Feministische Argumentationsformen: Benachteiligte Jungen holen später auf

Gut, die Benachteiligung von Jungen im Schulsystem wird – natürlich – von Feministinnen geleugnet. Was sie aber schlecht leugnen können, ist, dass Jungen gegenüber den Mädchen zunehmend zurückfallen: Jungen stellen die Minderheit auf den Gymnasien und die Mehrheit auf den Hauptschulen. Und die Mehrheit derjenigen, die das Schulsystem ganz ohne Abschluss verlassen, sind die Jünglinge.

In diesem Zusammenhang bin ich bereits mehrmals über ein geradezu klassisches, feministisches Argument gestoßen, welches ich aber immer ignorierte, da ich es für so strunzdumm hielt, dass sich eine Antwort erübrigen würde.

Dieses Argument lautet in etwa folgendermaßen:

„Das Zurückbleiben der Jungen in der Schule stellt kein Problem dar, da die Jungen später im Berufsleben die Mädchen zurücklassen.“

 Ich wurde jetzt wieder damit konfrontiert, indem gesagt wurde:

Mädchen waren schon immer besser in der Schule. Das nivelliert sich aber später auch wieder. Also kein Grund daraus ein Drama zu machen.

 Mit „nivelliert“ ist gemeint, dass „die Jungen“ später beruflich durchstarten, die Mädchen zurücklassen, weshalb die Diskriminierung von Jungen im Bildungssystem kein Problem darstelle.

Das ist: Strunzdumm.
 
Diese strunzdumme Ansicht ist einer Weltanschauung geschuldet, in welcher es nur zwei Kollektive gibt, nämlich Männer und Frauen. Wenn also Männer später im Berufsleben durchstarten, während sich Frauen in Laberfächer eintragen und auch gerne mal eine Auszeit von der harten Arbeit nehmen, stellt die Diskriminierung von Jungen im Schulsystem kein Problem dar – so die feministische Anschauung.

Nur, dass sich die Gruppe der „Männer“ nicht so vereinheitlichen lässt. Es gibt kluge und dumme Männer, große und kleine, attraktive und häßliche und auch: erfolgreiche und erfolglose.

Es gibt zum einen Jürgen, der im Schulsystem diskriminiert wird, und später mitnichten „durchstartet“, die Frauen mitnichten „zurücklässt“ sondern der zu einem Leben in materieller wie geistiger Armut verurteilt wird. Ein Verbrechen also. Und dann wäre da Andreas, dessen Eltern die Benachteiligung im „jungenfeindlichen Biotop Schule“ (GEO) kompensieren können und der später tatsächlich erfolgreich ist. Dass es Jürgen wenig bringt, dass Andreas seine Benachteiligung ausgleichen konnte, sollte eigentlich jeder einsehen können, und er oder sie sollte eigentlich auch von selbst darauf kommen.

Es ist in etwa so, als würde man anführen, es gebe in den USA keine strukturelle Diskriminierung von Schwarzen, da ja der Präsident schwarz ist – kein halbwegs gebildeter Mensch würde eine solche Argumentation akzeptieren.

Es „nivelliert“ sich also nicht, und es ist nur für Geschlechterrassistinnen kein „Drama“, weil ihnen das Schicksal von Jungen am Arsch vorbeigeht und ihr Gerechtigkeitsempfinden auch nicht anspringt, wenn es Vertreter des männlichen Geschlechts sind, die von Ungerechtigkeit betroffen sind.

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7 Gedanken zu „Feministische Argumentationsformen: Benachteiligte Jungen holen später auf

  1. Poser-Jay

    (Puh. Da bin ich jez erst mal beruhigt. Dachte zuerst du meinst mich, vonwegen „Du bist strunzdumm.“ Dabei hatte ich mich so angestrengt sachlich und wissenschaftlich fundiert zu argumentieren 😀 )

    Wenn die werte Ursula von der Leyen (als sie noch Familienministerin war, wohlgemerkt!) in einem Interview mit der Berliner Zeitung völlig kalt und ohne zu Zögern sagt „Ich finde es nicht schlimm, dass Mädchen in Sachen Bildung an den Jungen vorbeiziehen.“, obwohl sie, kraft ihres (damaligen) Amtes eig. dazu verpflichtet wäre Chancengleichheit ebenso den Jungen zuzugestehen, dann sollte es eig. keinerlei Zweifel mehr daran geben, dass Bildungsbenachteiligung von Jungen eine Tatsache und schlicht Fakt ist, sowie dass Jungen von der Politik systematisch und konsequent vernachlässigt werden. Aber man kann sich natürlich auch krampfhaft und gezielt blind und taub stellen, wenn man die Bevorzugung bzw. Bevorteilung von Mädchen insgeheim gutheißt…

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  2. Matze

    Die Diskriminierung von Jungen oder Männern ist für Feministinnen nie ein Problem, solange sie nicht für Mädchen und Frauen zu einem Problem wird.

    Wie heißte es doch: Man wünscht jeder Feministin einen Sohn, aber keinem Sohn eine feministische Mutter.

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  3. uepsilonniks

    Nicht nur insgeheim, eine Feministin sagte ja mal glasklar, dass man es „unseren Söhnen“ schwerer machen muss, damit es „unsere Töchter“ leichter haben. Diese Parole stammt von einer Mutter, die ihren eigenen Sohn sabotierte… Daran lässt sich die ganze Perversität des Feminismus erkennen, selbst die eigenen Kinder werden in dieses Raster gepresst, wonach Männer die Feinde der Frau sind, selbst, wenn sie noch Kinder sind.

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  4. uepsilonniks

    Es ist für Femis noch nicht mal ein Problem, wenn Frauen keinen geeigneten Partner mehr finden, Motto: „Eine Frau ohne Mann ist wie ein Fisch ohne Fahrrad!“. Frauen, die einen Mann zum glücklich werden suchen, sehen das zwar anders, aber das ist der Feministin egal.

    Und wenn ungebildete, junge Männer Gewalt ausüben, dann ist das nur der Beweis für die Schlechtigkeit des Mannes.

    Man wünscht jeder Feministin einen Sohn, aber keinem Sohn eine feministische Mutter.

    Absolut: Ich denke mir öfters mal bei einer Feministin: „Bitte bitte mach, dass sie einen Sohn bekommt!“.

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  5. Anonym

    Ich finde diese „Argumentationsform“ besonders zynisch: Kinder (in diesem Fall Jungen) können doch nichts dafür, dass erwachsene Frauen mit ihrem Leben nicht zurechtkommen.

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  6. uepsilonniks

    Ja, es ist zynisch, aber auch konsequent. Der Männerhass im Feminismus macht auch vor Kindern (hier: Jungen) nicht halt, denn schließlich sind das die fiesen Frauenunterdrücker von morgen. Siehe hierzu „Hilfe mein Sohn wird ein Macker“ einer Feministin, die ihren Sohn systematisch zu einen psychischen Krüppel „erzieht“.

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  7. Anonym

    „Intelligenztests werden in der Regel von den Eltern in Auftrag gegeben, die ein Begabungsprofil ihres Kindes erhalten möchten. Da hochbegabte Mädchen sehr häufig ein völlig unterschiedliches und eher angepasstes Verhalten zeigen, lassen Eltern hier seltener ein Begabungsprofil erstellen. Oftmals ist es so, dass eine herausragende überdurchschnittliche Intelligenz bei Mädchen erst dann vermutet und festgestellt wird, wenn der Bruder auffällig geworden ist. Geschwisterkinder testen zu lassen, ist also immer sinnvoll.“

    http://www.hochbegabten-homepage.de/intelligenztest_fuer_kinder.html#verteilung (zuletzt geöffnet am 11.07.2016)

    „Working Poor in Österreich
    Besonders stark von Armut bedroht sind geringfügig Besc
    häftigte bzw. Beschäftigte, die weniger als 12 Stunden
    pro Woche arbeiten. Obwohl häufig andere Haushaltsmitg
    lieder ebenfalls einen Anteil zum Haushaltseinkommen
    beitragen sind 24% dieser Gruppe von Einkommensarmut betroffen. Zwei Drittel der mehr als 280.000 geringfügig Beschäftigten sind Frauen. Zuletzt hat sich der seit Jahren anhaltende Anstieg (siehe Grafik 2) der geringfügigen Beschäftigung sogar noch beschleunigt: so stieg im Juni 2008 die Zahl der geringfügig Beschäftigten um 32.259 gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Mischung aus boomender geringfügiger
    Beschäftigung und hoher Inflation erzeugt einen gefährlichen Armutscocktail.“

    http://www.armutskonferenz.at/files/ak_armutsgefaehrdung_arbeitslose-2008.pdf (zuletzt geöffnet am 11.07.2016)

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