Archiv für den Monat März 2016

Argumentieren – aber richtig!

Eigentlich müsste es ganz einfach sein: Wir tauschen unsere Argumente aus, die der Wahrheit verpflichtet sind, widerlegen die falschen Ansichten, kommen zu einem Ergebnis, sind uns einig, und die ganze Welt lebt in Frieden.

So ist es leider nicht. Jeder verfügt über seine ganz eigene Wahrheit und ist so gut wie nie gewillt, sie aufzugeben. Aus diesem Grund ist es wichtig, wenn man für seinen Standpunkt argumentiert, dies in der richtigen Weise zu tun und dabei die Psychologie der Meinungsbildung zu berücksichtigen. Denn es gibt psychologische Effekte, die die Meinungsbildung beeinflussen, und bei denen auch Fakten nicht weiterhelfen.

Eine berühmtes Beispiel ist ein Experiment, in welchen die Probanden aufgefordert wurden, in einem Sportvideo die Ballwechsel zu zählen, die die Mannschaft erreichte. Mitten im Video lief ein Gorilla ins Bild, machte eine Pose und lief auf der anderen Seite wieder hinaus. Als jetzt die Testpersonen gefragt wurden, ob sie irgendwas „Ungewöhnliches“ im Video bemerkt hätten, antwortet die Mehrheit mit: „Nein“. Das ist die Folge dessen, wenn man seine Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Umstand richtet: Alles andere wird ignoriert. Das lässt sich auch auf die Geschlechterdebatte übertragen: Feministinnen glauben, dass wir in einem „Patriarchat“ leben, welches Männer bevorzugt. Die Gorillas hier, die von Feministinnen nicht bemerkt werden, sind, dass Männer die Mehrheit der Selbstmörder stellen wie die der Obdachlosen und zudem Jahre eher sterben als Frauen, ein Indikator für strukturelle Benachteiligung. Diese „Gorillas“ werden von Anhängern der Patriarchatstheorie nicht gesehen, womit sie an ihrem Weltbild des scheinbar bevorzugten Mannes festhalten können.

Ein weiteres Beispiel: In einem Versuch wurden den Testpersonen verschiedene Bilder gezeigt, darunter eines, in welchem ein Schwarzer und ein Weißer zu sehen war, wobei der Weiße ein Messer in der Hand hielt. Als die Probanden zu den Bildern befragt wurden, stellte sich heraus, dass diejenigen mit rassistischen Vorurteilen dazu neigten, sich zu „erinnern“, dass der Schwarzer das Messer in der Hand hielt. Die bereits stehende Meinung und Vorurteile beeinflusste die Wahrnehmung so sehr, dass sie einen „betrog“.

Mit anderen Worten: Wenn man richtig argumentieren und vor allem überzeugen will, dann ist es wichtig, die psychologischen Anteile im Meinungsbildungsprozess zu berücksichtigen. Im Folgenden lege ich ein paar Punkte dazu dar. Das basiert im Wesentlichen auf ein anderes Dokument zu einer anderen Debatte.

Um mit Erfolg zu argumentieren sollte man vier zentrale Punkte beachten:

– Zentrale Fakten: Um ein Gerücht zu widerlegen, sollte man sich nicht auf dieses konzentrieren, sondern stattdessen auf die Fakten.

Wenn man falsch vorgeht, erreicht man das Gegenteil dessen, was man will.

Im Idealfalls nennt man das Gerücht gar nicht erst, was natürgemäß schwierig ist, wenn man es widerlegen will. Du solltest mit der Betonung der Fakten starten und dann erst das Gerücht nennen.

– Eindeutige Warnungen: Wenn Du dann auf das Gerücht zu sprechen kommst, solltest Du vorher davor warnen, dass nun eine Falschinformation folgt. Ansonsten kann sich die falsche Überzeugung des Lesers verstärken – wir tendieren dazu, an Vertrautes, auch wenn es falsch ist, eher zu glauben als an etwas Neues.

Vermeidung der Informationsüberladung: Allgemein geht man davon aus, dass im Argumentieren das Prinzip gilt: Umso mehr, desto besser. Tatsächlich verhält es sich ganz anders rum: Weniger ist besser. Beim Argumentieren sollte man sich deshalb auf drei gute Argumente konzentrieren anstatt auf zehn. Eine Informationsüberladung führt dazu, dass die Überzeugung an die Falschinformation noch gestärkt wird. Das liegt daran, dass es einfacher ist, wenige, einfach verständlich vorgetragene Informationen zu verarbeiten als viele komplexe:

Lieber wenige Fakten als zuviele.

– Alternative Erklärungen anbieten: Wenn man ein Gerücht ausgeräumt hat, entsteht eine Lücke. Es ist wichtig, diese Lücke durch einfache (siehe oben) Fakten und Argumente zu füllen, welche abdecken, was vorher durch das Gerücht erklärt wurde. Bei einem Experiment wurden die Testpersonen mit einem Bericht über einen fiktiven Lagerhausbrand konfrontiert. Dort war die Rede von Ölfarben, welche an dem Brand beteiligt waren – allerdings wurde später klargestellt, dass dies eine Fehlinformation war. Als die Testpersonen später befragt wurden, wie es zur starken Rauchentwicklung kam, wurden überdurchschnittlich oft die Ölfarben als Ursache angegeben – und das obwohl die Testpersonen in der vorhergehenden Befragung bestätigten, dass sie die Fehlinformation als falsch registriert hatten. Wurde hingegen eine alternative Erklärung angeboten – hier: Es waren Brandbeschleuniger beteiligt – wurde die falsche Erklärung der Ölfarben weit seltener genannt.

– Grafiken: Das Sprichwort „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ trifft zu. Wie Studien zeigen sind erklärende Grafiken weit besser als Argumentationsträger geeignet als ein Text. Wenn Du dein Argument als Grafik darlegen kannst, dann tu das.

Im Folgenden ein Beispiel:

Eine Frau, die wie ein Mann arbeitet, erhält auch den Lohn wie ein Mann (Die zentrale Aussage wird im Titel genannt)

Eine Frau, die in derselben Branche mit derselben Berufserfahrung die gleiche Tätigkeit wie ein Mann ausübt, verdient auch soviel wie ihr männlicher Kollege. (Ein zentrales Fakt wird genannt)

Der falsche Mythos (es wird vorgewarnt, dass nun eine Falschinformation folgt) dass Frauen für die gleiche Arbeit ungleich bezahlt werden, ist darauf zurückzuführen, dass in solchen Studien das Durchschnittseinkommen aller Frauen mit dem aller Männer verglichen wird. Dass aber Frauen im Schnitt weniger verdienen als Männer, liegt daran, dass Frauen weitaus häufiger in Teilzeit arbeiten und zudem häufiger Berufe mit schlechterer Bezahlung wählen. So sind solche Studiengänge mit geringen Verdienstaussichten wie Philosophie oder Soziologie von Frauen dominiert, während einkommensträchtige Studiengänge wie Ingenieurswesen von Männern belegt werden. (Es wird eine alternative Erklärung angeboten, die die Lücke füllt)

Zum Schluss: Man sollte sich an solche Menschen halten, die noch für Argumente empfänglich sind. Jemanden mit Fakten und Argumenten zu konfrontieren, dessen Ansichten bereits gefestigt sind, reagiert darauf negativ: Er verstärkt seine Überzeugung noch, wie Studien zeigen.

Sexuell aktive Männer in Zukunft mit einem Bein im Knast

Frau Hummel spricht von einem Missverständnis:

Karl, ein Student aus Kiel, war für ein Praxissemester zu seiner Freundin nach Graz gezogen und hatte am Nachmittag mit einer Kollegin, die er beim Praktikum kennengelernt hatte, in einem Kaffeehaus gesessen. „Als sie mich auf dem Heimweg dann gefragt hat, wo ich wohne, habe ich ihr völlig arglos das Zimmer gezeigt, das ich mit meiner Freundin zur Untermiete bewohnte. Aber kaum war die Tür hinter uns ins Schloss gefallen, erstickte sie mich mit Küssen“, erinnert sich Karl und klingt dabei immer noch verwundert.

Und jetzt stelle man sich vor, der „verwunderte“ Karl zeigt seine Kollegin an, und zwar wegen „Vergewaltigung“, sie habe nämlich „überraschend“ übergriffig gehandelt – so will es nämlich die Verschärfung des Sexualstrafrechts, über die heute im Kabinett beraten wird. (Video ~30Sekunden) Nun, einer Frau wird das natürlich nicht passieren, solch grotesken Anklagen würden nur Männer betreffen, so heißt es auch in der Tagesschau-Meldung, dass „Frauen“ – und nur diese – besser vor Vergewaltigung geschützt werden sollen. Entscheidend hierbei ist, dass in Zukunft keine Gewalt ausgeübt oder angedroht werden muss, um als Ver-gewalt-iger verurteilt zu werden. So soll es bereits ausreichen, wenn man ein „Überraschungsmoment“ ausnutzt.

Das ist ein Gummiparagraf, der sich nahezu beliebig interpretieren lässt. Denn strenggenommen könnte ja jeder Mann „überraschend“ gehandelt haben, wenn er z.B. vor dem ersten Kuss nicht nachgefragt hatte. Damit wird im Grunde die männliche Hälfte der Bevölkerung der weiblichen Willkür ausgeliefert, denn kaum jemand wendet das unsägliche, feministische Aussprech-Prinzip an, aus gutem Grund übrigens, denn Fragen wie „Darf ich dich küssen?“ wirken ungemein abturnend, selbst wenn die Frau vorher wollte, will sie es danach nicht mehr. Dies ist ein schönes Beispiel für den totalitären Aspekt des Feminismus: Er will selbst noch intimsten Bereich der Menschen wirken, dort seinen Willen durchsetzen, Motto: „Das Private ist Politisch“. Das hat Folgen: feministischer Sex bedeutet einen Ausverkauf der Erotik.

Schon jetzt ufern Falschbeschuldigungen aus entgegen dem Vergewaltigungsmythos, dass Frauen bei „sowas“ nicht lügen. Sie tun es eben doch, sie lügen wie gedruckt, wenn sie in ihrer Rachsucht eine Existenz zerstören wollen. Nur jemand, der dem so verbreiteten wie falschen Mythos anhängt, dass Frauen die besseren Menschen seien, kann sowas gutheißen. Nachdem im real existierenden Matriarchat Frauen bereits Herrinnen über Leben und Tod von Ungeborenen sind (und massenhaft abtöten), Herrinnen über die Familie, mit der Macht, den Vater nach Belieben zu entsorgen und auch auf die Bedürfnisse ihrer Kinder keine Rücksicht nehmen, wird dem weiblichen Geschlecht hiermit eine weitere Waffe in die Hand gegeben, mit der nun beliebig, also willkürlich, Männer vernichtet werden können.

Was bleibt, ist eine weitere Zone verbrannter Erde zwischen den Geschlechtern. Was sich bereits heute zeigt, nämlich dass sich Männer von den Frauen zurückziehen, was von diesen beklagt wird, wird sich als Trend noch verstärken. Feministinnen freilich stört das nicht, denn wie sie wissen: „Eine Frau ohne Mann ist wie ein Fisch ohne Fahrrad“; wenn eine Frau einsam bleibt, ist das aus feministischer Sicht eine gute Sache.

Vermischtes 14. März 2016

1. Das Verwaltungsgericht Magdeburg muss entscheiden, ob die Landesliste der Grünen zur Bundestagswahl Männer diskriminiert.

2. Hillary Clinton, gefeierte Demokratin und Hoffnungsträgerin der Feministinnen, ist offenbar eng verbunden mit den Reichen und Wohlhabenden:

Welche Leute und Gruppierungen stehen denn hinter Hillary Clinton?
Diane Johnstone: An der Spitze steht die Wall Street, also die großen Banken und das Finanzkapital. Während der Präsidentschaft Bill Clintons begann der Wandel der Demokratischen Partei weg vom New Deal, also dem Versuch eines sozialen Ausgleichs, hin zur wirkungsmächtigsten Verfechterin des Neoliberalismus. Die Gunstbezeugungen Bill Clintons für die Wall Street beinhalteten damals die Zurücknahme der Regularien für den Finanzmarkt, die während des New Deal beschlossen wurden – was zu unkontrollierten Spekulationen führte, die dann 2008 die Finanzkrise auslösten.

Na, dann mal sehen, ob sie die nächste Margaret Thatcher macht. Obwohl, soviel Sozialstaat gibt es in den USA nicht zu zerschlagen wie damals in Britannien.

3. Amnesty International wirft südsudanesischen Regierungstruppen den Mord an mehr als 60 Jungen und Männern in einem Schiffscontainer vor.

4. USA: Etwa 10.000 Gefangenen wird aus Kostengründen eine Hepatitis-C-Behandlung verwehrt – und damit ihr Tod billigend in Kauf genommen – Telepolis

5. In seinem Blog „Gewalt ist keine Lösung“ beschäftigt sich der selbst betroffene Rene Pickhardt mit häuslicher Gewalt – auch und gerade solche gegen Männer.

6. Jan Deichmohle bittet mich, auf seine neues Buch hinzuweisen, was ich hiermit gerne tue: Die Unterdrückung der Männer

7. Männliche Prostituierte haben es besonders schwer, wie die ansonsten stramm feministische „Freitag“ berichtet, aber bequemerweise nur männliche Freier kennen will.

Off Topic: Ein Journalist unterwandert als vermeintlicher AfD-Anhänger deren Facebook-Szene: Wie ich auszog, die AfD zu verstehen

Und der allerletzte Punkt ist für meinen besten schwulen Freund reserviert: Homosexuelle können geheilt werden! Und zwar mit Homöopathie, wie der Bund katholischer Ärzte mitteilt. Na, da mach ich doch gleich mal eine Flasche Schampus auf! Findet sich vielleicht ein Homo, der den Test wagt?

Über die ganz alltägliche Bestialität

Stell dir vor, Du surfst im Internet eine Nachrichtenseite an, und bekommst dann folgende Meldung zu lesen:

Sie weigerte sich, ihm ein Essen zu kochen, er griff zu drastischen Maßnahmen

Alle Frauen, die sich weigern, ihren ehelichen Pflichten nachzukommen, können froh sein, dass dieser Mann nicht ihr Mann ist. Denn dieser Rumäne griff zu einer drastischen Maßnahme, als seine Frau ihm zum internationalen Männertag kein Schnitzel servierte. Er vergewaltigte sie mit einem Lötkolben.

Nach der Tat zeigte er sich reuelos, er habe schlicht nicht gewusst, dass dies zu Verbrennungen dritten Grades führen könne.

Also, liebe Frauen: Nehmt euch das zu Herzen.

Besonders die letzte Zeile ist interessant: Sie suggeriert, dass das Opfer der Tat nicht nur selbst schuld ist – mit korrektem Verhalten hätte es den Gewaltakt verhindern können – nein, es geht noch weiter: Die Vergewaltigung mit einem Lötkolben war die gerechte Strafe für unangemessenes Verhalten, und andere Frauen sollen daraus lernen, dieses falsche Verhalten zu meiden!

Vermutlich hast Du dir schon gedacht, dass hier was nicht stimmt. Damit liegst Du richtig, ich habe die Geschlechter getauscht. Die Originalmeldung findet sich hier.

Denn ein solcher Artikel, wie von mir vorgetragen, wäre schlicht nicht möglich: So herabwürdigend und höhnisch gehen die „patriarchalen“ Massenmedien nicht mit Frauen um, sowas kann man sich nur mit männlichen Opfern leisten.

Und wie sehen die Reaktionen auf diesen Ausfall aus? Nix und Null. Man vergleiche dies mit dem verunglückten Dirndl-Kompliment eines Brüderle, welches zu wochenlangen Diskussionen in allen wichtigen Talkshows führte und den #Aufschrei initiierte, welcher mit dem Grimme-Preis honoriert wurde. Wir dürfen umgekehrt darauf vertrauen, dass das Verhöhnen eines männlichen Opfers einer brutalen Gewalttat nicht die geringste Reaktion hervorrufen wird: Mit Männern kann man’s machen.

Diese Tat lässt sich allerdings in einen größeren Kontext einordnen: Denn egal, ob man ein männliches Opfer eines Gewaltverbrechen als „gerecht bestraft“ bezeichnet, ob man das Geschlecht eines Andrizids unsichtbar macht, ob man Männer im Krieg verheizt, ob man einer Männermörderin zujubelt, ob über „Male Tears“ gehöhnt wird, ob man Männer in fiktiven Werken in Gaskammern tötet, ob man selbst Jungen im Stich lässt, ob man Väter entsorgt, oder ob man eben männlichen Opfern (und ihren Kindern) Hilfe verweigert, wenn der Täter eine Täterin ist, all das ist die Folge dessen, dass wir gesamtgesellschaftlich Männern eine geringere Menschenwürde zuteilen, ihre Not und ihr Leiden für irrelevant halten.

Nein, das was sich hier die Huffington Post mit Männern leistet, könnte durch keinen #Aufschrei und keinem Schlampenmarsch, keinem Shitstorm angemessen gewürdigt werden, wäre eine Frau das Opfer gewesen.

Was wir hier vorliegen haben, ist ein Empathy-Gap. Wir bringen Männern einfach weniger Mitgefühl entgegen als Frauen. So ist es auch möglich, dass die größten Notlagen wie bspw. Suizid oder Obdachlosigkeit überwiegend Männer betreffen, aber im Mainstream stets die Sorge um das Wohl und Wehe der Frau getragen wird, ohne dass mal jemand aufmerkt. Und wenn es doch mal jemand tut, darf er erleben, dass er von Feministinnen wie Bascha Mika oder Thea Dorn als „Jammerlappen“ verhöhnt wird oder „Männertränen“ als feministisches Aphrodisiakum gelten.

Weibliche Helden àla Hollywood – Ein Problem?

Robin Urban bildet sich ein, zu wissen, was wir – also Männer – denken:

Ich weiß, was ihr jetzt denkt: E-kel-haft. Frauen als Hauptakteure? Frauen als leading roles? Mehr Frauen als Männer auf der Leinwand? Widerlich – da fault einem ja schon beim Gedanken daran der Schwanz ab!

Es geht um weibliche Darsteller, die die Heldinnen markieren in Hollywood. Robin meint also, dass Männer damit überfordert wären. Das ist freilich nicht der Fall, es ist eher so, dass nicht der Mann der Sexist ist, der vor Akteurinnen reißaus nimmt, es ist vielmehr Robin Urban selbst, die hier ihren geschlechterrassistischen Blick auf den Mann bloßstellt mit der Mutmaßung, einem Mann würden bei zuvielen Frauen auf der Leinwand der Schwanz abfallen.

Dass es dann gleich mit „Male-Tears“ weitergeht, also der feministischen oder gar weiblichen (?) Freude am männlichen Leid, überrascht dann auch nicht mehr.

Was ist nun das Problem, mit welchem Männer ein Problem haben könnten – weibliche Hauptdarsteller betreffend?

Es wird eine Robin überraschen, aber es ist nicht etwa, wenn ein weiblicher Held rennt und kämpft wie ein Schwarzenegger zu seiner besten Zeit… das ist es nicht. Es ist etwas anderes, was ich in folgenden drei Punkten erläutern will.

1.) Erhöhung über Erniedrigung

Dies ist ein häufig anzutreffendes Muster. Die Heldin wird damit überhöht, sprich als stark und toll dargestellt, indem ein Mann erniedrigt wird. Ein Beispiel hierzu findet sich bspw. in „Terminator 3“. Währen der junge John Connor in „Terminator 2“ noch ein taffer Junge ist, so wird er von der Hauptdarstellerin aus dem dritten Teil wie ein räudiger Köter in einen Hundezwinger gesperrt. Kein James Bond oder Rambo könnte Sympathiepunkte damit erwerben, indem sie so rau mit Frauen umgehen, diese erniedrigen und demütigen. Bei Frauen hingegen funktioniert das: Sie stehen scheinbar besser da, wenn sie einen Mann schlecht aussehen lassen, ihn entwürdigen.

2.) Böse Männer und böse Frauen

Das ist der nächste Punkt: Während sowas wie böse Männer der Standart ist, gilt das umgekehrt nicht für das weibliche Geschlecht. Es gibt zwar Heldinnen aber keine Bösewicht-innen (nicht alles lässt sich gendern). Beziehungweise: Ausnahmen von dieser Regel sind spärlich gesät und bestätigen nur die Regel. So fällt mir selbst nach längerem Nachdenken nur die Borgkönigin aus „Star Trek“ ein und die – pardon – „KungFu-Schlampe“ aus „Stirb Langsam 4.0“. Was bei Männern recht häufig zu beobachten ist, nämlich, dass sie als unerträgliche Ekelpakete gezeichnet werden, als das Böse und die Tyrannei schlechthin, bei deren finalen Ableben man in Jubelrufe ausbrechen möchte, findet sich umgekehrt bei Frauen so gut wie nie – auch dann nicht, wenn die Hauptakteurin, also die Gute, eine Frau ist. Ihr Gegenspieler ist in aller Regel auch nur ein Mann und nicht eine Frau (Ausnahme: „Charlies Angels“ Teil 2, drittes Beispiel).

3.) Feministische Doppelmoral

Während Feministinnen von den fiktiven Hollywood-Heldinnen ganz begeistert sind, fahren sie in Real-Life eine ganz andere Linie. Während es dort die Frau mit fünf nakkampfausgebildeten Männern aufnimmt, braucht hier die Frau „Schutzräume“, in denen sie vor bösen männlichen Blicken sicher ist. Und sie haben auch kein Problem damit, eine nationale Debatte daraus zu machen, wenn eine Journalistin mit einem verunglückten Dirndl-Kompliment konfrontiert wird. Folgt man der Hysterie, ist dies in etwa wie eine Vergewaltigung zu werten. Dass eine Feministin aber hier über die „Female-Tears“ höhnte, ist mir nicht bekannt.

Mit anderen Worten: Hier klammern sich Feministinnen an Hollywood-Mythen, während sie in der Realität Frauen für unfähig halten, sich auch nur theoretisch im Rahmen eines Jura-Studiums mit sexueller Gewalt zu beschäftigen, da sie dadurch „getriggert“ werden könnten. So führte diese Haltung feministischer Sensibelchen dazu, dass entsprechende Inhalte von Studiengängen gestrichen wurden, wie man jüngst aus den USA vernehmen konnte.

Im Folgenden werde ich mich mit einem Film „Salt“ auseinandersetzen, der zu meinem Video-Archiv gehört – weil ich ihn mag und das obwohl die Action-Heldin eine Frau ist (nämlich Angelina Jolie), was mir nach Robins Theorie den Spaß am Film verderben müsste, ja mir sogar den Penis kosten würde!

Erstens: In dem Film kommt keine böse Frau vor. Und das obwohl sich das leicht hätte arrangieren lassen. Salt wurde in einer Kampfschule indoktriniert, die genauso Mädchen wie Jungen ausgebildet hat, um die USA zu vernichten. Leicht wäre es gewesen, einen weiblichen Gegenspieler zu etablieren, und ich glaube sogar, dass der Film damit sogar noch besser gewesen wäre. Ein Stern Abzug.

Zweitens: In dem Film treten Männer auf, die positiv besetzt sind. Als allererstes ist hierbei der geliebte Ehemann von Salt zu erwähnen, für dessen Ermordung sie am Schluss des Films tödliche Rache nimmt. Drei Sterne.

Drittens: Brutale Gewalt sogut wie nur gegen Männer. In dem Actionfilm kommen recht brutale Szenen vor. Sie alle treffen nur Männer. In einem besonders krassen Fall attackiert Salt von der Rückbank aus den Fahrer eines Fahrzeuges immer wieder mit einem Elektroschocker, so dass seine Zuckungen das Fahrzeug wie gewünscht in die richtige Richtung treiben. Eine solche Folter mit einer Frau als Opfer würde den Film floppen lassen – kein Mensch möchte eine solche Tortur mit einer Frau sehen. Ein Stern Abzug.

Es gibt einen weiteren Test, mit dem sich der Film bewerten lässt, nämlich der „MacGyver Test„:

1. Ein Mann wird als kompetenter Vater dargestellt – unabhängig davon, ob die Mutter abwesend ist oder nicht.

– Das will ich mal gelten lassen, der Ehemann von Salt ist zwar kein Vater, es besteht aber kein Zweifel daran, dass er ein guter gewesen wäre, wenn möglich.

2. Ein ehrlicher, hart arbeitender Mann ist in einer erfolgreichen oder gar leitenden Position und wird nicht als unglücklicher Loser dargestellt.

– Erfüllt. So etwa die CIA-Agenten als auch natürlich Salts Ehegatte

3. Die weibliche Protagonistin zeigt Interesse am männlichen Protagonisten, bevor dieser zum Helden wird.

– Erfüllt

4. Der männliche Protagonist löst Probleme kreativ und benutzt Gewalt nur als letzten Ausweg.

– Erfüllt: Der Mann von Salt befreit seine Frau ohne Gewalt aus der nordkoreanischen Haft.

Der Film „Salt“ besteht also den MacGyver-Test, vermutlich der Grund, warum ich den Film von Anfang an mochte.

Mit anderen Worten, liebe Robin, ich habe kein Problem damit, dass – wie in diesem Beispiel – Angelina Jolie eine Actionheldin gibt wie Arnie und Stallone auf den Höhepunkt ihrer Karriere. Die Kriterien, nach dem ich einen Film mit weiblicher Hauptbesetzung bewerte, sind ganz andere. Welche das sind, habe ich oben ausgeführt. Ich schätze aber, damit bist Du überfordert, da Du an deine misandrische Sicht gekettet bist.

Sind wir darauf angewiesen, richtig "gelesen" zu werden?

Feministen sprechen häufig davon, dass Menschen „gelesen“ werden. Damit ist gemeint, dass die Umwelt einen auf eine bestimmte Art und Weise wahrnimmt (also: „liest“) und dann in eine bestimmte Schublade steckt, um das „Opfer“ dieses Vorganges dann dementsprechend zu behandeln. Hierbei entfalten sich Vorurteile, was von Feministen angeprangert wird.

Ein Beispiel: Ich sehe einen Menschen, lese ihn als Frau und gehe automatisch davon aus, dass ihr der Rechner von einem Mann eingerichtet wurde, da sie selbst nicht in der Lage ist, eine Betriebssystem zu installieren. Anhand dieses Beispiels zeigt sich schon, dass Feministen negative Vorurteile über Frauen haben, unabhängig davon, ob sie nun zutreffen oder nicht; ich schrieb bereits einmal, dass Problem der Feministen ist nicht, dass Männer so böse, gewalttätig und schlecht sind, das Problem ist, dass Männer zu gut sind, und der ganze Feminismus ist im Grunde eine Revolte gegen die eigene Selbstverachtung, wie es einmal ein Maskulist ausdrückte.

Jeder Mensch arbeitet mit auswendig gelernten Widerholungen, Schubladen und Vorurteilen. Was anderes wäre auch gar nicht möglich. Wenn ich jeden Morgen das Schuhzuknüpfen neu lernen müsste, die ganze Gesellschaft wäre schlicht nicht überlebensfähig. Und so ergeht es auch allen Menschen, die ich sehe, die irgendjemand sieht: Für mich wie für jeden heterosexuellen Mann ist eine junge, attraktive Frau nunmal etwas grundlegend anderes, als ein junger, attraktiver Mann. Von der einen will ich etwas, was ich vom anderen nicht will. Ich stecke sie also in unterschiedliche Schubladen, behandele sie unterschiedlich, was im Grunde ein Sexismus darstellt. Nur das dieser Sexismus moralisch einwandfrei ist (Feministen sehen das freilich anders): Es ist legitim, dass ich einen Mann anders behandel als eine Frau, also zum Beispiel keine Annäherungsversuche unternehme.

Meine These ist jetzt, dass dies von der großen Mehrheit der Menschen auch so angenommen, akzeptiert wird, ja: gewollt ist. Die allermeisten Menschen sind mit ihrem Geschlecht zufrieden, und wollen auch geschlechtsspezifisch behandelt werden, ja ich gehe sogar noch weiter und behaupte, als Frau oder Mann ist man geradezu darauf angewiesen auch als Frau oder Mann geschlechtsspezifisch gelesen und behandelt zu werden.

Zur Beweisführung berufe ich mich auf das Phänomen der Transsexualität. Ich habe mehrer Transsexuelle kennengelernt und will hier zwei Menschen als exemplarisches Beispiel anführen. In beiden Fällen handelt es sich um Mann-zu-Frau-Transsexuellen, also Frauen, die in einem Männerkörper eingesperrt sind oder waren. Beide hatten bereits ihre operative Geschlechtsumwandlung hinter sich.

Bei der Einen war die Geschlechtsumwandlung geglückt. Ich habe selten eine derart entspannte Seele kennengelernt. Die Geschlechtsumwandlung war in dem Sinne geglückt, als dass man ihr abkaufte, eine Frau zu sein, immer schon gewesen ist. Und das war der Grund für Glückseligkeit. Sie wurde als Frau gelesen und auch so behandelt, womit ihr höchstes Ziel erfüllt war. Sie trug lange blonde Haare, Lippenstift und Eyeliner, und man nahm es ihr ab. Ihr seelischer Glückszustand rührte daher, dass sie so behandelt wurde, wie sie es sich wünschte, dass die Reaktionen ihrer Umwelt in Kongruenz standen zu ihrer psychischen Verfassung – sie fühlte sich als Frau, trat so auf, wurde so behandelt, also war sie glücklich.

Der zweite Fall hingegen war ein tragischer. Während die Transfrau aus dem ersten Beispiel schon vor der Geschlechtsumwandlung ein sehr femininer Mann gewesen sein musste, so traf auf das zweite Beispiel das genaue Gegenteil zu. So war sie erstmal einen Kopf größer als ich, und ich bin nicht klein. Weiterhin verfügte sie über ein männlich-markantes Gesicht genauso wie über ein männlich-robusten Körperbau. Mit anderen Worten: Sie konnte sich bemühen wie sie wollte, sie wurde nicht als weiblich gelesen. Egal, ob sie Lidschatten oder Lippenstift auftrug, ob sie sich in Sommerkleider hüllte, man kaufte ihr einfach nicht ab, eine Frau zu sein, sie wirkte nur wie ein Freak. Und das war ihr höchstes Unglück – sie wurde nicht als Frau behandelt, keiner machter ihr den Kavalier und Gentleman, und darunter litt sie – so sehr, dass sie psychologische Hilfe in Anspruch nehmen musste.

Was sich hier am Beispiel der Transsexualität zeigt, ist, dass genau das, was von Feministen verteufelt wird, nämlich, dass man geschlechtsspezifisch gelesen, und in der Folge auch geschlechtsspezifisch behandelt wird, eine Notwendigkeit für psychische Gesundheit ist. Frau und Mann bleiben gesund, wenn wir sie als Frau und Mann lesen und so behandeln. Und so sind die Fronten: Hier Feministinnen, die sich dagegen verwahren, als „weiblich“ gelesen zu werden, weil dies „Diskriminierung und Sexismus“ sei, dort Transsexuelle, die von nichts anderem träumen, als genauso behandelt zu werden, wie es ihrer geschlechtsspezifischen, psychischen Situation entspricht. Ein Feminismus, der alle Geschlechtermerkmale oder -stereotype aufheben will, ist nicht nur krank, er ist auch krankmachend.