Rassismus schlägt Sexismus

Der Vorfall ereignete sich zu Beginn dieses Jahres und schlug hohe Wellen: Eine junge Frau, Mitglied der Linken und mit den Arbeitsschwerpunkten Antirassismus und Feminismus wird von drei Migranten vergewaltigt. Sie geht zur Polizei, gibt aber nur den Diebstahl ihrer Tasche an und verschweigt die Herkunft der Täter aus der nicht unbegründeten Sorge, die Tat könne von Rassisten für Antiflüchtlingspropaganda ausgenutzt werden. Später erzählt sie auf Drängen eines Freundes doch noch die Wahrheit auf der Polizeidienststelle.

Damit ist die Geschichte aber noch nicht zu Ende. Sie findet einen vorläufigen Höhepunkt in einem Facebook-Kommentar, bei dem sich sich bei einem „männlichen Geflüchteten“ entschuldigt. Besonders in der rassistischen Szene wird das so gedeutet, sie entschuldige sich bei den Tätern, was als Beleg für die geistige Erkrankung der „Gutmenschen“ gesehen wird. Tatsächlich entschuldigt sie sich ja nicht bei den tatsächlichen Tätern, sondern nur bei denen, die durch die Verbrechen einer kleinen Minderheit in Kollektivhaft genommen werden. Zurecht ist es zu verurteilen, dass Rassisten solche Einzelfälle zum Anlassen nehmen, alle Flüchtlinge anzuklagen.

Sowas nämlich – Männer in Kollektivhaft zu nehmen – ist nur bei weißen Männern erlaubt. Allgemein hängen Feministen der Wahnidee an, wir lebten in einer „Rape-Culture“. Einer Kultur, die allen Frauen ein Verhängnis sei und allen (weißen) Männern zum Vorteil diene.

So schreibt sie:

Es tut mir Leid.
Für uns beide tut es mir so unglaublich Leid. Du, du bist nicht sicher, weil wir in einer rassistischen Gesellschaft leben.
Ich, ich bin nicht sicher, weil wir in einer sexistischen Gesellschaft leben.

Aber was mir wirklich leid tut ist der Umstand, dass die sexistischen und grenzüberschreitenden Handlungen die mir angetan wurden nur dazu beitragen, dass du zunehmendem und immer aggressiverem Rassismus ausgesetzt bist.

Mit „sexistischer Gesellschaft“ meint sie vermutlich die „Rape-Culture“. Sie erhebt also eine Anklage gegen weiße Männer, die eine „sexistische Gesellschaft“ leben. Das geht aus femirassistischer Sicht in Ordnung. Genau dasselbe mit Flüchtlingen aber wird auf’s Schärfste abgelehnt, und hat hier sogar eine Entschuldigung zur Folge, verbunden mit der Anerkennung, was für eine wunderbarer Mann man doch sei:

Du bist nicht das Problem. Du bist überhaupt kein Problem.
Du bist meistens ein wunderbarer Mensch, der es genauso wie jeder andere verdient hat, sicher und frei zu sein.
Danke, dass es dich gibt – und schön, dass du da bist.

(hach, nach all dem Dreck, der so über Männer ausgekübelt wird, möchte man das auch mal als weißer Mann lesen).

Ein und dasselbe wird also dann als feindselige Hasspropaganda gewertet und verurteilt, wenn sie sich gegen Nicht-Weiße richtet und zurückgewiesen. Das ist Rassismus gegen weiße Männer, der den Sexismus gegen den Mann an sich schlägt: Gegen Flüchtlinge darf man nicht so sexistisch hetzen wie gegen Weiße. Die Logik dahinter ist, dass ein solcher Sexismus weißen Männern nicht schaden könne, weil weiße Männer an der Macht seien. Dass die wenigsten Männer Chefs sind und bspw. Falschbeschuldigung ganze Existenzen vernichten kann – eine Gefahr, die sich gerade dann verschärft, wenn das Meme einer „Rape-Culture“ verbreitet ist – das müssen Feministen noch lernen, wenn sie sich dem Urteil entziehen wollen, beides zu sein: Rassisten und Sexisten.

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