Feministische Diskursstrategie: Mansplaining

Es gibt viele Themen, die die ARD zum Weltmännertag hätte aufgreifen können. Obdachlosigkeit zum Beispiel. Oder Selbstmord bei Jungen, Männern und Trennungsvätern. Dass Jungen in der Schule zurückbleiben. Geringere Lebenserwartung von Männern. All dies wurde von der ARD ignoriert, stattdessen nutzte sie ihre auch von Männern zwangsfinanzierten Ressourcen, um das männerfeindliche Konzept des „Mainsplaining“ vorzustellen.

Hierzu ein Exkurs: Man nehme eine Diktatur, zum Beispiel eine islamistische wie Saudi-Arabien. Wenn man dort offen ausspricht, dass es Allah nicht gibt, wird man hingerichtet, dann ist man tot. In der „patriarchalen“ Diktatur hingegen, gegen die Feministen tapfer kämpfen, wird die revolutionäre, feministische Botschaft von oben femsplaint, von Staatsfernsehen, und alles ist dabei: Die Frau als besserer Mensch, welcher nicht ungebeten redet, es aber besser sollte, denn wenn er es macht, herrscht Friede und Harmonie. Klar, Frauen an der Macht sind nicht herrisch; alle Frauen, die jemals an der Macht waren und sind, haben es besser als die rüpelhaften Männer gemacht. Und wenn einem eine Frau wie Anne Wizorek ständig ins Wort fällt, einen nicht ausreden lässt, dann steht das für emanzipatorische Stärke! Nee, Spaß beiseite, so selbstgefällig und selbstgerecht das Madamme ARD erklärt (frauklärt?), dreht sich mir der Magen um.

Zwei Beispiele zu Mansplaining: Einmal mit stolz geschwellter Brust ich selbst. Auf jetzt.de legte ich dar, dass der Umstand, dass Hundert Jahre nach dem Frauenwahlrecht es immer noch die Frau ist, die im Zweifel zu Hause bleibt und sich um Kinder und Haushalt kümmert, kein Zeichen von Benachteiligung ist, sondern Privilegierung. Darauf könnte ein Feminist einiges erwidern: Zum Beispiel dass außerhäusliche Arbeit – als Putzfrau oder Kassierin – „Selbstverwirklichung“ bedeutet und „Karriere“. Oder dass ein Dasein als Hausfrau und Mutter die Hölle sei zwischen stinkenden Windeln und stumpfsinnigen Hausputz. Das also, was man jeden Tag im Mainstream, Schule und Uni zu hören bekommt, die Frau macht es sicherlich nicht freiwillig, sie ist – wie immer – unterdrückt. Könnte erwidern… tut er aber nicht. Stattdessen kam nur ein „Mansplaining“, welches ich betreiben würde, mehr nicht. Das Problem ist nur, dass eine Frau wie Esther Vilar meinen Standpunkt unterschreiben würde, und wenn es von einer Frau kommt, kann es schlecht „Mansplaining“ sein, oder?

Als zweites Beispiel Suzie Grime, die ebenfalls „Mansplaining“ erklärt, und das mit einem denkbar schlechten Beispiel, nämlich Schönheitsnormen und Feminismus. Ein Mann sagte ihr, dass sie vorsichtig sein solle, sich Feministin zu nennen, bei den Schönheitshandeln, welches sie vorlebe. Das wurde von ihr als „Mansplaining“ abgewatscht. Im Feminismus aber werden „patriarchale“ Schönheitsnormen als Terror gegen Frauen und Mädchen gehandelt, und u.a. für schwere Krankheiten wie Magersucht verantwortlich gemacht. Die Kritik also, diese Schönheitsnormen zu bedienen und damit ein denkbar schlechtes Vorbild für Mädchen und Frauen abzugeben, könnte genauso von einer Feministin kommen, was dann ebenfalls schwer als „Mansplaining“ auszugeben wäre.

Zwei Beispiele also, wo mit einer feministisch-rhetorischen Worthülse ein Beitrag als nicht gerechtfertigt und inhaltlich falsch ausgegeben wird, anstatt sich um eine inhaltliche Argumentation und Erwiderung zu bemühen. Eine sexistische Worthülse zudem, mit deren Anwendung geleugnet wird, dass Fehlverhalten in Diskussionen auch von Frauen ausgeht. Es wird nach Geschlechtern getrennt und bestimmte Eigenschaften oder Verhaltensweisen, die selbstverständlich bei beiden Geschlechtern vorkommen (es sei denn, man ist Opfer seiner selektiven Wahrnehmung), einem einzigen Geschlecht zugeschrieben. Allein dann, wenn „es“ vom Mann kommt, wobei egal ist, worum es sich bei „es“ handelt, kann man es als Mansplaining abtun und sich damit ersparen, sich auf eine inhaltliche Debatte einzulassen, in der man vielleicht keine Argumente hat. Das feministische Mantra, dass diese Worthülse nur in bestimmten, eng umgrenzten Fällen zur Anwendung kommt, ist also nur vorgeschoben. Es handelt sich – neben anderen Schlagwörtern wie „Derailing“ – um einer weitere Diskursstrategie, unliebsame Positionen und Thesen vom Diskurs auschzuschließen, sich in eine Filterbubble einzuschließen und diese auszuweiten, weil der Feminismus als der beherrschende Diskurs in einer offenen Debatte nur verlieren kann.

Die gute Nachricht: Diese Wortkreation ist relativ neu, und könnte damit zusammenhängen, dass mehr und mehr Männer sich im Geschlechterkrampf einbringen und nicht mehr die tagtäglich von der feministischen Einheitskirche aufgedrückte Wahrheit über unterdrückte Frauen und unterdrückende Männer akzeptieren.

Wer es noch nicht kennt, dem empfehle ich zum Abschluss:

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4 Gedanken zu „Feministische Diskursstrategie: Mansplaining

  1. only_me

    Schönes Wort:
    „Schatz, sieklär doch mal, wieso du davon unterdrückt wirst, mit Kinderwagen im Cafe zu sitzen.“

    oder

    „Was eine Frau alles siedulden muss. Manchmal will er z.B. die Sportschau sehen!“

    oder

    „Sabine ist ganz sieschüttert, weil ein Tüp ihr mansplaint hat, dass das Wort ‚Siedbeben‘ die Gleichstellung fördern würde“

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  2. Emanni

    „Was eine Frau alles siedulden muss. Manchmal will er z.B. die Sportschau sehen!“
    Das ist natürlich falsch. Richtig müsste es heißen:
    „Manchmal will sie z.B. die Sportschau sehen.“

    Wenn du schon alle „sie“ durch ein „sie“ siesetzen willst, musst du schon sieheblichsie konsequent sein. 😉

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    1. uepsilonniks Autor

      Wirklich konsequent sind Femis da auch nicht. Habe mal eine Post einer Feministin gelesen, die alle verweiblicht hat: Aus „erkennen“ wurde „siekennen“, aus „erwarten“ „siewarten“, nur „selbstHERRlich“ blieb so…

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