Amoklauf

In den USA ist ein Veteran Amok gelaufen. Blick nach Deutschland:

„Das Einzigste, was ich intensiv in der Schule beigebracht bekommen habe, war, dass ich ein Verlierer bin.“ gab der Amokläufer von Emsdetten in seinem Abschiedsbrief an. Er sah also das Schulsystem als korrupt an, als feindselig, und hat dafür grausame Rache genommen, an der Gesellschaft, am System, an allen also. Verlierer zu produzieren ist eine der ganz großen Tugenden unseres Schulsystems, so sollen bereits rund ein Viertel der jungen Männer funktionelle Analphabeten sein, was verspricht, dass diese Menschen in ihrem Leben kaum oder nur schwer einen Fuß auf den Boden bekommen werden. Es gehört angesichts dieser Zustände ein gehöriges Maß von Korruption und Inkompetenz dazu, sich als Ministerin hinzustellen und zu erklären, dass jeder Tag in der Schule ein „Boys Day“ sei. Korrupte Frauen erklären, dass Zurückbleiben der Jungen läge an ihnen selbst. Ganz in der Tradition der schwarzen Pädagogik ist also nicht die Schule falsch sondern das Kind, hier: Der Junge. Und sie sind tatsächlich korrupt, denn verschiedene Untersuchungen kommen zum Schluss, dass Jungen bei gleichen Kompetenzen schlechter benotet werden. Frauen an der Macht, zum Beispiel im Bundesministerium für Bildung und Forschung, machen nun aber nicht das Gebotene, nämlich gegen diese Diskriminierung vorzugehen, sondern lassen entsprechende Studien in der Versenkung verschwinden. Das System behandelt also seine Schüler ungerecht, und manchmal läuft von denen einer Amok. Gerne genannt werden hier seit jüngerer Zeit auch die sogenannten „Incels“, die sich angeblich einbilden, einen Anspruch auf Frauen zu haben, und über die Zurückweisung austicken. Oftmals ist es aber ganz ordinäres Mobbing, welches von Mädchen nicht minder ausgeübt wird: Um die dritte oder vierte Klasse herum begannen sich die Dinge zu ändern. Es war das erste Mal, dass sich die Mädchen über ihn lustig machten und sagten, er sei gruselig und ekelhaft und seltsam.

Das soll natürlich keine Entschuldigung sein, es ist ein Verbrechen über persönliche Frustrationen – mögen sie auch berechtigt sein – andere Menschen mit in den Tod zu reißen. Es soll aber darauf hingewiesen werden, dass die Diagnose mancher Frauenanbiederer – „Männlichkeit ist das Problem“ – von den wahren Ursachen und den tatsächlichen Problemen ablenkt – denn Männlichkeit, wie sie von Milliarden von Männern alltäglich gelebt wird, ist ein Segen für Frauen wie für die Gesellschaft. Wenn Mütter Kinder töten, diagnostiziert man ja auch nicht „Weiblichkeit“ als das Problem.  Schon vor Jahren schrieb der männerfreundliche Geschlechterforscher Hollstein:

Um Geschehenes zu verstehen, sollten diese beiden Konstanten von Amokläufen zusammenhängend betrachtet werden. Schule ist für viele Jungen in den letzten Jahren zu einem Horrortrip geworden. Sie fühlen sich dort unwohl, nicht ernst genommen, schlecht behandelt und schlechter benotet als Mädchen. Der Hamburger Lehrer Frank Beuster spricht von „Jungenkatastrophe“ und dem „überforderten Geschlecht“, die amerikanische Philosophin Christina Hoff Sommers, die sich selbst als kritische Feministin bezeichnet, vom Schul-„Krieg gegen die Jungen“.

Jungen – wie auch Männer – haben keine Krise, sie werden betrogen. Man muss sich einfach mal durch den Kopf gehen lassen, dass unsere Gesellschaft es toleriert, wenn das ganze Land mit der Botschaft zugepflastert wird, dass männlichen Kindern kein Recht auf Schutz vor Gewalt zusteht. Dazu kommen korrupte Ministerien und es ist weiterhin nicht abwegig anzunehmen, dass korrupte Lehrer Jungen bewusst oder unbewusst benachteiligen, sie etwa als „Machos“ anfeinden oder als „privilegiert“. Aber selbst wenn die Lehrerin keine Sexistin ist, wird es schwierig für den Jungen, der vaterlos von Frauen umzingelt aufwächst:

Die Jungen mussten im Fach Deutsch Bienengeschichten lesen, im Kunstunterricht Schmetterlinge malen und beim Sport Schleiertänze aufführen. Da die Jungen dann ihren Unmut im Unterricht kundtaten, seien sie ständig vor der Tür oder im Sozialraum gelandet respektive mit Schulverweisen nach Hause gekommen. Jungen wachsen heute in einem engen Frauenkäfig von Müttern, Omas, Tanten, Erzieherinnen, Kindergärtnerinnen, Lehrerinnen, Sozialarbeiterinnen und Psychologinnen auf.

Aber Hey: Die Burschen kommen nur nicht damit klar, dass man ihnen ihre „Privilegien“ raubt…

Allerdings sind nicht nur junge Männer frustriert. Das weibliche Geschlecht ist nicht so unschuldig, wie man meinen möchte. Wenn sie nicht gerade Kinder töten, nehmen sie auch mal Rache am System. Oder auch nicht, manchmal macht Amoklaufen auch einfach nur Spaß: So gab Brenda Ann Spencer: I don’t like Mondays. […] There was no reason for it, and it was just a lot of fun.“ als Grund dafür an, dass sie zwei Menschen getötet und neun verletzt hatte. Dieses Statement inspirierte zum weltberühmten Song „I don’t like mondays“.

Ein weiterer Grund, aus dem heraus man um sich schießt, ist, wenn YouTube einem nicht zahlt, was einem als „vegane Aktivistin“ zusteht. Oftmals sind Amokläuferinnen auch nur psychisch krank. Oder auch: „Sechsjähriges Mädchen wurde durch Notoperation gerettet – 31-Jährige in psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen“ – man könnte fast denken, dass man Frauen eher mal als psychisch krank entschuldigt, wenn sie mal ein Verbrechen begehen. Nicht immer geht es aber so glimpflich aus, wenn Frauen töten wollen: Drei Tote, drei Schwerverletzte – nach dem Amoklauf von Amy Bishop. Die Drohung „Ihr werdet alles sterben“ konnte eine Möchtegernamokläuferin nur deswegen nicht wahr machen, weil sie von einer Mitschülerin aufgehalten wurde. Von einem weiteren Fall von „Wollen-aber-nicht-können“ berichtet ebenfalls die Süddeutsche. Ein islamistischer Hintergrund kann auch bei Frauen die Motivation zum Amoklaufen sein. Ebenfalls islamistisch motiviert war ein Terrorpärchen, welches 14 Menschen tötete. Aufsehen erregte der Amoklauf von Lörrach: Die 41-jährige Anwältin Sabine R. tötete ihren Mann, ihren Sohn sowie einen Krankenpfleger und wurde schließlich von der Polizei erschossen. Achtzehn Menschen wurden verletzt, drei davon schwer.

Während man aber bei amoklaufenden Männer schlicht angeborene Bösartigkeit, ein gekränktes Ego oder eben „Männlichkeit“ als Ursache ansieht, hat man bei Frauen ganz viel Verständnis und ist mit Entschuldigungen schnell zur Hand, so etwa die Welt zum letzten Fall:

Wie die meisten Mütter, die töten, unterdrückte Sabine R. wohl ihre Wut, bis es nicht mehr ging.

Na, dann ist das feministische Weltbild mal wieder gerettet.

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3 Gedanken zu „Amoklauf

  1. Mario

    Korrupt ist der falsche Ausdruck. Der würde ja bedeuten, dass eine Handlung oder ein Verhalten vollzogen wird, um daraus einen (materiellen) Vorteil zu erlangen.
    Ich bin mir nicht sicher, ob man auch als korrupt gelten kann, wenn man selbst keinerlei faktischen Vorteile hat, dafür aber Dritte (bspw. Schülerinnen).

    Ignorant wäre ein Begriff, der besser passen würde. Wobei der der, zumindest teilweise, potentiell vorhandenen Böswilligkeit nicht ganz Rechnung trägt.

    Antwort
    1. uepsilonniks Autor

      Ich denke, es liegt beides vor. Die Ignoranz liegt da vor, wo man der Überzeugung anhängt, dass Männer bevorzugt seien, weshalb man deren Diskriminierung toleriert. Korruption liegt dort vor, wo Verantwortliche, die in der Pflicht stehen, Sexismus gegen Jungen zu bekämpfen, dieser Pflicht nicht nachkommen.

      Antwort
      1. Fiete

        Insofern ist „korrupt“ durchaus richtig, denn es geht i.d.R. sehr wohl um den eigenen Vorteil, bspw. erhöhte Anerkennung in einem überwiegend feministischen Kollegium.

        Antwort

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