Antje Schrupp, wackere Streiterin für Demokratie

Da nimmt Antje Schrupp große Worte in den Mund: „Demokratie“, „Respekt vor anderen Meinungen, Empathie, Interesse an Differenzen, Aufgeschlossenheit“, und all das sieht sie in Gefahr, weil man angeblich den Kontext einer ihrer Aussagen nicht beachtete.

Nun, das wollen wir uns nicht vorwerfen lassen, und lassen sie selbst zu Wort kommen:

Das Beispiel, an dem es mir klar wurde: Voriges Wochenende war ich in Hannover bei der Bundesfrauenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen. Auf dem Abschlusspanel ging es um Ideen für eine zukünftige grüne Frauenpolitik, und nachdem auf der Konferenz zwei Tage lang das 30. Jubiläum des grünen Frauenstatuts gefeiert worden war (mit dem unter anderem die Frauenquote eingeführt wurde), habe ich dort meinen etwas kritischeren Blick auf die Quote vertreten. In dem Zusammenhang sagte ich, dass es meiner Ansicht nach nicht ausreicht, einfach nur 50 Prozent Frauen in politische Gremien zu holen, wenn man die Absicht hat, dort etwas gegen männlich dominierte Kultur und Habitus zu unternehmen. Bei allen positiven Aspekten, die die Quote hat, läuft sie doch auch Gefahr, aufseiten der Frauen Konformismus und Anpassung an das Gegebene zu fördern und weibliche Dissidenz zu erschweren. Um meine Position anschaulich zu machen, sagte ich: „Wir bräuchten eigentlich keine Frauenquote, sondern eine Feministinnenquote.“

So, jetzt kennt man den Kontext. Besser wird dabei aber genau gar nichts. Eine Gesinnungsquote, wie von Schrupp vorgeschlagen, ist mit Demokratie und Meinungsfreiheit nicht zu vereinbaren – genauso wie ein Frauenquote übrigens. Mit dieser Forderung löste sie auf Twitter einen kleinen Shitstorm aus, Don Alphonso brachte die Reichskulturkammer aus dunklen deutschen Zeiten ins Spiel und ich selbst merkte an, dass man in Nordkorea eine 100% Gesinnungsquote hätte – Verweise also auf totalitäre Diktaturen, und das mit Recht, denn eine Gesinnungsquote ist ihrem Wesen nach nun mal totalitär.

Dies und nicht etwa der Feminismus würde den Diskurs „vergiften“ und unsere Zivilisation gefährden – eine Nummer kleiner ging’s nun wirklich nicht.

Setzen wir selbst mal in den Kontext, wofür Frau Schrupp so steht.

So steht Schrupp nicht für Gleichberechtigung. Ihrer Meinung nach sollte man die sowieso schon benachteiligten Väter komplett entrechten und die Mütter über Steuermittel alimentieren. Rechtlose Samenspender würden also in Schrupps Dystopie mit ihrer Lebenszeit die Selbstverwirklichung per Kind der Mütter finanzieren. Sei noch angemerkt, dass Schrupp keinen Hehl daraus macht, Kommentare, die auf die desolate Situation von Trennungsvätern aufmerksam machen, konsequent nicht freischaltet also zensiert – dieselbe, die „Respekt vor anderen Meinungen“ ins Feld führt, damit aber offenkundig nur ihre eigene Meinung meint.

Hierzu stellte Lukas Schoppe die Frage, wie es eigentlich sein kann, dass eine „Anarchistin“ ein solches Machtungleichgewicht gut heißen würde. Die Antwort ist, dass Feminismus die befallenen Gebiete pervertiert. Die Idee der vollkommene Rechtlosigkeit für Väter ist nicht neu sondern findet sich schon im Modell des „Matriarchats“ und wurde u.a. auch schon von der Bloggerin „Isi“ gefordert, die sich ebenfalls als Anarchistin verstand (nicht mehr online). Anarchie bedeutet: „Keine Macht für niemanden“. Feministisch pervertierte Anarchie steht für Allmacht der Frau und Ausgeliefertsein der Männer. Hier schwingt auch das Bild der Frau als besserer Mensch mit, mit welchem an der Macht die Welt ein besserer Ort wäre.

Schrupp sieht die „Demokratie“ durch den Diskurs vergiftende Antifeministen in Gefahr, wobei man sagen könnte, dass Feminismus selbst eine Gefahr für die Demokratie ist. Stichwort: Rechtsstaat. Mitten in einer Diskussion, in welcher eine Feministin den Rechtsstaat als „Rotz weißer Männer“ bezeichnete, der nur dem Zweck diene, die Privilegien eben dieser weißen Männer zu schützen, meldete sich auch Schrupp zu Wort. Ohne konkret zu benennen, wie eine bessere Alternative zum Rechtsstaat aussehen könnte, merkte sie an,

dass das Prinzip Rechtsstaatlichkeit nur schlecht bis gar nicht geeignet ist, um das Thema der sexuellen Gewalt befriedigend zu lösen

Mit anderen Worten: Auch ihr ist nicht ganz wohl dabei, wenn man der Vergewaltigung bezichtigte Männer ihre Schuld nachweisen muss (geanuso übrigens wie umgekehrt einer Falschbeschuldigerin) und nicht einfach so in den Knast wandern. Tatsächlich ist es ja auch feministische Politik, die Unschuldsvermutung für Männer aufzuheben und Gesetze zu verabschieden, die einen wegen Petitessen in den Knast bringen können – also ein Zersetzung von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie.

Und was ist davon zu halten, wenn Schrupp vorgeblich für „Interesse an Differenzen, Aufgeschlossenheit“ einsteht? Ganz genau: Gar nichts. Schrupp schätzt ihre „Filter-Bubble“ und macht gegenüber ihren Leserinnen Werbung dafür – also kein „Interesse an Differenzen“ sondern knallhartes Durchsetzen der eigenen Meinung auf dem eigenen Hoheitsgebiet und zudem Ausweiten der Filter-Bubble durch Forderungen nach einer Feministinnen-Quote in politischen Gremien. Es reicht eben nicht, in meinen eigenen vier Wänden frei von jeder widersprechenden Meinung zu sein, ich will das auch im Rest der Welt durchsetzen.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Schrupp kaum für das steht, was sie mit hehren Worten anführt. Ihre Liebe zur Freiheit meint nur die eigen Freiheit und die feministisch gesinnter Frauen, welche dann auch problemlos mit der kompletten Entrechtung von Männern als Vätern einhergeht, denen sie nicht die geringste „Empathie“ in ihren Notlagen entgegenbringt. Eine unerträgliche, zum Himmel stinkende Doppelmoral und Verlogenheit, die umso unerträglicher ist, da sie für den institutionellen und hegemonialen Feminismus steht, der Jungen, Männer, Väter auf vielen Ebenen benachteiligt und den Abbau bestehender Nachteile verhindert.

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16 Gedanken zu „Antje Schrupp, wackere Streiterin für Demokratie

  1. ClaudiaBerlin

    Dieses „böswillige Lesen“ finde ich aber auch ziemlich ätzend. Gerade der Passus mit der „Entrechtung der Väter“ ergibt ein völlig falsches Bild! Antje schrieb:

    „… trennen wir die Kinderversorgung vom biologischen Erzeuger. Wichtig ist nicht, wer biologischer Vater (oder Mutter) ist, sondern wer sich konkret um das betreffende Kind kümmert. Das kann natürlich auch ein Mann sein, es können beide Eltern sein, es kann eine Wohngemeinschaft oder sonstwer sein. Aber egal wer es ist: Ein Kind verursacht Kosten, und zwar sowohl Unterhaltskosten für es selbst, also Geld für Essen, Kleidung, Schulsachen etc., als auch Betreuungskosten, die dadurch entstehen, dass Erwachsene, die Kinder versorgen, nicht in gleichem Maße wie Kinderlose „ihr eigenes Geld verdienen“ können.

    Und ich bin der Meinung, dass alles dafür spricht, diese Kosten generell steuerfinanziert von der Allgemeinheit tragen zu lassen – und nicht denen aufzubürden, die irgend wann mal Kinder gezeugt haben. Also: Unterhaltspflicht komplett abschaffen, dafür eine „Kindersteuer“ von allen Erwerbstätigen verlangen, aus der dann Unterhalt und Betreuungsunterhalt an diejenigen bezahlt wird, die Kinder tatsächlich betreuen.“

    Was bittschön ist daran ungerecht? Es kommt hier gar nicht mehr drauf an, wer biologisch Vater oder Mutter (!) ist, sondern darauf, wer sich tatsächlich um das Kind kümmert. Diese Person bzw. Personen sollten dann den steuerfinanzierten Unterhalt (also ein erhöhtes Kindergeld) bekommen.
    Ich finde das richtig, denn dass es Menschen gibt, die Kinder aufziehen, ist auch im Interesse der Kinderlosen. Wer sollte sonst im Alter die Renten oder die Grundsicherung bezahlen?

    Mich wundert sogar, dass Männerrechtler diesen Vorschlag nicht gerade gut finden – kommt er doch vielfachen Klagen und Streitigkeiten in Sachen Unterhalt entgegen, die dann alle entfallen würden.

    Nochmal Antjes Fazit:

    „Also: Kinder gehen uns alle an, ihre Versorgung zu finanzieren ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und darf nicht allein den biologischen Eltern aufgebürdet werden. Eine steuerfinanzierte Lösung wäre gerechter – und dass sie den Väterrechtlern eine gehörige Portion Wind aus den Segeln nehmen würde, wäre ein durchaus positiver Nebeneffekt.“

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      1. Jochen Schmidt

        Antwort: Möglicherweise deshalb, weil sie von den Kosten der „Kinderversorgung“ spricht, genauer von Unterhaltskosten und von Betreuungskosten. Was diese Kosten und ihre Finanzierung mit den Rechten der Erzeuger des betreffenden Kindes zu tun haben, liegt jedenfalls nicht auf der Hand.

        Insbes. legt Schruppe nirgends nahe, daß mit einer steuerfinanzierten Kinderversorgung die Rechte der Erzeuger des betreffenden Kindes eingeschränkt werden (sollen).

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      2. Matze

        Auch wenn geschlechtsneutral formuliert bleibt die Frage warum dann diese Überschrift gewählt wurde. Ich denke es ist wie mit dem verschärften Sexualstrafrecht, wo ganz alltägliches mittlerweile auch als Straftat angesehen werden kann. Auch geschlechtsneutral formuliert, aber man geht von vornherein davon aus das nur Männer das schon nicht missbrauchen werden. Die Möglichkeit des Missbrauchs durch Frauen hingegen wird toleriert, weswegen das Gesetz trotz der offensichtlichen Mängel durchgewunken wurde.

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    1. St. Elmo

      Pflegeeltern und Waisenhäuser bekommen bereits Geld vom Staat dafür das sie sich um Waisen und Pflegekinder kümmern.
      Aber dadurch bestimmt aber auch der Staat also irgendwelche Beamten wie die Kinder erzogen werden.
      Wenn ich mir ein Pferd kaufe muss ich das auch Betreuen und mehr Geld dafür aufwenden als Kinderlose.

      Sorry aber wer Kinder nur mit Blick auf ihre Kosten und/oder dem was sie Später in die Pflege- und die Rentenkasse einzahlen betrachtet, der positioniert sich ausserhalb unserer FDG und Kündigt die Grunlage unseres Zuammenlebens auf.

      Also Nein Danke.
      Der Staat hat den Bürgern zu dienen und nicht die Bürger dem Staat.
      Frau Schrupp sollte mall darüber nachdenken wie nah sie mit solchen Aussagen dem Gedankengut totalitärer Regieme wie der UDSSR, Nordkorea, oder Nazideutschland steht.

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    2. Hugor

      @ClaudiaBerlin u. @Jochen Schmidt

      Ich kann mich euren Interpretationen nicht anschließen. Schrupp schreibt schon in der Überschrift: „Väter-Recht abschaffen“, insbesondere aber im Text: „…wer nicht für Kinder sorgt, ist komplett raus aus dem Geschehen. Väter, die sich von ihrem Kind trennen, müssten auch nichts mehr dafür bezahlen. Dass sie dann bei der Kindererziehung auch nichts mehr mitzureden hätten, versteht sich von selbst.“
      Ihr Ziel ist also ganz klar, Väter, die nicht mit ihren Kindern zusammenleben, nicht nur deren Zahlungsverpflichtungen, sondern gleichzeitig auch sämtliche Rechte bezüglich der Kinder zu nehmen. Denn Schrupps Vorschlag ist ja nicht auf die Männer beschränkt, die keinen kontakt mit ihren leiblichen Kindern wüschen, sondern würde alle Männer betreffen, die – gleich aus welchem Grund – von ihren Kindern getrennt leben. Schrupps Idee läuft somit letztlich darauf hinaus, dass Frauen die Väter ihrer Kinder komplikationslos entsorgen und sie je nach Wunsch mit anderen Personen aufziehen können und der Steuerzahler hierfür aufkommt. Es dürfte verständlich sein, dass nicht jeder mit dieser Idee einverstanden ist.

      Sehr nett ist auch Schrupps Bild von Männern, die sich gegen übermäßige Unterhaltspflichten wehren. Ihrer Darstellung nach handelt es sich hier um Männer, „die keine Lust darauf haben, jahrelang Unterhalt für Kinder zu bezahlen, für die sie sich schon lange nicht mehr interessieren. Oft haben sie inzwischen eine neue Frau und vielleicht auch schon neue Kinder, da ist es lästig, ständig mit dieser Vergangenheit konfrontiert zu sein.“ Alles Schweine. Männer, die das gegenwärtige Unterhaltssystem bzw. dessen Umsetzung in der Praxis für verbesserungswürdig halten und „trotzdem“ ihre Kinder lieben und den Kontakt zu ihnen sowie einen gewissen Einfluss auf ihre Entwicklung aufrechterhalten wollen, existieren für Schrupp offenbar nicht. Würde ja auch die Schlüssigkeit ihrer Argumentation erheblich einschränken…

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      1. Matze

        „Männer, die das gegenwärtige Unterhaltssystem bzw. dessen Umsetzung in der Praxis für verbesserungswürdig halten und „trotzdem“ ihre Kinder lieben und den Kontakt zu ihnen sowie einen gewissen Einfluss auf ihre Entwicklung aufrechterhalten wollen, existieren für Schrupp offenbar nicht.“

        Nope, für sie stellt es sich so dar:

        „Das Urteil ist nicht wirklich überraschend, denn die deutsche Gesetzgebung ist schon seit einigen Jahren klar mütterfeindlich eingestellt – Väter werden zunehmend von Pflichten entbunden und bekommen gleichzeitig mehr Rechte, das ist der Trend, der auch noch unter dem Deckmäntelchen der „Gleichstellung“ firmiert. Der Tenor lautet: Mütter sollen sich ihren Lebensunterhalt bitteschön selber verdienen und nicht immer die armen Väter schröpfen. Das bisschen Kinderaufziehen erledigt man doch mit links und nebenbei.“

        Die Gesetzgebung ist mütterfeindlich, weil die Mutter sich nicht mehr trennen und jahrzehnte lange auch noch vom Geld vom Ex-Mann leben kann, der damit auch weiterhin den Familienversorger machen darf, bloß ohne eine Familie mit Familienleben zu haben.

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        1. ClaudiaBerlin

          Antje Schrupp ist aktive Feministin, es sollte also niemanden wundern, dass sie die Situation von Frauen und Müttern mehr im Blick hat als jene von Männern und Vätern!
          Dennoch sollte man klare Aussagen nicht verfälschen: der Vorschlag, den Kindesunterhalt per Steuern aller zu finanzieren ist klar geschlechtsneutral. Wer sich kümmert und versorgt, soll auch den Unterhalt bekommen.
          Väter, die sich beschweren, dass sie für Kinder, die nicht bei ihnen leben, ewig lange Unterhalt zahlen müssen, wäre damit doch sehr entgegen gekommen.

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        2. Hugor

          @ClaudiaBerlin – Schrupps Vorschlag ist nur dem Wortlaut nach geschlechtsneutral. Er läuft ganz klar darauf hinaus, dass der Elternteil, der das Kind behält, die alleinige Macht bekommt und steuerfinanziert wird. Und wer behält in aller Regel das Kind? Natürlich die Mutter. In der Praxis ist Schrupps Vorschlag demnach eindeutig vorteilhaft für Frauen.
          Und was soll dauernd dieser Strohmann mit den Männern, denen es nur darum gehe, ihre Unterhaltspflicht loszuwerden? Die allermeisten betroffenen Männer sind gerne bereit, Unterhalt zu zahlen, soweit er angemessen ist und sie im Gegenzug ausreichend Kontakt mit dem Kind erhalten. Diesen Männern hilft Schrupps Vorschlag überhaupt nicht, sondern ist eine offene Provokation.

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        3. ClaudiaBerlin

          „Er läuft ganz klar darauf hinaus, dass der Elternteil, der das Kind behält, die alleinige Macht bekommt und steuerfinanziert wird. Und wer behält in aller Regel das Kind? Natürlich die Mutter.“

          Ok, ich geb es auf. Wenn Leser nicht unterscheiden wollen zwischen der konkreten Aussage, bzw. dem Veränderungsvorschlag einer Person und der Klage über „nicht genehme Sorgerechtsentscheidungen im Allgemeinen“, dann kann ich das nicht ändern. So lässt sich allerdings nicht sinnvoll diskutieren, sondern nur „über die Welt“ jammern, klagen und schimpfen.

          Im übrigen will der Gesetzgeber das geteilte Sorgerecht ALS NORMALFALL – sowohl in der Ehe als auch nach der Trennung:
          http://www.familienrecht-heute.de/scheidung/gemeinsames-sorgerecht.html
          Soviel ich informiert bin, entscheidet das Gericht in der Regel unter Berücksichtigung der Verhältnisse während der Ehe: Wer das Kind hauptsächlich betreut hat, hat größere Chancen, das Sorgerecht zu bekommen. Dass das häufiger die Frau ist als der Mann, ist keine böse Ungerechtigkeit, sondern Folge der noch immer nicht gleich verteilten Sorgearbeit. Wäre der Mann während der Ehe der hauptsächlich für die Kids Zuständige gewesen, hätte er die besseren Chancen, das auch nach der Trennung zu bleiben.
          Denn es geht ja vornehmlich um das Kindeswohl – und das ist gut so.

          Womit ich mich aus dieser Diskussion verabschiede. Als freiweillig Kinderlose bin ich sowieso nicht die Richtige für diese Auseinandersetzungen,

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        4. Hugor

          @ClaudiaBerlin – „Ok, ich geb es auf. Wenn Leser nicht unterscheiden wollen zwischen der konkreten Aussage, bzw. dem Veränderungsvorschlag einer Person und der Klage über „nicht genehme Sorgerechtsentscheidungen im Allgemeinen“, dann kann ich das nicht ändern.“

          Was gibst du auf? Mein Punkt ist, dass Schrupps Vorschlag im Ergebnis (und m.E. durchaus bewusst) eine einseitige Frauenbevorteilung darstellt. Schlüssige Gegenargumente habe ich von dir bisher nicht gelesen.

          „Im übrigen will der Gesetzgeber das geteilte Sorgerecht ALS NORMALFALL – sowohl in der Ehe als auch nach der Trennung.“

          Das bestreitet niemand. Aber genau das will Schrupp doch verhindern, indem sie den vom Kind getrennten Elternteil jeden Einflusses berauben will.

          „Wer das Kind hauptsächlich betreut hat, hat größere Chancen, das Sorgerecht zu bekommen. Dass das häufiger die Frau ist als der Mann, ist keine böse Ungerechtigkeit, sondern Folge der noch immer nicht gleich verteilten Sorgearbeit.

          Also der Umstand, dass ein Mann durch Erwerbsarbeit den Lebensunterhalt seiner Familie sichergestellt hat, rechtfertigt es, ihn nach einer Trennung gemäß Schrupps Vorschlag bezüglich seiner Kinder völlig rechtlos zu stellen? Warum?
          Im Übrigen halte ich die implizite Behauptung, es sei gesamtgesellschaftlich machbar und sinnvoll, Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen Männern und Frauen jeweils hälftig zu teilen, für lebensfremd, weil die erheblichen Unterschiede in den durchschnittlichen Dispositionen von Männern und Frauen missachtend. Aber diese Unterschiede werden von Feministinnen ja gern geleugnet, gegen alle empiriischen Feststellungen.

          „Denn es geht ja vornehmlich um das Kindeswohl“

          Und dem Kindeswohl dient es, das Kind einem Elternteil zu entfremden?

          „Womit ich mich aus dieser Diskussion verabschiede. Als freiweillig Kinderlose bin ich sowieso nicht die Richtige für diese Auseinandersetzungen“

          Feministinnen, insbesondere wenn freiwillig kinderlos (was ja offenbar leider bei den meisten Feministinnen der Fall ist), ist das Schicksal entsorgter Väter zumeist egal, das ist sicherlich richtig. Ob ein Vorschlag gerecht ist, kann allerdings natürlich auch jemand diskutieren, der nicht direkt betroffen ist – wenn er denn tatsächlich diskutieren will.

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        5. ClaudiaBerlin

          Woher willst du wissen, ob ich Feministin bin? Und warum willst du überhaupt Antje Schrupps vermutete Absichten und Intentionen mit MIR diskutieren? Ich habe lediglich gegen die „böswillige Lesart“ Einspruch erhoben, die den wahren Sachverhalt einfach nicht traf. Ihr Vorschlag (=ein VORSCHLAG ist KEINE Beschreibung irgendwelcher Lebenssachverhalte!) war geschlechtsneutral formuliert, da sie explizit auch Mütter erwähnt hat.

          Und dieses Vermischen und Unterstellen geht bei dir auch gleich so weiter:

          „Also der Umstand, dass ein Mann durch Erwerbsarbeit den Lebensunterhalt seiner Familie sichergestellt hat, rechtfertigt es, ihn nach einer Trennung gemäß Schrupps Vorschlag bezüglich seiner Kinder völlig rechtlos zu stellen?“

          Es ging doch im Artikel um Elternteile, die nichts mit ihren Kindern am Hut haben und sich über die Unterhaltspflicht beklagen. Das geht doch ganz klar aus dem Text hervor!
          Du aber redest von Vätern, die sich um ihre Kinder kümmern wollen – das ist eine ganz andere Baustelle, die Schrupp überhaupt nicht thematisiert hat.

          Wie soll man auf diese Weise sinnvoll diskutieren? Wenn jemand einen Artikel über einen Windows-Bug schreibt, wird ein Gespräch immer scheitern, wenn das Gegenüber darauf besteht, von Android zu sprechen. Bei Technik ist das Konsens, aber in einen sozialpolitischen Text von Antje Schrupp darf man offenbar alles Erdenkliche rein projizieren – anstatt zu verstehen, wovon er tatsächlich handelt.

          Oder anders gesagt: Wenn ich die Hitze im Sommer beklage, heißt das nicht, dass jemand falsch liegt, der sagt, dass es im Winter eklig kalt ist. Es ist nur nicht das Thema gewesen…
          Gute Nacht!

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        6. Hugor

          @ClaudiaBerlin – ich glaube, wir argumentieren aneinander vorbei. Falls das:

          „Es ging doch im Artikel um Elternteile, die nichts mit ihren Kindern am Hut haben und sich über die Unterhaltspflicht beklagen. Das geht doch ganz klar aus dem Text hervor!
          Du aber redest von Vätern, die sich um ihre Kinder kümmern wollen – das ist eine ganz andere Baustelle, die Schrupp überhaupt nicht thematisiert hat.“

          stimmt, dann hast du natürlich recht und ich würde alles zurücknehmen. Allerdings habe ich eben erhebliche Zweifel an dieser Auslegung. Ja, Schrupp bezieht sich als Aufhänger auf solche Eltern, die mit ihren Kindern nichts zu tun haben wollen. Ihr Vorschlag scheint mir aber keineswegs auf derartige Fälle beschränkt zu sein, vielmehr fordert sie ganz allgemein:

          „… trennen wir die Kinderversorgung vom biologischen Erzeuger. Wichtig ist nicht, wer biologischer Vater (oder Mutter) ist, sondern wer sich konkret um das betreffende Kind kümmert. […] Und wer nicht für Kinder sorgt, ist komplett raus aus dem Geschehen.“

          Das kann man m.E. nur so verstehen, dass es generell gelten soll. Und dann hätte es genau die praktischen Folgen, die ich beschrieben habe.
          Wie würdest du Schrupps Artikel und den Blogpost von yx beurteilen, wenn du mal unterstellst, dass Schrupps Vorschlag tatsächlich so lautet, wie yx und ich ihn verstehen?

          „…warum willst du überhaupt Antje Schrupps vermutete Absichten und Intentionen mit MIR diskutieren?“

          Weil du einen Vorwurf („böswillige Lesart“) erhoben hast, den ich für unberechtigt halte.

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        7. uepsilonniks Autor

          @Claudia:
          Wer das Kind hauptsächlich betreut hat, hat größere Chancen, das Sorgerecht zu bekommen. Dass das häufiger die Frau ist als der Mann, ist keine böse Ungerechtigkeit, sondern Folge der noch immer nicht gleich verteilten Sorgearbeit.

          1. Und was ist, wenn der Vater das Kind betreuen will, aber die Mutter das nicht will?

          2. Ein Vater, der jeden Tag das gemütliche Bett verlässt, und sich der Qual der Arbeit aussetzt – die in den wenigsten Fällen „Karriere“ und „Selbstverwirklichung“ bedeutet – sorgt sich ebenfalls um sein Kind. Er bringt sogar das größere Opfer, denn es ist ein Privileg, zu Hause zu bleiben, und sich um die Kinder kümmern zu können. Das ist auch der Grund, warum sich die traditionelle Rollenverteilung ein Jahrhundert nach dem Frauenwahlrecht kaum geändert hat: Die Frauen wollen es nicht anders.

          Was hier mal wieder durchschimmert ist die typisch feministische (oder weibliche?) Ignoranz gegenüber dem Umstand, dass hier Väter den Großteil ihres Einkommens für Frau und Kind aufwenden. Sich „kümmern“ tut nach dieser Haltung nur diejenige, die nicht arbeiten geht und das Gehalt ihres Mannes erhält. Eine Haltung, in der man nur nimmt, aber nichts gibt. Das zeigt sich ja häufig nach der Trennung: Erschreckend viele Mütter bilden sich ein, es wäre gerecht, mit staatlicher Gewalt Leistungen in Form von Unterhalt zu erpressen, und zugleich eine Vater-Kind-Beziehung zu verhindern. Ein solches Verhalten, in welchem man nur nimmt aber nichts gibt ist aber per definitionem parasitär.

          Ein Mann, der täglich malochen geht, kümmert sich genauso um seine Kinder wie jede Frau, die zuhause bleibt. Er bringt sogar das größere Opfer da das Zusammensein mit den eigenen Kindern Quality-Time entspricht und außerhäusliche Arbeit Entbehrung. Deshalb hat er auch ein moralisches und ethisch begründetes Recht auf das Sorgerecht.

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  2. mitm

    „nachdem auf der Konferenz zwei Tage lang das 30. Jubiläum des grünen Frauenstatuts gefeiert worden war (mit dem unter anderem die Frauenquote eingeführt wurde),“

    Das Frauenstatut der Grünen ist mMn eindeutig verfassungswidrig. Parteien spielen in unserer parlamentarischen Demokratie eine besondere Rolle und genießen u.a. durch die Parteienfinanzierung erhebliche Vorteile. Deswegen müssen sie sich auch das Grundgesetz halten. Das Frauenstatut verstößt eindeutig und eklatant gegen GG Art. 3.

    Daß Schrupp bei der Feier zu 30 Jahren Verfassungsbruch gerne mitfeierte, ist nur konsequent. Für mich war sie nach ihrem Rechtsstaat-Artikel unten durch.
    Daß sie den Verfassungsbruch durch das Frauenstatut noch ausbauen möchte, bestätigt meine Einschätzung, ändert aber nicht mehr viel am Gesamtbild.

    Sie ist von unserer Verfassung genauso weit entfernt wie die NPD. Ich rätsele immer, wie ihre Fans zu Recht die AfD oder NDP penibel auf Verfassungsfeindlichkeit abchecken und auf einmal auf beiden Augen blind sind, wenn Schrupp eine Gender-Apartheit einführen möchte.

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  3. Pingback: Über amoklaufende Trennungsväter, über Flüchtlinge und Rassisten, und über Männer und Feministinnen | uepsilonniks

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