„Nein heißt Nein“

Bevor ich zum Thema komme, ein Anmerkungen zur feministischen Streitkultur. Auf Twitter wurden die stigmatisierenden und vernichtenden Vorwürfe gegen mich erhoben, ich sei ein Vergewaltiger oder „legitimiere“ Vergewaltigung, da ich dem feministischen Dogma widersprochen habe, dass „Nein heißt Nein“ immer und absolut gilt. Die Ankläger haben mich dann geblockt, was nach der Twitter-Zensur-Struktur bedeutet, dass  ich mich nicht gegen diese vernichtenden Bezichtigungen wehren kann, aber für alle weiterhin sichtbar sind. Mit anderen Worten: Ich werde angeklagt, ein Ungeheuer zu sein, aber man spricht mir das Recht auf eine Verteidigung ab. Ein solcher Menschenschlag war es, der im Stalinismus oder in Nazideutschland die Ankläger und Richter spielten in Schauprozessen, bei denen das Urteil schon vor Prozessbeginn feststand, der Abschaum der Menschheit also – hier im Namen des Feminismus, welcher landläufigen Meinungen nach ja ganz harmlos sei und nur Gerechtigkeit wolle. Man vergleiche hierzu auch meinen Artikel zur Verschärfung des Sexualstrafrechts.

ShootMessenger

Ich wurde auf Twitter mit der Behauptung „Nein heißt Nein. Punkt“ konfrontiert. Alle meine Einwände wurden nur mit diesem Mantra beantwortet, man ging kaum auf das ein, was ich sagte. Als erstes: Diese Behauptung ist rein faktisch falsch. In SFBM? wird ein eigenes Kapitel bemüht, um diesen Femo-Mythos zu widerlegen. In Befragungen dazu räumen Frauen immer wieder ein, schon „Nein“ gesagt aber „Ja“ gemeint zu haben – für einige gehört es zur Standartroutine im Liebesspiel. Die Motivation für ein falsches „Nein“ sind unterschiedlich. Sie will zum Beispiel nicht den Eindruck erwecken, eine Schlampe zu sein oder leicht zu haben. Sie will romantisch erobert werden. Sie will die Männlichkeit des Kerls testen. Sie will sich davon freisprechen, für Sex die (Mit-)Verantwortung zu tragen.

neinnein

Arne Hoffmann – „Sind Frauen bessere Menschen?“

Und hier geht den FeministInnen die Fantasie durch: Weil ich dieses Dogma – „Nein heißt Nein“ –  in Frage stelle, weil ich auf das verdammte Fakt hinweise, dass es schicht nicht wahr ist, muss ich ein Vergewaltiger sein, der über eine Frau herfällt und sie zutiefst traumatisiert. Um den Vorwurf zurückzuweisen:

Wenn ich zu einer Frau gehe, und sie ansatzlos küssen will, funktioniert das nicht, klar. Man wird erst im Gespräch, welcher ein Flirt sein sollte, so richtig warm, so dass irgendwann der Zeitpunkt eintritt, bei der ein Kuss erwünscht und erlaubt ist. Wenn ich mich jetzt langsam vorbeuge und sie küssen will, kann es zu verschiedenen Reaktionen kommen: Wenn sie es zulässt, alles supi. Interessant wird es, wenn sie ausweicht oder auch verbal „Nein“ sagt. Das kann bedeuten, dass man chancenlos ist, dann sagt man freundlich „Tschüss“ und geht zur Nächsten. Oder es liegt daran, dass sie einen zwar sympathisch findet, für einen Kuss aber noch nicht so weit ist. In dem Fall lässt sich aus einem „Nein“ ein „Ja“ machen indem man einfach weiter flirtet – es ist ein Unterschied, ob eine aggressiv reagiert, oder sie einem lachend und spielerisch den Arm boxt und einen als „frech“ bezeichnet. Eben noch war es zu früh, eine halbe Stunde später ist es vielleicht genau der richtige Zeitpunkt – ich meine also nicht, dass ich – wie mir unterstellt – ich das „Nein“ ignoriere und sie trotzdem küsse und dann vergewaltige.

Ein weiteres Beispiel liefert der Chefaufreißer Maximilian Pütz: Er berichtet, wie er bei einer Frau fünf Anläufe brauchte, bis sie sich küssen ließ. Als er sie später fragte, warum sie fünfmal „Nein“ gesagt hat, antwortete sie: „Max, Du kannst jede Frau hier haben, ich wollte mir sicher sein, dass Du es ernst mit mir meinst“.

Eventuell wird jetzt der eine oder andere einwenden, dass man doch einfach fragen könnte: „Darf ich dich küssen?“. Das funktioniert nur in der feministischen Fantasie. Um es einleuchtend zu beschreiben: In der Cosmopolitan fand sich mal ein Artikel, in welcher die Autorin schrieb, wie abenteuerlich, anregend kurz: leidenschaftlich es sei, wenn er ihr die Kleider vom Leib reißt. Und jetzt stelle man sich vor, er würde gemäß dem feministischen Konsensprinzip vorher um Erlaubnis fragen: „Darf ich dir die Kleider vom Leib reißen?“ – es wird wohl jeder einsehen, dass damit jede Leidenschaft zerstört ist: Die Frage um Erlaubnis zerstört die erotische Spannung. Ähnlich verhält es sich mit „harmloseren“ Fragen, wie der, ob man sie jetzt küssen darf: Selbst wenn sie dazu bereit war, ist sie es nach dieser abtörnenden Frage in der Regel nicht mehr. Das Konsensprinzip funktioniert nur in der feministischen Filterbubble.

[Nachtrag]

[Nachtrag 2] Stapel Chips über die Komplexität menschlichen Sozialverhaltens, welches sich simplen Formeln wie „Nein heißt Nein, Immer, Absolut“ entzieht.

12 Gedanken zu „„Nein heißt Nein“

  1. mannfraukram

    Hi, mir fallen drei Möglichkeiten ein, auf Vergewaltiger! Vorwürfe zu reagieren:

    1. Hatespeech Meldung. Es gibt wohl kaum etwas mehr Hatespeech-Fakenews mäßiges als Leute als Vergewaltiger zu beschimpfen. Ist zwar doof, aber wofür haben wir denn das tolle Netzdurchdringungsgesetz? Insbesondere wenn sie Dich danach sperren.

    2. Die sollen Dich nicht mehr sexuell mit ihren Vergewaltigungsphantasien belästigen – das ist eine Dienstleistung, die sie Dir bezahlen müssen.

    3. Du bist also ein Vergewaltiger, genauso wie alle Männer auf diesem Planeten, wie uns Feministinnen seit Jahrzehnten erzählen. Aha. Wo ist der Bus? Mit den Leuten? Die es interessiert?

    Drei Felder sind frei, Du musst Dich entscheiden!

    Antwort
      1. mannfraukram

        Freut mich wenn es zu Lächeln führte – wie auschfrei schrieb ist das gut fürs Gemüt ;-)
        Ansonsten darfst Du meinen vielen Kommentare gerne zu einem zusammenführen – die Rechtschreibfehler dienen ja nicht wirklich der Wahrheitsfindung

        Antwort
    1. Mario

      Es gibt noch eine 4. Möglichkeit.
      Wie sagte u.a. schon unser Bundesjustizminister in seiner maas…losen – sorry, unendlichen Weisheit? Das Internet ist kein rechtsfreier Raum.
      Ich würde bei solchen konkreten Falschbehauptungen auch über einen Strafantrag wegen Verleumdung/übler Nachrede nachdenken.

      Antwort
  2. Fiete

    Mein Tipp: Weg von den dissozialen Plattformen, die sind speziell für Mobbing- und Zensurzwecke konzipiert!
    Natürlich ist es unangenehm, wenn ein Großteil der Internetbekanntschaften sich einlullen und/oder sich dazu hinreißen lässt, jegliche Vernunft aufzugeben und auf Fakebuch, Zwittscher, Flatter, Tümmler, Instantgrim& Co sich dem rasenden Mob anzuschließen. Aber man kann diese Leute nunmal nicht retten, die merken noch nicht mal, daß sie gezielt ferngesteuert werden. Sie sind Werkzeuge zur Vernichtung des freien Internet und jeglichen demokratischen Ansatzes.

    Antwort
  3. Mario

    Mein Tipp: Weg von den dissozialen Plattformen, die sind speziell für Mobbing- und Zensurzwecke konzipiert!

    Wieder einmal der männliche Rückzug? Haben wir nicht lange genug still gehalten, Feministinnen (auch männliche) hetzen lassen, uns belächeln und verspotten lassen (ebenfalls auch von Männern)?
    Auf Genderama berichtet Arne Hoffmann über einen Artikel in der Zeit,
    http://www.zeit.de/arbeit/2017-10/sexuelle-belaestigung-mann-arbeit/komplettansicht
    der sich mit der sexuellen Belästigung von Männern beschäftigt. Und wie negativ Reaktionen darauf häufig ausfallen. Negativ für den Mann, der sich zu Recht beschwert.
    Ähnliches gilt ja häufig immer noch bei häuslicher Gewalt gegen Männer.

    Männer werden nach wie vor marginalisiert, übergangen, benachteiligt und diskriminiert.
    Ich bin ganz froh darüber, dass sich dagegen mittlerweile vereinzelt Stimmen erheben und dies auch so langsam in den Medien und der Politik ankommt.
    Da jetzt (wieder) still zu halten oder gar einen Rückzieher zu machen, halte ich für absolut falsch.

    Antwort
    1. Fiete

      @ Mario:
      Was haben gerader Gang und Eier in der Hose denn jetz mit „Rückzug“ zu tun?
      Fühlst Du Dich auch verpflichtet auf Tuntenbälle zu gehen, um Dich nicht von LSDXYQs „zurückzuziehen“?
      Kleiner Tipp: noch gibt es ein paar Ecken im I-net, die relativ frei nutzbar sind ( hier bei Uepsi z.B., oder wo ich ab und zu meine 2 Groschen an die Welt verschleuder )

      Antwort
  4. Andreas

    in schlechten Momenten kommt einem der Gedanke das man es mit gleicher Münze „heimzahlen“ müsste. richtig mit der groben argumentativen Kelle draufhauen, was für menschenverachtenden, unausgegorenen, sexistischen Mist sie da von sich geben … und hoffen das Ihnen ein Licht dabei aufgeht, wenn Sie sich nicht wehren können.

    Führt aber warscheinlich eher zu ner Bestätigung in der eigenen Filterblase „alles fiese Mysogynisten, haben wir ja immer gewusst“

    Antwort

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