher Art unterwegs sind, ohne im Geringsten deswegen ein Problem zwischen ihren Beinen mit sich zu tragen, würde sich die Theorie des ’schwanzgesteuerten‘ Mannes, dessen angeblich einfältige Strategien stets nur die Paarung beabsichtigen und mit der Qualität von Waschmaschinenprogrammen ablaufen (Karl Grammer) als das wahrhaft plumpe Programm derer entpuppen, die es sich trotz Wissenschaftsstudiums versagten, jemals Wissenschaft zu betreiben.

Nein, wenn man sich ansieht, was Männer als Dichter (Goethe), Wissenschaftler (Einstein) oder pazifistische Freiheitskämpfer (Gandhi) leisten, kann man schwerlich davon ausgehen, dass diese Männer allein ihrem Penis folgen – und wohl jeder wird einsehen, dass es mehr Sinn macht und gewinnbringender ist, Goethe, Einstein oder Gandhi zu lesen, als eine Geschlechterfaschistin wie Erica Jong.

Diese KZ-Aufseherinnen stehen für die Wertschätzung des Lebens, wie ihre fröhliche und heitere Art zeigt.

Aber weiter im Text, Jong befindet:

„Wir sollten uns ein Beispiel an den amerikanischen Ureinwohnern nehmen. Bei denen entschied ein Rat von Großmüttern über Krieg und Frieden. Die Männer kämpften, aber die Omas entschieden, wann.“

Das „Matriarchat“ ist aus feministischer Sicht ein perfekte Gesellschaft. Wer sich allerdings kritisch damit beschäftigt, kommt schnell zum Schluss, dass das M in „Matriarchat“ für „Monströs“ steht. Ganz so, wie Jong hier richtig erkannt hat, wurden Männer zum Nutzen der Herrscherinnen bis in den Tod ausgebeutet. Selbst heute noch existieren Matriarchate, in welchen Menschen männlichen Geschlechts nur Menschen zweiter Klasse sind.

Die Begründung, warum „Oma“ über Leben und Tod zu entscheiden hätte, wird im Interview sofort nachgeliefert:

Frauen spenden Leben. Sie wissen den Wert des Lebens weit mehr zu schätzen als Männer.

Mit anderen Worten: Diese „kluge“ Autorin ist auf die tagtägliche Propaganda reingefallen, wonach das Geschlecht, welches ungeborenes Leben millionenfach abgetötet hat und immer noch tötet, die bessere Hälfte der Menschheit stellt. Deswegen darf man die Menschen zweiter Klasse auf den Schlachtfeldern verheizen, für das Mutter- Vaterland.

Man stelle sich einfach mal vor, was los wäre, wenn ein Schriftsteller wie etwa Umberto Eco angemerkt hätte, eine Herrschaft von „Opas“, die bestimmen, wann eine junge Frau Männern als Sexsklavin zugeführt werden solle, sei eine gute Sache. Dieser Mensch wäre einfach vernichtet. Wenn ein Frau hingegen Männern die Gräuel des Krieges zumutet, geht das durch jede Redaktion, ohne dass mal einer der Qualitätsjournalisten aufmerkt.

Sehr verachtete Frau Jong,

es wird Sie vielleicht irritieren, aber ich gestatte ihnen nicht, über mein Leben uns Sterben zu entscheiden. Allerdings empfinde ich die Offenherzigkeit, mit der Sie ihren Geschlechterfaschismus darlegen, dennoch als eine Bereicherung, welcher meinen Blick auf das weibliche Geschlecht schärft. Vielen Dank, dass Sie die Primitivität ihrer Welt, welche in der heutigen Zeit u.a. als Staatsfeminismus dominierend ist, und eigentlich immer schon war, offenlegen.

Geistige Genesung, bevor Sie sterben, wünscht Ihnen

yx

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3 Gedanken zu „Erica Jong – ein Sexistin im Interview

  1. Anonym

    @Jüngling

    Und was ich faszinierend finde:

    „Frauen spenden Leben. Sie wissen den Wert des Lebens weit mehr zu schätzen als Männer.“

    die Rückzugslinie von Frauen – jeder politischen Coleur – ist immer wieder die *eigene Biologie*, also die generative Potenz von Frauen.

    Dass es moralische und ethische Maßstäbe gibt, die es einem erwachsenen Menschen oder einer Gesellschaft solcher Menschen erlauben, menschliches Leben wertzuschätzen (ungeachtet des Geschlechts) ist hier nicht das Argument.

    Sondern in ihrer kruden Ideologie ist die spezifisch *weibliche* Moral und Ethik sowohl gebunden, als auch *ableitbar* aus ihrer generativen Potenz, also ihrer Biologie.
    Sie behauptet demnach eine „natürliche“, eine „geborene“, eine Vagina-Ethik gewissermaßen.

    Wie du aber richtig schreibst, „das Geschlecht, welches ungeborenes Leben millionenfach abgetötet hat und immer noch tötet“ beweist, dass die (berechtigte) Forderung von Frauen über die Kontrolle der eigenen reproduktiven Fähigkeit zu einer Situation geführt hat, in der die „Wertschätzung des Lebens“ eine individuelle ist.
    „Wertschätzung des Lebens“ aus den oben angeführten Gründen schon – insofern es individuell und situativ gewünscht ist.
    Ansonsten wird das Kind abgetrieben – womit ich keinesfalls sagen will, eine einzelne Frau würde es sich mit so einer Entscheidung leicht machen.

    D.h. aber *gerade* die Realisierung der feministischer Forderung nach individueller, weiblicher Verfügung über die eigene Reproduktion sollte einem biologistischen (und kollektivistischen=“Frauen“) Gedankengut eigentlich im Wege stehen.

    Nachweisbar ist jedoch, egal welche feministische Ideologie aus egal welchem politischen Spektrum man bemüht, am Schluss kommt die „Vagina bzw. Uterus-Keule“.

    Das ist quasi die Letztbegründung der eigenen Argumentation, weil es m.E. auf die eingestandene Nützlichkeit von Frauen verweist, die Gesellschaft biologisch zu reproduzieren.
    Was bisher ihr Alleinstellungsmerkmal ist.
    Und demgemäß Frauen von der Gruppe/Gesellschaft eine spezielle Sorge um und für sich verlangen konnten und können.

    Ich glaube inzwischen, die Hartnäckigkeit, mit der seitens dieser Frauen behauptet wird, „Männer bleiben Sklaven ihres Penis“ ist eine reine Projektion.
    Ein Penis hat für einen Mann keine besondere Bedeutung für seine Rolle in der Gesellschaft, das Geschlechtsteil der Frau aber für ihre.

    Schönen Gruß, crumar

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  2. uepsilonniks

    @Cruma, danke für den Kommentar.

    „Vagina-Ethik“… das muss ich mir merken 😉 Das Interessante daran ist ja auch, dass innerhalb der Frauenbewegung der Anspruch, dass sich Mütter um ihre Kinder zu kümmern hätten, zurückgewiesen wird. Da ist dann davon die Rede, dass Frauen als „Gebärmaschinen“ missbraucht werden, als „Rabenmütter“ beschimpft und die Forderung erhoben, dass sich Väter als „neue Männer“ um die Kinder kümmern sollen, damit sie sich im Beruf verwirklichen kann.

    Aber nur bis zur Trennung, dann gehört das Kind wieder zur Mutter…

    Ein Penis hat für einen Mann keine besondere Bedeutung für seine Rolle in der Gesellschaft, das Geschlechtsteil der Frau aber für ihre.

    Kannst Du das näher ausführen, klingt interessant.

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  3. Anonym

    @uepsiloniks

    Diese Diskussion haben wir doch einen Blog weiter bei onyx.

    Bei allen Formen der reproduktiven Selbstbestimmung der Frau meint sie gleichwohl, eine „Verantwortung“ des Mannes für das *geborene* Leben feststellen zu können, selbst wenn diese Geburt *gegen seinen expliziten Willen* erfolgt.

    IHRE Beschreibung des Vorgangs ist, die materielle Realisierung des weiblichen Wunsches nach individueller Reproduktion VERPFLICHTET den Mann (=Verantwortung).
    Während die Verfügung über die eigene Reproduktion (Abtreibung, Pille danach usw.) eine Frau zu gar nichts verpflichtet.

    Aber nur mit dem Produkt ihres Geschlechtsteils (=Vagina=Kind) entsteht das RECHT auf die Verfügung über den Anspruch auf Teilhabe am Einkommen des Mannes.
    Das ist gesetzlich sanktioniert – man muss das an dieser Stelle hervorheben – durch das Patriarchat – weil es sonst sehr, sehr unglaubwürdig klingt.

    Weil: stell dir einmal vor, du erwirbst durch die Bestäubung der vielen Pflanzen am Wegesrand einen materiellen Anspruch an deren Produktion.
    Diese Ideologie würden noch nicht einmal Bienen vertreten.
    Aber Frauen (TM) tun das – Onyx ist keine Feministin, sie ist eine Femininistin.

    Was auch immer ihre Vagina hervorbringt, führt zu einem materiellen Anspruch gegenüber einem anderen Individuum oder der Gesellschaft.
    Und nun versuche diese Gleichung mit „Penis“ oder „Phallus“.
    Klappt nicht.

    D.h. der Vagina-Logik, -Moral und -Ethik geht eine Epoche voraus, in der all das zum Normalzustand (default) wird, auf die sich die Onyxens dieser Welt *als* weibliche Moral *und* männliche Verantwortung berufen.
    Sie ist ein PRODUKT dieser Logik, die sie selbst nicht begreift.

    D.h. wo die weibliche Verfügungsgewalt über das männliche Einkommen der Normalzustand geworden ist.
    Wo es „normal“ ist, den weiblichen Kinderwunsch zu realisieren, notfalls gegen den männlichen Willen, und empört darauf zu reagieren, wenn dies nicht sofort und freiwillig und lebenslänglich alimentiert wird (=“Verantwortung!“).

    Was das diametrale Gegenteil von Emanzipation ist und es macht keinen Sinn, sie damit zu konfrontieren.
    Sie will es nicht hören.

    Sie will in ihrer eigenen Welt leben, der Vagina-Welt.

    Gruß, crumar

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