Jenna Behrends, was geht und was nicht geht

Die Quotenfrau Jenna Behrends, die dank einer Vagina eine Rekordkarriere in der CDU hingelegt hat, beschwerte sich über „Sexismus“ u.a. weil sie als „süße große Maus“ bezeichnet wurde und löste damit eine breite öffentliche Debatte aus. So äußerte sich der Regierungssprecher Steffen Seibert:

„Da, wo Frauen in unserer Gesellschaft noch immer herabgewürdigt werden als Frauen, da trifft das auf eine ganz klare Haltung, ablehnende Haltung durch die Bundesregierung“

und

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) verurteilt Sexismus im Alltag und am Arbeitsplatz. Sexistische Sprüche und sogenannte Herrenwitze seien „nicht nur altmodisch, sondern völlig inakzeptabel“

Und dabei haben sie beide auf ihre Art recht. Sexismus gegen Frauen wird hierzulande tatsächlich nicht toleriert, anders als Sexismus gegen Männer.

Wenn ein großes Magazin etwa das männliche Geschlecht zu einer Krankheit erklärt, bleibt die öffentliche Empörung aus – das gleiche mit Juden wäre ein Fall für den Staatsanwalt. Oder auch „Nur ein toter Ausländer ist ein guter Ausländer“ dürfte in Deutschland wohl kaum vom Staatsfernsehen verfilmt und gesendet werden, mit Männern geht das problemlos. Oder man stelle sich vor, ein Bundesverdientskreuzträger wäre bei einer brutalen Verstümmlung einer Frau in Jubelrufe ausgebrochen und hätte sowas zur Nachahmung empfohlen – ein Skandal. Nicht aber, wenn ein Mann das Opfer ist, dem der Penis abgeschnitten wurde. Oder die FDP-Politikerin Cornelia Pieper, die zu den Geschlechtern folgendes anzumerken hatte:

Doch während die Frau sich ständig weiterentwickelt, […] blieb der Mann auf seiner Entwicklungsstufe stehen. Als halbes Wesen. […] Er ist weiterhin nur männlich und verschließt sich den weiblichen Eigenschaften wie Toleranz, Sensibilität und Emotionalität. Das heißt, er ist – strenggenommen – unfertig und wurde von der Evolution und dem weiblichen Geschlecht überholt.

Auch dies wäre mit Schwarzen als sinngemäß „evolutionär zurückgeblieben“ sofort als Faschismus entlarvt, bei Männern hingegen merkt keiner auf.

All diese Fälle lösten keine Debatten aus, waren kein Skandal, führten nicht zu Empörung. Preisfrage: Was ist strukturell etabliert und erlaubt? Das, was einfach so durchgeht, keinen Widerstand und keine Sanktionen auslöst, oder das, was den alltäglichen Ablauf beeinträchtigt, ins Stocken geraten lässt und Spitzenfunktionäre dazu bringt, ihre Missbilligung auszudrücken und „Null Toleranz“ zu fordern?

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