Feministische Argumentationsformen: „Überholte Männlichkeitsideale“

Man weiß es aus der Glücksforschung: Im Westen sind Frauen glücklicher als Männer. [Update] Dazu Notlagen, von denen Männer häufiger betroffen sind: Entfremdung von den Kindern, Obdachlosigkeit, Suizid, Drogenabhängigkeit, alles in Allem: eine geringere Lebenserwartung. All dies ist natürlich kaum geeignet, Feministinnen davon zu überzeugen, dass an der Geschichte von dem Mann bevorzugenden „Patriarchat“ etwas faul ist. Sie stieren auf die Chefposten und die dortige Männerpräsenz ist für sie der Beweis für die Männerprivilegien.

Oder aber man bekommt eine Theorie darüber zu hören, wie Männer so ticken, und dass sie an Notlagen selbst schuld sind. So wurde mir erst vor kurzem gesagt:

Nur mal so ein Gedanke: Vielleicht sind ja genau die verstaubten Männlichkeitsideale, die der Autor kritisiert, für die Statistiken [männlicher Notlagen] verantwortlich.

Damit werden  gleich zwei Funktion erfüllt. Zum einen ist man nicht mehr in der Verlegenheit, erklären zu müssen, warum in der angeblich männerbevorzugenden Gesellschaft die größten und tödlichsten Nachteile Männer treffen. Zum anderen kann man ein weiteres Mal seine Feindseligkeit gegen Männer ausleben. Das trifft sogar männliche Kinder. So werden Jungen im Schulbetrieb benachteiligt, was für feministisch gesinnte Erwachsene aber lediglich Anlass ist, diese Kinder anzufeinden: Schuld ist das Kind, nicht das Schulsystem. Diese Menschen sehen in dem Jungen bereits den erwachsenen Macho, Chauvinisten oder Pascha, das verhasste Feindbild also und da geschieht es ihm natürlich nur Recht, wenn er bereits in der Schule und damit im ganzen Leben scheitert – allerschönstes Victim Blaming also, normalerweise „Pfui-Bäh“. So merkte eine Lehrerin, also eine Augenzeugin aus der ersten Reihe an:

Mädchen haben es leichter. Ich habe erlebt, dass Mädchen gute Noten kriegten, obwohl sie nie etwas sagten. Die fehlten ohne Entschuldigung und bekamen trotzdem ihre Eins. Bei einem Jungen, der zwei Tage fehlte, hieß es: Geh gleich mal ins Sekretariat, Attestpflicht. Jungen wird ständig Bosheit, Heimtücke und berechnendes Verhalten unterstellt. Das mag auch daran liegen, dass viel mehr Frauen als Männer Lehrer werden, das ist schon in den Grundschulen ein Problem.

Jungen lehnen sich manchmal dagegen auf, sie empfinden Ungerechtigkeit schärfer. Das verschlechtert ihre Lage zusätzlich.

Dass die These, Männer würden wegen überholten Geschlechtervorgaben keine Hilfe suchen, nicht stimmen kann, zeigt sich auch am Mainstreamdiskurs über Frauen und Männer. In diesem Diskurs werden männliche Notlagen konsequent ausgeblendet. Beispiel Boko Haram: Als die islamistische Terrorgruppe Jungen bei lebendigen Leibe verbrannte, war das kaum einem Medium eine Meldung wert. Als dieselbe Gruppierung Mädchen entführte kam es zu einem Aufschrei rund um den Globus bis ins weiße Haus. Oder Hilfsorganisation grenzen männliche Kinder von ihren Hilfsleistungen aus. Welch besseren Beweis kann es geben, dass weniger das um Nicht-um-Hilfe-fragen als mehr das Hilfe verweigern das Problem ist?

Es liegt ein Empathy-Gap vor, ein Mangel an Empathie gegenüber Jungen und Männern. Hier werden Opfer totgeschwiegen, dort erhalten sie weniger Hilfsleistungen, werden Benachteiligungen ausgesetzt, und am Ende feindet man die Opfer an, sie hingen überholten und nach feministischer Lehre schädlichen Männlichkeitsidealen an.

Ein weiteres Indiz dafür ist der Umgang mit Männerrechtlern – denjenigen also, die männliche Not thematisieren und solche Zustände ändern möchten. Zum Beispiel der ehemalige MANNdatsvorsitzende Eugen Maus. Dieser wurde von Bascha Mika als „Jammerlappen“ verspottet und Thea Dorn höhnte „Ich weine gleich“ als er auf die Situation der Jungen zu sprechen kam. Männerrechtlern wird nicht zugehört, stattdessen werden sie angefeindet, verhöhnt, als rechts verunglimpft und mit Monstern wie Breivik in einen Topf geworfen – nicht von irgendeiner kleinen, männerhassenden Feministin, sondern von den Öffentlich-Rechtlichen und mit Steuermitteln finanzierten Stiftungen. Würde man Männern dieselbe Empathie und damit auch Hilfsbereitschaft entgegenbringen wie Frauen, ein solcher Diskurs wäre nicht möglich.

[Update] Laut Genderama (Punkt 4) sind Frauen inzwischen nicht mehr das glücklichere Geschlecht, waren es aber zuvor.

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5 Gedanken zu „Feministische Argumentationsformen: „Überholte Männlichkeitsideale“

  1. rotepilleblog

    Die öffentlich-rechtlichen Medien sind wirklich das Allerletzte.
    Das Frauen (insbesonders feministisch eingestellte Frauen) glücklicher sind, kann ich mir jedoch kaum vorstellen. Die meisten Frauen werden in diese Ecke gedrängt und müssen die Rolle der knallharten Karrierefrau annehmen, obwohl sie es im Grunde gar nicht wollen.

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      1. rotepilleblog

        gerne – würde mich auch freuen, wenn du mal wieder bei kommentierst.
        zu dem Glücksthema hatte ich allerdings keine Studie im Kopf – ich mag praktische Erfahrungen lieber als irgendwelche Studien oder Pseudo-Studien 😉

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  2. Pingback: Nochmal: Überholte Männlichkeitsideale | uepsilonniks

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