Gefühlte Geschlechter

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Ein Genderist beklagt sich darüber, dass Menschen nicht als Vertreter des Geschlechts akzeptiert werden, als welches sie sich „fühlen.“ Wenn man etwa einer Frau, die sich als Mann definiert sagt, sie sei eine Frau, dann verletze das ihre Rechte, vor allem aber:

„Woher willst Du wissen, dass ‚er‘ sich nicht als Mann fühlt, Du kannst ja nicht in ’seinen‘ Kopf hineinsehen!?“

Das stimmt. Es stimmt aber auch: Der „Genderfluide“, der sich gestern als Mann definiert, heute als Frau und morgen als Kampfhubschrauber, kann auch nicht in die Köpfe von Männern, Frauen und Kampfhubschraubern hineinsehen. Insofern kann er auch keinen Vergleich ziehen und somit nicht zum Schluss kommen, dass sein geistiges Innenleben gestern einem Mann entsprach, heute einer Frau und morgen einem Kampfhubschrauber.

Da er also nicht in die Köpfe anderer Menschen hineinschauen kann, kann er nicht erfassen, wie diese die Welt und ihre Erscheinungen subjektiv erleben, von daher kann er auch nicht sein eigenes Erleben der Welt als männlich oder weiblich klassifizieren. Wenn er das aber dennoch macht, dann hängt er vermutlich nur irgendwelchen Klischeevorstellungen über die Geschlechter an, etwa: „Männer sind Gewalttäter“.  Wenn der genderfluide Genderist also eines morgens schlecht gelaunt und gereizt aufwacht, und jedem eins in die Fresse semmeln will, der ihn durch Luftverbrauch belästigt, gelangt er zum fulminanten Schluss: „Heute ist mein Geschlecht Mann!“.

Das ist natürlich Humbug. Es gibt aggressive und friedfertige Männer. Und nur weil ein Mensch, der Spermien produziert – also ein Mann ist -, nicht den Stereotypen über Männer entspricht oder aber auch von dem abweicht, was einen Mann im Schnitt ausmacht, heißt das nicht, dass er kein Mann ist.

Die Kategorien „Mann“ und „Frau“ sagen nach biologischer Definition erstmal nur, dass die Gemeinten Spermien oder Eizellen produzieren – und keines der Phantasiegeschlechter zeichnet sich dadurch aus, dass sie eine weitere Variante von Keimzellen beisteuern kann, es bleibt bei: Zwei. Punkt.

Alles nun, was sonst noch an „Mann“ und „Frau“ dranhängt, was etwa kulturelle Eigenschaften, Vorurteile, Geschlechterstereotype angeht, oder welche Charaktereigenschaften dem Schnitt nach Männer und Frauen aufzeigen, macht nicht das Geschlecht aus oder ändert dieses. Ein friedfertiger Mann bleibt ein Mann, auch wenn die Vorurteile sagen, Männer seien aggressiv. Deshalb macht auch die Rede von den „nicht-binären“ Geschlechtern, von dem „Spektrum“, auf welchem es viele Geschlechter zwischen den Polen „weiblich“ und „männlich“ gebe, nur in einer sexistischen Lesart Sinn, bei der man an Frau und Mann Eigenschaften dranhängt, die mit dem Geschlecht nichts zu tun haben – Friedfertigkeit oder Gewaltbereitschaft bspw… Gender ist nichts anderes als ein anderes Wort für Charakter. Es werden Steuergelder dafür verbraten, dass Genderisten zur Erkenntnis gelangen, dass es unterschiedliche Charaktere gibt.

Häufig findet man im Genderismus auch die Formulierung, dass es „die Frau“ und „den Mann“ nicht gebe. Das mag sein, wenn man einerseits mit einer engen Definition von Frau und Mann arbeitet, oder von vornherein eine Definition verweigert. Wenn man bspw. Menschen, die Eizellen produzieren, als Frauen definiert, dann gibt es „die Frau“ sehrwohl und auch sehr zahlreich.

Genau genommen zeigt sich hier, dass die vermeintlichen Überwinder sexistischer Vorurteile selber Sexisten sind, denn sie hängen Bildern von Männern und Frauen an, die weit über die biologische Definition von Keimzellenproduzenten hinaus gehen. Nehmen wir als Beispiel jene Professorin, (welche, hätte sie mit ihren Thesen über die patriarchale Herrschaft recht, unter Lebensgefahr anonym Flugblätter an der Uni verteilen würde, anstatt eine Professorin zu sein und so „Herrschaft“ durchbrechen will, Schoppe: Diese vorgeblich radikale, ritualisierte Herrschaftskritik ist also überlebensfähig nur auf Herrschaftspositionen), die sich durch die Feststellung, sie sei eine Frau, unterdrückt fühlt und dementsprechend herumnörgelt – Frauen halt... Sie ist eine Frau, da Eizellenproduzentin, aber will keine Frau sein, weshalb sie auch nicht als „Sehr geehrte Professorin“ angesprochen werden will, sondern als „Profx“ oder in sonstiger „geschlechtergerechter“ Sprache. Was lehnt sie hier ab? Leugnet sie, dass sie Eizellenproduzentin ist? Ich vermute: Nein. Was sie ablehnt, ist lediglich ihr eigenes Bild, ihre eigene Definition von „Frau“, die sie überwinden will zugunsten eines Denkens, in welchem die zwei Geschlechter nicht existieren. Sie hat ein Bild von Frauen, mit welchem sie sich nicht identifizieren will. Das macht aus ihr eine Sexistin: „Die Frauen sind so und so, ich aber bin so und so, deshalb bin ich keine Frau“. An einer Stelle sagt sie, dass sie durch die Ansprache nicht als Mann oder Frau identifiziert werden will. Sie nimmt Zuschreibungen über diese Gruppe vor. Das würde mich jetzt mal echt interessieren, wie sie Frauen definiert, oder ob sie sich auf die Position zurückzieht, es gebe gar keine Frauen, das sei eine Erfindung des Patriarchats zur Unterdrückung dieser Menschen (wie sind diese Menschen definiert?). (Wenn Du weißt, warum genau diese Profx ihr Frausein ablehnt, bitte in die Kommentare.)

Eine weitere häufige Floskel, die man in dem Zusammenhang hört, ist, dass einem bei der Geburt ein Geschlecht „zugewiesen“ wird. Das soll unterstreichgenitalsen, dass es sich bei Penis und Vulva lediglich um soziale Konstrukte handelt, welche einem willkürlich aufgedrückt würden. Diese Behauptung einer „Zuschreibung“ ist aber in etwa so sinnvoll, wie zu sagen, der Sonne wird beim Sonnenaufgang die Eigenschaft „hell“ zugewiesen. Wenn man einem Jungen die Eigenschaften weiblich zuweist, bleibt er dennoch ein Junge, wie ein grauenvolles Menschenexperiment gezeigt hat, in dessen Verlauf sich das Versuchskaninchen, welches beweisen sollte, dass wenn man einen Jungen wie ein Mädchen aufzieht, aus ihm eine vollwertige Frau wird, das Leben genommen hat.

Und damit sind wir wieder bei den Genderisten und ihrem vermeintlichen Recht, als das akzeptiert zu werden, als was sie sich definieren. Man könnte jetzt sagen, „Na gut, meinetwegen, warum nicht?“ wenn man ein wohlwollender Zeitgenosse ist, schließlich fällt einem davon kein Bein ab. Kann man, ich halte es auch so. Die Transsexuellen (welche ich nicht mit Genderisten gleichsetze), die ich kennengelernt habe, habe ich mit ihrem Wunschgeschlecht angesprochen. Das Problem ist nur, dass die Behauptung, es gäbe mehr als zwei Geschlechter, eine Lüge ist. Und es ist problematisch, wenn eine solche Lüge, die sich nicht mehr in den Dreiklang des Wahren, Schönen, Guten einfügt, die Wissenschaften und die Politik befällt. Wenn etwa auf der Grundlage dieser Lüge die Sprache verschandelt wird. Oder wenn diese Lüge mit Gewalt durchgesetzt wird, denn diejenigen, die das durchsetzen wollen, verstehen keinen Spaß, denn immerhin geht es hier um die fiese Unterdrückung der Frauen im Patriarchat. Wenn sie an die Macht kommen, sind sie gar nicht tolerant sondern betreiben eine totalitäre Top-Down-Politik. Es geht den Genderisten nicht allein darum, dass einzelne Menschen ihre Identität leben können, sie wollen auch andere in ihrer Identität verunsichern. Es geht darum „Gender-Trouble“ also Geschlechterärger zu stiften. Die Menschen sollen desorientiert werden, weil einige Neurotiker nicht damit klarkommen, dass es die Geschlechter tatsächlich gibt und sich voneinander abheben. Der Verein Dissenz gab offen zu, dass es ihnen darum geht „Identitäten zu zerstören“ und ihr Ziel sei nicht der andere Junge, sondern „gar kein Junge“. Dafür gehen sie in die Schulen, was Sinn macht, denn Kinder sind natürlich am leichtesten zu verunsichern, erst recht wenn sie sich in der schwierigen Phase der Pubertät befinden. Amendt merkte hierzu an, dass das Prinzip der Identitätszerstörung das Prinzip von Folter ist. Der Genderismus soll nun im Grundgesetz verankert werden. In Kanada ist das Nichtakzeptieren von Phantasiegeschlechtern bereits mit Strafen belegt, Lassahn kommentiert:

Machen Sie nicht den Fehler, dies als Kuriositäten abzutun, denen man mit Humor und Gelassenheit begegnen sollte. Es handelt sich um Repressionen, die mit der ganzen Wucht der Staatsmacht und mit unkontrolliertem Hass seitens der Krieger für soziale Gerechtigkeit (social justice warrios) brutal durchgesetzt werden. Es ist kein Scherz.

 

6 Gedanken zu „Gefühlte Geschlechter

  1. Fiesinn

    Warum könnt ihr Wichser nicht akzeptieren, daß es Menschen gibt, dich sich nicht in eure binären Schablonen pressen lassen?

    Antwort
    1. WerdenkenkannistklarimVorteil

      Warum könnt ihr Feministinnen nicht akzeptieren, daß es Menschen gibt, dich sich nicht in eure binären Schablonen pressen lassen?
      Und da ihr die neue kapitalistische Obrigkeit seid, ist es doch klar, dass andere Menschen euch Alles nachmachen.

      Antwort
  2. PfefferundSalz

    Ich Identifiziere mich schon länger als Gott und erwarte gefälligst den entsprechenden Respekt. Kniefall und meine Schuhsohlen küssen ist obligatorisch. Wer das nicht macht ist ein beschissener Sexist.
    PS: Gute Freunde dürfen mich auch „Herr“ nennen.

    Antwort
    1. uepsilonniks Autor

      Naja, welcher Mann glaubt nicht, dass er Gott ist? 😉

      Aber vielleicht hast Du ja zufälligt recht, d.h. der Allmächtige gehört zu meinen Kommentatoren, cooooooool….

      Antwort

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