Ungeborenentötung – Abtreibung

Eine meiner Ex-Freundinnen stellte vor dem ersten Sex klar:

„Wenn was schiefgeht, und ich schwanger werde, werde ich auf keinen Fall abtreiben.“

Ich war damals jung und dumm, und willigte ein, ohne mir über die Konsequenzen im klaren zu sein. Heute ist mein Motiv ein anderes: Wenn eine Frau zu erkennen gibt, dass sie abtreiben könnte, kommt sie für mich als Sexpartnerin nicht mehr in Betracht, und das, obwohl ich kein Kind will. Mit anderen Worten: Meine Haltung zu Abtreibung ist im Grunde zu meinem eigenem Nachteil – denn eine ungewollte Schwangerschaft ist auch für den Mann mit massiven Nachteilen verbunden.

Denn wenn ein Mann gegen seinen Willen Vater wird, bedeutet das, dass er zur Verantwortung gezogen wird. Wo sich die Frau von ihrer Verantwortung lossagen kann, wird er in die Pflicht genommen, über Jahrzehnte für Frau und Kind zu arbeiten. Oder andersrum: Dass ein Mann die Abtreibung seines Kindes als Mord empfinden könnte, was ihn traumatisiert, ist ebenfalls ein Tabuthema, über das keiner redet. Egal, wie seine Position ist, er hat die Entscheidung der Schwangeren hinzunehmen und zu akzeptieren. Dies kann unter anderem ein schwerwiegenden Eingriff in sein Selbstbestimmungsrecht bedeuten, besonders, wenn er gezwungen wird, für das Kind zu zahlen.

Wo der Mann in die Pflicht genommen wird, stehen der Frau alle Möglichkeiten offen. Sie kann sich entscheiden, das Kind auszutragen oder zu töten. Wenn sie es zwar austrägt, aber keine Mutter sein will, stehen ihr zusätzlich die Optionen offen, das Kind anonym zu gebären oder eine Babyklappe zu nutzen. Dies ist ein Vorrecht der Frau als Herrin über Leben und Tod, wie es sich auch in der übrigen Justiz zeigt, in welcher Frauen grundsätzlich weniger hart als Männer bestraft werden.

Oft wird hierbei vom „Selbstbestimmungsrecht“ der Frau gesprochen, doch wer spricht vom Lebensrecht des Ungeborenen? Das eine betrifft neun Monate, das andere ein ganzes Leben – mal vom massiven Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht des (potentiellen) Vaters abgesehen.

Bei der Frage danach, ob eine Abtreibung erlaubt sein soll oder nicht, lenkt sich der Blick unweigerlich auf den ungeborenen Menschen. Diesem wird im feministischen Diskurs kein Lebensrecht zuerkannt, er wird als „Zellhaufen“ benannt oder gar krasser noch als „Parasit“ (Simone de Beauvoir- „Das andere Geschlecht“). Der Punkt ist nur, dass ein „echter“ Parasit keine Anstalten unternimmt, mal ein vollwertiger Mensch zu werden und Steuern zu zahlen, geliebt wird und selber liebt.

Beliebt bei Abtreibungsbefürwortern ist dabei die Argumentation, dass das Ungeborene noch keinen Überlebenswillen ausgedrückt hätte und ohne Ich-Bewusstsein sei. Nun, auch geistig Behinderte, Demente oder Komatöse sind vielleicht ohne Ich-Bewusstsein und äußern ihren Lebenswillen nicht, ohne dass man sie einfach ermorden dürfte. Selbst einen Suizidalen, einen Menschen also, der nicht mehr leben will, darf man nicht einfach töten. Es ist verlogen, dem Ungeborenen das Lebensrecht abzusprechen, obwohl es mit nahezuer Garantie in der Zukunft ein Überlebenswillen ausspricht. Viele Feministen sind Tierschützer, gar Tierrechtler; hier wird das Leben eines Tieres über das eines Menschen gestellt.

Es erscheint wohl nicht nur mir unbegreiflich, daß bei Forschungen an in vitro erzeugten Embryonen schärfste Verbote zur Geltung kommen, während das Kind im Mutterleib so gut wie keinen Schutz genießt (Georg Friedenberger)

Der Punkt ist: Der Embryo, der Fötus ist bereits ein vollwertiger Mensch, nur halt in einem frühen Entwicklungsstadium. Der Embryo, der ich mal war, das war ich. Das war kein Zellhaufen oder Parasit, das war ein Ich in einer frühen Zeit. Und so wie mir mein Körper heute gehört, gehörte mir – und nicht meiner Mutter – mein damaliger Körper, auch wenn er nur ein verachteter „Zellhaufen“ war, von dem Femofaschisten gerne reden. Wir entwickeln uns nicht zum Menschen, wir entwickeln uns als Mensch.

Die Zeit schreibt:

Die Mädchentötung – auch als „Genderzid“ oder „Femizid“ bezeichnet – sei kein grausames, patriarchalisches Kulturerbe, sondern eine Folge des Sittenverfalls in einer Konsumgesellschaft.

Hierbei geht es um Abtreibung von Mädchen in Indien und China. Ein „Genderzid“ oder „Femizid“ bezeichnet aber einen geschlechtsspezifischen Massen-mord. Wir dürfen also festhalten:

Abtreibung ist Mord

(freilich wird sich die „Zeit“ sofort davon distanzieren)

Mit dem Abtreibungsrecht werden Frauen zu Herrinnen über Leben und Tod befördert. Ein solches Recht findet sich sonst nirgendwo. Und das hat Folgen: Erst darf die Frau töten, wenn sie möchte, dann darf sie „ihr“ Kind dem Vater vorenthalten – das Kind bzw. Ungeborene ist Eigentum der Mutter, und im kapitalistischen System gehört es dazu, dass man sein Eigentum willkürlich verwenden darf, einschließlich, es zu vernichten. Der Slogan „Mein Bauch gehört mir“ lautet in Wirklichkeit: „Mein Ungeborenes gehört mir“ – allerdings wäre dies wohl zu verräterisch…

Und wie geht es weiter?

Friedenberger schreibt:

Wer das Lebensrecht nicht allen menschlichen Wesen zuerkennt,
gibt die Idee von der Menschenwürde auf und läßt an ihre Stelle
seinen Schätzwert bestimmter Funktionen treten.

Tatsächlich haben sich einige „Philosophen“ bereits dahingehend geäußert, dass ein Neugeborenes kein Lebensrecht genießt:

Neugeborene seien moralisch mit Föten gleichzusetzen. Sie seien zwar Menschen und potentielle Personen, aber noch keine Personen, die einen moralischen Anspruch auf Leben hätten.

Dorthin geht es weiter

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19 Gedanken zu „Ungeborenentötung – Abtreibung

  1. epikur

    Das ist ein schwieriges Thema, dass man durchaus etwas differenzierter sehen sollte. „Abtreibung ist Mord!“ ist auch die Geisteshaltung der katholischen Kirche. Selbst in Afrika, wo es Massenvergewaltigungen, große Armut und AIDS gibt.

    In Chile steht Abtreibung immer noch unter Strafe. Ohne wenn und aber. Die Folge ist ein riesiger Schwarzmarkt von Abtreibungs-Pharmazeutika, Ärzte-Quacksalber oder Frauen, die sich in den Bauch boxen lassen. Es gibt eben durchaus medizinische und auch ethische Gründe für eine Abtreibung.

    In Deutschland gibt es sicherlich auch Teenager, die sich wenig dabei denken und dann einfach abtreiben, wen es „ungünstig“ ist. Ob das die Mehrheit der Frauen ist, glaube ich aber nicht. Ich persönlich kenne auch einige Frauen, die Fehlgeburten hatten oder einfach nicht schwanger werden, obwohl sie es wollen. Sie leiden auch darunter.

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  2. uepsilonniks

    Ich argumentiere aber nicht katholisch sondern femninistisch: Es sind Feministen, die feststellen, dass Abtreibung Mord ist, wenn sie sagen, dass massenhafte Abtreibung ein „Femizid“ darstellt, also einen Massen-mord. Aber das schrieb ich schon.

    Mein ganzer Artikel kommt ohne Bezug auf Religion aus. Mit der katholischen Politik bin ich nicht einverstanden, besonders, was ihre Haltung zu Verhütung angeht.

    Im Übrigen ist es ein Mythos, dass es keinen Unterschied mache, ob Abtreibung erlaubt oder verboten ist. Wäre Abtreibung verboten, wir hätten nicht rund 100.000 Abtreibungen im Jahr.

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    1. Angela

      Doch, hätten wir! Genauso wie früher bevor Abtreibung legal möglich war und Frauen trotzdem abtreiben liessen – illegal unsteril, mit Gefahr für Leib und Leben der Frauen…
      Wenn du als Mann für ein Kind nicht sorgen oder zahlen willst, dann sorg gefälligst dafür, daß du kein Kind zeugen kannst! Verzichte auf Sex oder lass dich sterilisieren. Solange kein Kerl sich dazu verpflichtet ungewollte Kinder als Alleinerziehende groß zu ziehen, werden Frauen abtreiben.
      Solange Kerle vergewaltigen und dabei ihre Opfer schwängern, wird abgetrieben.
      OHNE Kerle wird keine Frau schwanger!!!
      Übernehmt ihr Verantwortung? Kaum mal…

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      1. Fiete

        „Wenn du als Mann für ein Kind nicht sorgen oder zahlen willst, dann sorg gefälligst dafür, daß du kein Kind zeugen kannst! Verzichte auf Sex oder lass dich sterilisieren. Solange kein Kerl sich dazu verpflichtet ungewollte Kinder als Alleinerziehende groß zu ziehen, werden Frauen abtreiben.“

        Irgendwie scheint es mir hier plötzlich nach feministischer Mütterlobbyistin zu riechen.
        Du meinst also, wenn ein Kerl bereit ist für ungeschützten Sex zu bezahlen, ist das für Dich okay? Direkter Schluss daraus: Ein kind braucht keinen Vater, zumindest dann nicht, wenn es einen Zahlesel hat?

        Nebenbei ist der Kerl rechtlich verpflichtet ein Kind, dessen Mutter nicht verfügbar ist, notfalls auch allein großzuziehen. Da gibt es, soweit mir bekannt, keinen geschlechtsspezifischen Unterschied. Väterrrechtler fordern schon seit Jahtzehnten, daß diese Rechtsvorgabe auch mal von Jugendämtern und Gerichten ( und latürnich auch vom Gesetzgeber ) umgesetzt wird. Seltsamerweise rennen dann aber gerade die Feministen und Mütterlobbyistin ( und am schlimmsten die, die beides gleichzeitig sind ) wild aufkreischend dagegen an.

        „Übernehmt ihr Verantwortung? Kaum mal…“
        Belege doch bitte mal, wer von Dir als „Wir“ definiert wird und wieviel „kaum“ ist.
        Und Belege auch die Vergleichs- u. die Kontrollgruppe dazu. Also bspw. die Zahlungsmoral zum Barunterhalt verpflichteter Mütter u.s.w..
        Viel Spaß bei dem Versuch …..

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      2. uepsilonniks Autor

        @Fiete: Danke!

        @Angela:
        Das ist dermaßen falsch und ideologietrunken, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.

        1. Es ist mit schwierigen Umständen verbunden, ein Verbrechen zu begehen? Oh, das tut mir aber leid.

        2. Legalisierung der Abtreibung bedeutet Gefahr für Leib und Leben des Ungeborenen. Ist dir aber egal, was?

        3.:

        Wenn du als Mann für ein Kind nicht sorgen oder zahlen willst, dann sorg gefälligst dafür, daß du kein Kind zeugen kannst! Verzichte auf Sex oder lass dich sterilisieren.

        –> Männer, die ein Kind zeugen, sind zur Verantwortung zu ziehen, für ihr Kind zu sorgen – ich bin dafür, und das passiert ja auch: Männer die ein Kind zeugen sind zu Unterhaltszahlungen verpflichtet. Ich bin außerdem dafür, dass auch Frauen, die sich schwängern lassen, zur Verantwortung gezogen werden. Die Verantwortung, zu verhüten, liegt nicht allein bei den Männern, wie Du es suggerierst.

        4.:

        Solange kein Kerl sich dazu verpflichtet ungewollte Kinder als Alleinerziehende groß zu ziehen, werden Frauen abtreiben.

        siehe dazu Punkt 3: Männer werden in die Pflicht genommen, Frauen werden nicht allein gelassen. Vor allem aber: Alleinerziehende sind keine Opfer, sie sind Täterinnen. In unserem real existierenden Matriarchat hat die Mutter die bestialische Macht, den Vater willkürlich aus der Familie zu entfernen. Deswegen haben wir so viele Alleinerziehende: Das sind keine armen Opfer, die gegen ihren Willen in diese Lebenssituation geraten sind, sondern Privilegierte, die ein unmenschliches Vorrecht ausgenutzt haben.

        5.:

        Übernehmt ihr Verantwortung? Kaum mal…

        –>; Das trifft auf Mütter zu, nicht auf Väter. Mütter kommen so gut wie nie ihrer Verantwortung nach, ihre Unterhaltsverpflichtungen zu erfüllen, wenn sie mal dazu verurteilt werden. Was Verantwortung übernehmen angeht, können sich Frauen ein ganz dickes Stück von „uns“ abschneiden.

        6. Zum Abschluss: Das Problem ist also, wenn man dir folgt: 1. Vergewaltigung und 2. Kerle die keine Verantwortung übernehmen. Gut, dann lass uns Abtreibung dann verbieten, wenn z.B. der Kerl, der werdende Vater, bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und gut für Mutter und Kind zu sorgen. Einverstanden? Nein, oder? Es geht dir doch um ein generelles, absolutes Menschenvernichtungsrecht der Schwangeren, vollkommen unabhängig davon, ob der Kerl verantwortungsbewusst ist oder nicht, oder? Heuchelei…

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        1. Fiete

          Da muß ich Dir mal en Detail widersprechen, Uepsi:
          „Männer die ein Kind zeugen sind zu Unterhaltszahlungen verpflichtet“
          Nein, das stimmt so nicht, wird lediglich von den deutschen Juristen falsch ( ! ) so gehandhabt.
          Tatsächlich sind Väter, genau wie Mütter zum kompletten Unterhalt des Kindes in allen sechs Punkten verpflichtet und auch dazu berechtigt ( Art 6 [ 2 ] GG ).
          Ergo im gesamten Umfang der Sorge!
          ( Falls wem die 6 Punkte nicht geläufig sind – viele kennen ja nur die deutsche Zweipunkteeinteilung: Personensorge und Vermögenssorge – hier nochmal die Auflistung:
          Beherbergung, Ernährung, Bekleidung, Anleitung, Förderung und Begrenzung ).
          Der Barunterhalt wird – wie gesagt: Aus rechtlicher Sicht – erst fällig, wenn ein Elternteil [ egal welchen Geschlechts ] nicht in der Lage ist seiner Verpflichtung ggü. dem Kind nachzukommen und wird dann von demjenigen treuhänderisch verwaltet, der tatsächlich die Sorge ausübt ( also das Kind realitär unterhält ), egal, ob der mit dem Kind verwandt ist, oder nicht. Wodurch sich die gern abgelassene „Weisheit“: „Er muß der Mutter den Unterhalt bezahlen“, als prinzipiell völlig absurdes Konstrukt entpuppt.

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        2. Fiete

          Kleines Mißverständnis. Das „Leider nein“ bezog sich auf
          „ändert das aber nichts!“
          Wir lagen also beide richtig ….
          Er wird insofern gerade nicht „zur Verantwortung gezogen“ ( im Gegenteil, die wird ihm oft glatt – illegal – entzogen ), aber er muß blechen.

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  3. Pingback: Abtreibung – Scheidende Geister

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