#mentoo: Sexuelle Gewalt von Frauen an Männern

Das hier ist ein recycelter Kommentar auf eine Liebeserklärung an die Männerwelt und geht auf die Arbeit der Quellenmaschine Arne Hoffmann zurück:

Ein paar Zahlen, entommen aus: „Anderson, Peter und Aymami, Ronelle: Reports of Female Initiation of Sexual Contact: Male and Female Differences. In: Archives of Sexual Behavior, Vol. 22, No.4,1993“

darin heißt es über Männer, die unerwünschten Sex hatten:

· 44,9 Prozent der Männer, schon einmal betrunken oder high gemacht worden
zu sein;
· 20.3 Prozent, ihre Partnerin habe gedroht, sich selbst etwas anzutun;
· 29,9 Prozent, sie habe sie mit Argumenten bestürmt;
· 18,0 Prozent, die Frau habe ihre Macht oder Autorität eingesetzt;
· 26,6 Prozent, sie habe die Sexualität ihres männlichen Partners in Frage
gestellt;
· 19,5 Prozent, sie habe Vorteil aus einer kompromittierenden Situation
gezogen;
· 15,6 Prozent, sie habe mit körperlicher Gewalt gedroht;
· 15,6 Prozent, sie habe körperliche Gewalt eingesetzt;
· 18,0 Prozent, sie habe gedroht, die Beziehung zu beenden;
· 83,2 Prozent, sie sei zu erregt gewesen, sich zu bremsen;
· 17,3 Prozent, sie habe sich dadurch an ihrem Partner für etwas rächen wollen
und:
· 4,7 Prozent, sie habe mit einer Waffe gedroht

was die Häufigkeit angeht, so schreibt Hoffmann:

„An solche Geschlechterklischees [dass Vergewaltigungen allein von Männern ausgehen] glauben viele, die aktuelle Forschung deckt sie nicht: So weist der Geschlechter- und Antidiskriminierungsforscher Dr. Peter Döge in einer Studie für die evangelische Kirche Deutschlands darauf hin, dass acht Prozent aller Frauen angegeben hatten, ihren Partner bereits sexuell genötigt zu haben. Der Anteil der Frauen, die sich durch ihre Männer sexuell genötigt fühlten, liegt mit zwölf Prozent nur um ein Drittel höher. In seiner zusammenfassenden Metastudie „Weibliche Gewalt in Partnerschaften“ erkennt der Berliner Soziologe Bastian Schwithal gar: „Beim Verüben von sexueller Gewalt ergibt sich ein Geschlechtsverhältnis von 57,9% Männer gegenüber 42,1% Frauen und hinsichtlich erlittener Gewalt ein Männer-Frauen-Verhältnis von 40,8% zu 59,2%.“

Von noch bemerkenswerteren Zahlen berichtete die US-amerikanische Professorin für Frauenstudien Abigail Rine im Juni 2013 in dem Magazin „The Atlantic“, wobei Rine sich auf die National Intimate Partner and Sexual Violence Survey aus dem Jahr 2010 bezieht, eine nationale, repräsentative Untersuchung über Opfer sexueller Gewalt. In den 12 Monaten vor der Erhebung, berichtet Rine, waren 1,26 Millionen Männer (1,1 Prozent aller Männer insgesamt) ihren Angaben nach „zur Penetration gebracht“ worden, was fast deckungsgleich sei mit den 1,27 Millionen Frauen (ebenfalls 1,1 Prozent aller Frauen insgesamt), die im selben Zeitraum vergewaltigt worden sein sollen. „Wenn diese Zahlen auch nur annähernd zutreffen“, so Rine, „zeigen sie ein signifikant anderes Bild von sexueller Gewalt in den USA, als ich gewohnt bin.“ Auf diese Relation wiesen auch die Feministin Hanna Rosin im Magazin „Slate“ und die männerfreundliche Equity-Feministin Cathy Young anhand neuerer Zahlen im Nachrichtenmagazin „Time“ hin. Im Oktober 2013 schließlich berichtete das Wissenschaftsmagazin „National Geographic“ über eine aktuelle Studie, die von den Wissenschaftlerinnen Michele Ybarra und Kimberly Mitchell in der akademischen Fachzeitschrift „JAMA Pediatrics“ veröffentlicht wurde. Diese Untersuchung zeigte, dass im Alter von unter 18 Jahren beide Geschlechter in etwa demselben Ausmaß zu sexuellen Übergriffen neigen. „Vor nicht allzu langer Zeit wurden Männern die Fragen über Tätererfahrungen und Frauen die Fragen über Opfererfahrungen gestellt“, erläutert Ybarra den sexistischen Hintergrund, der zur bis heute bestehenden Schieflage der Debatte über sexuelle Gewalt führte. „Wir haben die Tatsache nie wahrgenommen, dass Männer Opfer und Frauen Täter sein könnten.“ All diese Artikel stehen immer noch online.“

Übrigens: Frauen, die sich einfach Sex nehmen, gehen noch weit häufiger als Männer davon aus, dass ihr Opfer es so wollte.

4 Gedanken zu „#mentoo: Sexuelle Gewalt von Frauen an Männern

  1. Lotosritter

    Hat dies auf Lotoskraft rebloggt und kommentierte:
    Männer sind keine Teufel und Frauen keine Engel. Männer belästigen Frauen, Frauen belästigen Männer. Wir sollten unsere gängigen Vorurteile hinterfragen. Derzeit rollt wieder eine „Moral panic“ um den halben Globus, weil ein Filmproduzent Schauspielerinnen auf der Besetzungscouch flach legte. Ein Fick für eine Rolle, das war der Handel. Dieser Handel geht bekanntermaßen auch auf der homosexuellen Schiene. Aber er läuft auch auf der Schiene mächtige Frau zu ohnmächtigen Mann. Frauen nötigen Männer, stellen ihnen nach, belästigen und vergewaltigen sie. Dieser schlichte Sachverhalt wird gesellschaftlich verschwiegen und geleugnet. Es gilt nach wie vor der feministische Narrativ: Männer sind Schweine, und er wird nicht hinterfragt. Das ist keine Aufrechnung oder Relativierung im Sinne von Tu quoque, sondern der Verweis auf eine gesellschaftliche Verblendung, durch die sich ein Tabu sexualisierter Gewalt erhält und somit Strukturen des Missbrauchs konserviert werden. Die allgemeine Resistenz gegenüber einem möglichen Perspektivwechsel prolongiert nicht nur das Tabu, sondern ermöglicht tagtäglich weitere Verbrechen gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Männern und Frauen, von Kindern und Jugendlichen. Hierdurch aber wird sexualisierte Gewalt geduldet, was wiederum bedingt, dass sie insgesamt relativ bleibt und somit weiterhin in jeder Weise ermöglicht wird. Nein heißt Nein gilt nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer. Frauen, die das weder wahrhaben noch respektieren wollen, sind potentielle Vergewaltigerinnen. – Und wie recht ich mit meiner Ansicht zum strikten Tabu habe, zeigt mir mein Rechtschreibprogramm, das bei dem Wort „Vergewaltigerin“ anschlägt.

    Aus diesem Grund habe ich nachstehenden Blogbeitrag von Uepsilonniks, der sich mit dem Umfang weiblicher sexualisierter Gewalt befasst, rebloggt.

    Antwort
  2. Pingback: Strukturen des Missbrauchs am Beispiel der Baumärkte Hornbach – Lotoskraft

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