Weibliche Helden àla Hollywood – Ein Problem?

Robin Urban bildet sich ein, zu wissen, was wir – also Männer – denken:

Ich weiß, was ihr jetzt denkt: E-kel-haft. Frauen als Hauptakteure? Frauen als leading roles? Mehr Frauen als Männer auf der Leinwand? Widerlich – da fault einem ja schon beim Gedanken daran der Schwanz ab!

Es geht um weibliche Darsteller, die die Heldinnen markieren in Hollywood. Robin meint also, dass Männer damit überfordert wären. Das ist freilich nicht der Fall, es ist eher so, dass nicht der Mann der Sexist ist, der vor Akteurinnen reißaus nimmt, es ist vielmehr Robin Urban selbst, die hier ihren geschlechterrassistischen Blick auf den Mann bloßstellt mit der Mutmaßung, einem Mann würden bei zuvielen Frauen auf der Leinwand der Schwanz abfallen.

Dass es dann gleich mit „Male-Tears“ weitergeht, also der feministischen oder gar weiblichen (?) Freude am männlichen Leid, überrascht dann auch nicht mehr.

Was ist nun das Problem, mit welchem Männer ein Problem haben könnten – weibliche Hauptdarsteller betreffend?

Es wird eine Robin überraschen, aber es ist nicht etwa, wenn ein weiblicher Held rennt und kämpft wie ein Schwarzenegger zu seiner besten Zeit… das ist es nicht. Es ist etwas anderes, was ich in folgenden drei Punkten erläutern will.

1.) Erhöhung über Erniedrigung

Dies ist ein häufig anzutreffendes Muster. Die Heldin wird damit überhöht, sprich als stark und toll dargestellt, indem ein Mann erniedrigt wird. Ein Beispiel hierzu findet sich bspw. in „Terminator 3“. Währen der junge John Connor in „Terminator 2“ noch ein taffer Junge ist, so wird er von der Hauptdarstellerin aus dem dritten Teil wie ein räudiger Köter in einen Hundezwinger gesperrt. Kein James Bond oder Rambo könnte Sympathiepunkte damit erwerben, indem sie so rau mit Frauen umgehen, diese erniedrigen und demütigen. Bei Frauen hingegen funktioniert das: Sie stehen scheinbar besser da, wenn sie einen Mann schlecht aussehen lassen, ihn entwürdigen.

2.) Böse Männer und böse Frauen

Das ist der nächste Punkt: Während sowas wie böse Männer der Standart ist, gilt das umgekehrt nicht für das weibliche Geschlecht. Es gibt zwar Heldinnen aber keine Bösewicht-innen (nicht alles lässt sich gendern). Beziehungweise: Ausnahmen von dieser Regel sind spärlich gesät und bestätigen nur die Regel. So fällt mir selbst nach längerem Nachdenken nur die Borgkönigin aus „Star Trek“ ein und die – pardon – „KungFu-Schlampe“ aus „Stirb Langsam 4.0“. Was bei Männern recht häufig zu beobachten ist, nämlich, dass sie als unerträgliche Ekelpakete gezeichnet werden, als das Böse und die Tyrannei schlechthin, bei deren finalen Ableben man in Jubelrufe ausbrechen möchte, findet sich umgekehrt bei Frauen so gut wie nie – auch dann nicht, wenn die Hauptakteurin, also die Gute, eine Frau ist. Ihr Gegenspieler ist in aller Regel auch nur ein Mann und nicht eine Frau (Ausnahme: „Charlies Angels“ Teil 2, drittes Beispiel).

3.) Feministische Doppelmoral

Während Feministinnen von den fiktiven Hollywood-Heldinnen ganz begeistert sind, fahren sie in Real-Life eine ganz andere Linie. Während es dort die Frau mit fünf nakkampfausgebildeten Männern aufnimmt, braucht hier die Frau „Schutzräume“, in denen sie vor bösen männlichen Blicken sicher ist. Und sie haben auch kein Problem damit, eine nationale Debatte daraus zu machen, wenn eine Journalistin mit einem verunglückten Dirndl-Kompliment konfrontiert wird. Folgt man der Hysterie, ist dies in etwa wie eine Vergewaltigung zu werten. Dass eine Feministin aber hier über die „Female-Tears“ höhnte, ist mir nicht bekannt.

Mit anderen Worten: Hier klammern sich Feministinnen an Hollywood-Mythen, während sie in der Realität Frauen für unfähig halten, sich auch nur theoretisch im Rahmen eines Jura-Studiums mit sexueller Gewalt zu beschäftigen, da sie dadurch „getriggert“ werden könnten. So führte diese Haltung feministischer Sensibelchen dazu, dass entsprechende Inhalte von Studiengängen gestrichen wurden, wie man jüngst aus den USA vernehmen konnte.

Im Folgenden werde ich mich mit einem Film „Salt“ auseinandersetzen, der zu meinem Video-Archiv gehört – weil ich ihn mag und das obwohl die Action-Heldin eine Frau ist (nämlich Angelina Jolie), was mir nach Robins Theorie den Spaß am Film verderben müsste, ja mir sogar den Penis kosten würde!

Erstens: In dem Film kommt keine böse Frau vor. Und das obwohl sich das leicht hätte arrangieren lassen. Salt wurde in einer Kampfschule indoktriniert, die genauso Mädchen wie Jungen ausgebildet hat, um die USA zu vernichten. Leicht wäre es gewesen, einen weiblichen Gegenspieler zu etablieren, und ich glaube sogar, dass der Film damit sogar noch besser gewesen wäre. Ein Stern Abzug.

Zweitens: In dem Film treten Männer auf, die positiv besetzt sind. Als allererstes ist hierbei der geliebte Ehemann von Salt zu erwähnen, für dessen Ermordung sie am Schluss des Films tödliche Rache nimmt. Drei Sterne.

Drittens: Brutale Gewalt sogut wie nur gegen Männer. In dem Actionfilm kommen recht brutale Szenen vor. Sie alle treffen nur Männer. In einem besonders krassen Fall attackiert Salt von der Rückbank aus den Fahrer eines Fahrzeuges immer wieder mit einem Elektroschocker, so dass seine Zuckungen das Fahrzeug wie gewünscht in die richtige Richtung treiben. Eine solche Folter mit einer Frau als Opfer würde den Film floppen lassen – kein Mensch möchte eine solche Tortur mit einer Frau sehen. Ein Stern Abzug.

Es gibt einen weiteren Test, mit dem sich der Film bewerten lässt, nämlich der „MacGyver Test„:

1. Ein Mann wird als kompetenter Vater dargestellt – unabhängig davon, ob die Mutter abwesend ist oder nicht.

– Das will ich mal gelten lassen, der Ehemann von Salt ist zwar kein Vater, es besteht aber kein Zweifel daran, dass er ein guter gewesen wäre, wenn möglich.

2. Ein ehrlicher, hart arbeitender Mann ist in einer erfolgreichen oder gar leitenden Position und wird nicht als unglücklicher Loser dargestellt.

– Erfüllt. So etwa die CIA-Agenten als auch natürlich Salts Ehegatte

3. Die weibliche Protagonistin zeigt Interesse am männlichen Protagonisten, bevor dieser zum Helden wird.

– Erfüllt

4. Der männliche Protagonist löst Probleme kreativ und benutzt Gewalt nur als letzten Ausweg.

– Erfüllt: Der Mann von Salt befreit seine Frau ohne Gewalt aus der nordkoreanischen Haft.

Der Film „Salt“ besteht also den MacGyver-Test, vermutlich der Grund, warum ich den Film von Anfang an mochte.

Mit anderen Worten, liebe Robin, ich habe kein Problem damit, dass – wie in diesem Beispiel – Angelina Jolie eine Actionheldin gibt wie Arnie und Stallone auf den Höhepunkt ihrer Karriere. Die Kriterien, nach dem ich einen Film mit weiblicher Hauptbesetzung bewerte, sind ganz andere. Welche das sind, habe ich oben ausgeführt. Ich schätze aber, damit bist Du überfordert, da Du an deine misandrische Sicht gekettet bist.

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Ein Gedanke zu „Weibliche Helden àla Hollywood – Ein Problem?

  1. Pingback: Warum weder ich noch Männer und Jungen im allgemeinen Probleme mit weiblichen Hauptfiguren haben – Geschlechterallerlei

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