Kosten für Fremdbetreuung an Eltern auszahlen

Die Erziehung der Kleinsten dem Staat zu überlassen, halte ich aus links-liberaler Sicht für sehr gefährlich, denn der Nachwuchs wird dort mit der Herrschaftsideologie gefüttert, wie zum Beispiel der neoliberalen. Weiterhin schadet die Fremdbetreuung einer gesunden Entwicklung.

Deswegen mein Vorschlag: Den Betrag, den ein Krippe/KiTa-Platz kostet (deutlich mehr als 1.000€ pro Monat) an die Eltern auszahlen. Dies würde die Wahlfreiheit fördern, da dann die Familien massiv von finanziellen Druck befreit wären und selbst entscheiden könnten, wie sie leben und ihre Kinder betreuen wollen.

Sie könnten sich entscheiden:

  1. Die Kinder fremdbetreuen zu lassen und beide arbeiten gehen
  2. Einer geht arbeiten, einer bleibt zu Hause
  3. Beide arbeiten Teilzeit und kümmern sich gleichgestellt um die Kinder, mein persönlicher Favorit.

Es steht zu vermuten, dass Variante 1. niemand wählen würde, da die Eltern instinktiv wissen, dass es den Kindern schadet, wenn man ihnen das Aufbauen einer Urbindung und Urvertrauen verweigert. Genau die Option also, die von den Machthabern gewollt ist, da sie schwache, geschädigte und damit leicht zu beherrschende Menschen formt, denen man bereits im Kindesalter die herrschaftskonforme Ideologie eintrichtern kann.

Punkt 3. ergibt sich wie von selbst: Bei einer finanziellen Unterstützung der Familie in Höhe der Kosten eines KiTa-Platzes könnten die Eltern es sich leisten, dass beide Teilzeit arbeiten. Mutter und Vater könnten sich die anfallenden Arbeit – häusliche wie außerhäusliche – gleichberechtigt teilen. Der Vater könnte sich sorgen und kümmern, und zwar aus der Nähe und nicht aus der Ferne, wie man es ihm sonst immer abverlangt. Die Mutter hingegen könnte berufstätig bleiben, was ja gerade für Feministen ein besonders wichtiger Punkt ist.

Die Menschen würden mehr Kinder bekommen, die Gefahr einer Überalterung der Gesellschaft wäre abgewendet.

4 Gedanken zu „Kosten für Fremdbetreuung an Eltern auszahlen

  1. Fiete

    Die aktuellen Zahlen kenne ich leider nicht, aber Birgit Kelle hat so gegen 2013-14 mal ermittelt, daß jeder KiGa-Platz allein an staatlicher Bezuschussung ( also zusätzlich zum von den Eltern bezahlten Betrag ) 700€ in D. u. 1200€ in Ö. kostet.
    Wenn man also die staatlichen Förderungen der Kinder und den Elternbeitrag mal gegeneinander verrechnet ( habe ich leider gar keine Zahlen zu ) dürfte schon ein reichlich krasser Unterschied herauskommen.
    Das haben entsorgte Eltern plus für Kinder engagierte Mitmenschen auch schon gegen 2010 herum immer wieder lauthals betont ( und wurden dafür als verbale Nazis verunglimpft ).

    Über Modell 1 brauchen wir wohl nicht diskutieren. Ich denke, man kann es wohl angemessen als das Nordkoreamodell bezeichnen. Feministen lieben es. In der Praxis ist es im Großtest in den israelischen Kibbutzim dramatisch gescheitert. Die Wissenschaft hat ermittelt, daß es dissozialer eigentlich kaum noch geht.

    Modell 2 wird sich halten, zumindest noch das eine oder andere Jahrhundert, einfach weil schon sehr lange und weiträumig etabliert.

    Modell 3 – auch mein Regelfavorit – wird somit zunächst ein Ideal bleiben, das sich nur langsam durchsetzen wird. Entwickelt es aber ersteinmal eine entsprechend kräftige Eigendynamik, wird es kaum jemand freiwillig wieder aufgeben wollen. Das halte ich für sicher.
    Eben deshalb haben die Großmächtigen Lobbyisten auch panische Angst davor. Es würde einen Aufklärungseffekt in der alltäglichen Praxis nach sich ziehen, der das öffentliche Bewußtsein zur Elternrolle dermaßen revolutioniert ( in Relation zu den Spruchkaspereien, die man heute von den „Qualitätsmedien“ dazu in’s Hirn gepustet bekommt ), daß das vermutlich auch Einfluss auf andere Bereiche des „Volkswissens“ nehmen würde.

    „Die Menschen würden mehr Kinder bekommen, die Gefahr einer Überalterung der Gesellschaft wäre abgewendet.“
    Das sehe ich allerdings sehr kritisch. Die dahinterstehende Milchmädchenrechnung ist ein „Schachbrett-Reis-Modell“, das – genau wie sog. Schneeballsysteme – unweigerlich zum Race to the bottom wird.

    Ich hänge da eher dem Calhoun-Experiment und nachfolgenden Studien zur soziopsychologischen Dynamik in Abhängigkeit zur Gruppengröße an.

    Es gibt mittlerweile einiges an Forschung dazu ( mit anderen Tierarten, aber auch Metastudien, die sich auf uns Menschen beziehen ) und die grundlegenden Ergebnisse sind stets recht ähnlich.
    D.h.: Wir sind jetzt schon
    A – zu viele
    und leben
    B – zu punktlastig ( zentralisiert )

    Nebenbei nimmt es Kindern die Würde, wenn man sie ( analog zu Kamelen bei den Tuareg ) als Rentenvieh züchtet.
    Da muß eher am Renten( finanzierungs)modell gearbeitet werden, um die „endlose Umlage“ mal in den Griff zu kriegen.

    Antwort
  2. Mario

    Die Umlage an sich ist aber gar nicht das Problem. Volker Pispers (auf youtube zu finden) hat es mal recht gut erklärt.
    Das Problem ist ganz einfach, dass die Lasten ungerecht verteilt sind. Verschiedene Alterssicherungssystem für Beamte, Freiberufler, Künstler etc. sind relativ sinnfrei und gehören abgeschafft. Jeder muss einzahlen und auch aus diesem Topf später einmal entnehmen dürfen.

    Btw. Im Rahmen des Kanzler-Pseudo-Duells eine weitere Möglichkeit gesehen, die vielleicht gangbar und sozial gerechter wäre. Statt Steuern auf Einkommen zu zahlen, sollte jede Bankzahlung und Barabhebung eine Steuer (bspw. 1%) kosten.
    So werden die Armen zwar mit 1% belastet, zahlen aber mangels Geldmasse relativ wenig. Gutverdiener und insbesondere Reiche werden aber auch nur (dann aber endlich mal) mit 1% belastet und zahlen wegen Geldüberfluss mehr.

    Antwort
  3. Siggi

    Ich möchte nur einen Punkt herausgreifen:

    > Punkt 3. ergibt sich wie von selbst: Bei einer finanziellen Unterstützung der Familie in Höhe der Kosten eines KiTa-Platzes könnten die Eltern es sich leisten, dass beide Teilzeit arbeiten.

    Ich halte das nicht für gesellschaftlich wünschenswert. Für die Eltern sicher. Aber zu dem Aspekt, dass die Gesellschaft das alles bezahlen muss, kommt hinzu:

    Menschen sind Individuen und nicht durch mehr Menschen ersetzbar.

    Beispiel Ärzte: Nicht jeder ist befähigt Arzt zu werden, nur ein bestimmter Teil pro Jahrgang ist genügend befähigt hochqualifiziert zu werden. Und nur ein Teil davon wird Arzt.

    Baue ich Teilzeit immer weiter aus, habe ich bei der gleichen Anzahl Ärzte weniger geleistete Arztarbeitsstunden. Und das ist nicht auszugleichen, weil eben nicht jeder befähigt ist. Ich kann vielleicht von den Befähigten mehr dazu bringen Ärzte zu werden, dann fehlen die aber in anderen hochqualifizierten Jobs.

    Und dieses Beispiel gilt für alle Berufsgruppen mit einer gewissen Qualifikation. Auch für Handwerker! Schon mal versucht einen Handwerker zu bekommen?

    Schon mal versucht einen GUTEN Handwerker zu bekommen?

    Gib den guten Handwerkern Teilzeit und es gibt einfach weniger gute Handwerker.

    Antwort

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