Offener Brief: Rassismus mit Sexismus überbrüllen

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Sehr geehrter Herr Goldmann,

ihr Artikel „Von Männern, Mördern und Migranten“ lässt mich etwas ratlos zurück, denn offensichtlich haben Sie ein Problem damit, wenn man Flüchtlinge einer überproportionalen Kriminalität verdächtigt, sehen aber kein Problem darin, Männer als das gewalttätige, vergewaltigende Geschlecht zu präsentieren. Es ist fast so, als wollten sie Rassismus mit Sexismus überbrüllen. Der Punkt ist nur: Wenn man Männer pauschal als Gewalttäter anfeinden darf, warum sollte das dann bei Migranten zu verurteilen sein?

So wollen Sie das Feindbild „Mann“ damit schärfen, indem Sie eine Reihe Von Fällen anführen, bei denen allesamt die Männer die Täter sind, um dann triumphierend auszurufen: „Die Täter sind alle Männer!“. Nur, das lässt sich mit beliebigen anderen Gruppen genauso machen. Die „Einzelfallmap“, welche Fälle kriminelle Handlungen von Nichtdeutschen sammelt und somit Fremdenfeindlichkeit schürt, ist ihnen sicherlich Begriff, oder? Ihrer eigenen Logik nach gibt es daran nichts auszusetzen.

Oder um mal eine andere Vergleichsgruppe heranzuziehen, nämlich die der Frauen, dazu:

Zum Einen sind Frauen in Beziehungen genauso gewalttätig wie Männer, gegen Alte, Pflegebedürftige und Kinder üben sie sogar mehr Gewalt aus, was allein schon ausreicht um zu zeigen, dass Gewalt kein besonderes Merkmal von Männlichkeit ist, welches im besonderen Kontrast zu einer scheinbaren weiblichen Friedfertigkeit steht. Zum Anderen: Gewalttätige Männer sind eben nicht als Beispiele typischer oder gelungener Männlichkeit zu nehmen. Gewalttätige zeichnen sich eher durch Schwäche aus.

Und wenn Frauen viele Vergewaltigungen anzeigen, dann sagt das nichts über Männer aus, da Falschbeschuldigung ein weiblicher Volkssport ist.

Die meisten Kindsmorde gehen von Frauen aus. Lässt sich jetzt über „Toxische Weiblichkeit“ dozieren? Warum führt weiblicher Kindsmord nicht zu Kritik an Weiblichkeit, während sich Männer die Untaten ihrer Geschlechtsgenossen vorhalten lassen müssen?

Sie schreiben und berufen sich dabei auf „Forschung“, dass eine progressive Gesellschaftspolitik zu Gewaltausbrüchen bei Männern führt. Dazu als erstes: Diese „Forschung“, diese „Geschlechterforschung“ auch von Kimmel ist: Für’n Arsch. Denn Männerforschung wird dort als „kritische Männerforschung“ betrieben, dass heißt, dass diese „Forschung“ nicht ergebnisoffen ist, sondern die Resultate schon im Vornherein festgelegt sind, nämlich dass Männer Unholde sind. Sie entbehren jeder Wissenschaftlichkeit.

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Und dann „progressive Gesellschaftspolitik“. Das ist die alte Jammerarie: Angeblich waren Männer, die in den Bergwerken und auf den Schlachtfeldern verheizt wurden, das privilegierte Geschlecht, und kommen allein damit nicht klar, dass ihnen nun ihre Privilegien genommen. Allerdings sollte man hierzu wissen, dass nach feministischer Auffassung Männer selbst dann noch privilegiert sind, wenn sie obdachlos in der Gosse liegen. Männer sind nicht privilegiert, sie sind diskriminiert. Männer haben keine Krise, sie werden betrogen.

Dennoch wird Männlichkeit, bzw. schwache Männlichkeit als Ursache des Übels ausgemacht. Dazu die SPD: „Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden“ Nun: Männlichkeit ist ein Segen. Für Frauen wie für die ganze Gesellschaft. Warum wird in der „kritischen Männerforschung“ Männlichkeit nicht danach beurteilt, wie sie sich ganz alltäglich zeigt, etwa wenn ein Mann seine Familie ernährt, sondern anhand der Ausreißer einer Minderheit?

Wenn Sie anführen, dass unsichere Männlichkeit das Problem ist, will ich Ihnen sogar zustimmen. Die Konsequenz daraus ist aber, dass man Jungen ermöglichen sollte, auch eine starke Männlichkeit entwickeln zu können. Das aber ist problematisch in der vaterlosen Gesellschaft, in welcher per „kritischer Männerforschung“ beständig auf Männer eingeprügelt wird und diese für alle Übel der Welt verantwortliche gemacht werden.

Bei Flüchtlingen führen Sie schwierige Verhältnisse als Entschuldigung für ihre Verbrechen an. Warum tun Sie das nicht auch bei Männern? Wer zum Beispiel, meinen Sie, gerät eher auf die schiefe Bahn? Der junge Mann, der nach der Schule ein funktioneller Analphabet ist, aufgrund der massiven Diskriminierung von Jungen in der Schule, und der somit kaum Zukunftsperspektiven hat, oder derjenige, der sein Leben erfolgreich bestreitet, einen hohen sozialen Status innehat?

Dass Sie so massiv sexistisch gegen Männer agieren, zugleich aber genau dasselbe Prinzip der Kollektivhaft bei Flüchtlingen zurückweisen, ist wirklich eine Spitzenleistung der Doppelstandards. Allerdings eine, die nicht neu ist.

Mit freundlichen Grüßen

yx

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2 Gedanken zu „Offener Brief: Rassismus mit Sexismus überbrüllen

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