3sat Kulturzeit über die Männerbewegung

Vor wenigen Tagen sendete das Magazin „Kulturzeit“ einen Beitrag über die Männerbewegung. Dieser kurze Film ließ mich zwiegespalten zurück. Einerseits kommt der Männerrechtler Arne Hoffmann zu Wort, auf der anderen Seite werden die Anliegen der Männerbewegung ins Lächerliche gezogen oder durch eine Soziologin zurückgewiesen, weil ja in Beruf und Familie Frauen noch immer nicht gleichgestellt seien.

Männerrechtler sind Witzfiguren

Hier zeigt sich gleich einer der zentralen Punkte dieser Sendung: Es werden Muster abgerufen, die im Mainstream herrschen. Jeder weiß doch, dass Männer an der Macht seien, weshalb Männerrechte ja überflüssig sind. So wird bspw. gesagt, dass Männer wie die Witzfigur „Manfred“ nicht damit klarkämen, dass Frauen „Gleichberechtigung“ einfordern – tatsächlich aber handelt es sich um Vorrechte und Privilegien der Frau – wie etwa die Frauenquote – welche angeprangert werden.

„Was ich von vielen Männern mitbekomme, ist, dass es nicht zuviel Gleichberechtigung gibt, sondern zu wenig Gleichberechtigung.“

Während Arne Hoffmann ein Gegengewicht zur Intention der Sendung stellt, wird in dieser die Männerbewegung als überflüssig dargestellt. Besonders geschmacklos wird es, wenn auf größte Not unter Männern verwiesen wird, etwa die Selbstmordrate, um anschließend die Bewegung, für die solche Notlagen ein Anliegen sind, ins Lächerliche zu ziehen. Ich glaube nicht, dass es irgendeine Journalistin schaffen würde, einerseits von suizidalen Mädchen zu sprechen, um dann spottend eine weibliche Witzfigur vorzuführen, die vor dem Spiegel ihren Busen anhebt, um ihren Minderwertigkeitskomplex zu überwinden.

Dann kommt eine Soziologin zu Wort, und diese hat kein Verständnis für die Männerbewegung. Während Männerrechtler von ganz handfesten Benachteiligungen sprechen, sieht die Expertin lediglich eine „Verunsicherung“ der Männer angesichts sich wandelnder Geschlechterverhältnisse. Weiter sieht sie die Gleichstellung von Frauen nicht erreicht, weder im Beruf noch in der Familie.

Das erste was hier auffällt: Sie muss ihre Meinung nicht begründen. Sie kann das alte Muster abrufen, wonach stets und nur Frauen benachteiligt seien, und muss das nicht weiter erklären, sie kann sich sicher sein, dass jeder versteht, was gemeint ist.

Der zweite Punkt ist, dass sie mitten im „Patriarchat“ in einem Laberfach gutes Geld dafür verdient, Männer als die Bevorzugten in dieser Welt zu phantasieren, solche Männer, die leider nicht entscheiden können, einer solchen Tante die Mittel zu entziehen. Wenn man in eine religiöse Diktatur wie Saudi-Arabien geht, handelt man sich mit Kritik am Propheten die Todesstrafe ein. In unserer „patriarchalen Diktatur“ hingegen kann man gut Geld damit verdienen, wenn man feministische Propaganda verbreitet.

Was ist davon zu halten, dass Frauen weder im Beruf noch in der Familie „gleichgestellt“ seien? Uff, da müsste man ganz weit ausholen… kurz nur:

1. Gleichberechtigung ist nicht Gleichstellung. Eine Unterscheidung, die viele Feministen aus Inkompetenz oder Vorsatz nicht treffen. Eine Soziologin, die nicht in der Lage ist, dazwischen zu unterscheiden, gehört eigentlich gefeuert, aber in unserer Gesellschaft erhalten auch unfähige Labertanten für schlechte Arbeit gutes Geld.

2. Dass Frauen im Beruf nicht gleichgestellt sind, liegt schlicht daran, dass Frauen nicht bereit sind, dasselbe Opfer wie Männer zu bringen, und über Jahrzehnte hinweg in Übervollzeit zu malochen, geschweige denn, mit ihrer Arbeit einen erwachsenen Mann zu ernähren.

3. Es stimmt, dass in der Familie die Frau nicht gleichgestellt ist, denn sie steht über dem Mann. Sie, nicht er, ist es, die den anderen Elternteil aus der Familie löschen kann; ein schweres Verbrechen mit großen Leidfaktor sowohl für Trennungsväter als auch Kinder. Ansonsten leben Frauen auf Kosten ihres Mannes, wie ich hier ausführe.

Als Fazit zur Sendung kann ich nur sagen, dass ich sie begrüße, auch wenn im Rahmen der Versuch unternommen wird, die Berechtigung einer Männerbewegung zurückzuweisen. Denn jeder Zuschauer, der sich für die Thematik interessiert, kann sich im Internet leicht informieren, im Beitrag wird bspw. das Blog „Genderama“ erwähnt und auch das Buch „Plädoyer für eine linke Männerpolitik“ ist zu sehen. Jeder, der zum eigenständigen Denken fähig ist und nicht grundsätzlich männerfeindlich eingestellt ist, kann sich also der Intention der Sendung entziehen, wonach Männerrechtler lediglich traurige, jammernde Witzfiguren sind. Die ganze Sendung auf YouTube:

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2 Gedanken zu „3sat Kulturzeit über die Männerbewegung

  1. lotoskraft

    Jedenfalls spuckte der Sender für diesen Unfug aus Schnipseln von Rebecca Ramlow 2.000 € Honorar zzgl. 1.000 € Nebenkosten aus. Dazu gibt es noch Tantiemen in Höhe von etwa 500 € von VG Bild Kund und VG Wort.

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