Crumar zur Frage, warum der Sklavenhalter die Sklavin heiratet

Ein Kommentar, der zu wertvoll ist, um ihn einfach in Vergessenheit geraten zu lassen:

„Dass der Sklavenhalter, wenn er denn einer ist, gar kein Interesse daran haben könnte, das System zu ändern erscheint ihnen schon unfassbar, was einen interessanten Widerspruch gibt“

Die diesem voraus gehenden Widersprüche: Warum – wie Farrell fragte – ist der Sklavenhalter angehalten, die Sklavin zu heiraten?
Warum sollte er etwas ehelichen, „bis das der Tod euch scheidet“ was ihm schon gehört?
Wieso schenkt der Sklavenhalter der Sklavin zu diesem Anlass einen teuren Diamantenring, macht überhaupt generös Geschenke, um Wohlwollen zu erzeugen, wenn ihm das herzlich egal sein könnte, da er sie doch besitzt?
Warum sollte er sich um das Wohlergehen der Sklavin über ihre bloße Reproduktion sorgen, ihr die Hälfte seines Besitzes vermachen?
Sie leistungslos hälftig an seinem Einkommen beteiligen, während die Sklavin eigentlich für eben dieses Einkommen zu sorgen hätte?

Die feministische Beschreibung dieser Sklavenherrschaft hat bereits mehr logische Widersprüche als ein Hund Flöhe.
Die Frage ist demzufolge nicht, welcher Sklavenhalter ein Interesse an einem solchen System haben sollte, weil die Frage absurd ist.

Wären Männer tatsächlich durchgehend Sklavenhalter weiblicher Sklavinnen gewesen und würden von dieser Herrschaft profitieren, hätten sie eine ihrer Herrschaft gemäße Moral entwickelt, die diese rechtfertigt und wären für moralische Appelle unempfänglich.

Die Intention der feministischen Sichtweise ist demzufolge die Setzung von historischen Herrschaftsverhältnissen, in denen Frauen durchgängig die Unterdrückten (opressed) von männlichen Herrschaftssystemen sind.
Es ist einerseits – wie oben gezeigt – Geschichtsfälschung, andererseits Opfernarzissmus.

Natürlich gab es in den USA die Sklaverei, aber die weißen Frauen der Sklavenhalter waren ebenfalls Besitzerinnen dieser Sklaven – Männern wie Frauen – denn diese Sklaven waren Familienbesitz.
Was Feministinnen demnach revisionistisch vollziehen ist, sich von den Profiteurinnen der Verhältnisse zu Opfern dieser Verhältnisse zu machen.
Also eine reale Rolle in der Geschichte passend zum feministischen Narrativ umzuschreiben, wonach es historisch ausschließlich männliche Täter und weibliche Opfer gegeben hat.

Feministische Intention: Wenn ALLE FRAUEN Sklavinnen waren, dann war die weiße Frau nicht Besitzerin und Herrscherin von Sklaven und Sklavinnen, sondern im Grund Co-Sklavin und ebenfalls Opfer.
Womit die Sklaverei zu einem ausschließlich männlichen Unterfangen wird und das Böse in der Geschichte im rein männlichen Besitz ist.
Hingegen die Nachkommen der weiße Sklavenhalterin mit den den schwarzen Sklavinnen – sisterhood! – gegen die Männer koaliert.

Aus diesem ideologischen Unternehmen kommt die weiße Frau gereinigt aus der Geschichte und der schwarze Mann – Überraschung! – mutiert vom Sklaven zum Mann, wechselt also zum Unterdrückergeschlecht. Ooops.

Die These, dass es historisch durchgängig Herrschaftsverhältnisse gab, in denen Frauen die Unterdrückten und Männer die Herrscher waren hat als Motiv, als Interesse die Reinwaschung von den negativen Konsequenzen dieser Geschichte.

Das Ziel: Frauen waren immer nur Opfer der als männlich vorgestellten Geschichte, höchstens Mit-Täterinnen, aber nie Täterinnen oder Profiteure.
Die moralische Überlegenheit von Frauen, auf der aktuelle feministische Forderungen basieren, ist also Produkt einer Geschichtsfälschung, die ein klares Ziel hat.

Das Problem dieser Geschichtsfälschung, des feministischen Revisionismus ist, dass es damit das Stereotyp des aktiven Mannes und der passiven Frau logisch reproduziert immer weiter fortführt.
Kunststück, denn darauf basiert die ganze Theorie.
Man kann eben nicht beides haben; wer handelt oder auch unterlässt zu handeln, ist für die Folgen der Handlung oder Unterlassung verantwortlich, wer permanent auf Unverantwortlichkeit plädiert, plädiert auch auf Unmündigkeit.

4 Gedanken zu „Crumar zur Frage, warum der Sklavenhalter die Sklavin heiratet

  1. Emannzer

    „Ich habe mehr Männer gesehen, die von dem Wunsch,
    Frau und Kinder zu haben und diesen ein
    behagliches Leben zu bieten zerstört worden sind,
    als solche, die vom Alkohol kaputt gemacht wurden“

    William Butler Yeats (1865-1939)

    Antwort
  2. skowronekthelark

    Wer an den Sklavenquatsch glaubt, sollte sich dringend mit dem in Amerika, der Wiege des Radikalfeminismus, grassierenden obszönen Hochzeitskult befassen. Junge Paare verschulden sich auf Jahre hinaus, damit SIE den Diamantring, das Kleid und den großen Auftritt haben kann. Eine ganze Industrie hängt daran.
    P.S. Das Yeats-Zitat ist großartig!
    Nora (The Editrix)

    Antwort

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